Zurück

Kamelie überwintern – 3 Schritte zum Erfolg

Kamelien, botanisch als Camellia bezeichnet, sind beliebte Frühjahrsblüher, die in unseren Breiten überwiegend als Kübelpflanzen gehalten werden. In klimatisch milden Weinbauregionen oder an geschützten Standorten lassen sich die immergrünen Sträucher im Freien kultivieren. Kamelien halten einige Minusgrade ab, bevor die immergrünen Sträucher Schaden nehmen. Besonders Dauer- und Kahlfröste, sowie austrocknende Winde setzen den Ziergehölzen stark zu. Deshalb ist für die Freilandkultur Winterschutz und für die Kübelkultur die frostfreie Überwinterung empfehlenswert.

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Wann ist der richtige Zeitpunkt zur Überwinterung?
    • Zu überwintern sind Kamelien, die entweder im Kübel oder im Topf gezogen werden.
  2. Wie weit müssen Kamelien vor der Überwinterung zurückgeschnitten werden?
    • Der Hauptschnitt wird nicht im Herbst, sondern nach der Ruhephase im Frühjahr nach der Blüte vollzogen.
  3. Wo und wie sollte man Kamelien überwintern?
    • Kamelien im Freiland erhalten einen Winterschutz und Kübel werden ins helle kühle Winterquartier umgezogen.

 

Schritt 1: Den richtigen Zeitpunkt für die Überwinterung ermitteln

Winterschutz und Überwinterung erfolgen für Kamelien im späten Herbst. Als Sträucher vertragen Kamelien leichten Frost und man belässt sie so lange wie nur möglich im Freien. Je nach Witterung und Temperatur wird Schutz erst im November, in milden Jahren vor Weihnachten gegeben. Zu frühes Einwintern wirkt sich negativ auf die Blühfreude aus und sorgt für einsetzendes Wachstum im Winterquartier. Damit verbunden ist das Auftreten von Schädlingen und Krankheiten durch mangelnden Luftaustausch.

 

Schritt 2: Kamelie vorbereiten und zurückschneiden

Es muss unterschieden werden, ob eine Kamelie ausgepflanzt im Garten oder im Kübel wächst. Die Gartenkultur empfiehlt sich nur für milde Regionen, die selten unter Dauerfrost leiden. Trotz des günstigen Klimas schadet es nicht, Kamelien im Freiland einzupacken. Die immergrünen Sträucher werden entweder mit Vlies eingehüllt oder mit einer Schilfmatte umwickelt. Zusätzlichen Schutz erreicht man durch trockenes Laub, das in den Zwischenraum zur Schilfmatte gefüllt wird. Um es trocken zu halten und Fäulnisprozesse zu vermeiden, muss die Konstruktion mit einer Plane abgedeckt werden. Statt einer Schilfmatte kann der Strauch zeltförmig mit Reisigzweigen geschützt werden. Zur Sicherung bindet man die Äste oben zusammen, um sie ihren Schutz auch nach starken Winden zu gewährleisten. Vor dem Winterschutz lassen sich noch einzelne störende Äste und Zweige entfernen. Mit dem Auslichten der Krone wird jedoch bis zum Frühjahr nach der Blüte gewartet.

Topf-Kamelien nimmt man üblicherweise mit ins Winterquartier. Zuvor kontrolliert man alle Blätter auf Schädlinge und kürze lange Triebe ein. Man wirft einen zusätzlichen Blick auf die Abzugslöcher, damit es im Winter zu keiner Staunässe kommt. Notfalls nimmt man den Wurzelballen aus dem Gefäß und füllt eine dünne Schicht Blähton zur Drainage auf den Gefäßgrund. Anschließend setzt man die Pflanze wieder ein.

 

Schritt 3: Standort & Pflege während der Überwinterung

Ausgepflanzte Kamelien bedürfen nach Anbringen des Winterschutzes keiner weiteren Pflege. Ausnahme ist das Wässern vor längeren Frostperioden. Als immergrüne Pflanze verdunsten Kamelien während der Ruhezeit Wasser über ihre Blätter. Frost trocknet den Boden aus und der immergrüne Strauch trocknet aus. Gleiches gilt für Kamelien im Topf, die im Freiland stehen. Das Substrat wird vor dem Frost ausgiebig gewässert und der Topf dick vor dem Durchfrieren eingepackt.

Besser sind die Kübelpflanzen im Winterquartier aufgehoben. Ein heller, nicht unbedingt vollsonniger Standort und Temperaturen bis etwa 10° C reichen aus, um die Kamelien gut über den Winter zu bringen. Man achtet während der Überwinterung auf eine gleichmäßige Bodenfeuchte, guten Luftwechsel an warmen Tagen und mögliche Krankheits- bzw. Schädlingssymptome. Auf Düngungen wird gänzlich während der Ruhephase verzichtet. Kamelien bevorzugen eine höhere Luftfeuchtigkeit. Je höher die Temperaturen im Winterquartier steigen, desto häufiger sollte der Strauch mit kalkfreiem Wasser besprüht werden.

Mit steigenden Temperaturen können Kamelien ab April an die frische Luft gewöhnt werden. Sie erhalten in den ersten Wochen einen halbschattigen Platz, damit ihre Blätter nicht verbrennen. Bei nochmaligen Nachfrösten werden die Sträucher kurzfristig ins Haus geholt oder abgedeckt. Beim Auswintern empfiehlt sich alle drei bis fünf Jahre ein Umtopfen und ein jährlicher Austausch des Oberbodens. 

nach oben