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Bambus richtig entfernen – 3 Schritte zum Erfolg

Bambus erfreut sich dank seiner ganzjährigen Attraktivität steigender Beliebtheit. In immer mehr Gärten findet man ihn in Kübeln oder höhere Arten als blickdichter Sichtschutz im Gartenbeet. Die Freude hält allerdings nur solange, bis seine Ausbreitung überhandnimmt und man die Süßgrasgewächse (Poaceae) entfernen muss. Ein Großteil der Bambusarten bildet horizontale Ausläufer (leptomorphe Rhizome), die zunächst unsichtbar nach allen Seiten wandern. Bambus der Gattungen Phyllostachys, Pleioblastus, Pseudosasa, Sasa oder Semiarundinaria wuchern unter guten Bedingungen hundert Quadratmeter und mehr zu. Für große Gartenanlagen selten ein Problem, dafür in kleinen Gärten eine Zumutung.

Einfach ausgraben und neu bepflanzen funktioniert leider nicht. Ebenso unwirksam zeigt sich die chemische Keule bei großen und alten Bambuspflanzen. Verbleiben einzelne Wurzelreste mit einer Größe von 5 cm im Boden, ist es nur eine Frage der Zeit, dass der Bambus an seinen alten Platz zurückkehrt.

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Auswahl des richtigen Zeitpunkts
    • Die Bekämpfung und Entfernung von Bambus sind an keine spezielle Jahreszeit gebunden. Wuchernder Bambus kann immer, außer bei gefrorenem Boden entfernt werden.
  2. Welche chemischen Möglichkeiten gibt es und welche Hausmittel eignen sich zur Entfernung?
    • Kleinere Bambushorste lassen sich durch systemische Pflanzenschutzmittel (Herbizide) bekämpfen.
  3. Die Auswahl der richtigen Methode
    • Bei ausgewachsenen Stöcken wird grob und rabiat vorgegangen, alle Wurzelrhizome ausgegraben und entfernt.

 

Schritt 1: Die Auswahl des richtigen Zeitpunkts

Zur Beseitigung von störendem Bambus kann jederzeit Hand angelegt werden. Vor der Entfernung lohnt es sich zu überlegen, ob eine nachträglich eingearbeitete Wurzelsperre eine mögliche Lösung wäre. Zwar muss um den Bambus ein ca. 70 cm tiefer und schmaler Graben ausgehoben werden, aber diese Arbeit ist meist einfacher als die schlussendliche Entfernung des Bambus. In diesen Graben wird ein spezieller Kunststoff ausgelegt, der die Rhizome am Verbreiten hindert.

Die Bekämpfung des Bambus lässt sich an sonnigen Tagen im Frühjahr, Sommer oder Herbst am besten verrichten. Der Boden sollte etwas abgetrocknet sein, damit das Ausgraben nicht in einer Schlammschlacht endet und sich die Erde besser bearbeiten lässt.

 

Schritt 2: Welche chemischen Möglichkeiten gibt es und welche Hausmittel eignen sich zur Entfernung von Bambus?

Bambusarten der Gattungen Bambusa, Chusquea oder Dendrocalamus besitzen ein pachymorphes Wachstum mit kurzen dicken Rhizomen. Sie lassen sich leichter Ausgraben, zumal einige von ihnen im Winter stark zurückfrieren. Sie können auch mit speziellen Unkrautbekämpfungsmitteln (Herbizide) bekämpft werden. Leider wirkt die chemische Keule nur in begrenztem Maße bei den starkwüchsigen Bambusarten.

 

Schritt 3: Wie wird Bambus richtig entfernt?

Als schwierig und mühsam lässt sich die Bekämpfung der wuchsstarken Bambusse beschreiben. Sie haben einen festen, kaum durchdringbaren Wurzelballen. Große Exemplare werden in mehreren Teilstücken ausgegraben. Vor dem Ausgraben schneidet man bis auf einzelne Triebe alle Sprosse ab. Danach wird der Bambus mit einem Rodespaten umstochen. Um den Wurzelstock zu Zerstückeln, bedarf es einer Säbelsäge oder einer Axt. Der Spaten versagt beim Teilen. Kettensäge und Co. sind ungeeignet, denn sie werden stumpf, sobald sie mit Erde in Kontakt kommen. Zum Aushebeln großer Wurzelstücke hilft eine Brechstange oder ein Wagenheber mit untergelegten Brettern. Ebenso kann ein Flaschenzug zum Einsatz kommen, wenn eine Möglichkeit zum Befestigen geboten ist. Bei großen Bambushorsten mit einer Größe von mehreren zig Quadratmetern lohnt es definitiv, sich einen Minibagger auszuleihen oder einen Baggerfahrer zu engagieren.

Nach der Entfernung wird gründlich der Boden nach Rhizomresten durchsucht, notfalls durchgesiebt und die Wurzelreste im Biomüll bzw. im nächstgelegenen Kompostwerk entsorgt. Auf dem eigenen Kompost erwacht der Bambus flott zu neuem Leben.

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