Zurück

Drachenbaum richtig pflegen, schneiden und vermehren

Drachenbäume klingen dem Namen nach furchteinflößend. Dabei handelt es sich um attraktive und beliebte Zimmerpflanzen mit einem Hauch Exotik. Die Gattung Dracaena umfasst nach aktueller Taxanomie etwa 100 verschiedene Arten. Wie ihre Erscheinung bereits vermuten lässt, ist sie mit den Agaven verwandt und gehört ihrer Familie (Agavaceae) an. Die Heimat der Drachenbäume befindet sich überwiegend in Westafrika, dem tropischen Afrika, bis nach Südostasien, vereinzelt auf den Kanarischen Inseln, sowie dem tropischen Amerika. Sie wachsen als wenig verzweigte Immergrüne strauch- oder baumförmig in Wäldern, Strauch- und offenen Hanglagen. Drachenbäume bilden lanzettliche bis riemenförmige Blätter, die spiralig bis schopfartig die Sprossenden umfassen. Die Blätter sind häufig sattgrün, aber auch gelb- oder weiß-grün panaschiert. Die kleinen duftenden Röhrenblüten, angeordnet in endständigen Rispen, bekommt man in unseren Breiten so wenig zu Gesicht wie die nachfolgend roten oder gelben Beeren.

Der botanische Name stammt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt „weiblicher Drache“ bzw. „Schlange“. Der bekannte Kanarische Drachenbaum (Dracaena draco) besitzt ein blutrotes Harz, das als Drachenblut bezeichnet wurde. Dieses sogenannte Drachenblut und das Harz weiterer Arten wurde früher, teilweise bis heute für Farben und die Malerei bzw. zum Färben verwendet. Drachenbäume werden häufig mit Keulenlilien (Cordyline) und Palmlilien (Yucca) in einen Topf geworfen. Ein deutlicher Unterschied zwischen Keulenlilie und Drachenbaum befindet sich unter der Erde. Keulenlilien haben dicke weiße Wurzeln und unterscheiden sich zu den dünnen gelblichen Wurzeln der Drachenbäume.

In Kultur befinden sich einige Drachenbaum-Arten. Sie sind als Zimmerpflanzen beliebt und können teilweise den Sommer im Freien verbringen. Als Topfpflanze sind sie pflegeleicht und robust. Wenn der Wintergarten mehr Platz bietet, können Drachenbäume ausgepflanzt werden. Sie entwickeln sich zu großen Exemplaren, die das Flair eines Tropenhauses schaffen.

 

Inhaltsverzeichnis:

 

Wie wird ein Drachenbaum richtig gepflanzt?

Drachenbäume werden in Mitteleuropa als dekorative Grün- und Zimmerpflanze verwendet. Überwiegend werden sie in Töpfen und Kübeln gehalten. Beliebt sind sie sowohl im privaten Wohnraum, als auch bei der Innenraumbegrünung im Büro. Die beiden Arten Dracaena draco (Kanarischer Drachenbaum) und Dracaena fragrans gelten als robust. Sie können den Sommer auf einem hellen Balkon oder einem sonnengeschützten Standort auf der Terrasse verbringen. Alle Drachenbäume fordern helle Plätze, reagieren aber auf volle Mittagssonne empfindlich. Die Blätter trocknen bei starker Einstrahlung von den Spitzen her ein. In der Zimmerkultur bieten sich ost- oder westseits gerichtete Fenster an. Südfenster eignen sich bedingt, insofern größere Pflanzen die Drachenbäume schattieren. Rein grünlaubige Arten vertragen auch lichtärmere Standorte, wie sie beispielsweise an Nordfenstern zu finden sind.

Bei den Substratansprüchen sind Drachenbäume nicht wählerisch. Gute Zimmerpflanzenerde erfüllt soweit alle Anforderungen der Exoten. Der PH-Wert kann von schwach sauer bis neutral (5,5 bis 7) variieren. Fast alle normalen Kultursubstrate liegen in diesem Bereich. Zu beachten ist, dass der Topf einen guten Wasserabzug bietet. Staunässe wird von Drachenbäumen nicht vertragen. Wer es gern mit dem Gießen übertreibt, kann dem Substrat Blähton einmischen. Das Granulat erhöht die Durchlässigkeit und reduziert die Gefahr von Staunässe. Alternativ ist die Kultur erdlos in Seramis möglich, denn Drachenbäume vertragen Hydrokultur recht gut. Das Tongranulat kann jedoch keine Nährstoffe wie gewöhnliche Erden speichern. Um ein Hungern der Pflanze zu vermeiden, werden Nährlösungen zum Wässern verabreicht. Die Hydrokultur hat sich speziell in Räumen mit wenig Luftfeuchtigkeit bewährt.  

 

Wie topft man Drachenbaum richtig um?

Regelmäßig, spätestens alle zwei bis drei Jahre werden Drachenbäume umgetopft. Da es sich um Zimmerpflanzen handelt, kann im Grunde ganzjährig mit Ausnahme des Winters umgepflanzt werden. Die Lichtarmut im Winter sorgt bei Drachenbäumen, wie auch bei anderen Zimmerpflanzen für ein eingeschränktes Wachstum bzw. eine Ruhezeit. Beim Umtopfen wird die alte Erde grob von den Wurzeln geschüttelt und totes Pflanzenmaterial sauber entfernt. Gestutzt werden auch lange verfilzte Wurzeln. Das Kappen bewirkt die Bildung neuer Wurzeln. Je nach Pflanzen- und Ballengröße kann der gleiche Topf wiederverwendet oder ein größerer Topf als Pflanzgefäß dienen. Wird auf den gleichen Topf zurückgegriffen, ist eine gründliche Reinigung notwendig.

Wie pflegt man den Drachenbaum richtig?

Die Pflege von Drachenbäumen ist so einfach, dass man die Pflanzen getrost Anfängern ohne grünen Daumen empfehlen kann. Normale Zimmertemperaturen zwischen 20 und 25°C gelten sind optimal. Das Lichtangebot am Fenster reicht den immergrünen Zimmerpflanzen fast immer aus. Wird das Gießen nicht zu häufig vergessen, nehmen Drachenbäume das auch nicht übel. Selbstverständlich ist eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit besser. In Zimmerbedingungen kann es bei trockener Heizungsluft zu Blattnekrosen (braune und eingetrocknete Blattränder und -spitzen) kommen. Regelmäßiges Besprühen der Blätter schafft etwas mehr Luftfeuchte am Blatt und verbessert das Mikroklima um die Pflanze. Im Winter reduziert man die Wassergaben und prüft vor dem Gießen, ob das Substrat noch feucht ist. Durch das geringe Lichtangebot können Drachenbäume nur weniger Wasser verdunsten.

 

Wie düngt man einen Drachenbaum?

Düngungen sind in normaler Erde alle 2 bis 4 Wochen mit einem Grünpflanzen- oder Volldünger nötig. Die Dosierung ist abhängig von der Zusammensetzung und richtet sich nach den Vorgaben des Herstellers. Vom Spätsommer bis in den Herbst werden die Düngergaben reduziert, damit die Drachenbäume Festigkeit im Zellgewebe aufbauen können.

Pflanzenschutz kann ein Thema in geschlossenen Räumen werden. Spinnmilben, Thripse und Schildläuse können die Zimmerpflanzen befallen. Bevor ein Pflanzenschutzmittel angewendet wird, sollte das Abduschen probiert werden. Schildläuse können mit den Fingern abgekratzt werden.

 

Wie wird ein Drachenbaum geschnitten?

Drachenbäume benötigen keine regelmäßigen Schnittmaßnahmen, wie man es von normalen Gehölzen kennt. Rückschnitte erfolgen, wenn die Pflanzen zu groß werden oder Schwäche zeigen. Dann werden sie im zeitigen Frühjahr radikal eingekürzt. Am unteren Stamm sitzen schlafende Augen, aus denen die Drachenbäume zu neuem Leben erwachen. Braune Blattspitzen oder vertrocknete Blätter im unteren Bereich werden regelmäßig entfernt.

 

Wie vermehrt man den Drachenbaum?

Samen werden von den Drachenbäumen kaum ausgebildet. Daher ist es sinnvoller, halbverholzte Stecklinge oder unbelaubte Sprossabschnitte zu bewurzeln. Der Rückschnitt kann hierfür verwendet werden, auch wenn der Sommer als Vermehrungszeit besser geeignet ist. Die langen Sprosszweige werden wie Steckhölzer in mehrere, ca. 10 bis 15 cm lange Stücken geschnitten und ins Vermehrungssubstrat gesteckt. Bei hoher Bodenwärme zeigen sich bald kleine Blätter, die auf eine Wurzelbildung hindeuten.

 

Welche Verwendung haben Drachenbäume?

Drachenbäume sind pflegeleichte und anspruchslose Pflanzen für die Zimmerkultur. Ihr großes Laub filtert die Luft, schafft ein besseres Wohnklima und sorgt mit dem Blattgrün für ein entspanntes Wohlfühlen. Drachenbäume findet man häufig bei der Innenraumbegrünung in Büros, da sie sehr anspruchslos sind. Widerstandsfähige Arten finden während des Sommers einen Platz auf dem hellen Balkon oder der schattierten Terrasse.

 

Welche Drachenbaum Arten gibt es?

Für die Zimmerkultur eignen sich mehrere Arten von Drachenbäumen. Teilweise gibt es Selektionen als panaschierte Sorten.

  • Dracaena draco (Kanarischer Drachenbaum) – Robuster und bekannter Drachenbaum mit langsamem, teilweise ausladendem Wuchs.
  • Dracaena fragrans – Beliebter, rein grünlaubiger Drachenbaum mit geringen Ansprüchen mit einer Wuchshöhe bis 150 cm. Interessant sind seine panaschierten Sorten 'Lindenii' (mit cremeweißen Rändern), 'Massangeana' (gelbgrüne Bänderung entlang des Blattes) oder 'Victoria' (mit breiten gelb-gestreiften Blättern)
  • Dracaena marginata – Anspruchslose und pflegeleichte Drachenbaum-Art mit mäßigem Wuchs. Optisch interessant ist die mehrfarbige Sorte 'Tricolor'.

 

Ist der Drachenbaum giftig?

Zur Giftigkeit des Drachenbaumes gibt es widersprüchliche Angaben und zu wenige wissenschaftliche Nachweise. Bekannt ist, dass die seltene Buntgefleckte Drachenlilie (Dracaena surculosa) giftige Saponine enthalten soll. Ebenso werden Dracaena fragrans giftige Inhaltstoffe nachgesagt.

nach oben