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Nektarine richtig schneiden und pflanzen

Bei den Nektarinen handelt es sich um eine Spielart der Natur, die dem Pfirsich (Prunus persica) nicht nur ähnlich, sondern nahezu identisch ist. Wäre da nicht die glatte statt der pelzigen Fruchthaut. Ursache ist eine Knospenmutation, wie sie ab und an in der Botanik anzutreffen ist. Wissenschaftlich heißen Nektarine und Pfirsich heutzutage gleich: Prunus persica. Noch vor einigen Jahren wurde die Nektarine als eigene Unterart Prunus persica ssp. nucipersica geführt. Da sich sonst keine wesentlichen Unterschiede finden lassen, werden beide gleichbehandelt. Pfirsich und Nektarine stammen ursprünglich aus dem Norden Zentral-Chinas. Schon im Mittelalter verbreitete sich das beliebte Obstgehölz über den Orient ins Mittelmeergebiet und ab dem 19. Jahrhundert nach Mitteleuropa. Hier fanden Pfirsichbäume aufgrund ihrer schmackhaften Früchte rasch Gefallen und eroberten Obstgärten. Ihr Wunsch nach Wärme kann nicht überall gestillt werden. Die Erträge und die Fruchtbildung variieren von Region zu Region. In milden Klimaten, z.B. in Weinbauregionen sind die besten Erträge möglich. Für kühlere Gegenden braucht es gute und warme Jahre, um Früchte bzw. Nektarinen ernten zu können.

Pfirsich- und Nektarinen-Bäume bilden rundliche, zuweilen sparrige Kronen. Je nach Veredlung und Sorte können sie Wuchshöhen bis 5 Meter erreichen. Das Holz älterer Zweige ist bräunlich bis graubraun gefärbt. Die Blätter der Nektarinen sind länglich bis lanzettlich, laufen spitz zu und glänzen auf der Oberfläche. Die Blüten erscheinen früh im März und sind weiß bis blassrosa gefärbt. Diese zeitige Blüte wirkt sich oftmals problematisch aus, denn Spätfröste führen zu Erfrierungen und verhageln die Ernte.

Nektarinen sind wie Pfirsiche beliebte Gehölze für Obstgärten. Zuverlässig liefern sie in klimatisch begünstigten Regionen gute Fruchterträge. In kühleren Lagen sind sie eine gute Bereicherung des Nutzgartens. Als Hausbäume finden sie in kleineren Gärten ihren fruchtbringenden Platz.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird eine Nektarine gepflanzt?

Nektarinenbäume sind wie Pfirsiche außerordentlich wärmebedürftig. Daher gedeihen sie in milden und warmen Klimaten am besten. Durch die Klimaveränderungen der letzten Jahre verbessern sich die Ernteerträge in bislang kühleren Regionen.

Man gibt Nektarinen einen vollsonnigen Platz, am besten wind- und regenwassergeschützt. Ideal sind Standorte vor Hauswänden, Mauern oder sonnigen Innenhöfen, in denen sich die Wärme sammelt. Ernteausfälle sind in Spätfrostlagen zu kalkulieren, denn die Blüte kann im März jederzeit noch erfrieren. Die Ansprüche an den Boden sind Durchlässigkeit, Humus- und Nährstoffreichtum. Sandig lehmige oder regelmäßig bearbeitete Böden bieten das beste Wachstumspotential. Arme Sand- und Schotterböden besitzen zwar eine gute Durchlässigkeit, jedoch sind ohne Bodenverbesserungen Nährstoff- und Wassermangel zu erwarten. Kompost oder Pflanzerde verbessern vorübergehend die Speicherfähigkeit des Untergrunds. Problematischer sind feuchte Lehmböden. Sie erwärmen sich im Frühjahr nur zögerlich und neigen zur Staunässe. Stehende Nässe ist verantwortlich, wenn das Immunsystem der Nektarinen ins Wanken gerät und die Anfälligkeit für Krankheiten steigt.

Gepflanzt wird im Frühling mit mehreren Metern Platz zum nächsten Gehölz. Das Pflanzloch wird deutlich größer ausgehoben, am Grund ordentlich gelockert und bei dichten Böden mit einer Kiesschicht drainiert. Ausgetrocknete Wurzelballen werden vor dem Einpflanzen ins Wasser getaucht, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Beim Einsetzen schließt der Topfballen der Nektarine mit der Bodenoberfläche bündig ab. Es ist darauf zu achten, dass die Veredlungsstelle deutlich oberhalb sitzt und nicht vergraben wird. Nach dem Einpflanzen tritt man die Erde vorsichtig fest und gießt das Gehölz an. Eine Schicht Rindenmulch schützt die Nektarine vor Bodenaustrocknung und konkurrierendem Wildwuchs.

Je nach Größe kann ein stützender Pfahl nützlich sein. Größere Kronen entwickeln sich mit Halt besser und kippen bei starken Winden seltener um.

Wie pflegt man Nektarinen richtig?

Nektarinen benötigen in Trockenperioden während des Sommers ausreichend Feuchtigkeit. Trocknet der Boden aus und leidet das Obstgehölz an Wassermangel, wirft es unweigerlich den Fruchtbehang ab. Damit ist die Ernte in dem Jahr verloren. Schutz vor Bodenverdunstung bietet eine Mulchschicht aus Rinde oder Kompost auf Sandböden. Je nach Bedarf wird sie jährlich erneuert. Die Nährstoffversorgung richtet sich nach den vorherrschenden Bodenverhältnissen. Dünungen sind explizit bei leichten und armen Böden notwendig. Kompost und Hornspäne sind als organisches Düngematerial vollkommen ausreichend. Zusätzlich werden im Sommer kaliumbetonte Dünger in schwacher Dosierung verabreicht. Sie festigen das Holz und verbessern die Winterhärte.

 

Wie schneidet man Nektarinen?

Beim Schnitt werden Nektarinen wie Pfirsiche als Büsche erzogen. Sie fruchten am einjährigen Holz und verkahlen nach einiger Zeit. Obwohl es sich um Steinobst handelt, schneidet man Nektarinen vor oder nach der Blüte. Älteren Exemplaren entfernt man im April trockenes Holz. Jüngere Bäume erhalten einen regelmäßigen Schnitt. Man unterscheidet bei Pfirsichen und Nektarinen dreierlei Triebarten: Holztriebe, wahre und falsche Fruchttriebe.

Holztriebe besitzen ausschließlich Blatt- und Triebknospen ohne Blütenknospen. Bei wahren Fruchttrieben besitzt jedes Auge ein oder zwei rundliche Blütenknospen. Falsche Fruchttriebe entwickeln ausschließlich nur unfruchtbare Blütenknospen. Sie beginnen und enden mit einer Holzknospe. Beim Schnitt werden Holz- und falsche Fruchttriebe bis auf die Basisknospe zurückgeschnitten. Bei wahren Fruchttrieben lässt man über dem Blütenknospenansatz ein Blattauge stehen. Beim Sommerschnitt werden dichte Büsche ausgelichtet. Trockene oder zu dicht stehende Zweige werden ganz herausgenommen. Die Belichtung im Strauch kann zudem verbessert werden, wenn Seitenäste heruntergebunden werden. Ein ähnliches Vorgehen empfiehlt sich am Spalier, indem Nektarinen fächerförmig aufgebunden werden.

Für die Befruchtung im Frühjahr sind insbesondere Hummeln oder an warmen Sonnentagen Bienen verantwortlich. Nektarinen sind wie Pfirsiche selbstfruchtend und sind auf keine Fremdbefruchtersorten angewiesen.

Die Kultursorten von Nektarinen werden durch Veredelung vermehrt, die man den Profis überlässt.

Oft werden Pfirsiche und Nektarinen von der Kräuselkrankheit befallen. Sie ist leicht an den rötlichen wulstigen Blattverformungen zu erkennen. Als Gegenmittel werden Spritzbrühen auf Basis von Knoblauch oder kupferhaltige Präparate empfohlen. Besser ist es, bei Neuanpflanzungen resistente Sorten wählen. Zu einem Problem können Wühlmäuse im Untergrund werden. Sie nagen die Wurzeln an und stören den kompletten Nährstoff- und Wasserhaushalt. In schlimmen Fällen kann der Wurzelfraß so ausarten, dass man Jungbäume einfach mit der Hand herausziehen kann.  

 

Welche Verwendung haben Nektarinen?

Die Erntezeit der Nektarinen ist mit Pfirsichen identisch. Sie beginnt im Hochsommer ab Ende Juli und dauert etwa einen Monat. Sobald die Früchte ihre sortentypische Farbe haben und die das Fruchtfleisch weich wird, werden die Früchte behutsam abgenommen. Sie sind druckempfindlich und faulen ausgehend von Druckstellen oder Verletzungen.

Am besten schmecken die Früchte frisch vom Baum. Haltbar sind sie für einige Tage bei kühler Lagerung. Nektarinen eignen sich für Obstsalate, Konfitüre oder Mus, Eis oder Süßspeisen.

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