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Topinambur richtig pflanzen, ernten und schälen

Wer diese hübsche Sonnenblume im Garten wachsen sieht, glaubt kaum, dass an ihren Wurzeln leckere Delikatessen wachsen. Topinambur (Helianthus tuberosus) ist eine Sonnenblume, die viele Gemüsegärtner als leckeres Wurzelgemüse kennen. Je nach Region besitzt die Pflanze unterschiedliche Namen, wie z.B. Erdapfel, Erdbirne, Indianerkartoffel, Kleine Sonnenblume, Rossler oder Süßkartoffel. Sie wurde vor etwa 400 Jahren aus Südamerika nach Europa mitgebracht. Zuvor war sie bereits bei den indianischen Ureinwohnern als Kulturpflanze längst bekannt und genutzt. In der ersten Zeit galten die Knollen Delikatesse schlechthin. Im 18. Jahrhundert löste die ertragreichere Kartoffel das Wurzelgemüse in seiner Beliebtheit ab und seither fristet es eher ein Nischendasein. In jüngster Zeit erinnert man sich wieder an die nutzvolle Staude. Langsam kehrt sie zurück in die Gärten und auf die Speisekarten.

Gemeinsam mit mehr als 50 weiteren Arten bildet Topinambur die Gattung der Sonnenblumen (Helianthus) und ist ein typischer Korbblütler (Asteraceae). In ihrer mittel- und südamerikanischen Heimat begrünt die Staude große Flächen. Die starkwüchsige Staude bildet Ausläufer und große Horste. Ihre ausläuferbildenden Wurzeln enden in rundlichen Sprossknollen, die später der Ernte dienen. Die Form der Wurzelknollen fällt sehr unterschiedlich aus. Sie können an Birnen, Äpfel oder Ingwerknollen erinnern. Gleich wirkt immer das weiße Innere der Knolle. Das Wuchsverhalten so stark und verleiht der mehrjährigen und frostharten Pflanze den Ruf eines Neophyten. Damit stellt sie eine Gefahr für heimische Flora dar, weil sie andere Pflanzen durch ihren aggressiven Wuchs verdrängt. Aus den Wurzeln wachsen bis drei Meter hohe Sprosse, die rau behaart sind und sich im oberen Bereich verzweigen. Ebenfalls rau behaart sind die gestielten eiförmigen Blätter. Vom Hochsommer an erscheinen dekorative gelbe Blütenköpfe mit einem Durchmesser bis zu 10 cm. Angeordnet sind die Korbblüten in Trugdolden an langen Blütenschäften.

Nachdem Topinambur in jüngster Zeit als gesunde Nahrungsergänzung wiederentdeckt wurde, trifft man die Sonnenblume häufiger in Gärten an. Sie wirkt wie eine klassische Zierstaude, sodass ihr unter der Erde schlummernde Nutzwert kaum erkennbar ist. In Gärten eignet sich die Staude zum Verwildern oder als blühende Staudenhecke.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird die Topinambur richtig gepflanzt?

Die staudige Sonnenblume ist mehr als einfach zu kultivieren. Stimmt einigermaßen der Standort, entwickelt sich die Pflanze vielmehr zum Problem. An der Zugehörigkeit zu den Sonnenblumen lässt sich der bevorzugte Standort ablesen. Sonne, zur Not auch Halbschatten sollte es sein. Beim Boden kommt es darauf an, ob man Topinambur aus Ertragsgründen oder mehr zum Zierwert anbaut. Sind große Knollen das Ziel, empfiehlt sich ein fruchtbarer humoser Boden mit gutem Wasserabzug. Diese Voraussetzungen bringt jeder gute Gartenboden mit. Wenn es weniger um die Ernte als um die Blüten geht, gibt man ihr eher einen weniger guten Boden. Entweder sandig und nährstoffarm oder leicht verdichtet. Durch diese suboptimalen Bedingungen wird das starke Wachstum etwas ausgebremst. Ganz unabhängig von der jeweiligen Zielstellung, empfiehlt sich immer eine Wurzelsperre. Hierzu wird entweder eine reguläre Wurzelsperre um die Pflanze eingegraben oder man versenkt einen großen Topf oder Betonkübel (mindestens 50 Liter) mit Abzugslöchern am Boden. Der Wurzelraum beschränkt sich auf das Gefäßvolumen und hindert die Pflanze am Wandern. Wenn mehr Platz vorhanden ist, kann man sie verwildern lassen. Die Sonnenblume macht sich durch ihre imposante Wuchshöhe wunderbar für eine blühende Staudenhecke am Zaun. Aber Obacht, wenn die Staude ins Nachbargrundstück einfällt, riskiert man möglicherweise den Frieden an der Zaungrenze.

Topinambur wird einjährig gezogen, auch wenn es sich um eine Staude handelt. Gepflanzt werden die Knollen ab Anfang April im Abstand von mindestens 50 Zentimetern. Ihre Pflanztiefe beträgt zwischen 5 und 15 Zentimeter. Alternativ kann man die Sprossknollen noch im Herbst nach dem Absterben des Sprosses legen. Bei einer Herbstpflanzung legt man zum Schutz vor Kahlfrösten etwas Tannenreisig darüber oder schüttet einen Damm aus Kompost auf, der im Frühjahr im Beet verteilt wird. Wer mit Kartoffeln geübt ist, kann bei Topinambur die gleiche Vorgehensweise anwenden.

Umgepflanzt wird Topinambur nach einigen Jahren, wenn spürbar die Erträge nachlassen. Hierzu werden im Herbst einige Knollen an einen neuen, mit Wurzelsperre versehenen Platz gesetzt. Die restlichen Pflanzen werden penibel ausgegraben und keine Wurzelreste zurückgelassen. Wenn sich im Frühjahr neue Austriebe an der alten Stelle zeigen, gräbt man diese ohne Rücksicht aus.

Wie wird die Topinambur richtig gepflegt?

Nachdem die Pflanzen im Frühjahr angewachsen sind und der Austrieb erfolgt ist, hält sich der Aufwand in Grenzen. Bei Trockenheit wird zusätzlich gewässert. Erleidet die Sonnenblume über längere Zeit Wassermangel, bleiben ihre Knollen klein und die Ernte fällt schwach aus. Für große Knollen sind Düngungen ratsam. Man kann die Pflanzen entweder mit Hornspänen oder monatlich bis zum Hochsommer mit einem Gemüsedünger versorgen. Der Hauptzuwachs erfolgt vom Hochsommer bis in den Herbst. Bei einer Triebhöhe von ca. 50 cm lässt sich die Knollengröße nochmals fördern. Schwache Triebe werden herausgerissen und starke stehengelassen.

Topinambur ist weitestgehend frosthart und benötigt keinen Schutz. Lediglich frisch gesetzte Knollen werden in rauen Lagen abgedeckt. Wer die Sprossknollen im späten Winter mit Flachfolie oder Vlies abdeckt, erhöht die Bodentemperatur und verlängert das Knollenwachstum bis zur Ernte im Herbst.

Zur Vermehrung werden einfacherweise kleinere Knollen nach der Ernte unmittelbar wieder ins Beet gesteckt. Bleiben sie zu lange an der Luft, trocknen sie aus und verderben möglicherweise. Bei Schädlingen steht Topinambur nicht auf dem Speiseplan. Maulwürfe und Wühlmäuse können Knollen verschleppen, sodass die wuchsfreudigen Pflanzen plötzlich an anderer Stelle auftauchen. Im Sommer zeigt sich nach Witterungswechsel Mehltau, der oft an Stauden-Sonnenblumen auftritt.

 

Welche Verwendung hat Topinambur?

Die Topinambur-Knollen werden nach Bedarf geerntet. An der Luft trocknen sie nach kurzer Zeit aus und sind im Vergleich zu Kartoffeln wenig lagerungsfähig. Daher erntet man sie im Winter weiter, insofern der Boden nicht gefroren ist. Die Ernte beginnt, wenn die Sprosse braun werden und absterben. Vor dem Verzehr werden die Knollen geputzt und gewaschen.

Süßkartoffeln haben einen nussigen bis artischockenartigen Geschmack. Man kann sie roh, gedünstet oder gekocht für Suppen, Salate oder Pommes verwenden. Damit die Schnittflächen nicht braun werden, streicht man sie mit Zitronensaft ein. Der große Vorteil des Wurzelgemüses ist, dass Topinambur statt Stärke den Mehrfachzucker Inulin beinhaltet. Der Ballaststoff fördert bei regelmäßigem Verzehr die gesunde Darmflora. Zudem besitzen die Knollen kaum Kalorien und wirken bei Diäten unterstützend.

 

Wie schält man die Topinambur richtig?

Topinambur-Knollen müssen nicht zwangsläufig geschält werden. Sie lassen sich sowohl ungeschält oder schalenlos verwenden. Zum Entfernen der Schale verwendet man einen Gemüse- und Kartoffelschäler.

 

Wie wird die Topinambur richtig gelagert?

Im Gegensatz zu Kartoffeln lassen sich Topinambur-Knollen nicht lange lagern. Für einige Tage können sie kühl und trocken aufbewahrt werden. Die Schale schützt das Innere nicht vor dem Austrocknen, sodass die Knollen möglichst rasch verarbeitet werden sollten. Wenn man Topinambur selbst angebaut hat, wird noch im Winter bei Bedarf aus ungefrorenem Boden geerntet.

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