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Engelstrompeten richtig überwintern, pflegen und schneiden

Einer Vorzeigepflanze für Blütenpracht begegnet man ab dem Sommer allerorts in Gärten – Die Engelstrompete. Schon aus der Ferne fallen die großen Trompetenblüten ins Auge und ihr betörender Duft in die Nase. Als blühender Augenschmaus bleiben sie teilweise bis zum Frost erhalten und erfreuen Gärtner und Betrachter gleichermaßen. Engelstrompeten werden der botanischen Gattung Brugmansia zugeordnet. Die 9 immergrünen Baum- und Straucharten sind vom südlichen Nordamerika bis nach Südamerika beheimatet. Engelstrompeten gehörten früher zu den Stechäpfeln (Datura) und werden heute fälschlicherweise immer noch so bezeichnet. Beide Gattungen besitzen zugegebenermaßen viele Ähnlichkeiten. Ihre Blüten gleichen sich, ihre natürlichen Verbreitungsgebiete überschneiden sich und beides sind hochgiftige Nachtschattengewächse (Solanaceae). Dennoch dürfen sie nicht in den gleichen Topf geworfen werden.

Engelstrompeten bilden einen verholzenden Spross mit wechselständigen, oftmals gezähnten Blättern. Ab dem Sommer bilden sie große hängende Trichterblüten mit zurückgeschlagenen Zipfeln. Je nach Art sind die Blüten weiß, gelb, rosa oder rot gefärbt. Ihre Besonderheit ist die lange Blühfreude, die bis zum Frost im späten Herbst andauern kann.

In Gärten hält man Engelstrompeten überwiegend als Kübelpflanzen. Sie schmücken große Balkone oder Terrassen, werden mit Kübel in Rabatten eingesenkt oder ins Beet ausgepflanzt. Ausgepflanzte Engelstrompeten entwickeln sich erwartungsgemäß prächtig und werden riesig. Wenn da nicht das Problem der notwendigen Überwinterung in den meisten Regionen wäre. In sehr milden und geschützten Lagen kann es durchaus vorkommen, dass Engelstrompeten mit dickem Schutz Winter überstehen können. Aber das ist eher die Ausnahme.

Kaum eine Pflanze wächst und blüht prächtiger als reizende Gärtnerstolz. So schön Engelstrompeten sind, so giftig sind sie auch. Unnötiger Pflanzenkontakt sollte dringlichst vermieden, keinesfalls dürfen Pflanzenteile verzehrt oder konsumiert werden. Selbst kleinste Dosen führen zu Vergiftungen. Bei der Pflanzenpflege ist das Tragen von Handschuhen Pflicht.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie werden Engelstrompeten richtig gepflanzt?

Unter normalen Voraussetzungen sind Engelstrompeten als Kübelpflanzen zu ziehen. Sie benötigen einen Platz an der Sonne, wobei leichter Halbschatten akzeptiert wird.  Durch ihre Größe und den strauchartigen Wuchs sind Engelstrompeten recht windanfällig. Sie verdunsten über den Spross viel Feuchtigkeit, das Substrat trocknet aus und verliert Gewicht. Sobald ein stärkeres Lüftchen weht, kippt die Pflanze um. Für einen festen Stand sorgen Kunststoffkübel mit einem großen Durchmesser. Neben der Standfestigkeit stellen sie den schnellwachsenden Engelstrompeten ausreichend Wurzelraum zur Verfügung. Im Gegensatz zu Keramik sind sie durch das geringere Gewicht leichter zu bewegen und Feinwurzeln können sich nicht in der Topfwand festsetzen. Bei der Wahl der Topfgröße gilt es zu bedenken, dass kleine Töpfe das Wachstum einschränken und zum Austrocknen neigen. Sicherzustellen ist ein guter Wasserabzug. Große Löcher und Tonscherben am Grund verhindern stehende Nässe. Gleiches gilt für ein drainiertes Substrat. Blähton, Lavasplitt oder andere Tongranulate erhöhen die Durchlässigkeit von herkömmlichen Pflanzerden.

Unerschrockene Gärtner pflanzen Engelstrompeten im Garten aus. Im gewachsenen Boden entwickeln sich die prächtigen Kübelpflanzen deutlich besser. Das Ausgraben vor dem Winter darf man jedoch nicht scheuen. Vor dem ersten Frost werden die Engelstrompeten in einen Kübel umgepflanzt und ins Winterquartier geräumt. Das Abstechen der Wurzeln schadet den Engelstrompeten nicht.

 

Wie pflegt man Engelstrompeten richtig?

Das große Laub der Engelstrompeten verdunstet reichlich Wasser. Regelmäßiges und durchdringendes Gießen ist während der Frühjahrs- und Sommermonate unerlässlich. An heißen Tagen können sogar mehrere Wassergaben in den Morgen- und Abendstunden notwendig sein. Wassermangel signalisieren Engelstrompeten sichtbar durch herabhängende Blätter und Welke. Abgeblühte Trompeten beeinträchtigen die Attraktivität des Strauches. Man entfernt sie, sobald die Blüten bräunlich werden. 

Rasches Wachstum setzt viele Nährstoffe voraus, so auch bei den stark zehrenden Engelstrompeten. Alle drei bis vier Wochen wird ein flüssiger Volldünger verabreicht. Diese Düngungen können unterbleiben, insofern im Frühjahr beim Ein- und Umpflanzen ausreichend Langzeitdünger (Depotdünger) ins Substrat gemischt wurde. Ab dem Hochsommer sind die Nährstoffgaben zu reduzieren bzw. ab dem Spätsommer ganz einzustellen. Die Pflanzen nutzen die verbleibende Zeit bis zur Überwinterung zur Festigung ihres Holzes.

Schädlinge verirren sich selten an Engelstrompeten. Unter Glas, beispielsweise kurz vor dem Auswintern können im frostfreien Quartier Läuse oder Blattwanzen auftreten. Silberne Pünktchen auf den Blättern deuten während trockener heißer Sommer auf einen Spinnmilbenbefall hin. Ausgepflanzt im Beet werden Wurzeln von Dickmaulrüsslern angefressen.

Wie werden Engelstrompeten überwintert?

Sobald sich die ersten Fröste ankündigen, ist es Zeit, die Engelstrompeten für die Überwinterung vorzubereiten. Eingepflanzte Exemplare werden ausgegraben, falls zu groß, im Spross zurückgeschnitten und in Töpfe eingepflanzt. Pflanzenteile mit erkennbaren Schädlingssymptomen werden entfernt. Die Überwinterung kann hell bei 5 bis 15°C erfolgen. Beliebt sind Wintergärten, Treppenaufgänge oder helle Räume. Häufig behalten die Engelstrompeten dann ihr Laub und blühen sogar noch weiter. Empfindliche Nasen entfernen die Blüten, denn der Duft ist intensiv und durchdringend. Bei einer dunklen Überwinterung darf die Temperatur 5°C nicht übersteigen. Sind die Temperaturen höher, beginnt unter lichtarmen Verhältnissen das Pflanzenwachstum. In solchen Situationen kann mit Krankheiten und Schädlingen gerechnet werden. Regelmäßige Kontrolle lässt frühzeitig mögliche Probleme erkennen. Vor dem Einwintern werden die hölzernen Sprosse um ein Drittel oder die Hälfte gekürzt.

Im Winter wird wenig bis mäßig gegossen. Lediglich das Substrat darf nicht austrocknen und darf eine leichte Feuchtigkeit behalten.

Im Wintergarten oder einem Gewächshaus können Engelstrompeten schon im März höheren Temperaturen ausgesetzt werden. Sie treiben an und der Blühbeginn verfrüht sich auf Ende Mai. Beim Auswintern nach der letzten Frostgefahr werden die Pflanzen zunächst an einen schattigen Platz gestellt. Mindestens 14 Tage benötigen Engelstrompeten, um das Blattgewebe zu festigen und die Sonne zu gewöhnen.

 

Wie werden Engelstrompeten geschnitten?

Schnittmaßnahmen sind während der Wachstumsphase an Engelstrompeten nicht notwendig. Die Pflanzen bilden ohne jegliches Zutun einen gesunden Wuchs mit ausreichend Blütenansätzen. Rückschnitte erfolgen vor der Überwinterung, im Idealfall einige Tage vor dem Umzug. Die Schnittstellen können an der frischen Luft besser abtrocknen.

Oberhalb der Verzweigungen tragen Engelstrompeten ihre Blütenansätze. Die Triebe werden nur ein Stück eingekürzt und nicht zu weit ins Holz geschnitten. Starke Rückschnitte verzögern oder schwächen die Blütenbildung.

Gibt es nur ein dunkles Winterquartier, werden die Sprosse gleichmäßig um ein Drittel, maximal die Hälfte gekürzt. Geschossene weiche Triebe werden nach dem Winter auf ein oder zwei Blätter gestutzt.

 

Wie werden Engelstrompeten vermehrt?

Reine Arten der Engelstrompeten können im Frühjahr bei mindestens 15°C ausgesät werden. Einfacher ist die Vermehrung durch halbverholzte Stecklinge im späten Frühjahr. Bei den Arbeiten jedoch unbedingt Handschuhe tragen und intensiven Pflanzenkontakt vermeiden.

 

Welche Verwendung haben Engelstrompeten?

Engelstrompeten sind wundervolle Kübel- und Rabattenpflanzen. Sie fallen durch ihre großen Trichterblüten auf, die mit ihrem intensiven Duft das gesamte Umfeld betören. Sie zieren im Kübel größere Balkone oder Terrassen. Ausgepflanzt sind sie der Blickfang in größeren Beeten und Rabatten.

Ihre Farben sind arten- und sortenabhängig:

  • Brugmansia arborea – weißblühende Art mit großen Trompetenblüten
  • Brugmansia aurea – Engelstrompete mit gelben Trichterblüten
  • Brugmansia sanguinea – orangerote duftlose Blüten mit gelber Aderung
  • Brugmansia versicolor – oftmals weißblühende Art, die orange oder pfirsichfarben umschlagen kann

 

Wann ist die Blütezeit von Engelstrompeten?

Die Blütezeit von Engelstrompeten beginnt im Hochsommer und setzt sich bis zum Frost im späten Herbst fort. Vorgezogene Pflanzen unter Glas kommen deutlich früher, bereits ab Ende Mai zur Blüte.

 

Sind Engelstrompeten giftig?

Alle Pflanzenteile der Engelstrompete sind hochgradig giftig. Der Verzehr als auch ein intensiver Pflanzenkontakt löst starke Vergiftungen aus. Bei allen Pflegearbeiten stets Handschuhe tragen. Im indianischen Schamanismus gelten Engelstrompeten als Heilpflanze mit halluzinogener Wirkung. Eine Verwendung ist lebensgefährlich, denn je nach Standort variiert der Gehalt an toxischen Tropanalkoiden von Pflanze zu Pflanze.

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