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Bärlauch richtig pflanzen und ernten

In vielen Auen- und feuchten Mischwäldern Mitteleuropas liegt während Frühlings ein Knoblaucharoma in der Luft. Der Grund ist beim Bärlauch (Allium ursinum) zu suchen, der weithin auch als Waldknoblauch, Hexenlauch, Wilder Knoblauch oder Bärenlauch bezeichnet wird. Bärlauch gehört zur großen Familie der Läuche (Allium), die knappe 1.000 Arten umfasst. Bärlauch ist eine heimische Pflanze, die hierzulande als würziges Küchenkraut im Frühling geschätzt wird. In fast ganz Europa ist das wilde Lauchgewächs in feuchten halbschattigen Wäldern, insbesondere Auwäldern und entlang Bachufern anzutreffen. Gemeinsam mit Buschwindröschen (Anemone nemorosa) und austreibenden Farnen überzieht Bärlauch lichten Waldböden.

Obwohl die Art zu den Läuchen, damit gleichzeitig zu den Zwiebelgewächsen gehört, bildet die Pflanze knollenartige Rhizome aus und lässt sich eher als Staude bezeichnen. Sie verbreitet sich zügig durch Selbstaussaat und füllt nach einiger Zeit größere Bodendecken. Was für Freude bei Bärlauchfans sorgt, wird von anderen Gartenbesitzern eher als Plage empfunden und großzügig herausgerissen. Ähnlich zweigeteilt sind die Ansichten zum Aroma. Entweder liebt man seinen Duft oder man findet das Knoblaucharoma mit der Schwefelnote unangenehm. Dieser Geruch verbreitet sich nur während seines Wachstums und seiner Blüte im Frühling. Aus den schmalen länglichen Rhizomen bilden sich zu Beginn des Frühlings drei bis vier lange elliptische Blätter. Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 30 Zentimetern. Sobald sie voll ausgeprägt sind, wachsen ab April aus der Basis Blütenstiele mit endständigen rundlichen Blütendolden heraus. Sie enthalten selten mehr als 20 weiße sternförmige Blüten, die sich im späten Frühling zu Samenständen formen und ausfallen. Danach zieht sich der Bärlauch zurück und ruht bis zum nächsten Frühjahr. 

Den Bärlauch kannten bereits die Römer. Im Mittelalter und späterer Zeit wurden seine Blätter häufig gesammelt und verzehrt. Irgendwann geriet das Kraut in die allgemeine Vergessenheit und wurde vor wenigen Jahrzehnten wiederentdeckt. Heute ist ein förmlicher Hype entstanden, der die geläufige Verwendung im Quark, als Pesto, Suppe oder für Salate bei weitem übersteigt. Mittlerweile gibt es kaum noch ein Lebensmittel, das nicht durch Bärlauch verfeinert und aromatisiert wird.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie pflanzt man Bärlauch richtig?

Die Wildpflanze Bärlauch lässt sich ohne Probleme im eigenen Garten kultivieren. Seine Kultur ist auch sinnvoll, denn Wildentnahmen aus der Natur sind nur beschränkt möglich und bieten Verwechslungsgefahr mit den giftigen Maiglöckchen (Convallaria majalis). Man sucht sich im Garten eine möglichst halbschattige und feuchte Stelle. Idealerweise unter Laubbäumen. Möglich sind Unterpflanzungen von Hecken oder man lässt den Bärlauch auf schattigen Brachflächen verwildern. Obwohl es sich beim Lauchgewächs um eine Schattenpflanze handelt, kann der Standort auch leicht sonnig stehen, insofern der Boden ausreichend feucht ist. Humose fruchtbare und feuchte Böden sind ideal, aber für die Bärlauch-Kultur tut es auch jeder normale Gartenboden. Steht der Bärlauch zu trocken, kommt er nur schwer vom Fleck weg und sein Aroma wird scharf und beißend.

In der Regel wird Bärlauch im zeitigen Frühling als Topfpflanze angeboten. Diese Pflanzen kommen meisten aus dem Gewächshaus und sind vorgetrieben. Mit dem Auspflanzen wartet man solange, bis starke Nachfröste nicht mehr zu befürchten sind. Die Pflanze kann derweilen im Freien abgehärtet werden und wird nur bei Frostgefahr zurück ins Haus geholt. Zwar ist Bärlauch frosthart, aber das vorgetriebene frische Grün wird bei Frosteinwirkung geschädigt. Gepflanzt wird die Bärlauchpflanze an vorbereiteter Stelle. In sandige Böden gräbt man Humus oder Kompost ein. Schwere Böden lockert man und reichert sie mit Sand und etwas Kompost an. Im ersten Standjahr verzichtet man am besten auf die Ernte, um der Pflanze einen guten Start im schattigen Kräuterbeet zu garantieren. 

Bietet sich die Gelegenheit, frische Bärlauch-Knollen zu erwerben, dürfen diese nicht austrocknen und werden unmittelbar nach dem Kauf eingepflanzt. Die länglichen Rhizome werden mit der Spitze nach oben und den Wurzeln nach unten ca. 10 cm tief im Pflanzabstand von etwa 15 cm eingesetzt. Die Pflanzstelle wird mit Kompost gemulcht und so vor Bodenaustrocknung geschützt. Die Pflanzzeit der ruhenden Bärlauch-Wurzeln reicht von Sommer bis in den Herbst.

Oftmals werden Wurzelsperren empfohlen, um vermehrungsfreudigen Bärlauch zu bändigen. Leider bringen sie kaum etwas, denn Bärlauch bildet Horste und keine Ausläufer. Das eigentliche Problem ist die Selbstaussaat, die an günstigen Standorten zu einer teppichartigen Bodendecke führt. Umpflanzen lassen sich Bärlauch-Rhizome nach dem Einziehen. Sobald das Laub gelb wird, werden die Wurzeln ausgegraben und an den neuen Standort umgesetzt.

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Wie pflegt man Bärlauch?

Sobald sich Bärlauch an seinen Standort gewöhnt hat, benötigt er keine Pflege mehr. Man achtet während Frühjahrsmonate verstärkt und später während des Sommers auf genügend Bodenfeuchtigkeit. Während der Ruhe macht es Bärlauch nichts aus, wenn der Boden weniger feucht ist. Mögliche Austrocknungen vermeidet man, wenn man im jährlich nach dem Einziehen, die ruhenden Bärläuche mulcht. Am besten verwendet man Laubkompost, der zusätzliche Düngungen überflüssig macht. Durch seine Zersetzung dringen ausreichend Nährstoffe in den Boden.

 

Wie wird Bärlauch vermehrt?

Wenn nach Jahren der Bärlauch ausufert oder sich wenigstens gut entwickelt hat, können die Horste geteilt werden. Man wartet ab, bis sich das Laub gelb färbt und sticht die Wurzeln aus. Die Horste lassen sich mit den Händen leicht teilen. An jedem Teilungsstück verbleibt ausreichend Wurzelmaterial. Sie werden unmittelbar nach dem Vermehren wiedereingesetzt. Die Rhizome trocknen an der Luft nach kurzer Zeit aus. Sagt dem Bärlauch der Standort zu, vermehrt sich das Kraut in Höchstgeschwindigkeit. Die Selbstaussaat führt dazu, dass Bärlauch ganze Bereiche verwildern kann. Wer das nicht möchte, entfernt alle Blüten und verhindert damit die Samenbildung. Frischer Samen keimt hervorragend, was man von dem Saatgut im Fachhandel nicht behaupten kann. Deshalb ist es immer sinnvoll, mit einer Pflanze statt mit Samen im Garten zu beginnen.

Krankheiten und Schädlinge kommen am Bärlauch außerordentlich selten vor. Vereinzelt können Rostpilze auftreten oder Wühlmäuse verschleppen die knolligen Rhizome.

 

Welche Verwendung hat Bärlauch?

Natürlich verbindet man den Bärlauch mit seinem Nutzwert. Seine aromatischen Blätter bereichern Frühlingsquarks und -salate, Suppen, sind Basis für leckeres Bärlauch-Pesto und herzhafte Gemüsespeisen. Seine Popularität verdankt er seinem Ruf, keine „Knoblauchfahne“ zu verursachen. Mit Sicherheit hinterlässt Bärlauch weniger geruchsintensive Nachwirkungen als der Knoblauch, aber feine Nasen riechen es trotzdem.

 

Welche Wirkung hat Bärlauch?

In der Volksmedizin wird Bärlauch bei Bluthochdruck und Arterienverengung empfohlen. Den Schwefelverbindungen der Blätter und Wurzeln sorgen für eine pilzhemmende Wirkung auf den Organismus.

Nicht zu unterschätzen ist sein Zierwert im Frühjahr. Noch bevor andere Pflanzen aus ihrem Winterschlaf erwachen, begrünt Bärlauch kahle Bodendecken. Durch seine kurze Vegetationszeit kann er als Unterpflanzung von Bäumen und Sträuchern verwendet werden. Sobald er im Mai einzieht, wird Bärlauch von Farnen, Funkien (Hosta) oder anderen spät austreibenden Schattenpflanzen abgelöst.

 

Wie erntet man Bärlauch richtig?

Die Ernte erfolgt früh im Jahr, sobald sich nach dem Austrieb die Blätter vollständig ausgebildet haben. Bis zur Blüte hat Bärlauch das beste Aroma. Mit Einsetzen der Blüte verändert und verliert das Kraut seinen Geschmack. Nach wie vor hält sich die Ansicht, man könne Bärlauch mit Einsetzen der Blüte nicht mehr verwenden. Das trifft nur auf Allergiker zu, die mögliche Hautreizungen oder Schwellungen bekommen können. Die Blüten können sogar geerntet und verzehrt werden. Je Pflanze erntet man maximal ein oder zwei Blätter. Den Rest beansprucht der Bärlauch für sich selbst, um keine Kraft zu verlieren. Gieriges Ernten von frisch gesetzten Pflanzen führt dazu, dass kein Wurzelwachstum einsetzt und die Pflanze sich förmlich selbst aufzerrt. Die Ernte findet spätestens nach der Blüte ihr Ende. Zwar ließen sich die Pflanzenteile noch verwenden, aber sie wird zunehmend ungenießbar.

 

Wann ist die Blütezeit?

Die Blütezeit des Bärlauchs ist im Frühjahr und beginnt im April. Sobald die Blätter vollständig ausgebildet sind, treiben Blütenstiele aus der Basis. Mit dem Abblühen endet die Saison für Bärlauch.  

 

Wie kann man Bärlauch haltbar machen?

Die kurze Vegetations- und Erntezeit macht ein konservieren notwendig. Das allseits beliebte Trocknen ist für Bärlauch wenig geeignet. Die Blätter verlieren so viel Aroma, dass sie nur noch grasartig schmecken. Besser eignet sich das Einfrosten oder Einlegen in Öl.

 

Ist Bärlauch giftig?

Bärlauch ist keineswegs giftig, lediglich können Allergiker vereinzelt mit Reizungen reagieren. Gefahrenpotential besteht durch Verwechslung mit giftigen Maiglöckchen bei der Ernte. Obwohl beide Pflanzen auch für Laien sehr verschieden wirken, kam es in der Vergangenheit zu Vergiftungen. Unterscheiden lassen sich beide Pflanzen am einfachsten durch das Aroma. Reibt man an den Blättern, fehlt Maiglöckchen der typische Knoblauchduft. Zudem stehen ihre Blätter stängelumfassend straff aufrecht und beim Bärlauch wachsen sie aus der Basis leicht überhängend. Maiglöckchen blühen ebenso später mit Glöckchen statt mit sternförmigen Blüten. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich immer der Rat eines Experten.

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