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Hainbuche richtig schneiden, pflanzen und düngen

Als Heckengehölz ist die Hainbuche (Carpinus betulus) in vielen Gärten anzutreffen. Man kennt das in Mittel- und Südeuropa heimische Laubgehölz namentlich auch als Weißbuche. Verwirrend sind die Namen, denn obwohl Buche im Namen steckt, sind sie nicht im Geringsten mit echten Buchen verwandt. Hainbuchen gehören zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae). Sie stehen den Birken (Betula) und Haselnüssen (Corylus) familiär viel näher als den Rotbuchen (Fagus), die namensgebend für die Buchengewächse (Fagaceae) sind.

In der Natur findet man Hainbuchen in trockenen Mischwaldformationen, oft in Gemeinschaft mit Eichen. Die Böden dieser Wälder bieten für Rotbuchen keine optimalen Voraussetzungen, sodass Hainbuchen ihren Platz einnehmen. Man kennt die laubabwerfenden Sträucher als schnittverträgliches Heckengehölz. Ohne Eingriffe des Menschen entwickeln sich die Hainbuchen zu mittelgroßen Bäumen und Sträuchern, die erstaunliche 20 Meter erreichen können. Im jüngeren Stadium formen sich die Gehölze zu einem kegelförmigen Wuchs, der mit zunehmendem Alter immer rundlicher wird. Freistehende Hainbuchen können 10 Meter und mehr breit werden. Die Rinde größerer Äste färben sich silbrig grau, jüngeres Holz zeigt sich dunkelbraun. Im Gegensatz zu den echten Rotbuchen sind die winterlichen Knospen der Hainbuchen kürzer und liegen nahe am Trieb. Dieses Merkmal ermöglicht im Winter die zweifelsfreie Unterscheidung beider Gehölze. Die Blätter sitzen wechselständig an den Zweigen. Sie haben eine eiförmige bis elliptische Form, sind frischgrün und zeigen deutlich abgesetzte Blattrippen. Die Herbstfärbung fällt gelb aus und nur ein Teil des Herbstlaubes fällt zu Boden. Der Rest bleibt bis zum Frühjahr an der Pflanze haften und wird mit dem einsetzenden Austrieb abgestoßen. Als einhäusige getrenntgeschlechtliche Pflanze tragen Hainbuchen sowohl männliche gelbe Kätzchen als auch unscheinbare weibliche Blüten. Sie werden durch den Wind bestäubt. Aus den weiblichen Blüten entstehen hängende Samentrauben mit kleinen geflügelten Nüsschen. Durch den Wind werden sie davongetragen und verbreiten sich in ihrer Umgebung.

In Gärten trifft man Hainbuchen überwiegend als schnittverträgliches und anspruchsloses Heckengehölz an. In vielen Schlossparks setzt man auf Formhecken, um Gartenräume zu schaffen und verschiedene Bereiche voneinander abzutrennen. Hainbuchen eignen sich weiter als Ergänzung in lockeren Strauchgruppen oder im einzeln im Solitärstand. Für Vögel und Kleintiere bietet die lockere Krone sichere Rückzugsorte.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie pflanzt man eine Hainbuche?

Ihre Beliebtheit lässt sich durch ihre Anspruchslosigkeit begründen. Die Gehölze lieben die Sonne, freunden sich jedoch auch mit Schatten an. An hellen Standorten entwickeln sich die Sprosse blickdicht. Beim Boden verhalten sich Hainbuchen vergleichbar genügsam. Nahezu jeder Boden wird von den anspruchslosen Gehölzen angenommen. Er darf mäßig trocken bis feucht, sandig bis lehmig, sauer bis kalkhaltig sein. Lediglich stehende Nässe bekommt den Pflanzen nicht. Daher scheiden Sumpflagen an Bachrändern und Feuchtgebieten aus.

Hainbuchen werden im Frühjahr oder Spätherbst als wurzelnackte Ware, sowie über das Jahr als Containerpflanzen angeboten. Gehölzgrößen bis ca. 120 cm erwirbt und pflanzt man im zeitigen Frühjahr oder Herbst wurzelnackt. Sie sind deutlich günstiger und stehen den getopften Pflanzen in nichts nach. Bei größeren Exemplaren empfehlen sich Containerpflanzen mit gesundem Wurzelballen. Für eine Heckenpflanzung wird je nach Pflanzengröße mit 3 bis 5 Hainbuchen pro laufenden Meter gerechnet. Der Pflanzabstand ist wichtig, um eine blickdichte Hecke zu erzeugen. Zur Orientierung spannt man eine Gartenschnur, die den Heckenverlauf kennzeichnet. Vor dem Einpflanzen werden die ballenlosen Hainbuchen im Wasserbad getränkt. Nach dem Einsetzen wässert man die frische Pflanzung ausgiebig. Mulch zwischen den Pflanzen verhindert keimenden Unkrautwuchs und hält die Feuchtigkeit im Boden.

Einer frischen Pflanzung müssen 3 Jahre gegeben werden, bis nennenswerter Zuwachs erfolgt. Die Pflanzen benötigen diese Zeit, um sich am Standort zu etablieren und ausreichend Fuß zu fassen.

Wie wird eine Hainbuche richtig gepflegt?

Angewachsene Hainbuchen brauchen keine besondere Pflege mehr, abgesehen von regelmäßigen Formschnitten. Wässern ist selbst in längeren Trockenperioden kaum notwendig. Kompostmulch fördert auf sandigen Böden aktives Bodenleben, reduziert die Bodenverdunstung und bringt Nährstoffe ins Erdreich. Hainbuchen bilden Symbiosen (Lebensgemeinschaften) mit Wurzelpilzen, die sich durch den Humuseintrag fördern lassen.

 

Wie wird eine Hainbuche geschnitten?

Hainbuchen-Hecken werden zweimal pro Jahr geschnitten, um sie in Form zu bringen. Der erste Schnitt erfolgt gegen Mitte Juni und ein zweiter Schnitt im August. Verpasst man den zweiten Termin, kann noch im darauffolgenden Februar vor dem Austrieb geschnitten werden. Ungepflegte Hecken lassen sich stark beschneiden. Sogar Rückschnitte bis ins alte Holz werden nicht übelgenommen. Zwar verlieren sie zunächst ihre Dichtheit, doch binnen weniger Jahre sind sie wieder blickdicht.

 

Wie wird die Hainbuche vermehrt?

Zur Vermehrung ist der einfachste Weg die Aussaat. Die geflügelten Samen werden im September geerntet und unmittelbar in Vermehrungsschalen oder -beete ausgesät. Die Keimung setzt im Frühling ein. Sorten lassen sich entweder durch Steckling oder Veredlung vermehren. Grünstecklinge werden im Sommer geschnitten und bewurzelt. Bei der Veredlung kopuliert man im Winter Edelreiser auf zweijährige Unterlagen.

Hainbuchen gelten als robuste Gartenpflanzen. Sie werden kaum durch Krankheiten oder Schädlinge ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen. Ärgerlich ist Mehltau, der regelmäßig im Sommer die Blätter mit seinem weißen Pilzrasen überzieht. Ernsthafte Schäden entstehen jedoch nicht. Gefährlicher ist die Rotpustelkrankheit. Diese Pilzinfektion tritt vermehrt auf stark verdichteten Böden auf. Weiterhin können Blattläuse, Raupen oder Gallmilben die Gehölze parasitieren.

 

Welche Verwendung hat eine Hainbuche?

Hainbuchen sind den meisten Gärtnern als Hecken- und Formgehölzen bekannt. Durch ihre gute Schnittverträglichkeit sind sie für Heckenpflanzungen unschlagbar. Hainbuchen eignen sich ideal, um sehr schmale Hecken zu ziehen und Gartenräume zu erschaffen. Zudem sind sie sehr anspruchslos, nehmen fast jeden Standort an und erwarten kaum Pflegemaßnahmen. Ohne Schnittmaßnahmen entwickeln sie einen baum- oder strauchförmigen Wuchs. Damit bereichern sie Strauchrabatten oder Gehölzgruppen, insbesondere mit anderen herbstfärbenden Gehölzen (z.B. Ahorne, Hartriegel oder Zaubernüsse). Allein im Einzelstand (Solitär) bilden sie wundervolle Kronen und werden als Hausbäume verwendet.

Mit Hainbuchen kann in Gärten gestalterisch gespielt werden. Die Sorte Carpinus betulus 'Fastigiata' bildet bereits nach kurzer Zeit einen kegelförmigen Wuchs und eignet sich als Solitärpflanze. Ähnlich wächst die Sorte 'Frans Fontaine', die nur 10 Meter hoch wird. Noch kompakter und schwachwüchsiger ist die Sorte 'Monumentalis' mit maximal 7 Metern.

 

Ist eine Hainbuche giftig?

Über eine Giftigkeit von Hainbuchen ist in der wissenschaftlichen Literatur nichts bekannt.

 

Wann ist die Blütezeit?

Die Blütezeit der Hainbuchen ist im Frühling. Die männlichen gelben Kätzchen sind offensichtlicher als die kleineren weiblichen Blüten in grünlicher Farbe.

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