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Rhododendron richtig schneiden, düngen und pflanzen

Jedes Frühjahr versinken Gärten und Parks in einem Farbenmeer. Grund sind die imposanten Rhododendren der gleichlautenden Pflanzengattung. Zu ihr gehören mehr als 1.000 Arten, die überwiegend auf der Nordhalbkugel verbreitet sind. Sie wachsen als zwergiger Strauch im arktischen Norden bis baumförmig ins warme Südostasien. In unseren Breiten sind Alpengängern die Bewimperte Alpenrose (Rhododendron hirsutum) und die Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum) bekannt als zwei heimische Rhododendronarten. Letztere kennt man regional als Rostroten Almrausch. Die meisten Rhododendren in den Gärten oder im öffentlichen Grün sind Hybriden und Kreuzungen ostasiatischer Herkunft. In größeren Parkanlagen sind sie als Blütensträucher kaum zu entbehren, auch wenn sie anspruchsvoller als andere Gehölze sind. Die ursprünglichen Wildarten der zahlreichen Gartenhybriden wachsen in ihrer Heimat in Laub- und Mischwäldern als Unterwuchs. Der Boden dieser Waldgebiete ist gleichmäßig feucht, humos und ohne jeglichen Kalkgehalt. An geeigneten Standorten können sie je nach Abstammung zu großen Sträuchern heranwachsen und ausgesprochen alt werden. In Rhododendrongärten lassen sich teils über 100 Jahre alte Exemplare finden.

Der botanische Gattungsname Rhododendron stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt Rosenbaum. Eine Verwandtschaft zur echten Rosen besteht in keiner Hinsicht, denn Rhododendren zählen zu den Heidekrautgewächsen (Ericaceae). Der botanische Name wurde ins Deutsche übertragen und steht heute auch für die Azaleen. Diese Rhododendrongruppe wurde früher als eigene Gattung geführt.

Rhododendren-Hybriden werden in Gruppen klassifiziert, die nach Abstammung und bestimmten Pflanzenmerkmalen unterschieden werden. Für die Gartenkultur sind die immergrünen Rhododendren (mit Catawbiense-, Caucasicum- Ponticum-, Williamsianum- und Yakushimanum-Hybriden), sowie zahlreiche Garten-Azaleen (z.B. die laubabwerfenden Knap-Hill-Hybriden) am bedeutendsten.

Rhododendren wachsen in der Regel sehr langsam und erreichen erst nach vielen Jahren ihre endgültige Wuchsgröße. Die meisten Rhododendren sind immergrüne, seltener laubabwerfende Blütensträucher. Sowohl die Wuchshöhe als auch die Blätter variieren von Art zu Art. Die meisten Rhododendren haben dunkelgrünes Laub von länglicher bis eiförmiger Gestalt in wechselständiger Anordnung. Die Blattränder sind oftmals nach unten gewölbt. Einigen Arten ist ein heller bis rötlicher Filz auf den Blättern gemein, der im Frühjahr die Blätter vor der Sonne schützt und später verschwindet. Die Farbpalette der Blüten lässt keine Wünsche offen. Vom reinen Weiß, über gelb, rosa, rot bis ins Blauviolett reicht das farbige Spektrum.

Wer sich für Rhododendren entscheidet, trifft seine Wahl für für lange und treue Blütenfreude. Die Sträucher wachsen vergleichsweise langsam, werden dafür von Jahr zu Jahr prächtiger und ausgesprochen alt. Gibt man ihnen den rechten Platz, muss kaum noch Pflege investiert werden.

 

Wie wird Rhododendron umgepflanzt?

Ein Umpflanzen ist nur bei jüngeren Pflanzen empfehlenswert, wobei jedes Umsetzen eine Gefahr birgt und keinesfalls zur Regel werden sollte. Sieht man den Umpflanzbedarf frühzeitig voraus, werden junge Rhododendren im Frühling mit einem Spaten umstochen. Für die nächsten Monate werden die Pflanzen feucht gehalten und bilden neue Faserwurzeln. Im Herbst werden die Sträucher an einen neuen Standort mit vergleichbaren Eigenschaften umgesetzt. Wächst der Rhododendron bereits über ein Jahrzehnt an seinem Platz, ist das Umpflanzen nicht mehr ratsam.

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird Rhododendron richtig gepflanzt?

Beim Anpflanzen von Rhododendren sollte der Platz gut überlegt sein, denn der Standort entscheidet über Gedeih und Verderb der Ziergehölze. Die Wahl für einen Rhododendron ist eine langfristige Entscheidung. An seinem Platz darf der Strauch über Jahre nicht stören und muss sich gleichzeitig entwickeln können. Ambitioniertes Umpflanzen ist im Falle von Rhododendren wenig ratsam und sollte nur im Notfall erfolgen. Fast alle Arten und Sorten fühlen sich im kühlen Halbschatten wohl. Zu dunkel darf es nicht sein, sonst versagt die Blühfreude. Eine Nordseite vom Haus, schattierte Innenhöfe oder zur Unterpflanzung von größeren Gehölzen eignen sich die immergrünen Laubsträucher. Ganzjährigem Laub gibt man einen Windschutz, der es vor austrocknenden Winden schützt. Als ehemalige Waldbewohner sind sie an humose, gleichmäßig feuchte Böden im sauren Milieu gewöhnt. Da saure Böden in Gärten nur selten anzutreffen sind, wird der Pflanzplatz vorbereitet. Gepflanzt wird bevorzugt im Frühjahr. Herbstpflanzungen können bei Kahlfrösten durchaus Schaden nehmen. Das Pflanzloch wird mindestens drei- bis viermal größer als der Wurzelballen ausgehoben. Schweren dichten Böden spendiert man eine Kiesschicht am Grund, die für die notwendige Drainage sorgt. Prüfen lässt sich der Wasserabzug, indem eine Kanne Wasser ins Pflanzloch geschüttet wird. Das Wasser sollte nicht stehen bleiben, sondern zügig versickern.

Humoser Laub- und Nadelkompost, Torf oder Moorbeeterde dient als Füllmaterial, dem ein Drittel Gartenerde beigemischt wird. Obwohl Rhododendren auf ausreichende Feuchtigkeit angewiesen sind, ist Staunässe zu vermeiden. In Bezug auf den pH-Wert gibt es mittlerweile kalktolerante „Inkarho“-Rhododendren, die ohne großes Zutun in normalen Gartenböden wachsen. Vor dem Einpflanzen wird der Wurzelballen im Wasserbad durchdringend getränkt. Steigen keine Luftblasen mehr auf, setzt man den Ballen ein. Dichtes Wurzelgeflecht wird mit einem Messer oder einer Schere aufgelöst bzw. aufgeschnitten. Beim Einsetzen achtet man darauf, dass der Ballen mit der Bodenoberfläche bündig abschließt. Mit Antreten des Bodens und großzügiges Angießen nähert sich die Pflanzung ihrem Ende. Das Aufbringen einer 3 cm starken Mulchschicht aus Rindenstücken schützt abschließend den Boden vor Austrocknung und Bodenverdunstung.

 

Wie wird Rhododendron umgepflanzt?

Ein Umpflanzen ist nur bei jüngeren Pflanzen empfehlenswert, wobei jedes Umsetzen eine Gefahr birgt und keinesfalls zur Regel werden sollte. Sieht man den Umpflanzbedarf frühzeitig voraus, werden junge Rhododendren im Frühling mit einem Spaten umstochen. Für die nächsten Monate werden die Pflanzen feucht gehalten und bilden neue Faserwurzeln. Im Herbst werden die Sträucher an einen neuen Standort mit vergleichbaren Eigenschaften umgesetzt. Wächst der Rhododendron bereits über ein Jahrzehnt an seinem Platz, ist das Umpflanzen nicht mehr ratsam.

Wie pflegt man Rhododendron richtig?

Rhododendren sind als immergrüne Waldpflanzen an gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit gewöhnt. Je sonniger ein Standort liegt, desto höher ist der Wasserbedarf der Sträucher. Regelmäßiges Wässern der Bodenoberfläche mit Regenwasser wird in den Sommermonaten die Regel. Während längerer Hitzeperioden kühlt morgentliches Übersprühen das Blätterkleid und erhöht im gleichen Zug die Luftfeuchtigkeit. Jährlich wird der Mulch unter dem Strauch erneuert. Die Auflage von Rinde oder Nadeln reduziert die Bodenverdunstung und verhindert, dass die oberen, flach verlaufenden Pflanzenwurzeln überhitzen. Bei Verwendung von Rindenmulch wird vor dem Auftragen ein stickstoffhaltiger Dünger eingearbeitet. Beim Zersetzungsprozess dieser Mulchmaterialien wird Stickstoff verbraucht und dem Boden entzogen. Fachleute bezeichnen diesen Effekt als „Stickstoffsperre“.

Gedüngt wird mit Spezialdünger für kalkfliehende Moorbeetpflanzen in der Zeit von Frühling bis zum Spätsommer. Diese Spezialdünger haben die Eigenschaft, den pH-Wert zu senken und angepasste Nährstoffe zu liefern. Wenn verfügbar, stellen organische Nährstoffe, beispielsweise Hornspäne oder Rinderdung, eine vorübergehende Nährstoffquelle dar.

 

Wie schützt man Rhododendron vor Schädlingen?

Wenn Rhododendren in ihrer Entwicklung kränkeln, kann die falsche Standortwahl ein Grund sein. Blassgrüne Blätter mit dunklen Adern deuten auf eine Kalkchlorose und einen zu hohen pH-Wert im Boden hin. Eisendünger wird als erste entgegenwirkende Maßnahme empfohlen. Werden die Blätter gelb, sollte der Boden getauscht bzw. mit saurer Erde angereichert werden. Schädlinge sind Dickmaulrüssler, die sich durch „Buchtenfraß“ an den Blättern zu erkennen geben. Natürliche Gegenspieler sind Nematoden, die als Nützlinge ausgebracht werden. Ungünstige Standorte begünstigen Pilzinfektionen, wie Grauschimmel, Echten Mehltau oder Blattflecken.

 

Wie schneidet man Rhododendron richtig?

Schnittmaßnahmen sind für die langsam wachsenden Rhododendren kaum notwendig. Lediglich wenn Triebe erkrankt, abgestorben oder erfroren sind, werden sie zurückgeschnitten. Sehr dichte Büsche sind auszulichten, damit Licht in die Kronen fällt. Rückschnitte erhalten auch verkahlende Exemplare, wodurch ein Neutrieb angeregt wird. Wichtiger als das Zurückschneiden ist das Ausbrechen verwelkter Blütenstände.

 

Wie wird Rhododendron vermehrt?

Die Samenvermehrung bei Rhododendren ist sortenrein kaum möglich, denn die Gehölze kreuzen sich untereinander. Praktikabler sind Stecklinge im Spätsommer oder Veredelungen (Pfropfen) im Winter.

 

Welche Verwendung haben Rhododendren?

Rhododendren sind in der Gartenkultur unentbehrliche und beliebte Blütensträucher. Sie begeistern mit einer riesigen Farbpalette in unterschiedlichsten Wuchshöhen. Kompakte Zwergformen eignen sich für Steingärten oder kleinere Pflanzungen zwischen Nachbargehölzen. Höhere Formen kombiniert man in Strauchrabatten oder zieren als Solitär im Einzelstand.

 

Wann ist die Blütezeit des Rhododendron?

Die Blütezeit von Rhododendren beginnt sortenabhängig im zeitigen Frühjahr und endet im Frühsommer. Je nach Witterung sind Nachblüten teilweise im Sommer möglich.

 

Ist Rhododendron giftig?

Rhododendren gehören zu den Giftpflanzen. Der Verzehr von Pflanzenteilen führt je nach Dosis zu leichten bis schweren Vergiftungserscheinungen. Bei Pflegearbeiten empfiehlt sich das Tragen von Handschuhen.

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