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Hyazinthe richtig pflegen, schneiden und pflanzen

Zu den ersten und beliebtesten Frühjahrsblühern zählen die Hyazinthen, botanisch Hyacinthus. Man liebt sie zweifellos für ihren betörenden Duft, der bereits im Winter mit Primeln, Narzissen und Ranunkeln erste Frühlingsgefühle hervorruft. Die botanische Gattung soll nach einem schönen Jüngling einer griechischen Sage benannt worden sein. Ganz sicher ist es jedoch nicht, denn es gibt unterschiedliche Interpretationen aus antiken Zeiten. Sicher ist hingegen, dass Hyazinthen seit 500 Jahren in England als Gartenpflanze in Kultur sind. 3 Arten bilden die botanische Gattung, die in West- und Vorderasien beheimatet sind. Trotz ihrer großen Bekanntheit, sind sie an Naturstandorten kaum noch zu finden. Das gilt ebenso für die gärtnerisch interessante Art Hyacinthus orientalis. Aus ihr sind unzählige Kultivare (Sorten) entstanden in einem Farbspektrum von leuchtend dunkelblau, rosa, rot, violett und weiß.

Die Gartenhyazinthe bildet eine langlebige Zwiebel, die sich im dreijährigen Zyklus von innen heraus erneuert. Sie ist rundlich und wird bis zu 6 cm dick. Aus der Zwiebel treiben bis grundständige riemenförmige Blätter mit einer Länge von bis zu 30 cm. Im zeitigen Frühjahr erscheinen farbenfrohe, stark duftende Blüten in lockeren Trauben. 40 Einzelblüten pro Traube sind nicht ungewöhnlich. Bis zum Sommer nutzen die Zwiebelpflanzen die Zeit, um neue Kraft zu schöpfen und anschließend einzuziehen.

Gartenhyazinthen werden eignen sich im Garten hervorragend für Frühlingsbeete, Blumen- und Mischpflanzungen. Noch beliebter sind die vorgetriebenen Zwiebelgewächse als Topfpflanzen, wenn sie kurzzeitig die Wohnräume mit ihrem Duft erfüllen. Sie schmücken saisonale Blumenkästen, Frühlingsarrangements und lassen sich als Schnittblume verwenden.

Allergiker können durch den starken Duft empfindlich reagieren. Zudem sind Hyazinthen schwach giftig. Ein Verzehr führt zu Übelkeit und Unwohlsein. Beim direkten Kontakt können Hautallergien verstärkt werden.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie werden Hyazinthen richtig gepflanzt?

In der reinen Gartenkultur werden die Zwiebeln im Herbst ca. 10 cm tief im gleichen Abstand voneinander eingepflanzt. Als Standort empfiehlt sich ein sonniger, zuweilen auch leicht halbschattiger Platz. Ideal sind nach Süden ausgerichtete Lagen, am besten vor Hauswänden. Ein warmer Fuß bekommt Hyazinthen besonders gut. Der Boden muss unbedingt wasserdurchlässig sein. Staunässe, speziell im Winter oder während der Ruhezeit im Sommer können zu nachhaltigen Schäden an der Zwiebel führen. Im Frühjahr darf der Boden gern etwas feuchter sein, doch im Sommer sollte er abtrocknen. Im Gegensatz zu anderen Zwiebelgewächsen ist die Hyazinthe etwas anspruchsvoller. Ist ihr der Standort nicht genehm, wird sie sich aus dem Garten wieder verabschieden. Das trifft auf Extremböden zu, gleichermaßen für karge Sand- als auch verdichtete Lehmböden. In Sandböden mischt man großzügig Kompost oder Pflanzerde ein. Lehmböden werden mit einer Grabegabel tiefengelockert und mit Sand, gegebenenfalls Humus vermischt. Erfahrene Gärtner füllen am Grund des Pflanzloches eine ein bis zwei Zentimeter starke Drainageschicht aus Kies ein. Sie dient als Unterlage für die Zwiebeln und verhindert mögliche Nässeschäden.

Das gleiche Verfahren lässt sich auf die Topfkultur übertragen. Wasserüberversorgung in Gefäßen ist generell ein Problem. Sammelt sich die Nässe, setzt wenig später Fäulnis an den Zwiebeln ein. Die Frühjahrsblüher lassen sich hervorragend antreiben. Deshalb sind Hyazinthen als erste Farbtupfer des späten Winters bzw. des Vorfrühlings beliebt. Hyazinthenzwiebeln werden wie ihre Gartengeschwister im Herbst eingepflanzt. Am besten verwendet man Keramik- oder Tongefäße mit einem guten Wasserabzug am Grund. Als Substrat wird eine sehr durchlässige, mäßig fruchtbare Erde verwendet. Bei Bedarf wird etwas Sand beigemengt, um die Durchlüftung zu erhöhen. Eingesetzt werden die Zwiebeln nur so tief, dass die Spitze geringfügig herausschaut.

Zum Antreiben werden die getopften Hyazinthen etwa 6 Wochen an einem kühlen dunklen Platz zwischen 5 und maximal 7 Grad Celsius gelagert. Sobald der Austrieb ca. 3 Zentimeter beträgt, wird das Licht- und Temperaturangebot langsam erhöht. Vorsicht beim Wässern, denn ein Zuviel oder ein Benetzen des Austriebs kann Pflanzenschäden verursachen. Nach dem Abblühen lassen sich die Topfhyazinthen Ende März oder im April in den Garten umgesiedeln. Vor dem Einpflanzen lässt man die vorgetriebenen Pflanzen im Freien akklimatisieren und wartet die letzten Spätfröste ab.

Wie werden Hyazinthen gepflegt?

Bei der Kultur im Garten bedarf es keines großen Fachwissens. Sobald der Standort die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt, kümmern sich die Zwiebelpflanzen. Im Frühjahr steigert eine Düngung mit Zwiebelpflanzendünger die Blühfreude. Man verabreicht die Nährstoffe im Zuge des Austriebs vor der Blüte. Weiterhin darf der Boden in der Vegetationszeit nicht austrocknen. Bis zum Einziehen hält man den Boden feucht. Danach schadet die Nässe und man lässt den Boden bis zum Herbst abtrocknen.

Ausgepflanzte Hyazinthen trotzen im Winter starken Frösten. Nur Spätfröste, die nach oder mit dem Austrieb erfolgen, können Frostschäden verursachen. Kurzzeitig lohnt in diesem Falle das Abdecken mit Reisig, Vlies oder Jutesäcken. Töpfe werden im Freiland eingepackt und vor dem Durchfrieren geschützt. Angetriebene Hyazinthen dürfen keinen Frost abbekommen. Sinkt das Thermometer unter null, sind die Gewächse ins Haus zu holen.

Bei der Vermehrung werden die Zwiebeln im Sommer zur Ruhezeit ausgegraben und Ableger abgetrennt. Sie werden einzeln eingepflanzt und entwickeln sich in den nächsten Jahren zu blühfähigen Pflanzen.

 

Welche Verwendung haben Hyazinthen?

Hyazinthen sind der Inbegriff für Frühling. Ihr durchdringender Duft ist einzigartig und läutet den Frühling im Haus ein. Die farbenfrohen Blüten lassen sich in Frühlingspflanzungen mit Primeln, Ranunkeln oder Narzissen kombinieren. Nach ihrem Abblühen werden die Pflanzen nicht weggeworfen, sondern in den Garten umgesiedelt. Sie eignen sich als bunte Frühblüher in Blumen- und Mischrabatten. An geeigneten Plätzen können sie viele Jahre alt werden.

 

Welche Arten von Hyazinthen gibt es?

Alle heute gängigen Hyazinthensorten sind aus der Art Hyacinthus orientalis hervorgegangen. Vorgetrieben beginnt die Blütezeit bereits im Januar und bezaubert mit blauen, rosa, roten, violetten oder weißen Farbtönen. Bis auf gelb lässt sich ein großes Farbspektrum an Hyazinthen finden. Später, je nach Witterung ab März, beginnen die Zwiebelpflanzen im Freiland zu blühen.

 

Sind Hyazinthen giftig?

Alle Pflanzenteile der Hyazinthen sind schwach giftig. Sie rufen bei Verzehr Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Magenkrämpfe hervor. Allergische Reaktionen können die Folge von direktem Hautkontakt sein.

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