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Maulbeeren richtig schneiden, pflanzen und pflegen

Obwohl Maulbeeren in unseren Breiten relativ wenig bekannt sind, werden sie in anderen Kulturkreisen seit Jahrhunderten als Obstpflanzen geschätzt. Zur botanischen Gattung Morus gehören 19 Arten, die überwiegend in den Subtropen Afrikas, Asiens, Süd- und Nordamerika beheimatet sind. Die laubabwerfenden Sträucher oder Bäume wachsen vorrangig in Wäldern.

Von besonderem Interesse sind der aus China stammende Weiße Maulbeerbaum (Morus alba) und der Schwarze Maulbeerbaum (Morus nigra). Der Weiße Maulbeerbaum ist seit 1.500 Jahren in der chinesischen Medizin verwurzelt und wird als Nahrungsquelle für Seidenraupen angebaut.

In unserer Gartenkultur verschwand die beliebte Obstart nach einer kurzen Hochphase ab dem 17. Jahrhundert weitestgehend. Ihrem hohen Alter ist es zu verdanken, dass sich noch vereinzelte Überbleibsel sich in alten Gartenanlagen finden lassen. In Südeuropa blieb hingegen die Popularität erhalten. Eine Rückbesinnung hat in den letzten Jahren eingesetzt. Vermehrt sieht man heute wieder häufiger junge Maulbeeren in den Gärten stehen.

Maulbeerbäume bilden einen knorrig-attraktiven Wuchs aus. An den Zweigen entstehen gegenständige, rundlich bis elliptische, am Rand gesägte Blätter mit oftmals herzförmiger Blattbasis. Nach dem Winter dauert es vergleichsweise lange, bis der Austrieb erfolgt. Während des späten Frühjahres entstehen winzige Blüten als Kätzchen. Sie sind getrenntgeschlechtlich, sodass es männliche und weibliche, aufrecht sitzende Blütenstände gibt. Beide Geschlechter blühen an der gleichen Pflanze, sodass Fremdbefruchter nicht zwingend notwendig sind. Erfahrungsgemäß verbessert sich jedoch der Fruchtansatz, insofern sie vorhanden sind. Weibliche Blüten des Weißen Maulbeerbaumes reifen zu brombeerähnlichen Früchten im Sommer heran. Farblich variieren sie von weiß, rosa bis teils purpurn. Geschmacklich sind Weiße Maulbeeren angenehm süß.

In der Gartenkultur erobern sich die Obstgehölze langsam ihre alte Beliebtheit zurück. Die Weiße Maulbeere gilt als frosthärter und kann zu einem größeren Strauch oder Kleinbaum mit einer Höhe von 5 Metern und mehr heranwachsen. Für kleine Gärten empfiehlt sich die Hängeform Morus alba 'Pendula', die als Hausbaum eine gute Figur macht. Dieser wird maximal 3 Meter hoch und besitzt einen Wuchs mit lang herabhängenden Zweigen. Schwarze Maulbeeren sind etwas empfindlicher. Sie wachsen baumförmig und eignen sich für milde Klimate, beispielsweise Weinbauregionen.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie werden Maulbeeren richtig gepflanzt?

Maulbeerbäume sind etwas empfindlicher als andere sommergrüne Gehölze. Sie gehören an einen sonnigen warmen Platz, geschützt vor kalten Winden. Als Boden empfiehlt sich nahrhafte, gut durchlässige Erde mit gleichmäßiger Feuchtigkeit. Kalte feuchte Lehmböden sollten unbedingt mit Sand drainiert oder die Maulbeeren werden in großen Kübeln gehalten. Kurzzeitige Trockenheit schadet den Obstpflanzen nicht.

Gepflanzt wird am besten im Frühjahr. Man gibt dem Gehölz ausreichend Zeit, sich am Standort zu etablieren und einzuwurzeln. Bei den Pflanzarbeiten ist Vorsicht geboten. Die Wurzeln brechen leicht und schaffen Eintrittspforten für Pilzinfektionen. Das Pflanzloch wird etwas großzügiger ausgegraben. Der Grund wird mit einer Grabegabel gut gelockert und mit Kompost bedeckt. Das bringt Nährstoffe direkt an die Wurzel und erleichtert es ihr, sich mit dem Boden zu verbinden. Maulbeeren im Topf werden vor der Pflanzung ausgiebig im Wasserbad getränkt. Je nach Wuchsform und Pflanzenhöhe ist das Einschlagen eines Stützpfahls ratsam. Hängende Wuchsformen oder Baumkronen bieten Winden eine größere Angriffsfläche, die zum Abknicken führen kann.

Maulbeeren lassen sich dauerhaft im großen Kübel kultivieren. Hierzu empfiehlt sich die kleinwüchsige Hängeform (Morus alba 'Pendula'). Nicht zu unterschätzen ist, dass die Früchte stark färben und auf steinigem Untergrund schwer zu reinigende Abdrücke hinterlassen. Wenn Maulbeeren auf der Terrasse gehalten werden, sollten sie entweder frühzeitig abgeerntet oder eine Unterlage zum Schutz des Bodenbelages verwendet werden.

Wie wird der Maulbeerenbaum gepflegt?

Bei älteren Bäumen ist kaum Pflege notwendig. Während des Sommers wird den Maulbeeren gelegentlich Wasser verabreicht. Das Mulchen mit Kompost im Frühjahr sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit im Boden erhalten bleibt und Nährstoffe mitgebracht werden. Für ausgepflanzte Maulbeeren reichen diese im Normalfall aus. Im Kübeln und Töpfen kann im Frühjahr alternativ ein Dünger für Beerenobst gegeben werden.

In Kübeln wird der Wurzelbereich der Maulbeeren im Winter mit Kokosmatten oder Jutesäcken eingewickelt. Sie verhindern ein Durchfrieren des Gefäßes. Stammrisse sind bei starker Sonneneinstrahlung im Winter möglich. Um die Temperaturdifferenzen zwischen Tag und Nacht zu reduzieren, wird der Stamm geweißt, mit Vlies eingewickelt oder ein schattierendes Brett in Sonnenrichtung am Stamm befestigt. Bei frischen Pflanzungen oder jungen Bäumen empfiehlt sich ein Schutz des Wurzelbereiches mit aufgeschüttetem Laub oder Kiefernnadeln.

 

Wie schneidet man den Maulbeerenbaum?

Maulbeerbäume wachsen relativ langsam und müssen im Großen und Ganzen nicht erzogen werden. Es reicht, wenn dichte Kronen im Winter bei frostfreiem Wetter ausgelichtet, störende oder tote Zweige zurückgeschnitten werden. Dieser Zeitraum klingt ungewöhnlich, aber da Maulbeeren stark bluten, sind Schnitte nur in der Ruhephase ratsam. Bei veredelten Maulbeeren kann es vorkommen, dass unterhalb der Veredlungsstelle Triebe aus der Unterlage sprießen. Sie machen der Veredelung Konkurrenz, wodurch sie regelmäßig wegzuschneiden sind.

Vermehren lassen sich Maulbeeren generativ und vegetativ. Aussaaten im Herbst sind nur bei reinen Arten möglich. Einfacher und praxistauglicher ist die Vermehrung durch Stecklinge im Sommer oder Steckhölzer im Herbst.

 

Welche Verwendung hat der Maulbeerenbaum?

Auch wenn Maulbeeren lange Zeit im Dornröschenschlaf verweilten, sind ihre vielfältigen Eigenschaften nicht von der Hand zu weisen. Maulbeeren sind attraktive Bäume und Sträucher, die durch ihr hohes Alter als Hausbäume in kleineren Gärten gehalten werden können. Sobald sie das mittlere Alter erreichen, benötigen sie kaum noch Pflege. Selbst im großen Topf machen sie gute Figur auf größeren Terrassen.

Erst nach einigen Jahren beginnen die Obstgehölze zu tragen. Ihre Früchte schmecken lecker, werden frisch oder getrocknet verzehrt. Die Fruchtreife beginnt, wenn sich die Beeren ab Mitte/Ende Juni leicht vom Zweig lösen lassen. Man kann sie für Konfitüren, Sirup, Müsli oder Fruchtkuchen verwenden. Bei der Ernte sollte man sich bewusst sein, dass die Früchte stark färben und Flecken an den Händen hinterlassen. Lagerfähig sind die Früchte nur kurz, denn sie werden schnell weich und zerfallen förmlich zu Brei. Um ihre Haltbarkeit zu verbessern, können sie gedämpft oder blanchiert werden. Die Früchte des Schwarzen Maulbeerbaumes werden im Vergleich zu weißen Maulbeeren als süßer bezeichnet.

 

Wie wird die Maulbeere getrocknet?

Um Maulbeerfrüchte zu trocknen, werden sie locker in eine Trocknungskiste ausgelegt und für 4 bis 5 Tage an einen schattierten, gut durchlüfteten Ort aufgestellt. Im Backofen dauert die Trocknung bei 50°C Umluft mehrere Stunden. Bei beiden Methoden optimiert mehrmaliges Wenden der Früchte die Trocknung. Sobald die Maulbeeren getrocknet sind, werden sie lichtdicht, trocken und kühl gelagert.

 

Wie gesund ist die Maulbeere?

Für Naturmediziner sind die Blätter, Wurzelrinde und Zweige interessant. Mit dem einsetzenden Laubfall werden Blätter geerntet und wie Wurzelrinde traditionell mit Honig verarbeitet. Die Blätter wirken schweißtreibend, kühlend und antibakteriell. Zweige werden bei rheumatischen Beschwerden empfohlen. Verarbeitete Wurzelrinde gilt als hustenstillend und schleimlösend, wodurch sie bei Erkältungskrankheiten eingesetzt wird.

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