Zurück

Chrysanthemen richtig pflegen, überwintern und schneiden

Wem sind Chrysanthemen kein Begriff? Es gibt kaum jemanden, der die populären Balkon- und Gartenpflanzen nicht kennt. Dagegen ist im Sprachgebrauch ihr deutscher Name Wucherblume kaum geläufig. Die Pflanzen erfreuen den Blumenfreund mittlerweile ganzjährig, denn die ursprünglich herbstblühenden Korbblütler (Asteraceae) sind heute nahezu immer im Handel verfügbar. Die Auswahl und Vielfalt tausender Sorten scheint grenzenlos und zeigt, wie wichtig Chrysanthemen in der Gartenkultur sind. Etwa 40 Arten sind zum überwiegenden Teil auf der Nordhalbkugel und insbesondere in Ostasien verbreitet. Noch vor Jahrzehnten war die Gattung der Chrysanthemen (Chrysanthemum) deutlich umfangreicher. Änderungen in der botanischen Namenskunde haben für ein förmliches Hin- und Hergeschiebe zwischen unterschiedlichen Gattungen gesorgt.

In China sollen Chrysanthemen bereits vor 2.000 Jahren als Zierpflanzen bekannt gewesen sein. Erst vor etwa 400 Jahren fanden sie den Weg nach Europa und setzten sich prompt in der Gartenkultur fest. Von den Chrysanthemen gibt es frostharte Formen für den Garten, wie auch empfindliche Sorten für Balkon und Heim. Frostharte bzw. Garten-Chrysanthemen werden in Gärten als treue und pflegeleichte Gewächse geschätzt. Geschnitten schmücken die Blütenstiele in Vasen und Räumen mit Farbe.

Ob frosthart oder nicht, Chrysanthemen werden für ihre schmuckvollen Blütenköpfe geschätzt. Sie blühen einzeln als endständige Blüte (entknospt) oder als verzweiger Blütenstand (nicht entknospt). Atemberaubend ist das Farbspektrum, in dem sie sich zeigen. Bis auf reines Blau kommt fast jede Farbe vor. Ähnlich variabel sind die Blütenformen. Sie reichen von einfach, anemonenförmig, einwärts gebogen, unregelmäßig zurückgebogen, pomponförmig, löffelförmig, federkiel- bis hin zu spinnenförmig. Damit gelingt es Chrysanthemen hervorragend, alle Geschmäcker hinreichend zu bedienen. Doch damit nicht genug – Die Blütezeit zieht sich im Freiland über Wochen hin und liefert einen Blütengenuss erster Güte.

Chrysanthemen wachsen entweder als Einjährige oder basal verholzende Stauden. Ihre Sprosse tragen wechselständig angeordnete, tief gelappte oder fiederteilige Blätter. Markant ist ein typisches Aroma, das ihrem Laub beim Reiben mit den Fingern entweicht.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie werden Chrysanthemen richtig gepflanzt?

Chrysanthemen gibt man am besten einen sonnigen Platz. Ob im Topf oder im Garten, Sonnenlicht ist die Voraussetzung für die bekannte Blütenfülle. Die meisten Chrysanthemen werden als Topfpflanze auf dem Balkon, Terrasse oder am Hauseingang gehalten. Für Topfchrysanthemen nimmt man gewöhnliche Pflanzerde, der bei Bedarf noch etwas Sand beigemischt wird. Die Kulturzeit im Topf beschränkt sich in den meisten Fällen auf die Wochen während der Blütezeit. Zusätzliche Düngungen sind daher nicht notwendig, zumal die meisten Pflanzerden mit einer Grunddüngung versehen sind. Handelt es sich bei den Herbstblühern um frostharte Chrysanthemen, können diese nach dem Abblühen ins Beet ausgepflanzt werden. Der Boden im Garten sollte durchlässig, fruchtbar und feucht sein. Auf trockenen Böden leiden die Pflanzen und entwickeln sich nur spärlich statt in ihrer allseits bekannten Prächtigkeit. Ganz ähnlich sieht es auf nassen Böden aus, die oftmals zu Krankheitsbefall führen. Sand und Kies verbessern die Durchlüftung des Untergrundes.

Spät ausgepflanzte Chrysanthemen sind im Winter zu schützen. Dieses Schutzbedürfnis liegt weniger an ihnen selbst, sondern mehr an der vorangegangenen Kultur im Gewächshaus. Sie werden mit einem Folienhütchen, einem Tontopf oder mit Tannenreisig eingepackt. Eine Gewähr, ob Topfchrysanthemen den Winter überstehen, gibt es nicht, doch einen Versuch ist es allemal wert. Besten Schutz bieten Standorte vor Mauern, um eisige Winde abzufangen und vor starkem Regen zu schützen. Mit dem Auspflanzen kann auch bis zum Frühjahr gewartet werden, wenn es die Möglichkeit einer Überwinterung im kalten Gewächshaus gibt.

Beim Platzbedarf sollte berücksichtigt werden, dass Chrysanthemen häufig für den Verkauf gestaucht werden und im Folgejahr deutlich größer werden. Es ist von Pflanzabständen von mindestens 30 bis 40 Zentimetern auszugehen. Beim Einpflanzen empfiehlt sich das Anbringen einer Stütze, die den blühenden Spross stützt. Starke Winde und das Gewicht feuchter Blütenköpfe führen ohne Stabilisierung zu Bruch oder einem Niederliegen im Beet.

Wie werden Chrysanthemen gepflegt?

In Trockenzeiten zählt regelmäßiges Wässern zur Pflicht. Wassermangel lässt sowohl das Wachstum als auch die Blütenbildung kümmern. Dabei wird darauf geachtet, dass die Blätter nicht benetzt werden. Feuchtes Laub führt unweigerlich zu Pilzinfektionen. Empfindlich sind die Blütenköpfe bei Nässe. Das trifft besonders für die dicht gefüllten Sorten zu. Dringt durch Regen oder Gießen Wasser in die Blüten, können sie kaum noch abtrocknen und beginnen zu faulen.

Düngungen sind im Frühjahr zu verabreichen. Im Garten reichen Kompost oder Hornspäne aus. Bei der Topfkultur kann auf normalen Volldünger für Blütenpflanzen zurückgegriffen werden. Wöchentlich wird vom Sommer bis zum Blütenansatz eine Düngegabe dem Gießwasser zugegeben.

Allein Nährstoffe bringen nicht den üppigen Blütenansatz. Sobald die Pflanzen etwa 20 cm groß sind, wird die Wachstumsknospe am Ende des Triebes herausgekniffen. Damit wird die Verzweigung angeregt. Mit einem zweiten Stutzen erhöht sich nochmals die Blütenanzahl, sorgt aber letztendlich für kleinere Blütenköpfe. Das beste Ergebnis lässt sich erzielen, wenn nur die stärksten Seitentriebe belassen und alle anderen Triebe eingekürzt werden. Das Stutzen nennt sich Entknospen und verhilft der Pflanze ganz nebenbei zu einem buschigen Wuchs.

 

Wie werden Chrysanthemen geschnitten?

Chrysanthemen werden generell erst im Frühling zurückgeschnitten. Der vergangene Spross wird bodennah gekappt und im Biomüll entsorgt. Für die Entsorgung auf dem Kompost sollte man sich sicher sein, dass an den Pflanzenteilen keine Krankheitserreger anhaften.

Chrysanthemen haben einige Gegenspieler, von denen die Pflanzen regelmäßig heimgesucht werden. Gefürchtet ist der Weiße Chrysanthemenrost, eine Pilzerkrankung mit weißen Flecken auf der Oberseite und Pusteln auf der Unterseite. Ohne Behandlung mit einem Fungizid, verkrüppeln Pflanzenteile und die Pflanze wird nachhaltig geschädigt. Ein tierisches Problem geht von Minierfliegen aus. Sie bohren die Blätter an und legen ihre Eier ins Blattgewebe. Die Larven fressen linienartige Gänge ins Laub. Entgegenwirken lässt sich mit einem Insektizid (Insektenbekämpfungsmittel) auf biologischer Basis. Andere Krankheitserreger und Schädlinge sind beispielsweise Älchen, Blattläuse, Ohrwürmer, Rote Spinnmilben, Pilzfäule, Grauschimmel oder Mehltau.

Die Vermehrung gelingt bei Chrysanthemen durch Stecklinge oder noch einfacher durch die Teilung. Unmittelbar vor oder nach dem Austrieb werden die Pflanzen ausgegraben und in Teilstücke mit ausreichend Wurzelmaterial zerlegt und an anderer Stelle bzw. in Töpfe gepflanzt. Für die Stecklingsvermehrung werden im späten Frühjahr Triebspitzen abgenommen und im Vermehrungssubstrat bewurzelt. Eine Vermehrung durch Samen ist nur bei reinen Wildarten lohnenswert.

 

Wie überwintert man Chrysanthemen?

Ob Chrysanthemen zu überwintern sind, hängt von der Robustheit der jeweiligen Sorte ab. Empfindliche Chrysanthemen sind generell im Kalthaus oder in der hellen Garage zu überwintern. Garten-Chrysanthemen im Topf halten grundsätzlich unsere Winter aus, sind jedoch den ersten Winter unbedingt zu schützen. Trockenes Laub mit einer darüber gezogenen Folie verhindert Erfrierungen. Problematisch sind kühle feuchte Lagen, die ein Abtrocken der Pflanzen verhindern und zu Pilzbefall führen.

 

Welche Verwendung haben Chrysanthemen?

Chrysanthemen sind das Feuerwerk des Herbstes. Mit abnehmenden Temperaturen und kürzer werdenden Tagen erwachen die prächtigen Schönheiten. Nur zu oft sieht man sie als Topfpflanzen auf dem Balkonsims, dekoriert mit Kürbissen, Heiden und Gräsern als herbstliches Ensemble oder ausgepflanzt als farbkräftiger Tupfer im Garten. Grundsätzlich sind sie auf keine Nachbarn angewiesen, denn die rundlichen Blütenbälle wirken bereits ohne Gesellschaft. Kompakte Sorten wirken hübsch, wenn man sie mit Herbstblühern und Stauden arrangiert. Empfehlenswerte Partner sind Fette Henne (Sedum), Currykraut (Helichrysum italicum), Gitterpflanze (Leucophyta brownii), Purpurglöckchen (Heuchera), Besenheide (Calluna) und farbige Gräser.

 

Wann ist die Blütezeit von Chrysanthemen?

Die Blütezeit der Chrysanthemen beginnt normalerweise im Spätsommer. Einige weniger verbreitete Arten blühen teils schon im Frühling, wobei es sich meistens um kompakte Stauden handelt. Die staudige Grönland-Margerite (Chrysanthemum arcticum ssp. arcticum) blüht fast als letzte von Oktober bis in den November hinein.

nach oben