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Azaleen richtig pflegen, schneiden und pflanzen

Blütenzauber auf der Fensterbank versprechen Zimmer-Azaleen. Sie gehören neben Alpenveilchen zu den beliebtesten blühenden Zimmerpflanzen, denn sie schmücken mit ihrem knalligen Flor die graue Winterzeit von Herbst bis zum anschließenden Frühjahr. Bei den Zimmer-Azaleen handelt es sich größtenteils um Züchtungen der Topf-Azalee (Rhododendron simsii), die teilweise auch als Indische Azalee bezeichnet wird. Indisch definiert die Herkunft nicht korrekt, denn die Art ist von Tibet, über China, Thailand bis nach Vietnam in lichten Bergwäldern verbreitet. Vor ca. 200 Jahren kamen die ersten Pflanzen nach Europa und fanden Gefallen bei französischen und belgischen Pflanzenzüchtern.

Als Azaleen werden verschiedene immergrüne und laubabwerfende Arten aus der Gattung Rhododendron bezeichnet, die früher zur eigenständigen Gattung Azalea gehörten. Die Gattung Azalea wurde bereits vor Jahrzehnten aufgelöst und gehören heute botanisch zu den Rhododendren. Mehr als 1.000 Arten umfasst diese Pflanzengattung aus der Familie der Erikagewächse (Ericaceae). Viele kennt man als opulent blühende Sträucher im Frühlingsgarten oder als wilde Alpenrose von Bergwanderungen durch die Alpen.

Als Azaleen werden kleine oder mittelgroße, teils laubabwerfende oder immergrüne Sträucher bezeichnet. Charakteristisch sind kleine bis große Blütenstände aus vielgestaltigen Einzelblüten, die je nach Herkunft und Frosthärte entweder für das Zimmer oder Gärten geeignet sind. Es gibt hunderte Züchtungen, die sich wiederrum in zahlreiche Gruppen untergliedern lassen.

Als Garten-Azaleen werden zumeist die sommergrünen Arten Rhododendron molle und Rhododendron luteum mit deren zahlreiche Hybriden bezeichnet. Ihr Wuchs bleibt kompakt und ihre Blütezeit liegt im späten Frühling.

 

Zimmer-Azaleen, überwiegend zu den Indicum-Hybriden oder Satsuki-Hybriden gehörend, sind für ihre kräftigen Blütenfarben beliebt. Sie variieren von Weiß, über Gelb, Orange, Rosa, Pink, Magenta bis Purpurviolett. Ihre geringe Frosthärte macht einen geschützten, aber feucht-kühlen Standort erforderlich. Dank moderner Pflanzenzüchtung eignen sich Azaleen heute gut für die Zimmerkultur. Sie akzeptieren sowohl höhere Temperaturen als auch trockene Raumluft. Diese Toleranz ist eine ausgezeichnete Basis für bunte Blütenfreude bei Einsteigern als auch erfahrenen Zimmergärtnern.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie werden Azaleen richtig gepflanzt?

Die ursprünglichen Wildarten der Zimmer-Azaleen wachsen in Bergwäldern Chinas bis nach Vietnam oder Japan. Sie lieben kühles feuchtes Klima, das in Wohnräumen kaum anzutreffen ist. Doch die Züchtung hat dafür gesorgt, dass die Heidekrautgewächse robuster und raumlufttoleranter geworden sind. Als ehemalige Waldpflanzen möchten sie einen hellen, aber nicht vollsonnigen Standort. Zugluft sowie starke Wärmestrahlung (z.B. von Heizkörpern) wirken sich ungünstig auf die Pflanzenentwicklung aus. Eine gleichmäßige Temperatur um 20° C haben sich für die Zimmerkultur bewährt. Diese Bedingungen sind oftmals in Schlafzimmern oder hellen Treppenhäusern zu finden. Sobald die Knospen die bevorstehende Blüte anzeigen, sorgt ein möglichst hellerer, unter Umständen auch sonniger Standort für ein gleichmäßiges Aufblühen. Den Sommer genießen Zimmer-Azaleen am besten an einem schattigen Platz unter freiem Himmel. Nach den letzten Nachtfrösten werden die Zimmerpflanzen nach draußen geräumt. Am besten werden sie mit Topf im Schattenbeet eingesenkt bis sie im Spätsommer an eine hellere bis sonnige Stelle platziert werden. Das Umstellen und der Lichtgewinn sorgen für einen besseren Blütenansatz. Mit dem Absacken der Temperaturen im Herbst, ziehen die kompakten Blütensträucher zurück ins frostfreie Winterquartier. Einige Sorten zeigen zu diesem Zeitpunkt schon erste Blütenknospen.

Als Heidekrautgewächs sind humose kalkfreie Substrate für eine Kultur notwendig. Am besten verwendet man Erde für Moorbeetpflanzen bzw. spezielle Rhododendronerde. Das Substrat bleibt gleichmäßig feucht ohne je dauerhaft nass zu werden. Staunässe ist ebenso schädlich wie längere Trockenheit. Ein guter Wasserabzug am Topfgrund ist daher unerlässlich. Tonscherben oder Tongranulat schützen als Drainageschicht vor Übernässung im Wurzelbereich. Besonders hübsch und dekorativ wirken Zimmer-Azaleen im rustikalen Tontopf.

Mindestens alle zwei bis drei Jahre erhalten die Zimmerpflanzen nach der Blütezeit zu Frühlingsbeginn frische Erde und gegebenenfalls einen größeren Topf. Die alte Erde wird grob abgeschüttelt. Lange Wurzeln werden eingekürzt. Das Kürzen fördert die neue Feinwurzelbildung und sorgt für ein optimales Anwachsen. Nach dem Einpflanzen wird die Topf-Azalee mit kalkfreiem Wasser angegossen. Ein Untersetzer kann verwendet werden, nur darf sich darin niemals Nässe sammeln. Überschüssiges Wasser wird weggeschüttet.

Wie werden Azaleen gepflegt?

Im Zuge der Pflegearbeiten wird auf eine gleichmäßige Substratfeuchtigkeit geachtet. Zu vermeiden sind Trockenheit als auch Übernässung. Zuviel Nässe im Wurzelbereich verursacht irreparable Wurzelfäulnis. Ob ein Wasserbedarf besteht, wird regelmäßig mit dem Finger kontrolliert. Es schadet keineswegs, wenn ein trockener Topfballen im Wasserbad getaucht wird. Sobald keine Luftblasen mehr aufsteigen, ist der Wurzelbereich ausreichend getränkt. An trockenen Standorten mit wenig Luftfeuchte ist regelmäßiges Besprühen mit Wasser empfehlenswert. Zum Gießen als auch zum Besprühen wird Regen- oder weiches Leitungswasser verwendet. Kalkhaltiges Wasser hebt den PH-Wert in der Erde an und stört den Nährstoffhaushalt der Azaleen.

 

Wie düngt man Azaleen richtig?

Nährstoffe erhalten Azaleen erst von Frühsommer bis in den Herbst nach ihrer Blütezeit und einer anschließenden kurzen Ruhephase. Verwendet wird monatlich ein Rhododendron-Dünger, der dem Gießwasser zugefügt wird. Stickstoffhaltige Dünger eignen sich weniger gut, denn sie regen das vegetative Wachstum an und fördern einen möglichen Mehltaubefall. Probleme bereiten zudem Wurzelfäulnis bei nassen Böden, Azaleen-Mottenschildläuse, Rhododendronwanzen und -zikaden. Trockenheit und geringe Luftfeuchte sind Ursache für einen Spinnmilbenbefall. Gelbfärbungen der Blätter kann als Kalkchlorose auf einen zu hohen Kalkgehalt im Boden hindeuten.

 

Wie schneidet man Azaleen?

Während der Blütezeit verlängern kühlere Temperaturen die Blühdauer. Mit dem Abblühen werden regelmäßig verblühte Pflanzenteile entfernt. Das kann dazu führen, dass neue vereinzelte Blütenansätze folgen. Nach der Blütezeit werden die Triebspitzen knapp unter dem vergangenen Blütenansatz zurückgeschnitten bzw. ausgebrochen.

Die Vermehrung ist nicht einfach, gelingt aber erfahrenen Gärtnern im Spätsommer mit Stecklingen oder durch Pfropfen im Winter.

 

Welche Verwendung haben Azaleen?

Die frostempfindlichen Azaleen gelten bei uns als überaus reizvolle Zimmergewächse. Sie begeistern mit ihren kräftigen Blütenfarben, die über Wochen an kühleren Plätzen das Winterquartier zieren. Die Blütezeit beginnt im Winter und zieht sich bis ins darauffolgende Frühjahr.

 

Sind Azaleen giftig?

Rhododendren sind im Allgemeinen giftig. Der Verzehr von Pflanzenteilen führt je nach Dosis zu leichten bis schweren Vergiftungserscheinungen.

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