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Kiwis richtig schneiden, lagern und düngen

Jeder kennt und viele mögen Kiwis als pelzigen Exoten auf dem Obstteller. Die Früchte aus dem Obstregal stammen häufig aus Neuseeland. Ihre Heimat ist es jedoch nicht. Ursprünglich stammen Kiwis, die richtigerweise Strahlengriffel heißen, aus China. Versierte Gärtner kennen die Kiwi unter den Namen „Chinesische Stachelbeere“. In ihrer ostasiatischen Heimat werden Kiwis seit Jahrtausenden kultiviert. So exotisch Kiwifrüchte wirken mögen, sie lassen sich auch in unseren Breiten anbauen. Besonders in den letzten Jahren boomt der Anbau und die Kletterpflanzen lassen sich in immer mehr Gärten finden.

Etwa 55 Arten bilden die Gattung der Strahlengriffel, botanisch Actinidia. Die Gattung ist namensgebend für die Familie der Strahlengriffelgewächse (Actinidiaceae), zu der nur zwei weitere, wenig bekannte Pflanzengattungen gehören. Für den Obstanbau sind drei Arten maßgebend:

  • Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta) – Besser bekannt als Baby-Kiwi, Mini-Kiwi oder Kiwibeere mit kleineren glattschaligen Früchten
  • Gold-Kiwi (Actinidia chinensis) – Kiwi mit säurearmen glatten Früchten und gelbem Fruchtfleisch
  • Kiwi (Actinidia deliciosa) – Populäre großfrüchtige Art mit behaarter Fruchtschale und geringerer Frosthärte (für Weinbauregionen geeignet)

Aus diesen Arten sind zahlreiche Hybriden entstanden, die sich in ihren Fruchteigenschaften zum Teil stark unterscheiden. Eine weitere Art ist als Zierpflanze beliebt. Der Amur-Strahlengriffel (Actinidia kolomikta) ist eine wüchsige Kletterpflanze mit einer bezaubernden Laubfärbung aus grün, weiß und rot.

Bei Kiwis handelt es sich größtenteils um laubabwerfende mehrjährige Schlingpflanzen. Ihr Lebensraum sind lichte Wälder in ganz Ostasien. An den lianenartigen Trieben entwickeln sich wechselständig angeordnete Blätter, die zuweilen und artabhängig auffällig gemustert sind. Große becherförmige Blüten erscheinen ab dem Frühsommer in cremegelb oder weiß. Sie sitzen entweder einzeln oder teils in Blütenständen vereint. Die Blüten mancher Kiwis nimmt man aus der Ferne wahr ohne sie zu sehen, denn sie duften intensiv. Grundlage für einen Fruchtansatz sind mindestens zwei Kiwipflanzen: Eine männliche und eine weibliche. Strahlengriffel sind zweihäusige Pflanzen, die entweder nur weibliche oder männliche Blüten ausbilden. Beide kann man recht gut unterscheiden. Männliche Blüten besitzen viele Staubblätter und einen kleinen Griffel. Im Blütenstand weiblicher Pflanzen sitzen weniger Blüten mit kranzförmig angeordneten Staubblättern, sowie strahlenförmige weiße Fruchtblätter. Sobald ein männliches Exemplar in der Nähe steht, fruchten die weiblichen Pflanzen und bilden zum Herbst schmackhafte gesunde Kiwis. Je nach Art sind die walzenförmigen Früchte, glattschalig oder borstig, unterschiedlich in Farbe und Größe. Ihr Geschmack ist säuerlich bis süßlich und angenehm aromatisch. Bemerkenswert ist der hohe Vitamin C-Gehalt und die reiche Ausbeute bei der Ernte im Herbst.

Kiwis erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, doch sie sind bislang noch Exoten unter den Obstgehölzen. Dank ihres schlingenden Wuchses eignen sie sich ausgezeichnet zur Begrünung von Hauswänden, Mauern oder Pergolen.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird eine Kiwi richtig gepflanzt?

Kiwis sind und gelten als schwach frosthart und spätfrostgefährdet. Das trifft insbesondere für die „normale“ Kiwi (Actinidia deliciosa), die Gold-Kiwi (Actinidia chinensis), sowie zum Teil auf ihre Kultursorten zu. In den letzten Jahren hat sich in der Kiwi-Züchtung viel getan, wodurch es heute sehr robuste und kaum frostanfällige Sorten gibt.

 

Brauchen Kiwis eine Rankhilfe?

Als schlingende Kletterpflanze ist ein Stützgerüst notwendig. Hierzu kann eine entsprechende Konstruktion an der Fassade angebracht werden. Einfacher lassen sich Pergolen oder stabile Gerüste mit gespannten Drähten verwenden. Der Standort muss hell und warm, aber nicht zwangsläufig vollsonnig sein. Eine windgeschützte Lage ist immer sinnvoll, denn kalte austrocknende Winde hinterlassen Schäden am Holz oder an austreibenden Knospen. Bewährt haben sich helle Innenhoflagen.

An den Boden stellen Kiwis keine besonderen Ansprüche. Ein normaler Gartenboden, weder zu sandig, noch zu fest oder zu kalkhaltig, besitzt alles, was von den Klettergehölzen zum Wachsen gefordert wird. Vor der Pflanzung schadet es keineswegs, fruchtbaren Kompost in den Boden einzugraben. Kiwis eignen sich zudem als Terrassengrün in größeren Kübeln. Als Substrat wird hochwertige Kübelpflanzenerde verwendet, die zusätzlich noch mit Lavagrus oder Tongranulat angereichert werden sollte. Diese mineralischen Bestandteile erhöhen die Strukturstabilität der Erde. Einen regelmäßigen Austausch des Oberbodens vermeidet es jedoch nicht.

Gepflanzt werden am besten Containerpflanzen aus dem Fachhandel. Mitunter sind Sorten durch Veredelung gezogen. Zudem blühen diese früher als samengezogene Arten. Für einen Fruchtansatz sind zwei Kiwis, eine männliche und eine weibliche erforderlich. Man pflanzt sie mit einem größeren Abstand auseinander, denn männliche Pflanzen sind meist wuchskräftiger und überwachsen die weibliche Kiwi. Im Handel findet man zwischenzeitlich veredelte Sorten, die sowohl männliche und weibliche Blüten tragen.

Als Pflanzzeit empfiehlt sich der Frühling nach den letzten Spätfrösten. Bei Herbstpflanzungen sollte unbedingt Frostschutz über den Winter angebracht werden. Nach dem Einpflanzen wird die Bodenoberfläche gemulcht, um das Austrocknen im Sommer zu vermeiden.

Wie werden Kiwis richtig gepflegt?

Während der Sommermonate ist auf gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit zu achten. Längerer Wassermangel kann zum vorzeitigen Abstoßen und Verlust der Kiwifrüchte führen. Gedüngt werden vorrangig ältere Pflanzen, die bereits mehrere Standjahre auf dem Buckel haben. Hornspäne oder Rinderdung sorgen für Nährstoffe und aktivieren das Mikroleben im Boden.

Im Winter werden jüngere Pflanzen im unteren Bereich mit Tannenreisig abgedeckt. In rauen Lagen ist es ratsam, die Schlingpflanzen bis in eine Höhe von 2 Metern mit hellem Frostschutzvlies zu umwickeln. Alternativ kann das Holz mit Jutesäcken abgehangen werden, um vor eisigen Winden Schutz zu bieten.

 

Wie schneidet man eine Kiwi richtig?

Für das vertikale Wachstum ist ein stabiles Gerüst bzw. eine Klettervorrichtung notwendig. Sie muss so stabil sein, damit sie den verholzenden Spross tragen kann. Die Standfestigkeit wird regelmäßig geprüft. Beste Erträge werden erreicht, wenn man die aufstrebenden Sprosse fächerartig aufbindet. Lange Triebe werden jährlich eingekürzt. Ab etwa dem dritten Standjahr werden Schnittmaßnahmen notwendig. Für einen guten Fruchtansatz sorgt der sogenannte „Spornschnitt“ im späten Winter. Hierbei sind die Seitentriebe auf 3 bis 4 Knospen zu kürzen. Lange Leittriebe werden nach Bedarf im Spätsommer gestutzt.

 

Wie vermehrt man Kiwis?

Die einfachste Vermehrung stellt die Bewurzelung von Triebstecklingen dar. Im Frühsommer werden ca. 15 cm lange halbverholzte Triebspitzen geschnitten und in Töpfen mit Vermehrungssubstrat bewurzelt. Veredelungen bzw. das Pfropfen von Kultursorten überlässt man besser den Profis.

 

Welche Verwendung haben Kiwis?

Kiwis sind in Obstgärten immer noch die exotische Ausnahme. Man kann sie als wüchsige Kletterpflanzen zur Fassadenbegrünung, als Sichtschutz an Pergolen oder Spalieren verwenden. Die Früchte sind außerordentlich schmackhaft und die Ernte fällt an guten Standorten üppig aus. Am besten schmecken die Kiwis frisch vom Strauch. Sie lassen sich zu Kompott, Gelees oder Konfitüren verarbeiten und ergänzen mit ihrer Note wertvoll Fruchtspeisen.

 

Welche Sorten gibt es?

Bewährte Sorten für die Gartenkultur sind beispielsweise:

  • Ken’s Red - aufsehenerregende Früchten, von außen und innen sind sie rot-violett und haben eine unbehaarte Schale, die man sogar mitessen kann
  • Nostino – Befruchtersorte, eine Befruchterpflanze reicht für mehrere Pflanzen
  • Solissimo® renact® - selbstfruchtende Sorte mit großen Früchten
  • Issai – selbstfruchtend, glatte Schale, die mitgegessen werden kann, Feigen-Aroma

 

Wie werden Kiwis richtig geerntet?

Die Ernte von Kiwis erfolgt im Herbst, wenn die Früchte langsam weich werden. Je länger man sie am Strauch lässt, desto weicher und süßer werden sie. Bei einigen Sorten wartet man sogar den ersten Frost ab, bevor man sie erntet.

 

Wie lagert man Kiwis richtig?

Lange lassen sich Kiwis nicht lagern. Am besten verzehrt man sie nach der Ernte. Im Kühlschrank behalten sie einige Tage ihre Frische. Manche Gärtner lagern sie im kühlen Keller bis zu 10 Wochen, indem sie nachreifen. Diese Früchte sollten bei zur Ernte etwas fester sein. Je weicher die Frucht, desto schneller verdirbt sie.

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