Zurück

Stachelbeeren richtig schneiden, einfrieren und pflanzen

Die Stachelbeeren sind im sommerlichen Obstgarten ein willkommenes Naschobst. Leider finden die Sträucher nicht mehr die Aufmerksamkeit, die sie eigentlich verdient haben. Jeder kennt den leckeren Stachelbeerkuchen, doch in Gärten sind sie nur selten zu finden. Stachelbeeren, botanisch Ribes uva-cripsa, gehören zur Gattung der Johannis- und Stachelbeeren (Ribes). Die Johannisbeere ist eine nahe Verwandte, sozusagen eine Schwester. Die reine Wildart der Stachelbeere hat ein großes Verbreitungsgebiet, das sich von Europa, durch Asien und das nördliche Afrika zieht. Sie sind an Waldrändern oder Gehölzformationen auf feuchten nahrhaften Böden mit leichtem Kalkgehalt anzutreffen.

Stachelbeeren sind laubabwerfende Sträucher mit einem sparrigen Wuchs. Mit ihrer maximalen Wuchshöhe von 150 cm werden sie nicht sonderlich groß. Die Äste sind dunkel gefärbt und nahezu durchgehend mit zahlreichen Dornen besetzt. Vermutlich sind sie der Grund, warum sie von vielen Hobbygärtnern gemieden werden. Die Ernte oder Pflege ist selten ein Zuckerschlecken und hinterlässt zuweilen sichtbare Spuren. Neue Züchtungen haben das Problem in der Form abgeschwächt, dass es mittlerweile fast dornenlose Stachelbeeren gibt. Somit sollte sich der letzte stachelbeerfeindliche Gärtner für den Anbau des leckeren Beerenobstes überzeugen lassen. Ein weiteres Ergebnis intensiver Züchtung ist die köstliche Jostabeere, eine Kreuzung von Stachelbeere mit der Schwarzen Johannisbeere.

Stachelbeeren bilden wechselständige Blätter mit einer 3- bis 5-lappigen Blattform. Im Frühling erscheinen unauffällige rötlich-grüne Blüten, in den Blattachseln hängend. Sie fruchten selbst, wodurch keine anderen Stachelbeeren als Fremdbefruchter zwingend sind. Die Erträge steigen jedoch, wenn weitere Stachelbeer-Sorten in der Nachbarschaft angepflanzt sind. Je nach Sorte bildet das Beerenobst grüne, gelbe oder rote Früchte im Hochsommer aus. Sie sind kirschgroß, teils borstig behaart, schmecken angenehm und erfrischend säuerlich. Gesund sind sie zudem, denn sie weisen einen hohen Kaliumgehalt, Vitamin C, Mineralstoffe und Fruchtsäuren auf. In der Küche ist das säuerliche Obst sehr beliebt und wird auf vielfältige Weise verarbeitet.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie werden Stachelbeeren richtig gepflanzt?

Stachelbeeren im Container können ganzjährig in frostfreien Boden gepflanzt werden. Optimal sind nach wie vor die klassischen Pflanzzeiten im Frühjahr und im Herbst. Als Standort kommt ein heller Platz in Frage, außerhalb der prallen Mittagssonne. Zwar verträgt die Obstpflanze vollsonnige Lagen, aber die Früchte können Sonnenbrand erleiden. Lichter Schatten zwischen anderen Obstgehölzen ist die beste Wahl. Sie schützen zudem bei Spätfrösten, die zur Blütezeit der Stachelbeeren noch auftreten und Blüten schädigen können.

Die Beerensträucher wachsen in jedem guten Gartenboden. Herrscht jedoch ein magerer, saurer oder schwerer Boden vor, sind Bodenverbesserungsmaßnahmen vorzunehmen. In leichte Sandböden wird großzügig Humus und Kompost eingearbeitet. Die Zuschlagstoffe helfen bei der Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Im Gegensatz zu Johannisbeeren kommen Stachelbeeren weniger gut mit Trockenheit klar. Trockenlagen führen dazu, dass die Blüten oder junge Früchte vom Strauch abgeworfen werden. Saure Böden sind zu kalken, am besten mit Dolomitenkalk. Schweren Lehm- und Tonböden werden grober Sand oder feiner Kies beigemengt. Die Minerale schaffen mehr Durchlässigkeit und begünstigen das Durchwurzeln der flachwurzelnden Obststräucher.

Als Pflanzabstand sind je nach Sorte und Wuchshöhe 100 bis 150 Zentimeter einzuplanen. Zu dichte Pflanzabstände erweisen sich spätestens bei Pflegearbeiten oder der Ernte als problematisch.

Praktisch und hübsch anzusehen sind Stachelbeer-Hochstämmchen. Die Sträucher haben ein Stämmchen und wachsen wie kleine kronenbildende Bäumchen. Sie lassen sich gut beernten, sind in meistens kurzlebiger als Sträucher. Bei der Pflanzung empfiehlt sich eine Stütze, die einen Stammbruch bei starken Winden verhindert. Ein stabiler Pfahl wird beim Einpflanzen zur Sicherung eingeschlagen. Mit einem Jutestrick werden Stamm und Pfahl abschließend verbunden.

 

Wie pflanzt man Stachelbeeren richtig um?

Wenn ein Umpflanzen der Stachelbeeren unvermeidbar ist, wird diese wenig erquickliche Arbeit im Herbst durchgeführt. Vor dem Umpflanzen wird der Stachelbeer-Strauch stark zurückgeschnitten. Knospen und Verzweigungen an der Basis sollten vorhanden bleiben. Anschließend wird der Strauch so ausgehoben, dass der Wurzelballen grob erhalten bleibt und nicht komplett zerfällt. Die Pflanze samt Ballen wird am neuen Standort eingepflanzt und gut feucht gehalten. Bei den Arbeiten an der Stachelbeere unbedingt feste Lederhandschuhe tragen. Ungeschicktheit bestrafen die dornigen Äste schmerzhafte Weise.

 

Wie pflegt man Stachelbeeren richtig?

Trockene Böden sind für Stachelbeeren problematisch, denn sie wurzeln flach und dringen nicht tief in die Erde. Das setzt bei der Pflege häufiges Gießen voraus. Dabei ist es ratsam, nur den Wurzelbereich zu wässern und nicht Blätter zu überbrausen. Stachelbeeren sind anfällig für den Amerikanischen Stachelbeermehltau, insofern es sich um keine resistente Sorte handelt. Das Austrocknen lässt sich durch eine Mulchauflage aus Hackschnitzel, Kompost oder Grasmahd reduzieren. Die flachen Wurzeln bedeuten auch, dass alle Hack- und Pflegearbeiten behutsam durchgeführt werden.

Gedüngt wird nach der Blüte. Organische Nährstoffe aus Kompost, Hornspänen oder einem speziellen Beerendünger eigenen sich gleichermaßen. Die Materialien werden vorsichtig und flach in die Bodenoberfläche eingeharkt. Die Nährstoffaufnahme ist nur mit ausreichend Bodenfeuchtigkeit möglich. Die Dosierung von Mineral- oder Obstdüngern richtet sich nach dem vorherrschenden Boden und den Empfehlungen des Düngemittelherstellers.

Winter halten Stachelbeersträucher problemlos aus. Gefährlicher sind Spätfröste, die zum Blüten- und nachfolgenden Ernteverlust führen. Zur Vorsorge können Sträucher in diesem Falle kurzzeitig mit Vlies abgehangen werden.

Wie schneidet man Stachelbeeren richtig?

Stachelbeeren fruchten am einjährigen Holz der älteren Zweige. Für eine gute Ernte sind etwa 3 Fruchtäste bei einer Spindel und 6 bei Sträuchern vollkommend ausreichend. Für alle Schnittmaßnahmen ist eine Teleskopschere ratsam, um Verletzungen vorzubeugen. Nach einer Herbstpflanzung werden im Frühjahr vor dem Austrieb die Haupttriebe um ein Drittel gekürzt. Von den Seitentrieben lässt man 6 Stück stehen und schneidet sie auf 3 bis 4 Knospen zurück. Alle zwei Jahre werden 2 Hauttriebe bodennah weggeschnitten, wodurch neues Triebwachstum aus darunterliegenden Knospen entsteht. Dafür belässt man zwei junge neue Triebe an der Basis. Störende oder nach innen gerichtete Triebe werden an der Basis gekürzt. Dieses ständige Auslichten und Beschränken der Fruchtäste sorgen für gute Erträge und lichte Kronen.

 

Wie kann man Stachelbeeren vor Krankheiten schützen?

Stachelbeeren sind gefährdet, vom Amerikanischen Stachelbeer-Mehltau oder der Stachelbeer-Blattwespe befallen zu werden. Sowohl die Pilzerkrankung als auch der Schädling können die gesamte Ernte vermasseln. Gegen die Blattwespe hilft das Absammeln der Raupen oder der Eigelege auf den Blattunterseiten. Schwieriger ist der Umgang mit dem Mehltau. Trockene Standorte begünstigen den Pilzbefall. Vorsorglich können Pflanzenstärkungsmittel zur Festigung des Blattgewebe oder Netzschwefel im Frühjahr angewendet werden. Vermeidet man das Überbrausen der Blätter mit Gießwasser, wird die Gefahr der Pilzinfektion gesenkt. Grundsätzlich ist es jedoch besser, resistente Sorten im Garten anzupflanzen.

Gekräuselte oder silbrig punktierte Blätter können entweder auf Blattläuse oder Spinnmilben hindeuten. Bei erkennbaren Symptomen kann eine Bekämpfung mit Brennnesseljauche versucht oder ein biologisches Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

 

Wie vermehrt man Stachelbeeren?

Stachelbeeren lassen sich auf unkomplizierte Weise durch Steckhölzer oder Stecklinge vermehren. Im Spätherbst werden einjährige Stammstecklinge als Steckholz im Gartenbeet bewurzelt. Im Frühsommer können halbverholzte Stecklinge bewurzelt werden. Hochstämmchen werden durch Veredlung angezogen, die besser den Baumschulen überlassen wird.

 

Welche Verwendungen haben Stachelbeeren?

Stachelbeeren sind köstliches Beerenobst. Im reifen Stadium werden die Früchte meistens frisch verzehrt. Für eine Verarbeitung sind die Beeren im Hochsommer jedoch schon zu weich. Daher werden Stachelbeeren für Verarbeitungen früher und vor der Reife geerntet. Beliebt ist das säuerliche Beerenobst als Kuchen- und Tortenbelag, Fruchtdesserts, Marmeladen, Gelee oder Kompott.

 

Wie friert man Stachelbeeren richtig ein?

Zum Einfrosten werden keine ganz weichen Stachelbeeren verwendet. Am besten werden sie vor der Vollreife vom Strauch gepflückt. Die geernteten Früchte werden gründlich gewaschen. Zuvor noch Stiele und Blüten von den Früchten lösen. Profis blanchieren die Früchte vor dem Einfrosten und je nach Geschmack können sie noch gezuckert werden. Wer ausreichend Platz im Tiefkühler hat, kann das Erntegut für mindestens eine Stunde auf einem Teller oder Blech schockfrosten. Damit wird das Zusammenkleben der Früchte verhindert. Alternativ können die Beeren gleich portionsweise in Gefrierbeutel abgefüllt werden. Ungezuckert sind Stachelbeeren 8 Monate, mit Zucker versetzt sogar bis ein Jahr haltbar. Im Kühlschrank bleiben die Früchte circa eine Woche frisch.

 

Wie werden Stachelbeeren eingekocht?

Einkochen ist eine weitere Möglichkeit, die leckeren Stachelbeeren über längere Zeit zu konservieren. Feste, vor der Vollreife geerntete Früchte werden gewaschen, von ihren Blüten und Stielen befreit. Ein Anstechen mit einer Nadel verhindert späteres Aufplatzen beim Einwecken. Die Früchte werden in saubere Einmachgläser geschichtet und mit Zuckerwasser übergossen. Nach dem Verschließen der Gläser lässt man sie für 30 Minuten bei 75°C Wassertemperatur köcheln. Nach dem Abkühlen sind die eingeweckten Stachelbeeren bei kühler Lagerung für etwa ein Jahr haltbar.

 

Wann ist Erntezeit von Stachelbeeren

Die Vollreife der Stachelbeeren ist im Hochsommer von Juli bis August. Sie sind weich und haben ein wundervolles süßsaures Aroma. Sie eignen sich zum sofortigen Verzehr. Früher werden unreife Früchte geerntet, wenn sie weiterverarbeitet werden sollen. Beispielsweise werden schon ab Ende Mai Stachelbeeren geerntet, die später beim Backen verwendet werden. Für Marmeladen oder Konfitüren werden halbreife Früchte zu Beginn des Hochsommers gepflückt.

 

Welche Stachelbeeren Sorten gibt es?

Bei den Stachelbeeren gibt es zahlreiche Sorten, die sich durch unterschiedliche Pflanzen- oder Fruchtmerkmale unterscheiden. Beim Erwerb ist es von Vorteil, auf mehltauresistente Sorten zu achten.

  • 'Captivator' – mittelfrühe Sorte mit guter Resistenz, roten Früchten und nahezu dornenlosen Zweigen
  • 'Hinnonmäki' – rote spätfruchtende Sorte mit geringer Mehltauanfälligkeit und einem süßen Aroma und hohem Säureanteil
  • 'Hönings Früheste' – gelbfrüchtige Sorte mit mittlerer Mehltauresistenz, sehr früher Reife, süßem Fruchtfleisch und wenig säuerlicher Schale
  • 'Invicta' – hell- bis gelbgrüne Früchte mit mäßiger Mehltauresistenz, hohem Ertrag, früher Reife und süßlichem Aroma
  • 'Maiherzog' – frühe Sorte mit dunkelroten Früchten, mittlerer Resistenz und süßsäuerlichem Aroma
  • 'Mucurines' – mehltauresistente Sorte mit hohem Ertrag, hellgrünen Früchten, später Reife und säuerlicher Schale
  • 'Redeva' – späte Sorte mit kleinen purpurroten Früchten, geringer Mehltauanfälligkeit, hohem Ertrag und aromatisch-säuerlichem Aroma
  • 'Remarka' – weinrot-fruchtende frühe Sorte mit guter Resistenz, süßem Aroma und wenig säuerlicher Schale
  • 'Resistenta' – späte Sorte mit hoher Mehltau-Resistenz, gelben Früchten, später Reife, süßem Fruchtfleisch und säuerlicher Schale
  • 'Reverta' – frühe Sorte mit hoher Mehltauresistenz, gelbgrünen Früchten, süßem Fruchtfleisch und wenig saurer Schale
  • 'Rokula' – rot-fruchtende Sorte mit geringer Mehltauanfälligkeit, mittelhohem Ertrag, mittelspäter Reife und angenehm süßsäuerlichem Aroma
  • 'Rote Triumph' – dunkelrote Sorte mit hohem Ertrag, mäßiger Resistenz, mittelspäte Reife, süßem Fruchtfleisch und süßsäuerlicher Schale
  • 'Spinefree' – mittelfrühe Sorte mit roten Früchten, nahezu dornenlosen Zweigen und guter Resistenz

Passend dazu...

Johannisbeer-Kollektion
Johannisbeer-Kollektion3 Sträucher
27,50 €
Stachelbeer-Sträucher-Set
Stachelbeer-Sträucher-Set2 Pflanzen
14,99 €
nach oben