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Passionsblume richtig pflegen, überwintern und schneiden

Zu den besonders Reizvollen für Balkon, Garten und Terrasse zählen die Passionsblumen. Mehr als 400 Arten sind überwiegend in tropischen Regionen Amerikas, aber auch Asiens, Australien, Neuseelands und den Pazifischen Inseln beheimatet. Sie wachsen für gewöhnlich als immergrüne Kletter- und Rankpflanzen in die Höhe. Sie kommen als Einjährige, Stauden, verholzende Sträucher oder teils sogar baumartig vor. Die gelappten Blätter sind wechselständig angeordnet und weisen oftmals auffällige Nektardrüsen am Rand oder Stiel auf.

Das auffällige Merkmal sind ihre exotischen und prächtigen Blüten in wundervollen Farbvariationen. Sie sind einzeln oder in Trauben an den oberen Blattachseln angeordnet. Die Blütenblätter sind zurückgeschlagen. Die Fruchtknoten und Staubblätter sind von auffällig fleischigen Fäden ringförmig umgeben, die als Korona bezeichnet werden. Von einigen Arten sind die Früchte essbar, beispielsweise die Passionsfrucht (Passiflora edulis). Aus dem gewonnenen Fruchtsaft wird der bekannte Maracuja-Saft hergestellt.

Frostharte Arten (z.B. Passiflora caerulea, Passiflora incarnata und Passiflora lutea) können mit Schutz im Garten Spaliere oder Pergolen begrünen. Sie erklimmen binnen eines Jahres mehrere Meter. Empfindliche Passionsblumen werden hingegen als Kübelpflanze gezogen und überdauern die kalte Jahreszeit frostfrei im Winterquartier. Sie können auf dem Balkon oder der Terrasse einen kletternden Sichtschutz an Spalieren, Rankhilfen oder Netzen bilden.

Passionsblumen schauen auf eine lange Geschichte zurück. Spanische Missionare sprachen den Blüten bei der Besiedlung Amerikas eine symbolische Bedeutung zu.

Als exotische Frucht ist die Passionsfrucht allen Feinschmeckern bestens bekannt. Ihr Fruchtfleisch wird ausgelöffelt oder zu Maracujasaft verarbeitet. In der Volksmedizin wird die Passionsblume (Passiflora incarnata) als beruhigendes, kühlendes, scherzlinderndes und blutdrucksendes Mittel angesehen. Auch ihre Früchte sind essbar und werden zu Marmelade, Gelee oder Fruchtgetränken verarbeitet. Aus den attraktiven Blüten der Passionsblume kann zudem ein Sirup hergestellt werden.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie pflegt man Passionsblumen richtig?

Gartenwürdige Passionsblumen finden einen Platz an einem hellen, hitzegeschützten und halbschattigen Standort. Der Boden ist feucht, gut wasserdurchlässig und mäßig nährstoffreich. Der Pflanzplatz sollte so gewählt werden, dass er vor eisigen und austrocknenden Winden gut geschützt ist. Frostempfindliche Passionsblumen-Arten werden im Kübel gehalten. Der Standort kann vollsonnig sein, jedoch ist ein Schutz vor starker Hitze ratsam. In der Topfkultur verwendet man hochwertige Blumen- oder Kübelpflanzenerde. Wird dem Substrat Sand oder Blähton beigemischt, kann das Umtopfen herausgezögert werden. Regelmäßiges Umtopfen, der im Kübel gezogenen Passionsblumen ist alle 3 bis 5 Jahre ratsam. Dann ist das Substrat im Gefäß so verbraucht, dass neue Erde für die weitere gesunde Pflanzenentwicklung notwendig ist. Das Umpflanzen wird im Herbst nach dem Rückschnitt vorgenommen. Hierzu werden die Wurzelballen der Passionsblumen aus dem Topf genommen, das alte Substrat grob von den Wurzeln entfernt und in frischer Topferde eingepflanzt. Sollte der Wurzelballen stark durchwurzelt sein, werden die Wurzel aufgelockert und ein größerer Topf für die Weiterkultur gewählt.

Passionsblumen werden im Normalfall im Frühling gepflanzt. Im Garten haben die Kletterpflanzen den gesamten Sommer Zeit, sich am Standort zu etablieren. Für den Kübel macht eine Herbstpflanzung nur wenig Sinn. Durch ihren Kletterwuchs ist eine Kletterhilfe bzw. ein Rankgitter unbedingt erforderlich. Insbesondere in Töpfen bietet ein solches Gerüst eine größere Angriffsfläche für Winde. Eine Sicherung des Gefäßes verhindert ein Umfallen des Kübels.

Während der Wachstumsperiode benötigen Passionsblumen sowohl im Garten als auch im Kübel ausreichend Feuchtigkeit. Regelmäßiges Wässern verhindert einen Mangel sowie Trockenheitsschäden im Spross. Zu gut sollte man es jedoch auch nicht meinen, denn sammelt sich die Nässe im Gefäß, führt Staunässe zum Pflanzentod. Im Winter ist der Wasserbedarf gering. Wassergaben sind auf das notwendige Maß zu beschränken. Lediglich zum Austrocknen des Bodens sollte es nicht kommen.

Nährstoffe erhalten Passionsblumen im Garten durch einen Eintrag von Gartenkompost oder organischen Düngern. Im Kübel werden Passionsblumen im Frühling monatliche Kopfdüngungen verabreicht. Es ist ratsam, bei der Düngung den Dosierungsempfehlungen des Herstellers zu folgen.

Passionsblumen werden im Freiland nur selten von Krankheiten oder Schädlingen heimgesucht. Unter Glas oder im Winterquartier können Rote Spinnmilben, Weiße Fliege, Schmier- und Schildläuse auftreten.

Wie schneidet man Passionsblumen richtig?

Der Rückschnitt der Passionsblumen richtet sich danach, ob der Spross krautig bleibt oder verholzt. Verholzende Arten werden jährlich im zeitigen Frühjahr entweder nur eingekürzt und dem vorhandenen Platz angepasst oder Seitentriebe werden auf drei bis vier Knospen zum dauerhaften Astwerk zurückgeschnitten.

 

Wie werden Passionsblumen überwintert?

Empfindliche Arten der Passionsblumen überstehen in unseren Breiten den Winter nur im frostgeschützten Quartier. Als immergrüne Pflanzen behalten sie ihr Laub und erwarten einen hellen, mäßig temperierten Platz. Allgemein haben sich zwischen 10 und 15° C zur Überwinterung bewährt. Sobald die Nachttemperaturen auf 5° C, wird der Umzug ins Winterlager vorgenommen. Vor der Überwinterung werden die Sprosse der verholzenden Arten zurückgeschnitten. Pflanzenteile mit Krankheits- oder Schädlingssymptomen werden gleichzeitig entfernt und entsorgt. Während der lichtarmen Zeit wird kein Dünger und nur soviel Wasser gegeben, dass der Boden nicht austrocknet.

Winterharte Passionsblumen werden vorsichtshalber in der kalten Jahreszeit im unteren Bereich geschützt. Obwohl sie als Immergrüne ihr Laub behalten, reagieren sie teils wie sommergrüne Pflanzen und lassen ihre Blätter fallen. Eine Abdeckung mit Vlies schützt vor eisigen Frostwinden und verhindert ein Austrocknen der beblätterten Sprosse. Vor dem Winter oder in frostfreien Phasen sind trockene Böden ausgiebig zu wässern.  

 

Wie vermehrt man Passionsblumen?

Einjährige Passionsblumen und reine Arten werden durch Samen vermehrt. Gewonnen werden sie aus den Früchten im Herbst, indem sie aus dem Fruchtfleisch herausgelöst werden. Im Frühjahr werden die Samen im Gewächshaus oder in der geschützten Kultur bei 13 bis 18°C ausgesät. Mit der vollständigen Ausbildung der Keimblätter werden die Sämlinge vereinzelt und zu Jungpflanzen herangezogen. Lange Triebe werden regelmäßig entspitzt, um ihre Verzweigung anzuregen. Ein kleines Rankgerüst im Vermehrungsgefäß verhindert das Niederliegen der Triebe.

Verholzende Passionsblumen-Arten können im Frühling oder Herbst abgesenkt werden. Dabei werden Blattachseln bodennaher Triebe an der Bodenoberfläche mit Klammern fixiert. Wenn nach einigen Wochen an diesen Stellen ausreichend Wurzeln entstanden sind, kann der Trieb von der Mutterpflanze abgeschnitten und die entstandene Jungpflanze umgepflanzt werden.

 

Sind Passionsblumen giftig?

Eine Giftigkeit der Passionsblumen scheint artabhängig zu sein. Noch gibt es keine umfassenden Untersuchungen und Studien dazu. Während man beispielsweise Passiflora incarnata oder Passiflora edulis bedenkenlos verwenden kann, wird die aus Südamerika stammende und einjährige Passiflora gracilis als giftig ausgewiesen. Bei einer Verwendung sollte man sich daher sicher sein, ungiftige Arten verwenden zu wollen.

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