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Steingartenpflanzen richtig pflanzen und pflegen

Berge und hohe Gebirge sind voll im Trend und scheinbar die letzte Bastion einer intakten Natur. Typisch ist das Wechselspiel aus Mineral und alpiner Flora, die sich mit den widrigen Standortbedingen des Gebirges arrangiert. Es ist der Wunsch eines fast jeden Bergfreundes, die Gebirgsflora in den heimischen Garten zu holen. Diese Vorhaben gelingen mit Steingärten, einem Steinbeet, einer Trockenmauer oder bei geringem Platzbedarf mit einem Troggärtchen.

Steingartenpflanzen, so bezeichnet man flachwüchsige und polsterbildende Pflanzen mit oftmals alpiner Herkunft. Sie haben in der Regel sehr spezielle Standortanforderungen. Im Gebirge wachsen alpine Pflanzen in winzigen Mauerritzen, sind stets von Wind und im Winter von Schnee und strengen Frösten umgeben. Die Bedingungen eines alpinen Gebirges ins Flachland zu übertragen, ist kaum möglich. Dennoch lassen sich die meisten Steingartenpflanzen im Garten kultivieren, wenngleich alpine Pflanzen als heikel und schwierig gelten.

 

Steingartenpflanzen im Garten

Um Steingartenpflanzen im eigenen Garten halten zu können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. Die meisten Gebirgspflanzen wachsen an sonnigen Standorten. Der Boden ist oft mineralisch und stark durchlässig. Staunässe ist Steingartenpflanzen ein Fremdwort und oftmals zugleich das Todesurteil. Für die Gartenkultur ist ein unbedingt durchlässiger Boden notwendig. Normale Gartenerde wird mit Sand gemischt, um die Durchlüftung zu erhöhen. Über einen besonderen pH-Wert muss man sich nur dann Gedanken machen, wenn die alpinen Gewächse aus speziellen Herkunftsgebieten stammen, z.B. Kalkalpen oder Hochmoore.

Ein Steingarten bietet den Vorteil, dass übereinander geschichtete Steine Ritzen bilden, in denen das Wasser zügig ablaufen kann. Die Wurzeln der Steingartenpflanzen dringen tief in den steinigen Boden und holen sich die Feuchtigkeit aus unteren Bodenschichten. Einige Steingartenpflanzen bilden Polster und besitzen haarige Blätter. Sie dienen dem Verdunstungsschutz und sind somit nässeempfindlich. Damit keine Fäulnis eintritt, empfiehlt es sich, eine Kiesschicht unter dem Polster aufzutragen. Die Blätter liegen nicht auf dem Boden auf und trocknen durch die Drainageschicht schneller ab.

Eingepflanzt werden Steingartenpflanzen idealerweise im Frühjahr zur Hauptwachstumsphase. Bis zum Winter haben sie Zeit, Fuß zu fassen und mit den Wurzeln in den Untergrund vorzudringen.

 

Wie pflegt man Steingartenpflanzen?

Alpine und Steingartenpflanzen gelten als anspruchsvoll. Das trifft durchaus auf etliche Arten zu, dennoch nicht auf alle. Die handelsüblichen Steingartenpflanzen sind vergleichsweise pflegeleicht. Man wässert nur längeren Trockenphasen, denn die Wurzeln reichen vergleichsweise tief in den Untergrund. Beim Gießen vermeidet man das Überbrausen der Pflanzen. Sammelt sich Feuchtigkeit in den dichten Sprossen, droht Fäulnis in den dichten Polstern. Behutsam wird der Boden neben den Pflanzen durchfeuchtet. Die Bodenkapillaren sorgen automatisch für eine Wasserverteilung. Von Düngungen ist im Allgemeinen abzuraten. Alpine Pflanzen bevorzugen Nährstoffarmut und werden durch Düngergaben anfällig für Pflanzenkrankheiten.

Polster werden nach der Blüte im späten Frühjahr zurückgeschnitten, sowie braune bzw. verblühte Pflanzenteile entfernt. Verbleiben sie an den Pflanzen, mindert es die Pflanzenattraktivität und kann andererseits in feuchten Jahren Ursprung für Pilzerkrankungen sein. Der Frostschutz wird bei Steingartenpflanzen häufig vernachlässigt. Viele Gärtner sind der Annahme, dass die Pflanzen im Gebirge viel stärkeren Frost aushalten müssen. Dabei vergisst man jedoch, dass dort eine dicke isolierende Schneedecke vorherrscht, die im Flachland kaum noch vorkommt. Daher reagieren zahlreiche Hochalpine sehr frostempfindlich, wenn plötzlich Kahlfröste auftreten. Ein Frostschutz durch Reisigabdeckung schadet keineswegs und bewahrt vor groben Erfrierungsschäden.

Steingärten und ihre Spielarten sind spezielle Gartenformen, die sich bei Pflanzenliebhabern großer Beliebtheit erfreuen. Um den Einstieg in die alpine Welt des Gärtnerns zu schaffen, bedarf es keiner umfangreichen Kenntnisse. Lediglich einige Voraussetzungen sollten geschaffen werden, damit das Steingärtnern zum Erfolg führt.

 

                            

 

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