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Bauernjasmin richtig schneiden und vermehren

Philadelphus coronarius ist der botanische Name für den Gewöhnlichen Pfeifenstrauch, den man ebenso Bauernjasmin oder Duftjasmin nennt. Die Gattung Philadelphus umfasst insgesamt 25 Arten sommergrüner Sträucher. Sie kommen in felsigen Bergregionen von Osteuropa bis in den Himalaja, in Ostasien, sowie in Nord- und Mittelamerika vor. Familiär gehören Pfeifensträucher zu den Hortensiengewächsen (Hydrangeaceae).

Am bekanntesten ist der Gewöhnliche Pfeifenstrauch, der im Kaukasus und in Südost-Europa seine Heimat hat. Er wächst innerhalb weniger Jahre zu einem etwa 3 Meter hohen und ebenso breiten Strauch. Je älter der Bauernjasmin wird, desto ausladender sein Wuchs. Seine hellbraunen bis grauen Zweige biegen sich weit zur Seite. Die mattgrünen Blätter sind eiförmig, bis 10 cm lang und von einem gesägten Rand umsäumt. An den Trieben sind sie paarig gegenständig angeordnet. Vor dem Laubfall färben sich die Blätter gelb ein. Geschätzt wird der Bauernjasmin für seine duftenden weißen Blüten, die sich in endständigen Trauben ab dem späten Frühling öffnen. Typisch sind 4 weiße Kronblätter, ausgeprägte gelbe Staubblätter und ein starker Blütenduft, der an Jasmin erinnert. Der Duft nimmt über den Tag zu und ist in den Abendstunden von Weitem wahrzunehmen. Teilweise bilden bis zu 10 Blüten eine Blütentraube und hüllen den Strauch fast vollständig in ein weißes Blütenkleid.

Der Bauernjasmin ist ein wirkungsvoller Blütenstrauch. Er lässt sich vielseitig in Gärten verwenden. Einzeln bildet er einen ausladenden und bogig überhängenden Wuchs. Mit anderen Laubgehölzen entstehen blühende Gehölzgruppen. Seine Blühfreude fällt im Frühsommer enorm aus und verwöhnt durch ihren Duft jede Nase. Angelockt werden zu dieser Zeit Bienen und Insekten, die den Pfeifenstrauch pausenlos umschwärmen.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird Bauernjasmin richtig gepflanzt?

Sonnig, absonnig oder halbschattig, der Bauernjasmin kommt mit jeder dieser Lagen klar. Sonnenlagen fördern die Blütenbildung, doch sind sie an dieser Stelle schneller vergänglich. Bei der Erde ist der Bauernjasmin sehr tolerant. Durchlässig, mäßig fruchtbar, weder zu nass noch zu trocken sind die Anforderungen an das Erdreich. Jeder einigermaßen normale Gartenboden erfüllt grob diese Eigenschaften.

Die Pflanzung von Ballenware wird im Herbst oder im Frühjahr zu den klassischen Pflanzzeiten vorgenommen. Containerpflanzen, besser Pfeifensträucher im Großtopf, lassen sich rund um das Jahr setzen. Das Pflanzloch wird großzügig ausgehoben. Je nach Bodenart folgen einige Bodenverbesserungen. Bei schweren Lehmböden wird der Grund der Pflanzgrube mit einer Gabel aufgelockert und leicht mit Kies überdeckt. Die Drainageschicht schützt die Wurzeln vor möglicher Staunässe. Zum Verfüllen reichert man den Erdaushub mit Kompost und groben Sand an. Auf der anderen Seite bieten Sandböden bereits ausreichend Durchlässigkeit, dafür gelten sie als arm. Wasser und Nährstoffe versickern schlichtweg in der Tiefe und fehlen dem Laubgehölz. Abgelagerter Kompost oder Humus erhöhen vorübergehend die Speicherfähigkeit des Bodens. Verfüllt wird das Pflanzloch nicht mit dem sandigen Aushub, sondern mit Kompost oder Pflanzerde. Nach wenigen Jahren ist die humose Erde zersetzt und der Sandboden wieder vorherrschend.

Vor dem Einsetzen des Pfeifenstrauches wird ein trockener Ballen im Wasserbad getränkt. Zusätzlich schlämmt man die Pflanzgrube mit einer Kanne Wasser ein. Danach setzt man den Bauernjasmin so ein, dass seine Basis mit der Erdoberfläche abschließt. Zum Schluss wird das Loch verfüllt, festgetreten und angegossen. Auf trockenen Böden ist es sinnvoll, unter dem Strauch zu mulchen. Der Mulch unterdrückt Wildwuchs und reduziert die Bodenverdunstung.

Nur junge Pfeifensträucher lassen sich gut umpflanzen, wenn sie noch handlich und transportierbar sind. Ältere Exemplare sind so wuchtig, dass ein Umpflanzen nicht mehr in Frage kommt. Das Umsetzen an einen neuen Standort empfiehlt sich im Herbst ab November.

Wie pflegt man Bauernjasmin richtig?

Sobald der Bauernjasmin eingewurzelt und am Standort etabliert ist, sind kaum Wassergaben notwendig. Ausnahmen bilden extreme Sommer oder Hitzeperioden, in denen selbst die genügsamen Pfeifensträucher nach zusätzlichem Wasser lechzen. Ähnlich genügsam verhält sich der Bauernjasmin in Bezug auf Nährstoffe. Auf sandig-lehmigen Böden reichen einige Handvoll Kompost als Düngung aus. Bei Sandböden wird etwas mehr Kompost aufgetragen und notfalls mit Depotdünger für Blütengehölze angereichert. Damit die Nährstoffe gelöst und zur Wurzel transportiert werden, achtet man auf diesen Böden auf eine erhöhte Bodenfeuchtigkeit.

 

Wie schneidet man Bauernjasmin richtig?

Im Gegensatz zu anderen Sträuchern wächst der Bauernjasmin rasch und üppig. Schon nach wenigen Jahren ist es möglich, dass man den Strauch durch Schnittmaßnahmen bremsen muss. Zur Verjüngung schneidet man mindestens alle drei Jahr ein Drittel der älteren Zweige bodennah weg. Weggeschnitten wird zusätzlich krankes oder Totholz, sowie störende oder querwachsende Äste. Jungtriebe mit glatter Rinde belässt man am Busch, denn sie tragen die Blütenknospen des nächsten Jahres. Radikale Rückschnitte werden vom Bauernjasmin gut vertragen. Große Sträucher können komplett zurückgeschnitten werden. Danach dauert es zwei bis drei Jahre, bis der Busch wieder in seine alte Form gewachsen ist.

 

Wie wird Bauernjasmin richtig vermehrt?

Steckhölzer und Stecklinge sind die einfachsten Methoden, um Pfeifensträucher zu vermehren. Blütenlose Kopftriebe mit einer Länge von etwa 15 Zentimeter werden im Frühsommer geschnitten. Unter dem letzten Blattpaar erfolgt ein schräger Anschnitt mit einem scharfen Messer. Die Stecklinge werden ins durchlässige, jedoch feuchte Vermehrungssubstrat gesteckt und an heller Stelle, abseits der Sonne, aufgestellt. Binnen einiger Wochen bewurzelt die Nachzucht und kann im Herbst in Anzuchtstöpfe verpflanzt werden. Obwohl der Bauernjasmin ausreichend Frosthärte zeigt, werden die Jungpflanzen im Winter geschützt. Noch einfacher ist die Vermehrung durch Steckhölzer. Sie werden im Winter geschnitten. Bleistiftlange Triebabschnitte werden in feuchten Sand gesteckt und bewurzeln mit beginnendem Austrieb.

Aus Pflanzenschutzsicht können Blattläuse und Mehltau Probleme bereiten. Blattläuse lassen sich durch Brennnesselbrühen in Schach halten. Mehltau kommt nur in feuchten Sommern oder an ungünstigen Standorten zum Tragen.

 

Welche Verwendung hat Bauernjasmin?

In fast jedem Garten findet sich ein Plätzchen für den Bauernjasmin. In kleinen Gärten wirkt sein weißes Blütenkleid im Alleinstand oder man greift auf kompakte Sorten (z.B. 'Belle Etoile', 'Boquet Blanc' oder 'Dame Blanche') mit einer Wuchshöhe von maximal 2 Metern zurück. In größeren Gärten wirken Pfeifensträucher in Gruppe oder gemeinsam mit anderen Sträuchern als freiwachsende Blütenhecke. Die weiße Blütenpracht im Frühsommer setzt mit der Rosenblüte ein. Als Hintergrund kommen die kräftigen Farben der Rosen ausgezeichnet zur Geltung. Betörend ist der Duft der Blüten auf Mensch und Insekt. Für empfindliche Nasen zuweilen fast schon erdrückend. Dafür locken die einfachen Blüten unheimlich Bienen, Hummeln und andere Insekten an.

Hübsch sind ebenfalls die Kultursorten mit auffallenden Blattfärbungen. Die Sorte 'Aureus' besitzt gelbes, und 'Variegtus' weißgrünes Laub. Gefüllte Formen (z.B. 'Boule d‘Argent') sind wenig insektenfreundlich, dafür noch imposanter in der Blütenpracht.

 

Ist Bauernjasmin giftig?

Eine Giftigkeit des Bauernjasmins ist nicht bekannt.

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