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Geldbaum richtig pflegen, schneiden und vermehren

Zweifellos hätte jeder gern einen, aber warum hat nicht jeder einen Geldbaum? Den gibt es tatsächlich. Auch wenn der Gedanke nur zu schön wäre, aber leider wachsen keine Noten an seinen Zweigen. Der Geldbaum, auch als Portulak-Dickblatt, Pfennig-, Taler- oder Jadebaum bekannt, ist eine von ca. 200 Arten der Dickblätter (Crassula). Seinen Namen soll das immergrüne Gehölz seinen münzähnlichen Blättern verdanken. Im Englischen kennt man ihn als Freundschaftsbaum (Friendship tree) oder Glücksbaum (Lucky tree).

Dickblätter sind einjährige oder sukkulente, immergrüne bis baumartige Sträucher überwiegend aus dem südlichen Afrika. Sie kommen als Winzlinge vor, erreichen aber auch Höhen von mehreren Metern. Der Geldbaum (Crassula ovata) bildet einen verholzten und viel verzweigten Spross. In seiner Heimat erreicht er eine Höhe von bis zu 2,5 Meter. Diese Wuchshöhe traut man einer kleinen Pflanze nicht zu, die man vielleicht gerade frisch erworben hat. Realistisch sind bei uns Wuchshöhen von 50 Zentimetern bis einen Meter. Schließlich wird der Geldbaum hierzulande im Topf als Zimmerpflanze gehalten. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich sein Wachstum deutlich.

Die Basis verkahlt und es wird ein dicker Stamm ausgebildet. Die Äste und Zweige werden mit der Zeit immer stärker. Im jungen Stadium sind sie grünlich und färben sich später braun. An ihnen entwickeln sich dickfleischige ovale Blätter mit kaum sichtbaren Stielen von leuchtend mittel- bis dunkelgrüner Farbe. Markant ist die rötliche Umrandung der Blätter.

Blüten erscheinen erst an älteren Exemplaren, meist am Ende des Winters. Wie kleine Sterne leuchten sie in weiß oder rosa. Hinzu kommt ein süßlicher verführerischer Duft. Kapselfrüchte mit Samen werden von der Sukkulente in unserer Region kaum bis überhaupt nicht ausgebildet.

Der Geldbaum ist bei uns eine beliebte Zimmerpflanze, die den Sommer auch auf der Terrasse verbringen kann. Experten haben die Schnittverträglichkeit des sukkulenten Strauchs zum Bonsai entdeckt. Im Handel gibt es zahlreiche Sorten der Zimmerpflanze – von klein bis groß, von grün bis buntlaubig.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird der Geldbaum richtig gepflanzt?

Einen geeigneten Standort für den Geldbaum zu finden, ist nicht sonderlich schwierig. Wenn es die Möglichkeiten erlauben, findet das afrikanische Gehölz einen hellen Platz auf der sommerlichen Terrasse. In Räumen bieten sich helle Fensterlagen an, jedoch ist Heizungsluft unerwünscht. Ob drinnen oder draußen, zu dunkel sollte die Zimmer- und Kübelpflanze nicht stehen. Sparriger Wuchs und mangelnde Blühfreude sind die Folge.

Als Substrat eignet sich normale Pflanzerde, die mit Sand, Tongranulat oder Lavasplitt vermischt wird. Sie sorgt für eine bessere Durchlässigkeit und erhöht die Luftführung im Boden. Statt Sand oder Tonmineralen kann auch magere Kakteenerde verwendet werden. Wichtig ist, dass am Topfgrund große Abzugslöcher mit überdeckten Tonscherben den Wasserabzug garantieren.

 

Wie topft man den Geldbaum um?

Von Zeit zu Zeit empfiehlt es sich, das Substrat zu tauschen und dem Geldbaum neuen Schwung zu verleihen. Insbesondere in wachstumsstarken jungen Jahren darf das Umtopfen nicht vernachlässigt werden. Aller drei Jahre empfiehlt sich das Intervall in den ersten 10 Jahren, später ist das Umtopfen nur alle fünf Jahre notwendig. Diese Arbeiten werden am besten im Frühling vor dem Umzug auf die Terrasse vorgenommen. Wintermonate sind eher ungeeignet, denn das Wachstum ruht und die Pflanze hat Schwierigkeiten, Wurzelbeschädigungen zu regenerieren. Sollte der Wurzelballen stark durchwurzelt sein und sich nur schwer lockern, wird ein etwas größeres Pflanzgefäß zur Weiterkultur gewählt.

Wie pflegt man den Geldbaum richtig?

Sukkulenten haben grundsätzlich ein Problem mit zu viel Feuchtigkeit. Daher werden sind stets durchlässige Substrate zu verwenden. Beim Gießen gilt der Grundsatz: Maßvoll gießen. Staunässe und feuchte Füße sorgen alsbald für Fäulnis und Wurzelschäden. Die Wassermenge richtet sich nach dem Wetter bzw. dem Verbrauch der Pflanze. An sonnigen warmen Tagen verdunstet der Geldbaum deutlich mehr als zu kühlen bedeckten Zeiten. Mit dem Finger ist es ein Leichtes, den Feuchtigkeitsgrad des Substrates abzuschätzen und die richtige Wassermenge zu dosieren. Zurückhaltung beim Wässern ist besonders zur lichtarmen Winterzeit gefragt.

Nährstoffe erhält der Geldbaum während der Wachstumsphase bis spätestens September monatlich mit einem Sukkulenten- und Kakteendünger. Danach gibt man ihm Zeit, das Gewebe und Holz bis zur Wachstumsruhe im Winter auszuhärten.

Dem Geldbaum bekommt es, wenn er den Sommer im Freien auf der Terrasse verbringen darf. Damit spürt er den Jahreszeitenwechsel deutlich und belohnt das mit einer besseren Blütenbildung im Folgefrühjahr. Den Winter verschläft der Geldbaum im kühlen hellen Winterquartier. Vor der ersten Frostgefahr holt man ihn ins Haus. Dabei kontrolliert man die Pflanze auf Krankheits- und Schädlingssymptome. Ein Problem kann im Boden stecken, denn Wurzelläuse setzen dem Geldbaum zu. Weiße pulverförmige Ausscheidungen sind ein Indiz für ihr Vorhandensein. Etwas mehr Feuchtigkeit vertreibt die Schädlinge in der Regel. Zeigt das Mehr an Feuchtigkeit keine Wirkung, muss ein Insektenbekämpfungsmittel (Insektizid) angewendet werden.

 

Wie schneidet man den Geldbaum richtig?

Geldbäume entwickeln in der Natur einen krummen Schiefwuchs. Wenig zierend für Zimmer und Terrasse, weshalb Schnittmaßnahmen ratsam sind. Außer der Form wachsende Triebe werden so gekürzt, dass keine Stummel stehen bleiben. Aus darunterliegenden Knospen treibt der Geldbaum zuverlässig wieder aus. Um glatte Schnitte zu erreichen, wird eine scharfe Schere verwendet.

Für echte Experten ist die Schnittverträglichkeit zur Bonsai-Kultur interessant. Damit diese besondere Kulturform gelingt, muss der Geldbaum bereits als Jungpflanze regelmäßig beschnitten werden.

 

Wie vermehrt man den Geldbaum?

Die Vermehrung des Geldbaumes ist denkbar einfach. Die Triebenden werden nach der Blüte abgeschnitten und im Wasserglas oder Vermehrungssubstrat bewurzelt. Nach kurzer Zeit setzt die Wurzelbildung ein und zeigt durch einsetzendes Triebwachstum an.

 

Welche Verwendung hat der Geldbaum?

Der Geldbaum ist eine beliebte und pflegeleichte Zimmer- und Kübelpflanze, die durch ihr immergrünes Laub begeistert. Ihre Ansprüche sind gering, wodurch sie auch für Blumeneinsteiger empfehlenswert ist. Geübte Schnittkünstler haben den Geldbaum für die Bonsaikultur entdeckt. Es gibt einige besondere Formen, die beispielsweise durch einen kompakten Wuchs (Crassula ovata 'Hobbit' und Crassula ovata 'Minima'), weißgrün-panaschiertes Laub (Crassula ovata 'Variegata') oder gelbgrün-rotumrandete Blätter (Crassula ovata 'Hummels Sunset') auffallen.

 

Ist der Geldbaum giftig?

Dickblattgewächse sind in der Regel ungiftig, können aber durch den Gehalt an organischen Säuren (z.B. Apfelsäure und Isozitronensäure) bei empfindlichen Menschen leichten Vergiftungserscheinungen hervorrufen.

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