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Rambler-Rosen richtig pflanzen und schneiden

In den letzten Jahrzehnten erfreute sich eine Rosengruppe zunehmender Beliebtheit. Die Rambler-Rosen, kurz auch Rambler genannt, sind wüchsige und immer häufiger, anzutreffende Kletterrosen. Bislang sind sie weniger bekannt als klassische Kletterrosen mit ihren großen gefüllten Blüten. Ihr Name leitet sich aus dem Englischen (ramble = umherwandern, herumwandern) ab. Die Bezeichnung nimmt Bezug auf den rankenden bzw. windenden Wuchs mit den langen weichen Rambler-Trieben. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Kletterrosen ist ihre Wuchskraft ausgeprägter, denn sie erklimmen ganze Baumkronen und durchranken Gebüsche und Sträucher. Eine weitere Eigenart sind die kleineren, oftmals ungefüllten Blüten, die lediglich einmal im Jahr blühen.

Die wuchsfreudigen Rambler-Rosen klettern mit ihren lianenartigen Trieben fast 5 Meter in die Höhe. Mit ihnen lassen sich problemlos größere Torbögen, Fassaden oder absterbende Baumkronen überranken. Ganze Hausfassaden lassen sich zu einem märchenhaften Dornröschenschloss verzaubern.

Rambler gehören zu den Spreizklimmern, die selbst keine Haftwurzeln oder Haltevorrichtungen ausbilden. Deshalb suchen sie nach Möglichkeiten zum Festhalten. In Zweigen, Drähten oder Spalieren finden sie Halt und verankern sich mithilfe ihrer Stacheln. Ihr Laub unterscheidet sich nicht wesentlich von gewöhnlichen Rosen. Je stärker sie in die Höhe steigen, desto mehr verkahlt der untere Bereich. Im späten Frühling erwacht ihre Blüte. Die meisten Rambler-Sorten blühen nur einmal im Jahr. Dafür fällt sie so imposant aus, dass sich ein regelrechtes Meer duftender, für gewöhnlich einfacher Blüten entwickelt. Mittlerweile hat die Rosenzüchtung einige gefüllte Rambler hervorgebracht. Die einzelnen Blüten fallen im Vergleich zu anderen Rosensorten klein aus. Eindrucksvoll ist die schiere Anzahl der Blüten und ihrer Blütenbüschel. Rosenliebhaber bezeichnen die Rambler-Blüte als Blütenspektakel und Höhepunkt des Rosenjahres. Das bleibt Bienen, Hummeln und anderen Insekten nicht verborgen. Sie kommen in Scharen zur Pollensuche und übernehmen die Bestäubung. Aus den weiblichen Blüten bilden sich im Spätsommer und Herbst Hagebutten, wie man sie von Wildrosen kennt.

Rambler-Rosen sind an Wuchskraft und Blütenfülle kaum zu übertreffen. In Gärten bieten sich viele Möglichkeiten einer Verwendung. Carport oder Fassade, Pergola oder Spalier, Obelisk oder ganze Baumkronen – Rambler nutzen jede Art der Klettermöglichkeit.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie werden Rambler-Rosen gepflanzt?

Rambler-Rosen sind anspruchsloser als gewöhnliche Gartenrosen. Sie lieben ebenfalls die Sonne, kommen aber auch im Halbschatten gut klar. Ihre Triebe wachsen ohnehin der Sonne entgegen. Empfehlenswert ist ein luftiger Platz, an dem Lüftchen zirkulieren und für das schnelle Abtrocknen der Blätter sorgen. Ähnlich aller anderen Rosen ist feuchtes Laub Ursache verschiedener Pilzkrankheiten.

Bedingung für eine Rambler-Kultur ist eine Klettervorrichtung. Hierbei kann es sich um ein Spalier oder eine Pergola, ein Draht- oder Metallgerüst handeln, vorausgesetzt es bringt ausreichend Stabilität mit. Der Rosenspross gewinnt im Laufe der Zeit mächtig an Gewicht, das getragen werden muss. Gewitzte Gärtner nutzen Rambler-Rosen zum Überranken von alten oder absterbenden Baumkronen. Auf diese Weise erhält der scheidende Baum ein zweites Leben als Kletterhilfe.

Als Substrat eignet sich jede normale Gartenerde. Durchlässig-, Fruchtbar- und Tiefgründigkeit werden von Rambler-Rosen sehr geschätzt. Schwere Böden sind vor dem Pflanzen großzügig zu lockern und der Erdaushub aus dem Pflanzloch wird mit Sand angereichert. Bei Sandböden versetzt man die Erde mit Kompost oder Bentonit (Gesteinsmehl). Sowohl Kompost als auch das Gesteinsmehl verbessern die Nährstoff- und Wasserspeicherfähigkeit des Bodens.

Wurzelnackte Rambler können im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb oder im späten Herbst nach dem Laubfall gepflanzt werden. Bei Container-Rosen gibt es hingegen keine zeitliche Einschränkung. Das Pflanzloch wird 70 cm bis 90 cm von der Klettermöglichkeit in Windrichtung oder nordseits ausgehoben. Die Windseite bietet den Vorteil einer besseren Luftzirkulation und der Spross wird förmlich in die Klettermöglichkeit hineingedrückt. Eine alte Holzleiter oder herabgelassene Jutestricke erleichtern und führen die Triebe das erste Stück aufwärts. Wurzelnacktes Pflanzmaterial wird vor dem Pflanzen eine Stunde im Wasserbad getränkt. Trockene Topfballen werden ebenfalls ins Wasser getaucht, solange, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Anschließend setzt man die Rambler ein, füllt das Pflanzloch und stutzt die Triebe auf Kniehöhe. Der initiale Pflanzschnitt regt die Verzweigung an. Herbstpflanzungen werden nach sogleich mit Rindenmulch oder durchlässiger Erde angehäufelt und mit Tannenreisig abgedeckt. Die Schutzmaßnahmen sind nur bei frisch gepflanzten Rosen notwendig.

Wie werden Rambler-Rosen gepflegt?

Nach dem Einpflanzen werden Rambler-Rosen feucht gehalten, jedoch ohne Staunässe zu verursachen. Gewässert wird nur der Wurzelbereich. Rindenmulch rund um die Rose schützt vor starkem Austrocknen der Bodenoberfläche. Ab dem zweiten Standjahr erhalten Rambler-Rosen zweimal jährlich, im Frühjahr zum Austrieb und nochmals nach der Blüte, Nährstoffe. Hierzu wird entweder Kompost in die Bodenoberfläche eingearbeitet oder ein spezieller Rosendünger verabreicht. Beim Einarbeiten ist darauf zu achten, dass die oberflächennahen Wurzeln keine Verletzungen davontragen.

 

Wie werden Rambler-Rosen geschnitten?

Einmal blühende Rambler-Rosen benötigen grundsätzlich keinen bzw. nur geringe Schnittmaßnahmen. Störende oder abgestorbene Triebe werden im Frühjahr kurz vor dem Austrieb eingekürzt. Bei Bedarf und bei optischem Missfallen können braune oder verblühte Pflanzenteile entfernt werden. Bei öfter blühenden Rambler-Rosen werden nach dem dritten Standjahr stark verwachsene Verzweigungen ausgelichtet. Starke Schnittmaßnahmen sollten vermieden werden, denn damit entfernt man gleichzeitig die Blütentriebe.

Eine Vermehrung von Rambler-Rosen ist durch Stecklinge möglich. Grüne Triebspitzen werden im Hochsommer vom einjährigen Holz geschnitten und im durchlässigen Vermehrungssubstrat an einem hellen Platz bewurzelt. Man überzieht das Vermehrungsgefäß mit einer Folie und achtet darauf, dass es nicht austrocknet. Hohe Luftfeuchtigkeit kann zu einem Blattlausbefall führen. Regelmäßige Kontrolle ist angebracht. Sie zeigt zudem, wenn neues Wachstum einsetzt und die Bewurzelung geglückt ist. Man entfernt die Folienhaube und überwintert die Jungpflanzen im geschützten Gewächshaus oder Frühbeet.

Rambler-Rosen sind meist weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Weniger heißt jedoch nicht frei von Gegenspielern. Feuchtes Laub ist gewöhnlich der Ursprung von Mehl- oder Sternrußtau. Prophylaktisch werden die Kletterrosen mit Pflanzenstärkungsmitteln (z.B. Ackerschachtelhalmbrühe) behandelt. Bei einem Befall sind möglichst früh, befallene Blätter abzuzwicken und im Hausmüll zu entsorgen. Wenn alles nichts hilft, kommt man an einem Pilzbekämpfungsmittel (Fungizid) nicht vorbei. Sollten Läuse zum Problem werden, hilft das Abspritzen mit dem Wasserschlauch. Bei einem stärkeren Befall kann alternativ an bewölkten Tagen Brennnesselbrühe eingesetzt werden. Helle Punkte auf den Blattoberseiten deuten auf Rosenzikaden hin, die man unter den Blättern auf der Blattunterseite findet. Ihnen wird mit einem zugelassenen Pflanzenschutzmittel zu Leibe gerückt.

 

Welche Verwendung habe Rambler-Rosen?

In jedem Garten gibt es eine Vielzahl an Klettermöglichkeiten, die sich für Rambler-Rosen verwenden lassen. Ob als blütenreiches Fassadengrün an der Hauswand oder zum Überwachsen von Carports, Schuppen, Baumkronen oder Pergolen, die wüchsigen Kletterrosen hinterlassen ein zauberhaftes Flair. Selbst Zäune lassen sich wie ein blühendes Dornröschenschloss begrünen. Rambler-Rosen lassen sich hervorragend mit wüchsigen Waldreben kombinieren. Gemeinsam umschlingen sie sich und winden sich in die Höhe.

 

Welche Sorten gibt es?

Mittlerweile soll es etwa 170 verschiedene Sorten Rambler-Rosen geben. Zu ihnen gehören zum überwiegenden Teil einmal blühende Sorten, sowie öfter blühende oder gefüllte Rambler.

  • Paul's Himalayan Musk Rambler – besonders wüchsig, gefüllt blühend und duftend
  • Bleu Magenta - die Dunkelste der violetten Sorten mit dichtgefüllten Blüten
  • Christine Helene – leicht duftend, halb gefüllt, öfter blühend
  • Chevy Chase – gesunde Sorte, intensiv rote dicht gefüllte Blüten, leichter Duft
  • Albéric Barbier – Cremefarbene gefüllte Rambler mit einer Wuchshöhe bis zu 5 Metern
  • Bobby James – Besonders wüchsige Kletterrose mit halbgefüllten Blüten und enormer Blühfreude
  • Flammentanz® – Einmal blühende Rambler mit gefüllten roten Blüten und einer Wuchshöhe bis 5 Meter
  • Paul Noel – Nachblühende Rambler-Rose mit rosa gefüllten Blüten
  • Super Excelsa® – Öfter blühende Rambler mit gefüllten karminrosa Blüten und einer Wuchshöhe von bis zu 5 Metern
  • Tausendschön – Alte Rambler-Sorte mit ungefüllten rosa Blüten
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