Astilben richtig pflegen, schneiden und pflanzen

Bezaubernd, elegant und gleichzeitig widerstandsfähig, so lassen sich Prachtspieren in aller Kürze beschreiben. Die mehrjährigen krautigen Stauden bilden die botanische Gattung Astilbe. Dieser Gattungsname wurde ins Deutsche übertragen, wodurch Prachtspieren auch als Astilben genannt werden. Eine weitere Bezeichnung ist Scheingeißbart, der jedoch nur selten in Anwendung gebracht wird.

Die Gattung mit 25 Arten gehört zur Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae). Ihre Heimat haben sie größtenteils in Ostasien, von Korea, China, Japan bis nach Vietnam und den Philippinen. In ihrer Heimat wachsen sie an Feuchtstandorten lichter Wälder, Gebirgsschluchten oder Flussufer. Sie bilden durch Rhizome größere Gruppen und Horste. Zierend sind sowohl die federartigen Blütenrispen als auch das handförmig, mehrfach geteilte Blattwerk. Von der Farbe variiert das Laub je nach Abstammung und Sorte von hell- bis dunkelrotgrün. Die farbenfrohen Blüten erscheinen im Sommer. Es sind schmale Rispen, zusammengesetzt aus mehreren Ähren oder Trauben unzähliger kleiner Einzelblüten.

Aus der Ferne wirken sie wie bunte leuchtende Pinsel, die aufrecht im Boden stecken. Es ist wenig verwunderlich, dass die zauberhaften Stauden bereits seit dem 19. Jahrhundert fest in der gärtnerischen Kultur verwurzelt sind. Zahlreiche Züchtungen sind im Laufe der Zeit entstanden. Hervorzuheben ist die Züchtungsleistung von Georg Arends, einem deutschen Staudengärtner. Seinem Wirken folgten zahlreiche Kultursorten, die heute als große Gruppe der Arendsii-Hybriden (Astilbe x arendsii) bezeichnet werden. Daneben sind noch Vertreter von Astilbe chinensis (China-Prachtspiere), Astilbe japonica (Japan-Prachtspiere), Astilbe simplicifolia und Astilbe thunbergii (Thunbergs Prachtspiere). Hinzu kommen zahlreiche Arthybriden und Unterarten.

Prachtspieren sind wundervolle Schattenstauden, die trotz geringer Lichtverhältnisse üppig und über Wochen blühen. Ihre Farbpalette reicht von cremeweiß, über rosa, karminrot bis hin zu violett. Die Rispen stehen entweder aufrecht oder hängen über. Je nach Sorte und Wuchseigenschaften erreichen sie Höhen zwischen 10 und 100 cm. Wuchskräftige kompakte Formen eignen sich als Bodendecker für Gehölzränder oder als Unterpflanzung von Sträuchern. Im Staudenbeet zieren Astilben mit anderen Stauden oder Gräsern. Passende Nachbarn sind z.B. Haselwurz (Asarum), Berggras (Hakonechloa), Funkien (Hosta), Elfenblumen (Epimedium) oder Purpurglöckchen (Heuchera). Die Blüten eignen sich zum Schnitt, ebenso das Laub größerer Prachtspieren.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird die Astilbe richtig gepflanzt?

Astilben sind nicht sonderlich wählerisch oder anspruchsvoll. Ideal sind Standorte abseits der vollen Sonne und mit ausreichend Bodenfeuchtigkeit. Ist ein Boden stetig frisch, vertragen die Schattenstauden auch sonnige Plätze. Jedoch verblühen sie unter dem Sonneneinfluss schneller als im Schatten. Zur Kultur eignet sich jeder normale Gartenboden, der etwas humos, frisch bis feucht, jedoch nicht staunass ist. Schwere Lehmböden werden vor der Pflanzung gelockert und mit Sand gestreckt. Das Drainagematerial sorgt für eine bessere Durchlüftung im Wurzelbereich. Sandigen Böden mischt man verrotteten Kompost oder Pflanzerde unter. Der Humus verbessert die Wasserspeicherfähigkeit und sorgt für eine optimale Nährstoffversorgung.

Astilben werden in der Regel als Topfpflanzen angeboten. Sie können rund ums Jahr, bevorzugt im Frühjahr oder Herbst gepflanzt werden. Für eine dichte Bodendecke verwendet man von niedrigen Prachtspieren etwa 9 bis 12 Stück pro Quadratmeter. Mindestens 30 Zentimeter Pflanzabstand sollte man ihnen zugestehen. Größere Sorten mit Wuchshöhen von knapp einem Meter gibt man 40 bis 50 cm Pflanzabstand. Nach dem Einpflanzen achtet man in der Folgezeit auf ausreichend Bodenfeuchtigkeit. Mit dem Auftragen einer Mulchschicht, beispielsweise Kompostmulch, lässt sich die Bodenverdunstung verringern und führt zusätzliche Nährstoffe zu. Besondere Düngemaßnahmen sind kaum notwendig. Es reicht aus, im Frühjahr einige Handvoll Kompost oder Hornspäne in die Bodenoberfläche eingearbeitet werden.

Astilben sind robuste Gartenstauden, die sich für Dauerbepflanzungen in Kübeln und Gefäßen verwenden lassen. Normale Pflanzerde genügt ihnen als Substrat. Trotz ihrer Feuchtigkeitsliebe darf es zu keiner Staunässe kommen. Daher ist auf einen ungehinderten Wasserabzug und eine Drainierung am Gefäßgrund zu achten. Sonnenbalkone sind weniger gut als Standort für Prachtspieren geeignet. Hinter Brüstungen oder unter schattierenden Kübelpflanzen kann die Kultur der Astilbe dennoch gelingen.

Wie wird die Astilbe gepflegt?

Wie für die meisten Schattenpflanzen üblich, wird auf ausreichende Bodenfeuchtigkeit geachtet. Das betrifft speziell die trockene Sommerzeit, aber auch allgemein Standorte unter Bäumen. Durch ihr ausgeprägtes Wurzelwerk sind Gehölze direkte Wasser- und Nährstoffkonkurrenten zum Unterwuchs. Für gewöhnlich haben die Stauden das Nachsehen, wenn nicht zusätzlich gewässert wird. Selbstverständlich sind regelmäßige Wassergaben in einer Topf- und Kübelkultur. Sowohl für den Garten als auch als Dauerbepflanzung im Kübel werden den Prachtspieren jährlich Kompost oder Hornspäne verabreicht. Die enthaltenen Nährstoffe reichen meist aus, für gesundes Wachstum und Blühfreude zu sorgen.

 

Wie schneidet man Astilben richtig?

Rückschnitte benötigen Astilben nicht. Lediglich abgeblühte Blütenstängel werden im Herbst, spätestens im Frühjahr entfernt. Winterschutzmaßnahmen sind nicht notwendig. Prachtspieren sind so robust, dass sie sogar Fröste im Topf unbeschadet überstehen.

Die Vermehrung von Prachtspieren erfolgt durch Teilung im Frühjahr oder Herbst. Größere Horste werden ausgegraben und vorsichtig mit einem Spaten geteilt. Im Gegensatz zu anderen Stauden benötigen Astilben keine regelmäßige Teilung zur Verjüngung. Bei reinen Arten ließe sich auch die Samenvermehrung durchführen, jedoch sind sie im Handel kaum auffindbar.

Trockenheit ist für Astilben das größte Problem. Braune Blätter sind meist wirklich nur Anzeichen von Trockenheit anstatt eines Befalls von Krankheiten und Schädlingen. Neben vertrockneten Blättern kann Trockenheit zu Mehltau führen. Blattläuse, Älchen, Wanzen oder Dickmaulrüssler sind bekannte Schädlinge, treten jedoch seltener auf.

 

Welche Verwendung haben Astilben?

Astilben sind wüchsige und robuste Schattenstauden. Mit ihren farbenfrohen Blüten beleben sie schattige Bereiche und sorgen für Farbtupfer im Sommer. Kleine Arten, insbesondere die Zwerg-Astilbe (Astilbe chinensis var. pumila), eigenen sich durch ihre breitwachsenden Rhizome als Bodendecker. Sie begrünen kahle Flächen unter Bäumen und Sträuchern zuverlässig. Größere Sorten sind hervorragende Beet- und Schmuckstauden für Staudenbeete, Rabatten und Gehölzränder. Zwerg-Astilben eignen sich für Steingärten. Auffällig sind die kompakten Krause-Prachtspieren (Astilbe x crispa). Sie sind weniger stark wüchsig, begeistern dafür mit gekraustem Laub als Blattschmuck. Dunkellaubige Sorten lassen sich hervorragend mit weißbunt- oder gelbblättrigen Staudennachbarn kombinieren. Astilben wirken hervorragend neben Funkien (Hosta), Glockenblumen (Campanula), Storchschnabel (Geranium) oder unter Azaleen bzw. Rhododendren. Vom Laub passen sie hervorragend zu Silberkerzen (Actaea) und Herbstanemone (Anemone). Unverzichtbar scheinen Astilben in asiatischen oder japanischen Gärten. Man findet sie häufig am Uferbereich von Teichen oder Bachläufen oder vor größeren Steinen bzw. Mauern.

Ihre Blüten sind beliebte Schnittblumen für die Vase. Sie halten mehrere Tage bis über eine Woche. Ebenso lassen sich die dekorativen Blätter als Schnittgrün in Sträußen verarbeiten.

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