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Clusia richtig vermehren und pflegen

Eine außergewöhnliche Zimmerpflanze stellt der Balsamapfel (Clusia major) dar. Mitunter nennt man ihn kurzerhand bei seinem botanischen Gattungsnamen Clusia. Mehr als 300 Geschwister besitzt der Balsamapfel, die von Mittel- bis nach Südamerika in den Subtropen und Tropen heimisch sind. Das Verbreitungsgebiet des Balsamapfels ist auf wenige Inseln in der Südkaribik bzw. den Antillen sehr begrenzt und isoliert.

Rein optisch erinnert der immergrüne Balsamapfel auf den ersten Blick an einen Gummibaum. Trotz der Ähnlichkeit besteht zwischen beiden Pflanzen keinerlei Verwandtschaft. Die Clusia entwickelt sich an den Naturstandorten zu einem offenen Strauch oder kleineren Baum mit einer Höhe von über 10 Metern. Diese Wuchshöhe ist für den Balsamapfel im Topf nicht erreichbar. Realistischer sind 3 Meter ausgepflanzt im Wintergarten oder weniger als ein Meter auf der Fensterbank. Die Sträucher wachsen halbepiphytisch, indem sie anderen Pflanzen teilweise aufsitzen und Luftwurzeln bilden. Die Samen fallen in Astgabeln, keimen an Ort und Stelle. Die Wurzeln wachsen gen Erdreich nach unten. Die Trägerpflanze wird dabei nicht parasitiert. Dickfleischige Blätter sind gegenständig an den Trieben der Clusia angeordnet. Sie sind von ovaler Form und laufen spitz zu. Dekorativ wirkt der glänzend dunkelgrüne Farbton des immergrünen Laubes. Während des Sommers öffnen sich große trichterförmige Blüten, die einen Rosencharakter aufweisen und in weißen oder rosa Farbtönen erscheinen. Selbst wenn man sie nicht sehen kann, lassen sie sich erschnuppern. Ein wundervoller Vanilleduft umschmeichelt die Nase ab der ersten Blütenöffnung. Bei der Zimmerkultur zeigen sie sich nicht in jedem Falle. Voraussetzung sind gute Pflege und optimale Lichtverhältnisse. Weitaus geringer ist die Chance, Früchte oder Samen an der Pflanze zu entdecken. In der Natur bilden Balsamäpfel grüne Kapselfrüchte mit Samen, die an Zimmerpflanzen mehr als unwahrscheinlich sind.

Clusia oder zu Deutsch Balsamäpfel sind exotische Blattschmuckpflanzen für die Fensterbank und Innenräume. Bisher sind sie noch weitgehend wenig verbreitet und man trifft die Zimmerpflanze nur vereinzelt bei Pflanzenliebhabern an. Mit etwas Geschick gelingt die Kultur und begeistert mit dekorativen Laub und Blüten.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird die Clusia richtig gepflanzt?

Balsamäpfel wünschen einen hellen, jedoch sonnenschattierten Standort, zumindest im Sommer. Die volle Sonne führt zum Vergilben und zu Verbrennungen der immergrünen Blätter. In der lichtarmen Winterzeit vertragen Balsamäpfel auch das Südfenster. Den Sommer kann Clusia an einem schattierten Platz auf der Terrasse verbringen. Normale Zimmertemperaturen um die 20° C sind den tropischen Pflanzen sehr genehm. Niedrigere Temperaturen bekommen der Clusia nicht, was sie durch das Abwerfen der Blätter zeigt. Ähnlich verwöhnt ist zeigt sich das Zimmergewächs in Bezug auf Luftfeuchtigkeit. Ein Stand direkt über der Heizung erfüllt zwar den Wärmeanspruch, aber setzt die dickfleischige Pflanze unter Verdunstungsstress. Beim Substrat legt die Clusia Wert auf Durchlässigkeit. (Halb-) Epiphyten benötigen zwar reichlich Feuchtigkeit, aber dürfen dauerhaft nicht im Nassen stehen. Grünpflanzenerde mit eingemischtem Sand oder Blähton eignen sich als Substrat. Ein guter Wasserabzug am Topfboden schützt die Clusia vor Übernässung und Wurzelfäulnis. Noch besser als die Erdkultur ist die Hydrokultur für Balsamäpfel geeignet. Mit Erfolg kultivieren erfahrene Zimmergärtner mittlerweile die Tropenpflanzen im Tongranulat.

Ein Umtopfen in einen größeren Topf und frisches Substrat empfiehlt sich bereits nach dem Kauf. Danach lässt man die Pflanze für zwei bis drei Jahre wachsen. Jährlich kann der Oberboden ausgetauscht und aufgefrischt werden. Diese Maßnahme trägt dazu bei, dass mit der Erde neue Nährstoffe an die Wurzel kommen und die verkrustete Bodenoberfläche ersetzt wird. Nach wenigen Jahren zeigt der Topfballen eine starke Durchwurzelung. Dann erhält die Pflanze einen neuen, wenig größeren Pflanztopf und frische Erde im Frühjahr. Man nimmt die Pflanze heraus, schüttelt die alte Erde grob ab und entfernt faulige bzw. tote Wurzeln. Der Grund des Topfes erhält eine Drainageschicht aus Blähton. Sie sichert den Wasserabzug am Topfboden.

Wie pflegt man die Clusia richtig?

Zur regelmäßigen Pflanzenpflege gehören selbstverständlich Gießen und Düngen. Beides erfolgt maßvoll und mit Bedacht. Balsamäpfel reagieren auf Staunässe äußerst empfindlich. Bleibt das Substrat über längere Zeit nass, verliert die Pflanze zunächst die Blätter und erkrankt bald an Wurzelfäulnis. Vor dem Prüfen wird mit dem Finger geprüft, ob das Substrat noch feucht ist. Erst wenn die Oberfläche angetrocknet ist, erhält die Pflanze neues Wasser. Vermeiden ist ein Wechselspiel aus Trockenheit und Nässe. Es führt definitiv zu Wurzelfäulnis und Pilzinfektionen. Zum Gießen verwendet man am zimmerwarmes weiches bzw. Regenwasser. Im Boden führen steigende pH-Werte durch kalkiges Wasser zu Blattchlorosen und -verfärbungen. Zugunsten einer höheren Luftfeuchtigkeit wird Gleiches für das Besprühen der Blätter genommen. Hartes Wasser hinterlässt unschöne Blattflecken, die mit einem Tuch nach dem Trocknen weggeputzt werden. In trockener Zimmerluft lagert sich zunehmend Staub ab. Ein monatliches Abduschen beseitigt nicht nur den Schmutz, sondern wirkt sich positiv auf die Pflanzenentwicklung aus.

Während der Wachstumszeit sind Nährstoffe notwendig. Sie werden durch Düngungen dem Balsamapfel zugeführt. Von März bis Oktober wird monatlich ein Flüssig- oder Volldünger mit dem Gießwasser verabreicht. Bei frisch umgetopften Pflanzen kann die ersten Monate auf zusätzliche Nährstoffe verzichtet werden.

Größere Exemplare der Clusia werden regelmäßig in Form geschnitten. In jungen Jahren regt man durch das Schneiden eine ausgeprägte Verzweigung an. Stärkere Rückschnitte sind nur bei den Pflanzen notwendig, die für ihren Standort zu groß werden. Regelmäßig werden hingegen gelbe oder braune Blätter entfernt.

 

Wie wird die Clusia vermehrt?

Die Vermehrung der Balsamäpfel erfolgt üblicherweise durch Stecklinge. 15 bis 20 cm lange Triebspitzen werden ab- und unter der letzten Blattachsel schräg angeschnitten. Die Schnittstelle lässt man kurz antrocknen und steckt den Steckling ins feuchte Vermehrungssubstrat. In den Folgewochen achtet man auf eine gleichmäßige Bodenfeuchte. Neues Triebwachstum zeigt, dass die Bewurzelung erfolgreich war und die Jungpflanzen in Töpfe vereinzelt werden können.

Balsamäpfel werden glücklicherweise nur selten von Schädlingen befallen. Sehr trockene Luft kann gelegentlich Spinnmilben. Problematischer sind Sonnenbrand an zu hellen Plätzen oder Wurzelfäulnis durch falsches Gießen.

 

Welche Verwendung hat die Clusia?

Der Balsamapfel bzw. die Clusia sind exotische Tropfenpflanzen zur Wohnraumbegrünung. Als Grünpflanzen begeistern sie durch ihre dickfleischigen, glänzend-dunkelgrünen Blätter. An optimalen Standorten zeigen sich zudem im Sommer weiße oder rosa Blüten in Büscheln, die leicht an Röschen erinnern. Obwohl Balsamäpfel vergleichsweise einfach zu kultivieren sind, haben sie noch nicht die Popularität, die ihnen in der Zimmerkultur zusteht.

 

Ist die Clusia giftig?

In verschiedenen Quellen wird auf eine Giftigkeit aller Pflanzenteile für den Menschen hingewiesen.

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