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Mahonien richtig pflegen, schneiden und pflanzen

Die Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium) ist unter vielen Gärtnern gut bekannt und wird als zuverlässige Immergrüne sehr geschätzt. Jedoch wird man sich zukünftig an einen neuen Namen gewöhnen müssen, denn nach neuster botanischer Nomenklatur wurde die gesamte Gattung Mahonia, bestehend aus ca. 70 Arten, den Berberitzen (Berberis) zugeordnet. Damit ist heißt die Gewöhnliche Mahonie botanisch Berberis aquifolium. Seine Heimat hat das immergrüne Gehölz in Nordamerika, von Südwest-Kanada bis nach Nord-Kalifornien. Es wächst als lockerer vieltriebiger Strauch mit einer Wuchshöhe von etwa einem Meter, der sich durch Schößlinge ausbreitet, teils sogar zum Verwildern neigt.  Die immergrünen gefiederten Blätter sind hellgrün. Die einzelnen Fiedern sind am Rand dornig gezähnt. Sie färben sich über die Winterzeit und ganz speziell während Frostphasen rotpurpurn ein. Im Frühling erscheinen dichte aufrechte Blütentrauen aus unzähligen gelben Blüten mit einem intensiven Duft. Bienen und andere Insekten werden angelockt und nicht enttäuscht. Mahonien sind gute Bienenfutterpflanzen. Aus ihnen entstehen im Sommer blaue bis blauschwarze Beeren. Für uns Menschen sind die sauer schmeckenden Beeren grundsätzlich essbar, jedoch in größeren Dosen schwach giftig. Überdosierungen verursachen Brechdurchfall. Die Beeren werden in Gelees, Marmeladen oder Obstkuchen verarbeitet. Sie lassen sich zudem als Saft pressen und werden in ihren Heimatgebieten zu Wein vergoren. Die in der Heilpflanzenkunde geschätzten Wurzeln und Rinde beeinflussen bei Einnahme negativ auf das Bewusstsein und rufen Reizungen der Nieren hervor.

Die Gewöhnliche Mahonie ist die bekannteste Form. Sie ist bei uns vollkommen frosthart und trotz ihres immergrünen Blattwerkes übersteht sie selbst Kahlfröste in der Regel unbeschadet. Sie ist als Bodendecker und langfristiges Gartenelement sehr beliebt. Dank ihrer Anspruchslosigkeit und ihren vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten findet man für Mahonien in nahezu jedem Garten ein würdiges Plätzchen. Optimal wachsen sie als Unterpflanzung von größeren Bäumen und Sträuchern. Sie lassen sich zudem als wüchsige und immergrüne Hecken von mittlerer Wuchshöhe anpflanzen.

In der Kräuterkunde bzw. Naturheilkunde kennt man Mahonie bereits länger. Sie ist mit dem Sauerdorn (Berberis vulgaris) eng verwandt und besitzt ähnliche Eigenschaften.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird die Mahonie richtig gepflanzt?

Mahonien lieben halbschattige oder absonnige Plätze. Sie tolerieren jedoch auch die volle Sonne als auch den Schatten. Sonnenlagen erfordern einen etwas feuchteren Boden, bieten dafür die intensivere Winterfärbung. Durch das immergrüne Laub ist ein Windschutz generell von Vorteil. Kalte Winde können bei Frosttemperaturen das Laub austrocknen. Als Windschutz dient eine Wand Mauer oder größere Nadelgehölze, beispielsweise eine Koniferenhecke.

Die Mahonie ist ein recht anspruchsloses Gehölz, dass mit den meisten Böden gut zurechtkommt. Lediglich sehr feuchte bzw. nasse Böden mit mangelnder Durchlässigkeit setzen ihnen zu. Diese Böden lassen sich verbessern, indem sie mit der Grabegabel gelockert und der Aushub mit scharfem Sand vermischt wird. Trockene Böden vertragen Mahonien ganz gut, wobei von einem sonnigen Standort abzuraten wäre.

Als immergrünes Gehölz bietet sich die Frühjahrspflanzung an. Ein Pflanzloch, etwa doppelt so groß wie der Ballen, wird ausgehoben und am Grund gut gelockert. Bei Sandböden wird dem Erdaushub abgelagerter Kompost beigemischt, um Nährstoffe an die Wurzel zu bringen und die Wasserspeicherfähigkeit während der Anwachsphase zu erhöhen. Vor dem Einsetzen sind trockene Topfballen im Wasserbad zu tränken und nach dem Einsetzen gut anzugießen. Durch die Schößlingsbildung sollte ein Pflanzabstand von knapp einem Meter einkalkuliert werden.

Wie wird die Mahonie gepflegt?

Mahonien sind außerordentlich pflegeleicht. Einmal angewachsen, brauchen sie kaum noch eine pflegende Hand. Gelegentliche Wassergaben verstehen sich während längerer Trockenperioden von selbst. Düngungen sind nicht notwendig. Positiv wirkt sich eine Mulchauflage aus abgelagertem Kompost auf armen Sandböden aus.

Besonders wuchsfreudige Mahonien werden durch Abstechen in Zaum gehalten. Mit einem Spaten werden Randstücke von der Pflanze abgestochen, entfernt oder verpflanzt. Die Pflanzenteilung ist die einfachste Vermehrungsmethode von Mahonien. Alternativ können die Samen im Herbst bzw. nach der Samenreife ausgesät werden. Stratifizierte Samen (Einlegen in Sandschichten) keimen in der Regel zuverlässig.

Je höher Mahonien werden, desto stärker verkahlen sie im unteren Bereich. Dagegen hilft ein regelmäßiger Schnitt. Durch ihn verzweigen sich die Pflanzen besser und gleichzeitig wird die Blühfreudigkeit angeregt. Kompakte Pflanzen werden nur geringfügig zurückgeschnitten. Bei höheren Exemplaren wird der Spross bis um die Hälfte zurückgenommen. Bewährt haben sich starke Rückschnitte bei älteren oder vergreisenden Mahonien. Man schneidet sie im Vorfrühling, gegen Ende Februar. Sie erholen sich noch im gleichen Jahr. Die Blüte geht jedoch durch den starken Rückschnitt verloren.

Schädlinge haben Mahonien nicht zu befürchten. Rost- und Mehltau sind weitestgehend die einzigen Probleme, mit denen die Sträucher zu kämpfen haben. Vorsorglich kann das Laub im Frühjahr mit Netzschwefel oder Ackerschachtelhalmbrühe behandelt werden. Kommt es doch zu einem Pilzbefall, empfiehlt sich der Einsatz eines Pilzbekämpfungsmittel (Fungizid).

Durch ihre nordamerikanische Herkunft überstehen Mahonien bei uns problemlos die Winter. Strenge Kahlfröste können jedoch dafür sorgen, dass die Blätter austrocken und braun werden. Eine Abdeckung mit Vlies schützt das Laub vor Frosttrocknis.

 

Welche Verwendung hat die Mahonie?

Die Verwendungsmöglichkeiten von Mahonien im Garten sind vielfältiger Natur. Sie verleihen durch ihr auffälliges Laub Stauden- und Gehölzpflanzungen eine dauerhafte Struktur. In Staudenbeeten passen sie sich gekonnt im Hintergrund ein. Zwischen größeren Baum- und Strauchpflanzungen können sie als Bodendecker fungieren. Die leuchtende Blüte erhellt den Raum zwischen Gehölzen im Frühjahr auf attraktive Weise. Anstandslos übersteht das immergrüne Gehölz den Wurzeldruck und schließt lichte Bereiche. Selbst im Kübel kann man Mahonien problemlos halten.

In der Naturheilmedizin kennt man die Gewöhnliche Mahonie, jedoch findet sie kaum noch Einsatz. Als Drogen werden Wurzeln, Rinde und Früchte verwendet. Medizinisch ist sie bitter, soll adstringierend, abschwellend, entgiftend und blutreinigend wirken. Zudem wird ihr eine gallenanregende Wirkung nachgesagt.

 

Kann die Mahonie geerntet werden und eignet sie sich zum Verzehr?

Die blauen oder blauschwarzen Beeren sind grundsätzlich essbar. Übertreiben darf man es nicht, denn Überdosierungen führen zu Übelkeit und Brechdurchfall. Sie schmecken sauer und können für Gelee, Marmeladen oder Kuchen verwendet werden. Man erntet sie zur Vollreife. Unüblich ist bei uns die Verarbeitung zu Saft oder Wein, wie es in ihren nordamerikanischen Heimatregionen praktiziert wird.

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