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Sedum richtig pflanzen und vermehren

Fetthenne ist sicherlich kein schmeichelhafter Name für eine Pflanze, die so genügsam und vielseitig in Gärten zu verwenden ist. Sedum, so die botanische Gattung kommt aus dem Latein (sedere) und bedeutet im übertragenen Sinne „sitzen“. Es nimmt Bezug auf den kompakten und ausbreitenden Wuchs der Stauden. Horstbildende Arten werden auch als Fettblätter bezeichnet. Mattenbildende Fetthennen sind eher als Mauerpfeffer geläufig.

Fette Hennen zählen zu den Dickblattgewächsen (Crassulaceae). Ihnen gehören zahlreiche bekannte Zierpflanzen für Garten und Zimmer an. Bis auf einzelne Regionen lassen sich auf der gesamten Welt etwa 550 Sedum-Arten antreffen. Sie wachsen ein-, zwei- oder mehrjährig als Staude, Halbstrauch oder sogar Strauch. Ihre Lebensräume sind bevorzugt die Gebirge der Nordhalbkugel, aber auch Trockengegenden auf dem südlichen Erdteil. Die unterschiedlichen Arten sind äußerst vielgestaltig in Tracht und Form. Ihr Wuchs reicht vom flachen Teppich bis zur horstbildenden aufrechten Staude. Ihre zumeist fleischigen Blätter sind wechsel- oder gegenständig, teils auch in Wirteln angeordnet. Wie die meisten Dickblattgewächse speichern Fette Hennen Wasser in den Blättern, womit sich ihre Trockenheitsverträglichkeit begründen lässt. Die Blütenstände sind dekorativ, als Rispe, Schirmrispe oder Trugdolde zusammengesetzt. Die einzelne Blüte ist sternförmig und 5-zählig. Das Spektrum der Blütenfarben variiert von weiß, gelb, rosa bis dunkelrot.

Bei uns sind Fetthennen nur als Stauden bekannt. Niedrige bzw. mattenbildende Arten werden für Steingärten, Einfassungen oder Fugenbepflanzungen verwendet. Attraktiv wirken sie zudem in dauerhaften Topf- und Trogbepflanzungen.

 

Eignet sich Sedum zur Dachbegrünung?

Geschätzt wird die Anspruchslosigkeit der Stauden bei der Dachbegrünung. Gemeinsam mit Hauswurzen oder Sandthymian sorgen sie für blühende und ökologisch wertvolle Gründächer. Auf Friedhöfen begrünen sie Gräber, bilden Einfassungen oder bewachsen mehrjährig Schalen. Höhere Fetthennen gelten als ausgesprochen pflegeleichte Stauden für Blumenbeete, gemischte Rabatten und Kiesgärten. Sie ergänzen durch ihre oftmals späte Blüte Gräserpflanzungen und zieren mit auffälligem Blattschmuck. Die auffälligen Blüten sind für Bienen und Schmetterlinge reizvoll, die sie mit ständigen Besuchen beglücken. Die Schönheit der Fetten Hennen setzt sich sogar im Winter durch die zurückgelassenen Samenstände und Sprosse noch fort. Ob groß oder klein, grün- oder buntlaubig – Fetthennen sind unentbehrliche Stauden, denn sie begnügen sich mit einem Minimum an Anspruch und Pflege.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird Sedum richtig gepflanzt?

Die Arten des Sedums sind ausgesprochen genügsam. Sie lieben die Sonne, tolerieren aber auch helle oder halbschattige Lagen. Die immergrünen Fetthennen sind trotz ihrer guten Winterhärte vor kalten Winden zu schützen. Eine windabgewandte Seite gen Süden oder Westen schützt die Stauden vor austrocknender Kälte. Niedrige oder flachwachsende Sedum-Arten sorgen benötigen gut durchlässige Erde. Stehende Nässe ist ein Problem, das rasch zur Wurzelfäulnis und damit zum Absterben ganzer Pflanzenbestände führen kann. Die horstbildenden und etwas höheren Fetthennen sind in den Bodenansprüchen toleranter. Sie nehmen mit Sandböden Vorlieb und gedeihen ebenso in anlehmigen Böden. Ein Wasserabzug sollte in jedem Falle gewährleistet sein, denn nasse Füße sorgen bei diesen Arten ebenfalls für Fäulnis am Wurzelstock. Ähnlich den Hauswurzen (Sempervivum) können Mauerpfeffer (Sedum acre, Sedum album, Sedum spathulifolium etc.) für die dauerhafte Bepflanzung von Töpfen, Kübel und sonstigen Gefäßen verwendet werden. Dem Anspruch des Gartenbodens folgend, ist der Wasserabzug in jedem Falle zu garantieren. Drainierte Erde, beispielsweise durch Sand oder Kies, bietet eine ausreichende Belüftung im Wurzelbereich.

Fühlen sich die Fetten Hennen an ihrem Standort wohl, belässt man sie für lange Zeit. Die Pflanzen bilden zwischenzeitlich füllende Teppiche und Matten. Ufern sie am Standort aus, werden sie im Herbst oder zeitigen Frühjahr abgestochen, geteilt und die Teilungsstücke an einen neuen Standort verpflanzt. Umpflanzen von Töpfen ist alle 3 bis 5 Jahre ratsam. Obwohl Sedum in mineralisierten Substraten gut zurechtkommt, steigt nach einigen Jahren die Gefahr von Pilzkrankheiten im verbrauchten Substrat an.

Wie wird Sedum gepflegt?

Für etablierte Sedum-Pflanzen muss kaum Pflege investiert werden. Sogar trockene Zeiten überstehen sie dank ihrer sukkulenten Blätter schadlos. Nährstoffgaben sind für die niedrig wachsenden Mauerpfefferarten nicht notwendig. Ihnen genügen die Nährstoffe, die sie im Boden finden. Bei den wüchsigen Fetthennen (z.B. Sedum spectabile oder Sedum telephium) regen Hornspäne oder organische Dünger das Pflanzenwachstum an. Sedum wirkt am schönsten kompakt und gedrungen. Deshalb sind Wasser- und Nährstoffgaben maßvoll zu dosieren.

Geschnitten wird zumeist im Frühjahr. Die abgestorbenen, zuweilen verschneiten Sprosse der Großen Fetthennen verleihen dem winterlichen Garten Struktur und ansprechende Aspekte. Teppichbildende Arten brauchen grundsätzlich keinen Schnitt. Nur wenn ihre Blüten abgeblüht sind und verbraunen, können sie mit der Schere flach über dem Polster entfernt werden. Damit kommt optisch das Polster wieder besser zur Geltung.

 

Wie vermehrt man Sedum richtig?

Ihre Langlebigkeit bewirkt, dass man sie nur selten anfassen und verjüngen muss. Horste und Matten werden nur dann geteilt, wenn sie zu groß werden oder stören. Die Teilungsarbeiten sind im zeitigen Frühjahr als auch im Herbst vorzunehmen. Die Verjüngung älterer Bestände lässt sich mit den Vermehrungsarbeiten verbinden. Kaum eine andere Pflanze vermehrt sich einfacher. Man sticht mit dem Spaten größere Teilungsstücke aus Sedum-Matten heraus und pflanzt diese an anderer Stelle wieder ein. Mauerpfeffer und Co. sind sogar so bewurzlungsfreudig, dass geschnittene Sprossen im Sand oder Dachgartensubstrat Wurzeln schlagen. Im Garten wird die Oberfläche mit diesen Materialien bedeckt, die Sprossen locker verteilt und festgedrückt. Nach einiger Zeit entsteht ein neues Polster. Höhere Fetthennen werden zur Teilung ausgegraben und der Wurzelstock mit Spaten oder Brotmesser zerteilt. Im Frühsommer geschnittene Triebe lassen sich einfach im Wasserglas bewurzeln.

Ein Zuviel an Bodenfeuchtigkeit sorgt für Pilzinfektionen, im Speziellen werden Welkepilze gefördert. Sprosse kippen um und faulen an der Basis. Einbuchtungen an den fleischigen Blättern können auf Befall durch Dickmaulrüssler hindeuten. Die Schäden am Laub sind nicht schön, aber sicherlich verschmerzbar. Schlimmer ist sein Wurzelfraß im Untergrund.

 

Welche Verwendung hat Sedum?

Mauerpfeffer und Fetthenne sind unentbehrliche Gartenstauden. Sie sind genügsam und ganzjährig dekorativ. Die Stauden finden in Stein- und Kiesgärten ihren Platz, die sie mit blühenden und blattgefärbten Matten schmücken. Extensive Dachbegrünungen, Grabbepflanzungen oder bepflanzte Tröge und Gefäße sind weitere Möglichkeiten einer Pflanzenverwendung. Großen Wurzelraum benötigen die kriechenden Pflanzen nicht. Sie quetschen sich in kleineste Mauerfugen oder bilden grünende Einfassungen. Die höheren Fetthennen schaffen attraktive Blühpunkte im spätsommerlichen oder herbstlichen Staudengarten. Die opulenten Tellerblüten ziehen wie Magneten Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an. Sie wirken in Kombination mit Gräsern in Präriegärten, mit Zwiebelpflanzen oder anderen mittelhohen Stauden gekonnt im Bauerngarten. Selbst in ihrer Ruhephase wirken die abgestorbenen Sprosse der Fetthennen über den Winter noch nach. Ihre geschnittenen Blüten halten einige Tage in der Vase und sind der Blickfang im Blumenstrauß.

Tripmadam (Sedum reflexum) ist trotz weiter Verbreitung nur wenigen als Heil- und Gewürzkraut bekannt. Die festen immergrünen Blätter können sogar im Winter abgebrochen und verwendet werden. Ihr Geschmack ist fade, jedoch ergänzen zahlreiche Mineralstoffe wertvoll für die Ernährung. Die Blätter werden nur in geringem Maße verwendet, denn Dickblattgewächse können auf empfindliche Menschen reizend wirken.

 

Welche Sedum Arten gibt es?

Mit ihren 500 Arten ist die Fette Henne sehr reich an Vielfalt. In Kultur sind größtenteils einige Staudenarten mit Kultivaren. Sie ergänzen die Artenpalette durch auffällige Blattfarben, intensive Blütenfärbungen oder variierende Wuchshöhen.

  • Sedum acre (Scharfer Mauerpfeffer) – Sehr flachwachsendes Sedum mit gelben Blüten
  • Sedum album (Weißer Mauerpfeffer) – Flachwachsendes Sedum mit weißen Blüten
  • Sedum cauticola (Felsen-Fettblatt) – Kompaktes, sich ausbreitendes Sedum mit purpurn überlaufenen Sprossen
  • Sedum 'Herbstfreude' (Große Fetthenne) – Bewährte Sorte mit höherem Wuchs, rötlichem Laub und tellerartigen dunkelrosa Blüten
  • Sedum sieboldii (Oktober-Fettblatt) – Fetthenne mit höherem Wuchs und später Herbstblüte
  • Sedum telephium (Große Fetthenne) – Wüchsige Fetthenne mit vielen Blattschmuck-Sorten und großen rosa Blütentellern
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