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Johannisbeeren richtig pflanzen, einfrieren und vermehren

Johannisbeeren zählen zu den Klassikern beim Beerenobst. Man kennt und findet sie vielerorts in dreierlei Ausprägungen, deren Früchte entweder weiß, rot oder schwarz sind. Rote und weiße Johannisbeeren sind Kultursorten der Johannisbeeren-Art Ribes rubrum. Schwarze Johannisbeeren sind eine eigene botanische Art (Ribes nigrum), die ebenfalls durch Kultursorten in ihren Eigenschaften verbessert ergänzt. Verwandt sind sie mit der Stachelbeere, die sich als Schwester der Johannisbeeren bezeichnen lässt.

Ursprünglich stammen die Arten der Johannisbeeren aus den nördlich-gemäßigten Waldformationen Europas, Sibiriens und Nordamerikas. Von den knapp 200 laubabwerfenden, vereinzelt immergrünen Arten werden für den Obstanbau vorrangig die bekannten Johannis- und Stachelbeeren, samt Kreuzungshybriden angebaut. Belege für die Kultur von Johannisbeeren lassen sich in Westeuropa bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Drei Jahrhunderte später wurde die schwarzfrüchtige Art nach Amerika eingeführt. Ihre Kultur begann vergleichsweise spät. Im Mittelalter beschrieben man den Geruch der Schwarzen Johannisbeere als stinkend und unangenehm. Erst nach Entdecken verschiedener Heileigenschaften und ihres Vitamingehaltes wandelte sich das Bild und ihre Verbreitung fand verstärkt statt. Mit der Lebensmittelknappheit nach dem zweiten Weltkrieg nahmen Forschungseinrichtungen und Züchter die Beerensträucher in den Fokus. Deren Ergebnisse sind zahlreiche Kultursorten, die bis heute im Handel erhältlich sind.

Bei Johannisbeeren handelt es sich um laubabwerfende Sträucher, die je nach Standort über 150 cm groß wachsen. Im Gegensatz zur Stachelbeere sind ihre Ranken stachellos. Die 5-lappigen Blätter sitzen an den blass- oder gelblich-braunen Trieben. Im Frühling erscheinen hängende Blütentrauben mit winzigen grünweißen Blüten. Ab Frühsommer folgen ihnen rote, weiße oder schwarze Früchte. Die Samen sind im Fruchtfleisch verborgen und schmecken je nach Sorte süß-säuerlich oder markant säuerlich. Rote Johannisbeeren zeigen ein rötliches oder rosarotes Fruchtfleisch. Weiße Johannisbeeren besitzen gelbliches Fruchtfleisch und bei Schwarzen Johannisbeeren ist es grünlich gefärbt.

Die Früchte gelten durch ihren süßlichen Säuregehalt als schmackhaftes Beerenobst mit vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten. Quark, Müsli oder im Kuchen hinterlassen sie ihre einzigartige Fruchtnote. Die Blätter der schwarzen Johannisbeere besitzen zudem gesunde Inhaltsstoffe, die in Teemischungen verschiedene Leiden lindern sollen.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie werden Johannisbeeren richtig gepflanzt?

Als ehemalige Waldrandbewohner kommen Johannisbeeren sowohl mit sonnigen als auch halbschattigen Lagen gut zurecht. Schutz vor kalten Winden oder späten Frösten zur Blüte ist ratsam, um Missernten und Totalausfälle zu vermeiden. Ähnlich tolerant verhalten sich Johannisbeeren beim Boden. Fast jeder normale Gartenboden eignet sich für ihre Kultur, vorausgesetzt er neigt nicht zu extremer Trockenheit oder Staunässe. Durchlässige fruchtbare Böden mit einem leichten Tongehalt bieten beste Kulturvoraussetzungen. Johannisbeeren sind Flachwurzler und schätzen eine humose Bodenoberfläche, insbesondere bei nährstoffarmen Sandböden. Schwere nasse oder verdichtete Böden setzen den Sträuchern zu. Diese Einschränkung lässt sich durch das Aufschütten eines Damms und einer erhöhten Kultur umgangen werden. Dieser Anbau ist von Himbeeren bekannt und schützt durch die erhöhte Stellung vor Staunässe.

Getopfte Johannisbeeren können entweder im Frühling oder im Herbst gepflanzt werden. Wer mehrere Exemplare pflanzen möchte, setzt sie als Reihe im Abstand von mindestens einem Meter. Pro Pflanze ist mit einem Pflanzbedarf von 1,5 bis 2 Metern zu rechnen. Dieser Abstand ist notwendig, damit sich die Sträucher nicht gegenseitig beschatten. Optisch attraktiv wirken Johannisbeerbäumchen, die mit Stamm und Krone gezogen wurden. Sie wirken am besten im Einzelstand und benötigen von Anfang an eine Stütze. Sie verleiht der mitunter gewichtigen Krone ausreichend Stabilität und schützt vor Windbruch bei stärkeren Stürmen. Gepflanzt werden die Beerensträucher so tief, wie sie zuvor im Topf gestanden haben. Trockene Ballen werden zunächst im Wasserbad getränkt und Wurzelfilz vorsichtig aufgedröselt. Nach dem Einpflanzen umgibt man die Obstpflanze mit Mulch. Das Mulchen schützt einerseits vor dem Austrocknen und trägt bei Verwendung von Kompostmulch Nährstoffe ein.

Ein Pflanzschnitt wird unmittelbar nach dem Einpflanzen vorgenommen. Dazu werden die kräftigsten 5 oder 6 Triebe um die Hälfte eingekürzt. Der Rest wird vollständig herausgeschnitten. Besitzen die Pflanzen weniger als 5 Triebe, werden sie auf jeweils drei Augen zurückgeschnitten.

 

Wie werden Johannisbeeren richtig umgepflanzt?

Ein Umpflanzen ist im Frühling oder Herbst möglich, da die Sträucher in ihrer Wuchsgröße überschaubar bleiben. Sinnvoll ist das Umsetzen nur von jungen Johannisbeeren. Ihre Ertragsfähigkeit lässt mit zunehmenden Alter nach, sodass die Obstgehölze alle 10 Jahre vollständig ersetzt werden.

 

Wie werden Johannisbeeren gepflegt?

Während Trockenzeiten im Sommer, aber auch in trockenen Frühjahrsmonaten wird auf den Wasserbedarf geachtet und gegossen. Man wässert den Boden um die Pflanze und vermeidet das Benetzen des Blattwerks. Stetig feuchte Blätter führen zum Ausbruch verschiedener Pilzkrankheiten. Für einen Verdunstungsschutz sorgt man durch das Auftragen von Kompost- oder verrottetem Laubmulch. Als positiven Nebeneffekt verbessert das Mulchen das Bodenleben und bringt wachstumsfördernde Nährstoffe zur Pflanze.

 

Wie düngt man Johannisbeeren richtig?

Statt Kompost kann ein Spezialdünger, beispielsweise chloridarmer bzw. chloridfreier Beerendünger, zwei- bis dreimal jährlich zur Düngung eingesetzt werden. Spätestens zum Sommer werden stickstoffhaltige Nährstoffgaben eingestellt. Sie befeuern das weitere Wachstum und verhindern ein Ausreifen des Holzes. 

Wie schneidet man Johannisbeeren richtig?

Mit dem Einpflanzen erfolgt zunächst ein Pflanzschnitt. Die im Anschluss hinzukommenden Jahrestriebe werden später um ein Drittel gekürzt.

Regelmäßiges Schneiden von Johannisbeeren ist ratsam, denn die besten Fruchterträge sind am zwei- oder mehrjährigen Holz zu erwarten. Spätestens alle drei bis vier Jahre wird zur Verjüngung altes Holz über dem Boden herausgeschnitten. Meist sind die Triebe durch ihr graues oder dunkles Holz gut erkennbar. Das Auslichten bewirkt einen besseren Lichteinfall und führt zum schnelleren Abtrocknen der Blätter. Mehr als 10 kräftige Triebe benötigt ein Johannisbeerstrauch nicht.

Hochstämmchen müssen häufiger geschnitten werden, damit ihre Form erhalten bleibt. Etwa 5 bis 8 Leittriebe werden jährlich auf ca. 5 Augen zurückgeschnitten und der Rest entfernt. Die Seitentriebe der beschnittenen Zweige werden auf 2 bis 3 Augen eingekürzt.

 

Wie kann man Johannisbeeren vor Krankheiten schützen?

Regelmäßige Schnittmaßnahmen und eine ausgewogene Nährstoffversorgung wirken sich nicht nur auf die Erträge aus, sondern fördern die Widerstandsfähigkeit des Beerenobstes. Bereits beim Kauf achtet man auf die Wahl robuster Sorten. Johannisbeeren sind im Allgemeinen für Mehltau und Rotpustelkrankheit anfällig. Beides sind Pilzinfektionen, die durch falsches Wässern und Düngen angeregt werden. In ungünstigem Stand führen Gallmilben zu Blattdeformationen.

 

Wie werden Johannisbeeren vermehrt?

Johannisbeeren werden mit der Zeit ertragsschwach und werden alle 10 Jahre ersetzt. Die Beerensträucher lassen sich selbst für Ungeübte einfach vermehren. Steckhölzer schneidet man im späten Herbst und bewurzelt sie über den Winter im Sandbeet. Genauso einfach funktioniert die Vermehrung durch Ableger. Triebe werden auf den Boden gelegt und mit einem Stein fixiert. An diesen Stellen schlagen die Triebe nach einiger Zeit Wurzeln. Sobald sich neues Triebwachstum einstellt, werden die Ableger von der Mutterpflanze abgeschnitten und verpflanzt.

 

Welche Verwendung haben Johannisbeeren?

Johannisbeeren sind ein leckeres Beerenobst. Die Früchte werden frisch vom Strauch gepflückt und verzehrt. Egal, ob die Farbe der Beeren rot, weiß oder schwarz ist, die Früchte sind gesund. Sie besitzen reichlich Vitamin C und zahlreiche Mineralstoffe. Das Laub der Schwarzen Johannisbeere verfügt über einen hohen Anteil an Gerbstoffen. Die Blätter versprechen als Tee innerlich bei Erkältungen, engen Blutgefäßen und Entzündungen im Mundraum Linderung. Der Saft roter Johannisbeeren gilt in der Volksmedizin als temperatursenkendes Mittel bei Fieber. Aus den Knospen lassen sich ätherische Öle (z.B. für die Parfümindustrie) gewinnen und aus den Samen Öl pressen.

Populärer ist die Verwendung der Früchte in der Küche. Sie werden reif in Süßspeisen, Eis, Kuchen, Quark, Marmelade oder in Müsli verarbeitet. Vorzüglich schmecken sie mit Milch und Zucker. Doch auch zu herzhaften Wild-, Geflügel- und Fleischspeisen passt die fruchtige Note von Johannisbeeren sehr gut.

 

Wie werden Johannisbeeren geerntet?

Geerntet werden Johannisbeeren zur Fruchtreife, sobald die Früchte ihre Härte verlieren und schmackhaft sind. Man erntet sie mit der Hand, indem die gesamte Fruchttraube abgenommen wird. Mit einer Gabel lassen sich später die einzelnen Beeren von der Traube lösen.

 

Kann man Johannisbeeren einfrieren?

Für das Haltbarmachen und Konservieren von Johannisbeeren bietet sich das Einfrieren an. Die entstielten Früchte werden gewaschen und mit einem Küchentuch bzw. -papier abgetrocknet. Zum Einfrieren werden sie entweder in Gefrierbeutel oder entsprechende Gefäße gefüllt. Wem das Verkleben der gefrorenen Beeren stört, kann die gewaschenen Früchte nebeneinander auf einen Teller legen und vor dem eigentlichen Einfrieren kurz schockfrosten. Anschließend sind die gefrorenen Früchte umzufüllen und einzufrieren.

 

Welche Johannisbeeren-Sorten gibt es?

Am einfachsten lassen sich Johannisbeeren anhand ihrer Früchte unterscheiden.

  • Rote Johannisbeeren (Ribes rubrum): Rote Rovada - wohlschmeckender, süß-säuerlicher Früchte an langen Trauben, Ernte Juli-August
  • Weiße / Gelbe Johannisbeeren (Ribes rubrum): 'Versailler' – Mittelfrühe Sorte ab Mitte Juni mit mittelgroßen Beeren und süßsäuerlichem Aroma
  • Schwarze Johannisbeeren (Ribes nigrum): 'Titania' – mittelfrühe Sorte ab Mitte Juni mit großen glänzenden Beeren mit hoher Widerstandkraft

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