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Gummibaum richtig pflegen, schneiden und vermehren

Würde man auf der Straße nach Zimmerpflanzen fragen, wäre ganz sicher der Gummibaum vorn dabei. Die Feigenart, die so gar nicht an eine typische Feige erinnert, zählt zu den Klassikern unter den Zimmerpflanzen. Ihr Bekanntheitsgrad und ihre Beliebtheit scheinen seit Jahrzehnten ungebrochen und das nicht zu Unrecht. In vielen Wohnzimmern fühlt sich die großblättrige Zimmerpflanze heimisch, begrünt Büros oder andere Innenräume.

Der Gummibaum wird manchmal als Indischer Kautschukbaum bezeichnet. Er gehört zu den Feigen (Ficus), selbst wenn ihm kaum eine Ähnlichkeit zur Echten Feige (Ficus carica) anzusehen ist. Mit dieser Eigenheit steht er nicht allein. Fast 900 vielgestaltige Geschwister gehören zur Gattung dieser laubabwerfenden oder immergrünen Sträucher und Bäume aus der Familie der Maulbeergewächse (Moraceae). Der Großteil ist in den Tropen und Subtropen beheimatet. In Natura ist der immergrüne Gummibaum vom östlichen Himalaja, über das tropische Ostindien bis nach Indonesien anzutreffen. Man würde ihn nicht auf den ersten Blick erkennen, denn mit bis zu 50 Metern und 2 Meter Stammumfang wirken sie in keiner Weise, wie allseits bekannte Zimmerpflanze.

Mit seinen immergrünen Blättern wächst der Gummibaum baumförmig mit einer reich verzweigten Krone. Die Blätter sind länglich bis elliptisch, fühlen sich ledrig an und glänzen. Sein Artname „elastica“ deutet auf die biegsamen Triebe, aber auch auf den latexartigen Milchsaft hin. Dieser Pflanzensaft lässt sich zu natürlichem Kautschuk verarbeiten. Jedoch ist der Gummibaum bei weitem nicht so ertragreich wie der aus Brasilien stammende Kautschukbaum (Hevea brasiliensis). Als Zimmerpflanze wächst der Gummibaum je nach Topfgröße 1 bis 2 Meter groß. Im Handel sind verschiedene Sorten erhältlich, die entweder schwächer wachsen oder durch gemusterte Blätter ins Auge fallen.

Vor etwa 200 Jahren fand der Gummibaum nach Europa und wurde rasch zum Inbegriff einer pflegeleichten Zimmerpflanze. Zunehmend machten ihm seine buntlaubigen Geschwister Konkurrenz, die teilweise auch noch besser mit der Zimmerluft umgehen konnten. Dazu zählt die bekannte und in vielen Innenräumen anzutreffende Birkenfeige (Ficus benjamina).

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird ein Gummibaum richtig gepflanzt?

Gummibäume möchten einen hellen warmen Platz. Mit Halbschatten haben sie weniger ein Problem als mit direkter Sonneneinstrahlung, beispielsweise am Südfenster. Zimmertemperaturen stellen für die Tropenpflanze vor keine großen Probleme. Ein Platz neben der Heizung ist jedoch genauso ungünstig wie Zugluft am geöffneten Fenster. Den Sommer kann die Grünpflanze auf dem schattigen Balkon oder Terrasse verbringen. Als Erde eignet sich jedes Grün- und Zimmerpflanzensubstrat. Wer möchte, kann etwas Sand oder Blähton zur Verbesserung der Struktur einmischen. Notwendig ist es allerdings nicht. Topfpflanzen sind an keine bestimmten Jahreszeiten beim Umpflanzen gebunden. Der Frühling bietet sich jedoch an. Das neue Wachstum beginnt nach dem Winter und mögliche Wurzelbeschädigungen beim Umpflanzen regenerieren sich schneller.

Umgetopft wird der Gummibaum alle zwei bis drei Jahre, wenn das Substrat seine optimalen Wachstumsbedingungen verloren hat und der Ballen vollständig durchwurzelt ist. Die alte Erde wird grob vom Wurzelballen entfernt und die Pflanze in frisches Substrat eingesetzt. Stark durchwurzelten Ballen wird ein größerer Topf gegeben.

 

Wie pflegt man einen Gummibaum?

Trotz seines üppigen Laubes, wird der Gummibaum nur mäßig gewässert. Vor dem Gießen wird mit dem Finger geprüft, ob das Substrat noch feucht ist oder Wasser benötigt. Ansonsten riskiert man schädliche Staunässe. Erst wenn die Oberfläche austrocknet, lässt man der Grünpflanze neues Wasser zukommen. An schattigen Plätzen kann der Gummibaum recht lange von den Wassergaben zerren.

Gedüngt wird alle zwei Wochen mit einem Grün- und Zimmerpflanzendünger. Die Dosierung richtet sich nach den Herstellerempfehlungen.

Auf den großen grünen Blättern legt sich mit der Zeit eine Staubschicht ab, die einerseits schmuddelig wirkt und andererseits die Pflanzenaktivität beeinträchtigt. Der Schmutz lässt sich entweder mit einem weichen Tuch abwischen oder die Pflanze wird in der Badewanne abgeduscht. Damit die Erde nicht ausgespült wird, setzt man den Topf in einen großen Folienbeutel und bindet ihn am Stamm fest. Das Abbrausen bekommt erfahrungsgemäß allen Zimmerpflanzen gut. In Regionen mit kalkhaltigem Wasser, verzichtet man auf das Abtropfen. Mit einem weichen Tuch wischt man die Blätter trocken, sodass sich keine Kalkflecken auf dem Laub bilden.

Wie schneidet man einen Gummibaum?

Gummibäume sind außerordentlich schnittverträglich. Sobald ein Trieb gekürzt wird, verzweigt sich die Pflanze unterhalb. Im Normalfall macht das die Pflanzen von ganz allein. Nur an zu dunklen Plätzen schiebt sie auf der Suche nach Licht in die Höhe ohne nennenswerte Verzweigungsvorsätze. Dann ein Umstellen an einen helleren Platz helfen, z.B. ans Fenster, Loggia oder in den Wintergarten. Bei allen Schnittmaßnahmen sollte man darauf achten, dass der Milchsaft aus der Schnittwunde nicht auf den Boden und die hochwertige Auslegware tropft. Die Flecken sind nur schwer zu reinigen und man ärgert sich, die Schnittmaßnahmen nicht draußen vorgenommen zu haben. 

 

Wie vermehrt man einen Gummibaum?

Da Samen an einem Gummibaum in der Zimmerkultur nicht zu erwarten sind, kann er nur durch Stecklinge vermehrt werden. Das ist wiederum sehr einfach. Im Frühjahr zur Hauptwachstumszeit werden ca. 10 cm lange halbverholzte Spitzen aus den Seitentrieben geschnitten. Bis auf das obere Blatt werden die restlichen Blätter entfernt. Den Anschnitt lässt man kurze Zeit abtrocknen. Anschließend werden die Stecklinge entweder in ein Wasserglas gestellt oder in ein Gefäß mit Vermehrungserde gesteckt. Entscheidet man sich für die Variante im Wasserglas, sollte aller zwei bis drei Tage das Wasser ausgetauscht werden. Sobald die ersten Wurzeln gut ausgebildet sind, wird der Steckling in einen Topf mit Erde umgesetzt. Die Bewurzelung im Vermehrungsgefäß geht schneller, wenn die Stecklinge in gestaute Luft gestellt werden. Das heißt nichts anderes, als dass sie mit einer Folienhaube abgedeckt werden und die Luftfeuchte in diesem geschlossenen Raum ansteigt. Der Verdunstungsstress sinkt und die Stecklinge bewurzeln besser.

Experimentierfreudige Gärtner können sich im Abmoosen versuchen. Auch diese Vermehrungsmethode ist beim Gummibaum möglich, wird jedoch nur selten angewendet.

 

Wie schützt man den Gummibaum vor Krankheiten?

Der Gummibaum zeigt ein widerstandsfähiges Immunsystem, das selten von Krankheiten und Schädlingen angegriffen wird. Trotz dieser Robustheit können in Zimmerluft Woll- oder Schildläuse auftauchen. Im ersten Schritt könnte ein gründliches Abduschen den Befall lindern und eine Quarantäne andere Zimmerpflanzen schützen. Gänzlich hilft nur eine Bekämpfung mit einem Insektizid, möglichst aus dem ungefährlichen BIO-Bereich. Ebenso hat sich Neem-Öl zur Schädlingsabwehr bewährt.

 

Welche Verwendung hat ein Gummibaum?

Der Gummibaum ist eine bekannte Grün- und Zimmerpflanze. Er ist anspruchslos, bedarf kaum Pflege und eignet sich sogar für Einsteiger. In der Innenraumbegrünung werden Gummibäume zur Luftverbesserung genutzt, zumal sie die Hydrokultur gut vertragen.

 

Welche Gummibaum Sorten gibt es?

Vom Gummibaum gibt es Sorten, die in ihrem Erscheinungsbild von der natürlichen Art abweichen und durch einen besonderen Blattschmuck in Räumen auffallen.

  • Ficus elastica 'Black Knight' – Gummibaum mit tief schwärzlich-grünem Laub
  • Ficus elastica 'Decora' – Breitblättriger Gummibaum mit cremegelber Mittelrippe
  • Ficus elastica 'Doescheri' – Gummibaum mit graugrünem Laub mit cremegelben Zeichnungen und rosa Mittelrippe
  • Ficus elastica 'Schrijveriana' – Sorte mit auffälliger cremeweißer Musterung und rosa Tönung

 

Ist der Gummibaum giftig?

Gummibäume gelten als schwach giftig, insofern die Pflanzenteile verzehrt werden. Sie lösen Magenverstimmungen aus. Der Milchsaft kann Hautreizungen verursachen und Hautallergien verstärken.

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