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Sansevieria richtig pflegen, vermehren und umtopfen

In vielen Arbeits- und Wohnzimmern fühlen sich genügsamen Sansevierien heimisch, deren korrekter Name Bogenhanf lautet. Die Begriff Sansevierie hat sich im Laufe der Zeit eingedeutscht und lässt sich auf die botanische Gattung Sansevieria zurückführen.

Die Gattung umfasst aktuell 74 Arten und gehört zur Familie der Drachenbaumgewächse (Dracaenaceae). In ihrer Heimat haben verschiedene Arten von Sansevierien Einheimischen als Faserpflanzen gedient. Die hanfartigen Pflanzenfasern erwiesen sich als so haltbar und stabil, dass sie als Bogensehnen, Schnüre oder Seile verarbeitet wurden. Das erklärt ihre deutsche Bezeichnung Bogenhanf. Weitere Bezeichnungen im deutschsprachigen Raum sind beispielsweise Bajonettpflanze, Metzgerpflanze oder Schwiegermutterzunge.

Sansevierien sind immergrüne, sukkulente und rhizombildende Stauden aus Trockenregionen des südlichen Afrikas, Indiens und Indonesiens. Sansevierien bewachsen vorzugsweise trockene felsige Lebensräume, die ihnen eine Robustheit verliehen haben. Für den Bogenhanf sind steife, fleischige, lineale bis eiförmige Blätter typisch. Sie treiben aufrecht oder als Rosette grundständig ohne Sprossachse aus Rhizomen. An ihrem Ende laufen die grünen oder mehrfarbig gemusterten Blätter zu einer schmalen dunklen Spitze aus. Die Blattzeichnungen sind auch der dekorative Grund, dass sie als Grün- und Zimmerpflanzen so beliebt und weit verbreitet sind, zumal sie als widerstandsfähige Lebenskünstler gelten. Blüten entstehen erst an älteren Exemplaren. Zwar fallen die kurzen Blütentrauben oder Rispen kaum auf, doch ein intensiver Duft macht auf sie aufmerksam.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird die Sansevieria richtig gepflanzt?

Sansevierien sind robuste und widerstandsfähige Pflanzen, die so schnell nichts umhaut. Sogar von schlechten Standortbedingungen lassen sich die dekorativen Blattpflanzen nicht beeindrucken. Sowohl das Sonnen- als auch Schattenfenster wird als Standort akzeptiert. Im Winter empfiehlt sich das Umstellen an hellere Lagen. Idealtemperatur liegt im Normbereich von Wohnräumen zwischen 20 und 25°C. Höhere Temperaturen bis 30°C werden ebenso toleriert, wie ein kühlerer Stand im Winter. Lediglich sehr kühle Standorte von unter 15 Grad in Kombination mit Staunässe im Boden sorgen für einsetzende Fäulnis und beenden das Pflanzenleben. Nicht förderlich wirkt sich Zugluft aus, insbesondere im Winter. Während des Sommers schadet den Topfpflanzen ein Platz im Freien auf den Balkon oder die Terrasse nicht.

Sansevierien wachsen in der Natur in Fels- und Trockenregionen. Sie begnügen sich mit einem Mindestmaß an Feuchtigkeit. Mineralische bzw. stark durchlässige Substrate eignen sich am besten als Pflanzerde. Man kann entweder Kakteenerde verwenden oder greift auf Zimmerpflanzenerde zurück, die mit Sand, Bims oder Tongranulat großzügig gemischt wird. In der Innenraumbegrünung setzt man den Bogenhanf erfolgreich in der Hydrokultur ein.

Als Gefäße werden flache standfeste Töpfe verwendet. Die Rhizome wachsen waagerecht, nur knapp unter der Bodenoberfläche. Die Abzugslöcher am Topfgrund werden mit Tonscherben überdeckt, die den Wasserabfluss sicherstellen. Eine Schicht Tongranulat, z.B. Blähton oder Lavagrus, schafft zusätzliche Gewähr der Drainage.

Mit einigermaßen guter Pflege füllen Sanseverien bald den Topf aus. Um ihre Entwicklung nicht zu bremsen, werden sie im Frühling umgetopft. Spätestens wenn die Wurzelstöcke über den Topfrand wachsen oder herausgedrückt werden, ist das Umtopfen ratsam. Eingegriffen werden sollte auch dann, wenn bei höheren Pflanzen die aufrechten Sprosse umkippen, weil die Verankerung im Boden nicht mehr gegeben ist. Die Pflanzen werden aus dem Substrat genommen, notfalls geteilt, verkleinert und in neues Substrat gesetzt. Bei großen Exemplaren wird jedes Frühjahr nur die obere Bodenschicht vorsichtig ausgetauscht. Bis die Pflanzen eingewurzelt sind, werden Wassergaben mäßig dosiert.

Wie pflegt man die Sansevieria richtig?

Trockenheitsverträgliche Wüstenpflanzen besitzen geringe Wasseransprüche. Man lässt die Erde an der Oberfläche bis zur nächsten Wassergabe antrocknen. Die Gießmenge wird maßvoll dosiert. Noch weniger Wasser erhalten die Pflanzen im Winter. Durch das eingeschränkte Lichtangebot können Sansevierien viel Feuchtigkeit unzureichend verarbeiten. In den Monaten von Oktober bis Februar lässt man den Wurzelballen bis zur Hälfte abtrocknen, bevor erneut gegossen wird. Beim Gießen werden nicht in die Rosetten, sondern die Erde seitlich daneben benetzt. Fallen die Temperaturen im Winterquartier unter 10°C, legen die Sansevierien eine Wachstumspause ein. Das Gießen ist in diesem Zeitraum vollständig einzustellen.

Gedüngt wird in der Wachstumsphase von März bis Oktober monatlich mit einem Kakteendünger oder einem schwächer dosierten Grünpflanzendünger. Die Nährstoffe kommen mit dem Gießwasser an die Wurzeln. Im Winter wird auf Düngungen der Zimmerpflanzen verzichtet.

Rückschnitte sind an Sansevierien in der Regel nicht erforderlich. Lediglich störende oder umgeknickte Blätter werden am Boden direkt über dem Rhizom abgeschnitten und entfernt.

 

Wie wird die Sansevieria vermehrt?

Vermehren lässt sich Bogenhanf recht einfach. Das kann durch Teilung der Rhizome im Frühjahr geschehen oder durch Blattstecklinge jüngerer Blätter. Die Teilung empfiehlt sich für variegate Sorten (buntlaubig), denn sie verlieren als vermehrter Blattsteckling oftmals ihre dekorative Färbung. Ebenfalls mit dem Umtopfen können rosettenbildende Sansevierien geteilt werden. Die Rosetten werden vorsichtig voneinander getrennt und einzeln wieder eingetopft.

Grünlaubige Sorten lassen sich problemlos durch Blattstecklinge vervielfältigen. Junge Blätter werden am Boden unmittelbar über den Rhizomen abgeschnitten. Mit einem scharfen Messer werden sie in 3 bis 5 Zentimeter lange Einzelstücke zerteilt. Die obere Schnittseite wird gerade, die untere leicht schräg angeschnitten. Diese Gedankenstütze hilft später, die Blattstücken an der richtigen Seite zu bewurzeln. Für einige Tage trocknen sie an der Luft ab. Anschließend werden die Blattstecklinge in feuchtes Vermehrungssubstrat mit der schrägen Schnittkante nach unten gesteckt. Am halbschattigen Standort bilden sich bei Zimmertemperatur am Ansatz kleine neue Rhizome. Bald darauf ist ein erster Austrieb junger Blätter sichtbar.

Mit Krankheiten und Schädlingen haben Sansevierien kaum zu tun. Staunässe im Boden stellt die größte Gefahr dar. Einsetzende Rhizomfäule führt zum frühen Pflanzentod. Eher selten tauchen Läuse auf oder Spinnmilben durch trockene Heizungsluft. 

 

Welche Verwendung hat die Sansevieria?

Nachdem vor etwa 300 Jahren die wärmeliebenden Pflanzen nach Europa kamen, fanden Sansevierien schnellen Zuspruch. Als zähe Lebenskünstler kommen sie mit Sonne wie mit Halbschatten klar, vertragen Staub, Lufttrockenheit und reagieren auf schlechte Urlaubspflege nicht nachtragend. Eine Grün- und Zimmerpflanze für jedermann, selbst für Gärtner ohne grünen Daumen.

 

Welche Sansevieria Arten gibt es?

Als Grün- und Zimmerpflanze sind mehrere Arten der Sanseverien zu finden.

  • Sansevieria trifasciata – Wichtigste Art mit vielen Kultursorten mit langen schwertförmigen Blättern
  • Sansevieria trifasciata 'Golden Hahnii' – Sorte mit zwergigen Rosetten und breiten gelben Streifen an den Blatträndern
  • Sansevieria trifasciata 'Laurentii' – Sansevierie mit langen aufrechten Blättern und quergestreifter dunkelgrüner Marmorierung und gelben Blatträndern
  • Sansevieria trifasciata 'Golden Hahnii' – kompakte Sorte mit kleinen Rosetten und silberner Bestreifung
  • Sansevieria cylindrica – Seltenere und langsam wachsende Art mit 2-zeiligen aufrechten Blätter und helleren Querstreifen

 

Ist die Sansevieria giftig?

Eine Giftigkeit von Sansevierien ist nicht bekannt. Die scharfkantigen Blattränder und die Blattspitze können unter Umständen Verletzungspotential bieten.

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