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Phalaenopsis richtig pflegen, umtopfen und gießen

Orchideen sind eine der faszinierendsten und artenreichsten Familen (Orchidaceae) im Pflanzenreich. Zu ihnen gehören mehr als 25.000 Arten und weit über 100.000 Hybriden. Eine Orchideengattung ist das Sinnbild aller Orchideen: Phalaenopsis, besser als Schwanen- oder Schmetterlings-Orchidee bekannt. Mittlerweile hat sich die wissenschaftliche Bezeichnung im allgemeinen Sprachgebrauch eingebürgert. Der Name Phalaenopsis stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt: „Falterartiges Aussehen“ und bezieht sich auf die schmetterlingshaft wirkenden Blüten. Knapp 75 Wildarten sind überwiegend in Südostasien, von Indien bis nach Australien, verbreitet. In gärtnerischer Kultur trifft man die reinen Arten fast ausschließlich bei Orchideensammlern und Liebhabern an. Im Handel sind großblumige Hybriden in spektakulären Farbzeichnungen verbreitet. Die Blüten scheint es in einem Farbspektrum zu geben, das grenzenlos erscheint. Nicht ohne Grund gehören Phalaenopsis zu den meist verkauften Zimmerpflanzen in Deutschland.

Schmetterlings-Orchideen wachsen in der Natur epiphytisch als Aufsitzerpflanzen in tropischen Wäldern mit vergleichsweise konstanten Temperaturverhältnissen. Dank der Züchtung sind aus den exotischen Orchideen hervorragende Zimmerpflanzen geworden. Im Gegensatz zu den wilden Arten lassen sie sich problemlos auf jedem Fensterbrett halten und begeistern den Zimmergärtner mit einer außerordentlich langen Blütezeit.

Phalaenopsis wachsen aus der Mitte heraus in die Höhe und bilden im Allgemeinen keine Seitenverzweigungen aus. Die Wurzeln sind fleischig dick, kaum verzweigt und ergrünen bei Lichtkontakt. An einem kurzen stabilen Stängel sitzen fleischige oder ledrige Blätter zweizeilig, zwei bis maximal sechs an der Zahl. Einige Züchtungen fallen durch marmoriertes Laub auf.  Seitlich der Sprossachse wachsen bogige bis überhängende Blütenschäfte aufrecht mit mehreren Blüten heraus. Die Blütenfarben variieren in nahezu allen Farbnuancen und den unterschiedlichsten Zeichnungen. Im Fachhandel werden mittlerweile sogar duftende Schmetterlings-Orchideen angeboten. Beeindruckend ist die lange Blütezeit von bis zu 4 Monaten.

Bei keinem Orchideenliebhaber fehlen Phalaenopsis auf der Fensterbank. Sie haben sich zu den wichtigsten Zimmerpflanzen vorgearbeitet und begeistern mit außergewöhnlichen Blütenfarben. Dank der Züchtung braucht man noch nicht mal mehr einen grünen Daumen für die zwischenzeitlich robusten Zimmerorchideen.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird die Phalaenopsis gepflanzt?

Als Standorte kommen für Phalaenopsis Blumenfenster in heller bis halbschattiger Lage und gleichmäßiger Temperatur zwischen 17 und 20° C in Frage. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, ansonsten drohen Blatt- und Blütenverbrennungen. Obwohl Heizungsluft alles andere als optimal ist und die Zimmerorchideen Luftfeuchtigkeit bevorzugen, halten sie mittlerweile dank intensiverer Züchtungsarbeit gut durch.

Experten setzen auf eigene Erdmischungen, die auf Erfahrungen und Experimentierfreude basieren. Für den Hausgebrauch verendet man als Substrat handelsübliche Orchideenerde. Durch ihre Zusammensetzung aus Rinde und Torf bzw. Kokosfasern ist sie gut durchlässig, locker und krümelig. Auf ein häufiges Ändern der Substratmischungen wird verzichtet. Haben sich die Orchideen an die Erde gewöhnt, haben sie mit anderer Erde ihre Probleme. Ebenso empfindlich reagieren sie auf Staunässe, die dringlichst vermieden werden muss.

 

Wie topft man die Phalaenopsis richtig um?

Umgetopft wird die Phalaenopsis alle zwei Jahre, wenn das Substrat erschöpft und der Topf zu klein geworden ist. Die Umpflanzarbeiten bieten sich im Frühjahr oder im Herbst an. Die Pflanzen werden vorsichtig aus dem Topf genommen, ohne Wurzeln dabei zu beschädigen. Das alte Substrat wird abgeschüttelt und mögliche faulige Wurzeln mit einem scharfen sterilen Messer sauber abgeschnitten. War der Topf zu klein, wird ein geringfügig größerer Topf nun verwendet. Man setzt die Pflanze ins Gefäß und füllt das Substrat an den Wurzeln vorbei ein. Ein Andrücken ist genauso wenig wie das Angießen erforderlich. Die ersten zwei Wochen wird die Orchidee nur besprüht statt gewässert. Erst wenn sich neue Blätter bilden, werden sie gegossen oder im Wasserbad getränkt.

Wie wird die Phalaenopsis richtig gepflegt?

Als Epiphyten reagieren Schmetterlings-Orchideen auf Staunässe empfindsam. Das richtige Maß zu finden ist für Ungeübte die größte Herausforderung. Zum Gießen verwendet man nur kalkfreies oder Regenwasser, idealerweise in Zimmertemperatur. Überschüssiges Wasser im Untersetzer wird einige Minuten nach dem Gießen abgeschüttet. Orchideenkenner bevorzugen Tauchbäder. Die Pflanzen werden in der Wachstumszeit zwei- bis dreimal pro Woche für einige Minuten ins Wasserbad gestellt, z.B. im Eimer. Anschließend lässt man die überschüssige Feuchtigkeit ablaufen. Wenn kein Wasser mehr aus den Abzugslöchern tropft, kann die Phalaenopsis zurück in den dekorativen Übertopf. Im Winter reduziert man die Wassergaben auf etwa einmal wöchentlich. Der restliche Wasserbedarf wird durch tägliches Benebeln gewährleistet.

Orchideen sind generell genügsam in ihrem Nährstoffbedarf. Düngungen sind eher schädlich statt förderlich. Monatlich kann dem Gießwasser ein schwach dosierter Orchideendünger beigefügt werden. Im Winter sind die Nährstoffgaben jedoch einzustellen.

 

Wie wird eine Phalaenopsis richtig geschnitten?

Konkrete Schnittmaßnahmen sind für die Orchideenkultur nicht notwendig. Vertrocknete oder abgeblühte Pflanzenteile werden regelmäßig entfernt. Sinnvoll können Wurzelschnitte sein, wenn die Pflanze beim Umtopfen lange Wurzeln zeigt und einen kümmerlichen Eindruck macht. Die Schnittgeräte sind vor der Verwendung zu desinfizieren. Schnittwunden bieten Schaderregern, insbesondere Pilzinfektionen offene Eintrittspforten.

Die Vermehrung von Phalaenopsis erfolgt entweder durch Samen oder durch Kindel. Der generative Weg mit Samen bleibt weitestgehend den Spezialisten und Laboren vorbehalten. Üblich ist das Teilen bzw. für Orchideen das Abnehmen der Kindel. An der Pseudobulbe entstehen neue Pflänzchen, die im Zuge des Umtopfens abgetrennt und in eigene Töpfe gepflanzt werden. Das Teilen der Schmetterlings-Orchideen hält die Pflanzen vital und blühfreudig.

Schädlich als Krankheiten und Schädlinge sind falsche Pflege bzw. Übernässungen. Sobald zu viel gegossen wird, lässt Wurzelfäulnis nicht lange auf sich warten. Dazu gesellen sich weitere Krankheiten, wie Grauschimmel. Dieser zeigt sich durch einen gräulich-weißen Belag auf den Blättern. Weniger oft werden Phalaenopsis von Schädlingen befallen. Eine regelmäßige Kontrolle zeigt frühzeitig einen Befall durch Spinnmilben, Blatt- und Schildläusen, sowie Thripsen (Fransenflügler) an.

 

Welche Verwendung hat eine Phalaenopsis?

Als tropische Zimmerorchidee hat sich die Phalaenopsis bereits seit längerer Zeit einen Namen gemacht und an vielen Blumenfenstern ihren Platz erkämpft. Mit ihren großen prächtigen Blüten gilt sie als der Inbegriff aller Orchideen. Man findet die Schmetterlings-Orchidee heute in nahezu jedem Haushalt, denn sie blühen über Monate in herrlichen Farben und ihre Pflege ist einfacher als man zunächst vermutet.

 

Welche Arten gibt es?

Von den Schmetterlings-Orchideen gibt es 74 Arten, die in Südostasien beheimatet sind. Wildarten sind selten im Handel, sondern fast ausschließlich bei Orchideenliebhabern als beliebte Sammelobjekte zu finden. Beim überwiegenden Teil der Phalaenopsis handelt es sich um tausende Hybriden aus gärtnerischer Züchtungsarbeit. Sie sind für die Zimmerkultur geschaffen und begeistern mit wundervollen Blüten.

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