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Petunien richtig pflegen, überwintern und zurückschneiden

Im Sommer versinken Balkone, Blumenampeln und Kästen in einem Farbenmeer. Nicht ganz unschuldig sind die äußerst blühfreudigen Petunien. Setzen sie einmal zur Blüte im späten Frühjahr an, kann sie bis zum Herbst kaum noch etwas stoppen. Gemeinsam mit den Pelargonien (Pelargonium) zählen sie zu den Dauerbrennern unter den Balkonpflanzen und gehören seit Jahrzehnten zum Standardsortiment der Gärtner. Jedes Jahr gibt es neue und prächtigere Sorten als im Vorjahr. Petunien lassen mittlerweile keine Wünsche mehr offen, denn sie gibt es im gesamten Farbspektrum. Dazu sind sie pflegeleicht und blühen den ganzen Sommer.

Der Genus Petunia umfasst etwa 40 verschiedene Arten, die an felsigen und offenen Hanglagen von Mittel- bis Südamerika beheimatet sind. Sie wachsen als Einjährige oder kurzlebige krautige Stauden. Ihr Name leitet sich vom brasilianischen Namen Petun ab, das übertragen Tabak heißt, mit dem die Pflanzen familiär verwandt sind. Der Wuchs variiert von aufrecht bis zu hängend. Ihr auffälligstes Merkmal sind die klebrig-behaarten Blätter und Sprosse. In den oberen Blattachseln entwickeln sich die hübschen Trichterblüten. Sie erscheinen je nach Sorte in den unterschiedlichsten Farben, Größen oder Zeichnungen. Beliebt sind ihre oftmals ausgeprägten Schlundfärbungen, die zur Blüte starke Kontraste aufweisen.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie werden Petunien richtig gepflanzt?

Petunien sind nicht frosthart und werden einjährig für die saisonale Sommerbepflanzung von Ampeln und Balkonen kultiviert. Die Pflanzgefäße werden ab Mitte Mai bepflanzt. Man kann bereits früher pflanzen. Nur sollte man dann den Wetterbericht stets im Blick haben, um bei drohender Frostgefahr die bepflanzten Töpfe und Kübel kurzzeitig ins Haus zu holen.

 

Welcher Standort eignet sich für Petunien?

Petunien verlangen einen sonnig-warmen Platz. Ohne diesen können sie ihre Blütenpracht nicht auszuschöpfen. Mit Südlagen, beispielsweise auf dem Balkon, kommen Petunien gut klar. Um der Hitze zu widerstehen, benötigen sie zum Ausgleich reichlich Wasser. Schattige Lagen sind eher ungünstig. Die Triebe werden lang, die Blüten bleiben aus und die ganze Pflanze verliert ihren Reiz.

An den Boden stellen Petunien keine besonderen Ansprüche. Jede hochwertige Blumenerde wird bereitwillig als Substrat akzeptiert. Petunien haben einen großen Nährstoffbedarf. Es lohnt, schon beim Pflanzen Depot- oder Langzeitdünger in die Erde einzubringen. Dieser sichert die Versorgung für eine gute Pflanzenentwicklung in den nächsten Wochen und Monaten.

Beim Bepflanzen von Kästen empfiehlt sich ein Abstand von 20 cm. Kombiniert werden die Farben ganz nach dem individuellen Geschmack. Starke Kontraste der Blütenfarben ziehen die Blicke auf sich. Ton in Ton wirkt unaufdringlich und edel. Gute Nachbarn sind beispielsweise Geranien (Pelargonium), Zauberschnee (Euphorbia hypericifolia) oder Buntnesseln (Plectranthus Hybriden).

Um ihren hängenden Wuchs optimal zu entfalten, werden sie nach außen gesetzt. Mit zunehmendem Wachstum fallen die Triebe hängend über den Kasten und bilden eine blühende Leinwand. Die Spitzen von langen Trieben werden eingekürzt, damit sich der Spross besser verzweigen kann.

 

Wie pflegt man Petunien richtig?

Für Petunien muss man keinen großen Aufwand investieren, aber etwas Aufmerksamkeit bekommt ihnen gut. Als Sonnenanbeter sind sie in Ampeln, Kästen und Töpfen auf regelmäßiges Gießen angewiesen. Je nach Witterung kann ihr Wasserverbrauch sehr groß sein. Die Wassermenge wird nach dem Verbrauch bemessen und nicht auf Vorrat gegeben. Selbst für durstige Petunien ist Staunässe ein Problem.

Wie düngt man Petunien richtig?

Blütenreichtum und fortwährendes Wachstum erfordern reichlich Nährstoffe. Düngungen sind über die gesamte Wachstumszeit unerlässlich. Bereits bei der Pflanzung gibt es die Möglichkeit, Depotdünger ins Substrat einzuarbeiten. Dieser versorgt die wachstumsstarken Pflanzen über Wochen bis Monate. Ersatzweise wird alle zwei Wochen ein Balkonpflanzen- oder Volldünger mit dem Gießwasser verabreicht.

Abgestorbene Pflanzenteile und abgewelkte Blüten sind wöchentlich auszuputzen und zu entfernen. Lange und außer Form geratene Triebe werden zurückgeschnitten und eingekürzt. Dieses Ausputzen ist nicht zu unterschätzen, denn es verlängert deutlich die Blühdauer. Sobald die Petunien durch Nachlässigkeit beim Putzen zur Samenbildung ansetzen, lässt ihre Blühkraft nach.

Die großblumigen Grandiflora-Petunien sind regenempfindlicher als kompakte Sorten. Wenn die Möglichkeit besteht, sollten Hängeampeln einen Standort erhalten, der ihnen Regenschutz sichert. Das kann beispielsweise eine Aufhängung zur wetterabgewandten Seite oder einen Platz auf der Veranda bedeuten.

Petunien ziehen nicht nur die Blicke auf sich, sondern auch Blattläuse an. Sie erscheinen, wenn kaum Luftzirkulation und ein feucht-warmes Klima besteht. Eine Gegenmaßnahme wäre, dichte Sprosse auszulichten oder ein biologisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung einzusetzen. Schnecken können ebenso zum Problem werden, wenn Blütenpflanzen im Beet wachsen. In der Topfkultur kommt es seltener zum Schneckenfraß. Anfällig sind Petunien für verschiedene Viruserkrankungen (z.B. Mosaik- oder Kartoffelviren). Für diese Erkrankungen gibt es keine Gegenmittel. Kann eine Virose (Virusbefall) zweifelsfrei diagnostiziert werden, sind die Pflanzen zu entsorgen.

 

Wie überwintert man Petunien richtig?

Petunien werden in der Regel als Einjährige gezogen, obwohl es sich um kurzlebige Stauden handelt. Eine Überwinterung macht wenig Sinn, ist aber grundsätzlich möglich. Die Sprosse werden auf 20 cm zurückgeschnitten und anschließend hell im 5 bis 10°C warmen Winterquartier aufgestellt. Während des Winters wird nur schwach gegossen, dass ein Austrocknen des Substrates vermieden wird. Junge Pflanzen überstehen den Winter im Allgemeinen besser als ältere Pflanzen.

 

Wie werden Petunien zurückgeschnitten?

Schnittmaßnahmen finden an Petunien regelmäßig statt. Verwelkte Blüten oder abgestorbene Pflanzenteile entfernt man einmal pro Woche. Das Zurückschneiden der alten Blütentriebe ist wichtig, um die Blütenbildung zu erhalten.

 

Wie werden Petunien vermehrt?

Die beliebten Balkonpflanzen lassen sich durch Samen vermehren. Da sie sich untereinander kreuzen, kann nicht mit identischen Pflanzen in der Nachzucht gerechnet werden. Die Vermehrung durch Samen macht nur für reine Petunien-Arten einen Sinn. In warmen Gebieten oder unter Glas können im Frühling grüne Kopfstecklinge bewurzelt werden.

 

Welche Verwendung haben Petunien?

Petunien sind die blühenden Stars auf dem Balkon und in der Blumenampel. Vom Frühjahr bis in den Herbst blühen sie ununterbrochen. Sie zieren Kästen auf der Fensterbank, schmücken bunte Blumenampeln oder Mauerkronen. Viele neue Kultursorten bieten wundervolle Farbspiele und Zeichnungen in ihren Blüten. Unverzichtbar für alle, die Farbenpracht und Blütenreichtum lieben.

 

Welche Petunien Sorten gibt es?

Die meisten Kultursorten stammen von den Arten Petunia axillaris, Petunia intgrifolia und Petunia violacea ab. Sie werden grob in zwei Gruppen unterschieden: Großblumige Grandiflora-Petunien mit enormer Blühwilligkeit und kompakt-wachsende kleinblumigere Multiflora-Petunien. Seit wenigen Jahren gibt es noch eine weitere Gruppe, die als Mini-Petunien oder Zauberglöckchen (Calibrachoa) bezeichnet werden. Obwohl sie mit Petunien verwandt sind, eine große Ähnlichkeit zeigen und sich sogar die südamerikanische Heimat teilen, handelt es sich bei den Zauberglöckchen um eine eigenständige Gattung.

Am häufigsten werden Petunien zur Ampel- und Balkonbepflanzung verwendet. Ihr überhängender Wuchs und der üppige Blütenbesatz sorgen für ein wundervolles Farbensemble den ganzen Sommer über. Hübsch wirken die adretten Pflanzen für bunte Mauerköpfe.

Wer seinen Balkon, seine Fensterbank oder bunte Blumenampeln über Monate pflegeleicht zum knalligen Blickfang verwandeln möchte, kommt an Petunien nicht vorbei.

 

Sind Petunien giftig?

Die Zugehörigkeit zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae) legt den Verdacht nahe, dass Petunien giftig sind. Konkrete oder wissenschaftliche Nachweise gibt es jedoch nicht. Aus Vorsichtsgründen ist ein Verzehr aufgrund ihrer familiären Abstammung nicht zu empfehlen.

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