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Pampasgras schneiden, pflegen und pflanzen

Eine der imposantesten Gartenpflanzen zeigt sich in Gärten ab dem Spätsommer mit opulenten Blütenrispen – das Pampasgras. Das üppige Gras zählt zur Gattung Cortaderia, der ca. 23 halbimmergrüne oder immergrüne, ausdauernde Grasarten angehören. Sie sind auf Grasländern in Neuseeland, Neuguinea und Südamerika beheimatet. Sie bilden dichte Büschel aus steifen linealen Blättern, die häufig einen rauen oder scharfen Blattrand besitzen. Attraktiv und markant sind die federartigen Blütenrispen, die silbrigweiß, goldgelb bis blassrosa ausgefärbt sein können. Die Blüten sind häufig zweigeschlechtlich, teilweise auch zwittrig.

In Gärten ist die hierzulande gartenwürdige Art Cortaderia selloana mit ihren Sorten verbreitet. Das aus dem gemäßigten Südamerika stammende Pampasgras bildet dichte große Grashorste. Die Blätter sind geborgen, bereift und von mittelgrüner Farbe. Sie können eine Länge von bis zu 2,5 Metern erreichen. Ab dem Spätsommer öffnen sich je nach Sorte silbrige oder auch rosafarbene Ährchen, angeordnet in pyramidalen Blütenrispen. Sie befinden sich am Ende steifer aufrechter Sprosse, die bis zu 3 Meter in den Himmel ragen. Durch ihre typische Form werden sie als Federbüsche bezeichnet.

In der Gartenkultur schätzt man Pampasgräser als imposante Solitärpflanze im Einzelstand, im Hintergrund von Stauden- und Heidepflanzungen oder als Leitpflanze in Gräser- und Kiesgärten. Die Blütenstände lassen sich schneiden. Verwendung finden sie in frischen Blumenarrangements oder der Trockenfloristik.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird Pampasgras richtig gepflanzt?

Pampasgräser sind ausgesprochene Sonnenanbeter und Wärmeliebhaber. Sie gedeihen optimal an vollsonnigen Standorten in durchlässigem fruchtbaren Gartenboden. Dunkle oder schattige Plätze sind nicht geeignet. Das Wachstum stockt und Blüten bilden sich nur vereinzelt. Ebenso sind schwere feuchte Böden nicht empfehlenswert. Optisch kommt das Pampasgras als alleinstehende Solitärpflanze bestens zur Geltung. Mit ausreichend Abstand zu seinen Pflanzennachbarn kann es eine gleichmäßige Wuchsform bilden. Ebenso wirkungsvoll zeigt sich das Ziergras in Heidegärten, wenn es inmitten rosa oder roter Besenheiden (Calluna) blüht.

Gepflanzt wird im Frühjahr, auch wenn die Herbstzeit oftmals die bessere Pflanzzeit ist. Pampasgras ist empfindlicher als andere Gartengräser. Die Frühjahrspflanzung bewirkt, dass sich die Graspflanzen über den gesamten Sommer an den Gartenstandort gewöhnen und Fuß fassen. Zur Bodenverbesserung empfiehlt es sich, auf leichten Sandböden ein größeres Pflanzloch auszuheben. Gefüllt wird es mit lockerem, gut verrottetem Gartenkompost. Dieser wird sich nach und nach zersetzen und sich dem Ursprungsboden nähern. Jedoch verbessert der Kompost in der Anwachsphase die Nährstoff- und Wasserversorgung. Sehr schweren Lehm- und Tonböden ist Sand oder Kies einzumischen. Die groben Bestandteile erhöhen die Durchlässigkeit und verbessern die Luftversorgung an den Wurzeln des Pampasgrases. Positiv wirkt sich ein leicht erhöhter Pflanzplatz, beispielsweise einer Hanglage, aus. Der Wasserabfluss verringert die Gefahr von Staunässe. Mit Trockenheit können Pampasgräser vergleichsweise gut umgehen, wobei ausgetrockneter Boden die Blütenbildung schwächt.

In einer Staudenrabatte oder einem Gräsergarten ist auf ausreichend Abstand zu achten. Je nach Sorte und Wuchsgröße können Pampasgräser bis zu 1,5 Meter im Durchmesser werden. Damit ist ein Pflanzabstand von mind. 1 Meter zu empfehlen.

Sollen ältere Exemplare umgepflanzt werden, lohnt das Umstechen im Frühjahr wie man es von Gehölzen kennt. Hierbei wird im Frühling die Pflanze mit einem Spaten umstochen und die langen Hauptwurzeln durchtrennt. Die Pflanze reagiert darauf mit Bildung neuer Feinwurzeln bis zum Herbst. In der Zeit bis zur Umpflanzung wird der Ballen feucht gehalten. Im Herbst wird die Pflanze am alten Standort herausgenommen und an neuen vorbereiteten Pflanzplatz umgesetzt.

Wie pflegt man Pampasgras richtig?

Fühlen sich Pampasgräser im Garten an ihrem Standort wohl, bedürfen sie keiner aufwändigen Pflege. Während des Sommers sollte darauf geachtet werden, dass der Boden nicht zu stark austrocknet. Regelmäßiges Wässern empfiehlt sich in längeren Trockenperioden. Starke Trockenheit kann ein Grund sein, wenn Pampasgräser nicht mehr blühen wollen.

Bei schweren Böden sorgt das Aufhaken der Bodenoberfläche für eine bessere Belüftung. Auf leichten Sandböden wird jährlich im Frühjahr eine Mulchdecke aus fruchtbarem Kompost aufgetragen. Sie versorgt die Pflanze mit Nährstoffen.

Vermehren lässt sich Pampasgras durch Teilung im Frühling. Dazu sollten die Grashorste weder zu jung noch zu alt sein. Die Teilung der Büschel sollte vorsichtig erfolgen, sodass ausreichend Wurzelmaterial an jedem Teilungsstück erhalten bleibt. Die Teilung von Pampasgräsern kann auch helfen, blühfaulen Exemplaren neuen Schwung zu verleihen.

 

Wie schneidet man Pampasgras richtig?

Nach jedem Winter zeigen sich an dem immergrünen Pampasgras braune Blätter bzw. abgestorbene Pflanzenteile. Alle Rückschnitte bzw. Schnittmaßnahmen werden im späten Winter oder zeitigen Frühjahr durchgeführt. Dabei wird der Vorjahreswuchs beschnitten, alte Blütenstängel entfernt und die dichten Grasbüschel mit einem kleinen Rechen ausgekämmt. Bei den Arbeiten ist Vorsicht geboten und feste Handschuhe ein Muss. Die scharfkantigen Blätter können schmerzhafte Schnittverletzungen verursachen.

 

Wie wird Pampasgras überwintert?

In unseren Breiten gilt Pampasgras als frosthart und überwintert meist problemlos. Es kann jedoch zu Schäden kommen, wenn eisige Winde den immergrünen Spross austrocknen. Ebenso schädlich ist Feuchtigkeit, die zwischen das dichte Laub bzw. in die hohlen Blütenstängel eindringt und an der Sprossbasis zu Erfrierungen am Wurzelstock führt. Insbesondere jüngere Pampasgräser sind schutzbedürftig.

  • Blätter nach oben aufrichten und um die Blütenstängel hochbinden
  • Je nach Pflanzengröße mit Vlies umwickeln oder Folie- bzw. Jutesäcke darüberstülpen
  • Sprossbasis mit Reisigabdeckung umgeben

 

Wie wird Pampasgras gedüngt?

Um ein gesundes Pflanzenwachstum zu gewährleisten, bedarf es fruchtbarer Erde. Ohne Nährstoffeintrag kümmert Pampasgras. Die beste und einfachste Möglichkeit bietet guter Gartenkompost, der im Frühjahr um die Gräser aufgetragen und eingearbeitet wird. Hornspäne oder andere organischen Dünger verrichten den gleichen Zweck.

 

Welche Verwendung hat Pampasgras?

Außerhalb des Gartens werden die großen Blütenrispen als Schnittblume in der Floristik verwendet. Frisch geschnittene Blüten entpuppen sich als Blickfänger in Blumenarrangements. Trockene Blütenstände finden in der dauerhaften Trockenfloristik ihre Verwendung. Damit ihre Haltbarkeit von Dauer ist, werden die feinen Ährchen mit einem Spezialspray aus dem Bastel- und Floristikbedarf besprüht und konserviert.

 

Welche Pampasgras Sorten gibt es?

Von Pampasgräsern gibt es mehrere Sorten, die sich in Blüten- und Blattfarbe, oder ihrem Wuchs unterscheiden.

  • C. selloana 'Albolineata' – kleiner, bis 2 m hoch und weißrandige Blätter
  • C. selloana 'Aureolineata' – mittelhoch, bis 2,3 m hoch und gelbrandige Blätter
  • C. selloana 'Pumila' – Zwergform, bis 1,5 m hoch und silbergelbe Federbüsche
  • C. selloana 'Rendatleri' – mittelhoch, bis 2,5 m hoch und purpurrosa Federbüsche
  • C. selloana 'Sunningdale Silver' – groß, bis 3 m hoch und silbrigweiße Federbüsche
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