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Berberitze richtig schneiden und pflegen

Berberitzen (Berberis) sind vielen Gartenbesitzern als dornige Sträucher bekannt. Die als Sauerdorne bekannten Gehölze sind je nach Art immergrün oder laubabwerfend. Insgesamt bilden über 600 Arten die Gehölzgattung Berberis, die namensgebend für die Sauerdorngewächse (Berberidaceae) ist. Abgesehen von Australien, sind Sauerdorne fast weltweit verbreitet. Überwiegend besiedeln sie steinige Böden der Gebirge gemäßigter und subtropischer Regionen. Auch in Mitteleuropa sind Berberitzen in der Natur heimisch. Der Gewöhnliche Sauerdorn (Berberis vulgaris), auch als Essigbeere bezeichnet, wurde als Winter- bzw. Zwischenwirt des Getreideschwarzrostes durch Aufkommen der Landwirtschaft massiv aus der Natur entfernt. Doch seine Vorkommen erholen sich zwischenzeitlich wieder.

Aus Gärten sind vermehrt zahlreiche Hybriden anderer Berberitzen-Arten bekannt, die durch dekorative Blüten, Früchte und Blattfärbungen auffallen. Berberitzen sind kleinere bis mittelhohe Sträucher, die im Herbst entweder ihre Blätter abwerfen oder sie als Immergrüne ganzjährig behalten. Die Wuchsform ist vielgestaltig. Sie variiert von straff aufrecht bis weit überhängend. Die Triebe bestehen aus grau-bräunlichem Holz, das einen spröden Eindruck macht. Markant sind ihre oftmals langen Dornen, die an den Blattachseln sitzen und bei Unachtsamkeit schmerzhafte Verletzungen nach sich ziehen. Die Blätter variieren von lineal, breit-eiförmig oder verkehrt-eiförmig, ganzrandig oder stachelzähnig und färben sich bei manchen Arten im Herbst auffallend ein. Immergrüne Arten haben den großen Vorteil, dass sie ganzjährig einen wirksamen Sichtschutz bieten und optimal als Heckengehölz geeignet sind. Die gelben Blüten erscheinen im Frühling. Sie sitzen in Trauben, achselständigen Büscheln oder Rispen und ziehen Pollensammler magisch an. Aus ihnen entwickeln sich im Sommer kleine Früchte von kugeliger oder eiförmiger Gestalt. Die Beeren sind rot bis schwärzlich-violett gefärbt, essbar und werden von Vögeln als nahrhaftes Futter angenommen.

Obwohl Berberitzen zu Unrecht als Stachelmonster verschrien sind, bereichern sie Gärten außerordentlich. Kleinere Arten und Sorten übernehmen in Zierbeeten, sogar Steingärten eine Leitstellung. Größere Berberitzen ergänzen wirkungsvoll Gehölzrabatten, Heckenpflanzungen und sorgen in Natur- und Wildgärten für eine ökologische Belebung. Sie bieten Vögeln Futter und schützende Rückzugsorte für ihre Nester. Insekten finden nektarreiche Blüten und uns erfreuen Berberitzen mit einem schönen Wuchs und kontrastreichem Laub.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird die Berberitze richtig gepflanzt?

Sonnige, aber auch leicht beschattete Plätze eignen sich für sommergrüne Berberitzen. Je sonniger ihr Stand, desto besser fällt die Blüte und Laubfärbung aus. Etwas weniger Sonnenlicht benötigen immergrüne Berberitzen. Sie fühlen sich gut aufgehoben zwischen oder neben anderen Sträuchern, die pralle Mittags- und Wintersonne etwas abzuschwächen vermögen. Kalte austrocknende Winde hinterlassen Blatterfrierungen am immergrünen Laub, die sich über das Jahr wieder auswachsen. An den Boden stellen die Sträucher kaum Ansprüche. Jeder normale Gartenboden wird akzeptiert. Eine gute Durchlässigkeit sollte gegeben sein, denn Staunässe entwickelt sich zum Problem und schwächt die Pflanzen. Nassen oder schweren Böden mischt man Sand und Kies bei. Laub und Humus sind für Sandböden als Zuschlagsstoffe zu empfehlen. Die meisten Berberitzen sind recht PH-Wert tolerant. Sie akzeptieren sowohl schwach saure bis schwach alkalische Erde.

Getopfte Berberitzen im Container lassen sich ganzjährig pflanzen. Nach wie vor sind jedoch die klassischen Pflanzzeiten im Frühjahr oder Herbst das Maß aller Dinge. Insbesondere für immergrüne Berberitzen empfiehlt sich die Frühjahrspflanzung. Sie nutzen bis zum Winter die Zeit zum Einwurzeln und reagieren bei strengen Frösten weniger empfindsam.

Der Pflanzabstand richtet sich nach der Wuchsgröße der jeweiligen Art und Sorte. Am besten kommt der überhängende Wuchs im Einzelstand als Solitärpflanze zur Geltung. Das Gehölz wird am besten mit kleineren Stauden oder Gehölzen, idealerweise mit Bodendeckern umpflanzt. Steht die Berberitze als Gruppe zwischen anderen Sträuchern oder als Hecke, gibt man ihr mindestens die halbe bis zwei Drittel der Wuchshöhe als Pflanzabstand. Die Wurzelballen werden nur so tief eingesetzt, dass die Oberkante des Topfballens mit der Bodenoberfläche abschließt. Zuvor werden trockene Ballen getränkt und dichte Verwurzelung aufgeschnitten. Beim Einpflanzen sind feste Arbeits- oder Rosenhandschuhe dringend anzuraten. Beim Anfassen können die Dornen in die Haut eindringen, abbrechen und zu schmerzhaften Entzündungen führen. Auf trocknen Böden empfiehlt sich das Auftragen von Laub- oder Kompostmulch. Die Auflage senkt die Bodenverdunstung und die Gefahr eines Austrocknens.

Wie wird die Berberitze gepflegt?

Die Pflege der Berberitzen lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen. Einmal angewachsen, brauchen sie nur in Trockenzeiten Wasser und verzichten auf Düngungen. Aufgetragenes Kompostmulch reicht ihnen zur Nährstoffgewinnung vollkommen aus. Mulch ist grundsätzlich ratsam, denn es unterdrückt hineinwachsende Wildkräuter. Wächst störender Fremdwuchs in den dornigen Spross, ist seine Entfernung alles andere als ein Zuckerschlecken.

Bereits beim Pflanzen kann ein initialer Schnitt erfolgen. Dabei werden die Triebe um ein Drittel eingekürzt und auf diese Weise die Verzweigung angeregt. Später sind kaum noch Schnittmaßnahmen notwendig. Lediglich störende oder außer der Form wachsende Zweige werden entfernt. Zudem sind radikale Rückschnitte möglich. Berberitzen treiben problemlos auch aus älterem Holz wieder aus. Formschnitte lassen sich ein- oder zweimal pro Jahr mit der Heckenschere durchführen.

Die Vermehrung von Berberitzen erfolgt bei den Kultursorten in der Regel durch halbverholzte Stecklinge im Sommer oder durch Steckhölzer im Herbst. Reine Arten säen sich oftmals selbst aus. Keimende Berberitzensämlinge können ausgegraben und an anderer Stelle eingepflanzt werden. 

Blattläuse und Dickrüssler können als tierische Schaderreger an Berberitzen auftreten. In feuchten Sommern überzieht ein weißer Belag das Blätterkleid. In aller Regel handelt es sich um Echten Mehltau, der sich nach Ausbruch nur mit einem Fungizid behandeln lässt.

 

Welche Verwendung hat die Berberitze?

Berberitzen sind trotz ihrer Dornen gartenwürdige Sträucher, die vielfältig in der Gartengestaltung eingesetzt werden. Kompakte Arten eignen sich für Heide- und Steingärten, ebenso für die dauerhafte Bepflanzung in größeren Gefäßen. Besonders hübsch wirken rotlaubige Sorten als Blattschmuck. Größere Arten ergänzen Hecken, Strauchrabatten oder als Solitär im Einzelstand. Freistehend kommt der überhängende Wuchs von Berberitzen bestens zur Geltung. In voller Blüte ziehen die Sträucher unzählige Insekten an. Später folgen ihnen Vögel, die an den roten Beeren Interesse haben. Gefürchtet sind die Dornen bei jeglichen Pflegearbeiten. Doch andererseits halten sie unerwünschten Besuch ab. Kompakte Hecken schützen beispielsweise vor streunenden Katzen.

In der Naturheilkunde sind alle Pflanzenteile des Sauerdorns bekannt. Sie enthalten Bitterstoffe, gelten als beruhigendes Mittel und sollen gegen zahlreiche Krankheitserreger helfen. Dem Sauerdorn wird eine leber- und milzaktivierende Wirkung zugeschrieben. In der Küche ist der Sauerdorn bzw. dessen Früchte als Lieferant von Vitamin C bekannt. Aus ihnen können säuerliche Noten für Gelees, Konfitüren oder Sorbets gewonnen werden. Die getrockneten Früchte ergänzen Müslis, Süßspeisen und orientalische Gerichte. Wer den Sauerdorn zur Fruchtgewinnung anbauen möchte, sollte samenlose Kultursorten verwenden.

 

In der Gartenkultur sind einige Arten und Sorten der Berberitzen von besonderem Interesse:

  • Berberis buxifolia 'Nana' – kompakte und beliebte Sorte mit buchsbaumähnlicher Erscheinung
  • Berberis candidula – bodendeckende Schnee-Berberitze mit kompaktem Wuchs und immergrüner Beblätterung
  • Berberis x frikartii – Kompakter immergrüner Strauch und Naturhybride
  • Berberis julianae – Immergrüne Berberitze mit wundervollem Flor
  • Berberis x ottawaensis – Sommergrüne Berberitze mit stattlichem Wuchs
  • Berberis thunbergii 'Atropurpurea' – Blut-Berberitze mit sommergrünem rotem Laube und bester Eignung als Heckengehölz
  • Berberis thunbergii 'Atropurpurea Nana' - kleine Blutberberitze, flachwachsender, buschiger Zwergwuchs, Bodendecker und niedrige Hecke

 

Ist die Berberitze giftig?

Die Beeren von Berberitzen sind essbar, sogar gesund und sehr vitaminhaltig. Alle anderen Pflanzenteile lösen bei Verzehr Magenreizungen hervor, wodurch die Sträucher als leicht giftig eingestuft werden und von einer Verwendung abgeraten wird.

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