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Gladiolen richtig pflanzen, überwintern und schneiden

Gladiolen sind beliebte Beet- und Sommerblumen, die in keinem Garten fehlen dürfen. Sie findet man vielerorts auf Feldern vor der Stadt, an denen sie als Schnittblumen zum Selberschneiden pfeilgeboten werden. Gladiole leitet sich vom botanischen Gattungsnamen Gladiolus ab. Dieser nimmt Bezug auf das schwertförmige Laub. Im Latein heißt „gladius“ übersetzt Schwert. Die Gattung der Gladiolen umfasst ca. 280 Arten, die Rhizomknollen bilden. Zur Gattung gehören nicht nur die Gladiolen, sondern ebenso die weniger bekannten Siegwurze. So werden oftmals winterharte oder Wildgladiolen bezeichnet, die ihre Heimat von Mitteleuropa, über den Mittelmeerraum bis nach Asien haben. Heimische Siegwurze, beispielsweise Gladiolus palustris oder Gladiolus imbricatus stehen an ihren Naturstandorten streng unter Schutz. Sie besitzen kaum floristischen Wert und sind eher für Liebhaber von Interesse.

Die für uns typischen Gladiolen kommen ursprünglich aus dem mittleren und südlichen Afrika. Sie werden allgemein als Edel-Gladiolen bezeichnet. In der jahrhundertelangen Gartenkultur wurde viel Züchtungsarbeit investiert, die mehr als 10.000 Hybriden und Kultursorten hervorgebracht hat. Man schätzt ihre prächtigen Blütenstände als farbfrohe Gartenpflanze oder geschnitten in der Vase.

Sie bilden Knollen, umgeben von einer faserigen Schale. Aus ihr treibt im Frühling ein straff aufrechter Stängel mit schwertförmigen Blättern. Gute Böden sorgen dafür, dass Wuchshöhen bis zu 1,5 Metern möglich sind. Am Stängelende entsteht im Sommer eine lockere, einseitig gewandte Blütenähre mit trichterförmigen bis glockigen Einzelblüten. Die Blütenfarben sind sortenabhängig. Sie erscheinen von Weiß über Grün und Gelb, Orange, Rot bis Braun und Violett bis Purpurn. Die Blüten sind selten einfarbig, sondern auffallend gemustert. Nach dem Abblühen stirbt der Spross ab und die Pflanze zieht sich zur Ruhephase in die Knolle zurück. So kann sie an ihren Naturstandorte widrigste Witterungsperioden überdauern.

Edel-Gladiolen lassen sich streng genommen in drei Gruppen gliedern:

  • Grandiflorus-Gladiolen – bilden einen einzigen Blütenschaft mit mehr als 20 Einzelblüten, die sich nochmals in unterschiedliche Größen differenzieren lassen
  • Nanus-Gladiolen – bilden im Frühsommer bis zu drei Blütenstängel mit jeweils weniger als 10 Einzelblüten
  • Primulinus-Gladiolen – bilden einen einzigen kompakt-peitschenartigen Blütenschaft aus bis zu 20 dreieckigen Einzelblüten, die trittleiternartig angeordnet sind

 

Gladiolen haben einen großen Wert im professionellen Gartenbau. Dort werden sie als Schnittblume angezogen. Ihre Blüten halten viele Tage in der Vase und schmücken wirkungsvoll das Wohnzimmer.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie werden Gladiolen richtig gepflanzt?

Hat man Dahlien im Garten und bereits Erfahrung mit deren Kultur, sind die Ansprüche der Gladiolen nicht mehr fremd. Gladiolen lieben einen durchlässigen, fruchtbaren und tiefgründigen Boden. Zur Verbesserung wird leichten Sandböden verrotteter Kompost hinzugefügt. Die Durchlässigkeit schwerer Lehmböden kann mit dem Einmischen von grobem Sand entgegengewirkt werden. Noch besser ist es, sie etwas erhöht, beispielsweise im Hochbeet oder einem Kasten, zu kultivieren. Dort erwärmt sich der Boden schneller und überschüssiges Wasser wird an der Seite abgeleitet. Als afrikanischen Schönheiten muss ihnen ein Platz an der Sonne gewiss sein. Schattenlagen wirken sich ungünstig auf die Blütenbildung aus.

Gepflanzt wird im Freiland ab Ende April. Drohen Spätfröste zu den Eisheiligen, hat der empfindliche Austrieb die Erdoberfläche noch nicht durchstoßen. Leichte Fröste können den Knollen nichts anhaben. Zu diesem Pflanztermin ist mit einer Blüte im Hoch- und Spätsommer zu rechnen. Für einen zeitigeren Blühtermin können die Knollen im geschützten Gewächshaus in Töpfen ab März vorgezogen werden. Beim Auspflanzen ist eine wöchentliche Staffelung bis in den Juni möglich. Die Prächtigkeit der Gladiolen im Beet verlängert sich um einige Wochen, teilweise sogar bin den Herbst hinein.

Bei der Pflanzung ist eine Pflanztiefe zu wählen, die dem doppelten Knollendurchmesser entspricht. Meistens zwischen 10 bis 15 Zentimeter tief. Sitzen die Knollen zu hoch, verliert der schwere Blütenspross später seine Standfestigkeit. Im Notfall hilft auch das Anbinden an einen eingeschlagenen Pfahl. In schweren Böden kann das Pflanzloch etwas tiefer ausgehoben und eine Schicht aus scharfem Sand am Grund eingefüllt werden. Das Mineral sorgt für zusätzliche Drainage, die für die Gladiolen-Kultur unverzichtbar ist. Kleinen Knollen gibt man einen Pflanzabstand von bis zu 10 cm, größeren Exemplaren bis 15 cm.

Gladiolen haben mit einigen Pilzen zu kämpfen. Es ist ratsam, die Knollen jährlich an einen anderen Standort zu pflanzen, um ihre gesunde Entwicklung nicht zu gefährden.

Wie pflegt man Gladiolen richtig?

Große Trockenheit wird im Gladiolen-Beet durch regelmäßiges Gießen vermieden. Kompost oder Hornspäne versorgen die Knollenpflanzen mit Nährstoffen. Alternativ kann ein kaliumreicher Dünger gegeben werden, sobald der Austrieb die Hälfte seiner Gesamthöhe erreicht hat. Diese Düngung wird bis zur Blüte alle zwei bis drei Wochen wiederholt.

 

Wie werden Gladiolen geschnitten?

Mit dem Öffnen der ersten ein bis zwei Blüten kann der Blütenstängel als Schnittblume geschnitten werden. Man schneidet nicht über dem Boden ab, sondern lässt vier bis fünf Blätter stehen. Sie sorgen dafür, dass sich neue Tochterknollen ausbilden können. Dürfen die Gladiolen im Beet abblühen, werden sie vor der Samenbildung zurückgeschnitten. Diese kostet nur unnötig Kraft und geht zu Lasten der Knollen.

 

Wie werden Gladiolen überwintert?

Im Herbst vergilbt der Spross, der nun bodennah abgeschnitten wird. Anschließend werden die Knollen ausgegraben, mit einer Bürste vorsichtig gesäubert und einige Tage an einem luftigen Platz abgetrocknet. Die alten Knollen trennt man von den Jungen getrennt und je nach Zustand werden sie weggeworfen. Das verhindert eine Übertragung von Pilzinfektionen auf die Tochterknollen. Das frische Pflanzmaterial wird in Sandkisten eingeschlagen, frostfrei und kühl über den Winter gelagert. Hohe Luftfeuchtigkeit verhindert ein Austrocknen der Knollen. Jedoch steigt die Gefahr von Knollenfäule an. Erfahrene Gärtner schauen gelegentlich nach dem Zustand der Gladiolen-Knollen.

Knollen- und Stängelfäule (Fusarium und Sclerotina) setzen Gladiolen während der Wachstumsphase bei feucht-kühlen Witterungsperioden oder auf schweren nassen Böden zu. Befallene Pflanzen sollten umgehend entfernt und entsorgt werden. Nach einem Befall ist es ratsam, junge Knollen vor dem Einwintern mit einem Fungizid zu behandeln bzw. zu beizen.

 

Wie vermehrt man Gladiolen?

Da es sich bei den Gladiolen fast ausschließlich um Kultursorten handelt, ist nur die vegetative Teilung möglich. Die Knollen bilden Tochterknollen, die nach dem Ausgraben abgenommen werden. Die weniger imposanten Siegwurze lassen sich aussäen. Jedoch dauert es mehrere Jahre bis zur Blüte.

 

Welche Verwendung haben Gladiolen?

Gladiolen sind von ihrer Verwendung den Dahlien sehr ähnlich. Sie sind seit langer Zeit fest in Bauern- und Blumengärten etabliert. Als Gruppenpflanzung sind ihnen neugierige Blicke gewiss. Als Schnittblumen genießen sie nicht nur im Privatgarten, auch im professionellen Gartenbau einen hohen Stellenwert.

Kleinere Sorten eignen sich zudem für die Bepflanzung bunter Kübel und Wechselpflanzungen. Winterharte Wildarten bzw. Siegwurze finden ihren Platz sogar im Steingarten.

 

Sind Gladiolen giftig?

Gladiolen sind nicht giftig. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass bei allergischen Menschen durch intensiven Kontakt Reizungen auftreten können.

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