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Monstera richtig vermehren, schneiden und umtopfen

Das Fensterblatt, besser bekannt als Monstera, ist als Zimmerpflanze in vielen Wohnräumen anzutreffen. Kaum eine andere Grünpflanze kann mit ihren großen einzigartigen Blättern so begeistern.

Botanisch wird das Fensterblatt Monstera deliciosa genannt. Die genaue Namensherkunft ist ungeklärt, wird sich jedoch vermutlich auf die unnatürlich gelöcherten Blätter beziehen. Die Gattung hat 22 Arten, meistens immergrüne Kletterpflanzen aus den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Sie wachsen zuweilen epiphytisch mit Luftwurzeln auf Baumstümpfen und anderen Pflanzen. Sobald die Luftwurzeln an den Blattachseln des Sprosses Bodenkontakt haben, versorgen sie die Pflanzen mit Nährstoffen. Die Blätter sind wechselständig angeordnet und zeigen je nach Art unterschiedliche Blattformen. Meist sind sie eiförmig und variieren von ganzrandig, gelappt bis tief eingeschnitten und fiederspaltig.

Die Monstera gehört zur Familie Aronstabgewächse (Araceae). Sie hat ihre Heimat in den Regenwäldern von Süd-Mexiko bis nach Panama. Dort wächst sie kletternd bis 20 Meter an Bäumen hinauf. In Europa ist sie seit Mitte des vorletzten Jahrhunderts bekannt. Seitdem wird sie in Gärtnereien als schnellwachsende Grünpflanze kultiviert. Ihre Beliebtheit verdankt sie den vielfältig geschlitzten Blättern, die zur Begrünung von großzügigen Räumen dienen.

Scheinbar alles ist an dieser tropischen Kletterpflanze überdimensioniert. Blätter, ihre tiefe Schlitzung, aber auch das ganze Erscheinungsbild wirkt monströs. Auffällig ist die Wandlungsfähigkeit des Laubes. Sind junge Blätter noch ganzrandig, entwickeln sie mit zunehmendem Alter eine tief-geschlitzte Blattform. Kaum verzweigte Sprosse streben nach oben und fordern eine Stütze zum Umklammern. Ältere Exemplare des Fensterblattes bilden im Frühjahr kolbenartige Blüten (Spadix) mit einem bis zu 20 cm blumenblattartigen Hüllblatt (Spatha), ähnlich einer weißen Calla. Hierzulande bekommt die vergleichsweise winzigen Blüten kaum oder nie zu Gesicht. Interessant ist die Artbezeichnung „deliciosa“. Sie bezieht sich auf die essbaren, fruchtig nach Ananas schmeckenden Früchte. In der Zimmerkultur braucht man mit den gelblich-braunen Früchten nicht zu rechnen. In botanischen Gärten hingegen lässt sich der kolbenförmige Fruchtansatz manchmal entdecken. Die restlichen Pflanzenteile sind unbekömmlich bzw. werden als giftig bewertet. Der Pflanzensaft kann Hautreizungen hervorrufen.

In Räumlichkeiten hat sich das Fensterblatt als Grün- und Zimmerpflanze bewährt. Schnell nimmt sie eine führende Stellung ein und scheint ihre grünen Nachbarn zu dominieren. Sie ist pflegeleicht und verträgt das Zimmerklima ohne große Probleme. Mit ihren großen Blättern verbessert die tropische Grünpflanze die Raumluft, sorgt für eine höhere Luftfeuchte und wirkt mit ihrem Blattgrün beruhigend. Als noch einfacher und pflegeleichter wird die Kultur der Monstera in der Hydrokultur eingestuft.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird eine Monstera richtig gepflanzt?

Die Monstera wird als Grün- und Zimmerpflanze im Topf gezogen. Sie ist robust und scheint fast jeden Standort zu tolerieren. Sie benötigt einen hellen, jedoch keinesfalls vollsonnigen Platz. Die Grünpflanzen können direkt am Fenster stehen oder im indirekten Licht im warmen Raum. Die Monstera ist starkwüchsig und breitet sich üppig aus. Entsprechend viel Platz ist der Grünpflanze einzuräumen. Die Temperatur darf nicht unter 20°C absinken. Eine höhere Luftfeuchtigkeit ist für die gesunde Pflanzenentwicklung von Vorteil. Zu trockene Zimmerluft führt dauerhaft zu braunen und unansehnlichen Blatträndern.

Für die Kultur bietet hochwertige Zimmerpflanzenerde nahezu alles, was die Monstera zum Gedeihen benötigt. Alternativ kann die Hydrokultur gewählt werden. Die Topfpflanze wird in ein neutrales und steriles Tongranulat gepflanzt. Mit jedem Wässern wird ihr eine Nährlösung verabreicht. Das Tongranulat besitzt nicht die Fähigkeit, Nährstoffe zu absorbieren und der Zimmerpflanze zur Verfügung zu stellen. Ohne regelmäßige Düngung vergilbt und verhungert das blattreiche Tropengewächs. Sowohl die Pflanzung als auch das Umpflanzen kann jederzeit vorgenommen werden. Die Monstera kennt keine direkte Ruhezeit. Lediglich im Winter stockt die Ausbildung junger Blätter.

 

Wie topft man eine Monstera richtig um?

Umgetopft wird regelmäßig alle ein bis zwei Jahre. Stehen die Monstera-Pflanzen zu lange im gleichen Erdsubstrat, kann es zu Fäulnis im Wurzelbereich kommen. Große Exemplare werden vor dem Umtopfen zurückgeschnitten. Fensterblätter sind gut schnittverträglich und tolerieren auch kräftigere Rückschnitte. Nach dem Herausnehmen aus dem Topf wird die Erde abgeschüttelt. Faulige Wurzelteile werden abgeschnitten und lange verfilzte Wurzeln eingekürzt. Anschließend wird die Monstera ins gesäuberte oder ein größeres Gefäß in der gleichen Höhe eingesetzt. In frischer Erde braucht es nicht lange, neue Austriebe zu erkennen.

Wie pflegt man eine Monstera richtig?

So anspruchslos die Monstera ist, so gering sind ihre Pflegeansprüche. Sie verbringt das gesamte Jahr im Zimmer. Um ihren kletternden Wuchs entgegenzukommen, wird der Pflanze eine Hilfe oder Stütze zum Festhalten und Hochstreben gegeben. Lange Triebe werden mit einer locker sitzenden Schnur oder Kabelbinder befestigt. Die Stütze sollte so viel Stabilität aufweisen, dass sie den, mit der Zeit gewichtigen Spross tragen kann.

 

Wie gießt man eine Monstera?

Trockene warme Zimmerluft sorgt für eine geringe Luftfeuchtigkeit, die bei der tropischen Regenwaldpflanze zu braunen Blatträndern führt.  Entgegenwirken lässt sich mit dem Besprühen der Blätter. Kalkfreies Wasser verhindert weiße Flecken auf dem dunklen Blattgrün. Die Luftfeuchtigkeit wird direkt am Blatt erhöht und verbessert gleichzeitig das Raumklima. Die Monstera wird regelmäßig gewässert und die Gießmenge dem Bedarf angepasst. Das Substrat darf nicht austrocknen und bleibt immer feucht. Staunässe sollte trotz ihrer Feuchtigkeitsliebe dennoch nicht auftreten.

 

Wie wird eine Monstera richtig gedüngt?

Gedüngt wird von März bis Oktober monatlich mit einem Grün- oder Zimmerpflanzendünger. Häufiger, und zwar mit jeder Wassergabe, werden Fensterblätter in Hydrokultur gedüngt. Ihnen wird beim Gießen eine Nährstofflösung statt Wasser gegeben.

Schädlinge wagen sich nur selten an die Monstera. Trotzdem lässt sich ein Befall von Schildläusen und Roter Spinne nicht immer vermeiden. Mit einem Pflanzenschutzmittel für Zimmerpflanzen bekommt man die Plagegeister gut in den Griff.

 

Wie vermehrt man die Monstera?

Die Vermehrung der Fensterblätter ist ausgesprochen einfach. In den Blattachseln bilden sich Luftwurzeln. Stammstecklinge werden ins Erdsubstrat umgesetzt und bewurzeln weiter. Ebenso ist die Bewurzelung von Kopfstecklingen möglich. Hierzu wird ein langer Trieb abgeschnitten und die untere Blattachsel in ein Wasserglas gestellt. Bereits nach kurzer Zeit bilden sich junge Wurzeln im warmen Wasser.

 

Wie schneidet man eine Monstera?

Die Monstera ist ein einnehmendes Wesen mit einem starken Wachstum. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann Rückschnitte notwendig sind. Die Schnittmaßnahmen können jederzeit durchgeführt. Sie werden den vorherrschenden Platzverhältnissen angepasst. Radikale Rückschnitte werden am besten im Zuge des Umtopfens im Frühling durchgeführt. Bei alten Exemplaren ist es sinnvoller, sie durch Stecklinge zu vermehren und als Jungpflanze weiterzubringen.

 

Welche Verwendung hat die Monstera?

Das Fensterblatt bzw. die Monstera ist aus der Innenraumbegrünung nicht mehr wegzudenken. Sie ist wüchsig, gut standorttolerant, bescheiden in ihren Pflegeansprüchen und macht als Blattpflanze viel her. Die tropische Schönheit gehört damit zu den bekanntesten Zimmerpflanzen. Da sie die Hydrokultur verträgt, leistet sie häufig in der professionellen Innenraumbegrünung gute Dienste.

 

Welche Monstera Arten gibt es?

Hauptsächlich wird die reine Art (Monstera deliciosa) oder die kompakt wachsende Form 'Borsigiana' als Grünpflanze für das Zimmer angeboten. Buntlaubig sind die Sorten 'Albovariegata' mit weißen unregelmäßigen Blattflecken und 'Variegata' mit cremeweißer Blattmusterung.

 

Ist eine Monstera giftig?

In ihrer Heimat sind die reifen Früchte essbar. Bei uns entwickeln sich kaum Blüten geschweige Früchte. Alle Pflanzenteile sind ansonsten unbekömmlich und gelten als schwach giftig. Der Pflanzensaft führt zu Reizungen der Haut und Schleimhäute.

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