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Indianerbanane richtig vermehren und pflegen

Ein wahrer Exot unter den Obstgehölzen ist die Indianerbanane (Asimina triloba), die korrekterweise Dreilappige Papau oder im Indianischen Pawpaw genannt wird. Sie ist eine von 9 Gehölzarten, die im östlichen Nordamerika sommer- oder immergrüne Sträucher bzw. kleinere Bäume bilden. Woher die Bezeichnung Indianerbanane stammt, ist nicht überliefert, dafür ist der Name umgangssprachlich sehr verbreitet.

Die Papau ist ein sommergrüner Strauch oder kleinerer Baum. Trotz seines zurückhaltenden Wachstums erreicht das Gehölz mit dem Alter eine Wuchshöhe von 6 bis 8 Metern. Mit dieser Größe eignet es sich als botanische Raffinesse für kleinere Hausgärten oder für Gehölzgruppen. Die mittelgrünen Blätter haben eine umgekehrt eiförmige Form und färben sich im Herbst leuchtend gelb ein. Im Frühling erscheinen becherförmige Blüten mit purpurbraunen Kronblättern in Büscheln am vorjährigen Holz. Meist zeigen sie sich erst nach den letzten Frösten, wodurch Erfrierungen nicht zu befürchten sind. Jede Blüte hat mehrere Fruchtknoten, die nach erfolgreicher Befruchtung für die büschelartig zusammengesetzten Fruchtstände verantwortlich sind. Ab dem Spätsommer entstehen flaschenförmige Früchte, die zunächst gelbgrün, bei Reife sich im Herbst gelbbraun färben. Markant ist die quirlartige Anordnung mehrerer Früchte an kurzen Stielen. Vom Äußeren wirken die Früchte eher wie eine Papaya als eine Banane. Das Fruchtfleisch ist gelblich, von cremiger Konsistenz und mit schwarzen Kernen durchsetzt. Der Geschmack erinnert an eine fruchtige Mischung aus Ananas, Bananen, Mango und Vanille.

Die Indianerbanane ist ein exotisches Obst im Garten. Es ist leider nicht so ertragreich wie unsere bekannten Obstsorten, dafür ist sein Geschmack ein einzigartiger Fruchtcocktail. Unabhängig vom Nutzwert kann der Strauch als Hausbaum in kleineren Gärten oder als Bereicherung für Strauchgruppen gepflanzt werden. Durch seine gelbe Laubfärbung sticht er auffällig heraus.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie pflanzt man eine Indianerbanane?

Von ihren Herkunftsgebieten sind Indianerbananen Fröste durchaus gewöhnt. Sie überstehen hiesige Winter problemlos und eignen sich für die Gartenkultur. Ein sonniger bis heller Platz ist den Laubsträuchern genehm. Die volle Sonne in Südlagen wird ihnen auf Dauer jedoch zu heiß. Wenn möglich kombiniert man die Papau entweder mit anderen Gehölzen als Gruppe oder pflanzt sie gen Osten bzw. Westen. Als Boden eignet sich jede normale Gartenerde, die ausreichend durchlässig ist. Staunässe ist das einzig wirkliche Problem bei der Papau-Kultur. Leicht saure pH-Werte werden von den Obstgehölzen gut vertragen. Fruchtbaren Kompost verbessert Sandböden und erhöht die Speicherfähigkeit. Die Durchlüftung von Lehmböden wird durch Beimengung von Sand oder Kies optimiert.

Wie bei nahezu allen Gehölzen sind die klassischen Pflanzzeiten im Frühjahr und Herbst zu empfehlen. Indianerbananen werden ausschließlich als Topf- bzw. Containerware angeboten. Eine Pflanzung im späten Frühjahr oder Sommer ist möglich, man muss nur im Anschluss auf regelmäßiges Wässern achten.

Indianerbananen eignen sich sogar für Balkon und Terrasse, wenn sie im Kübel gehalten werden. Man verwendet ein größeres Gefäß mit genügend Abzugslöchern im Boden. Als Substrat eignet sich Kübelpflanzenerde, die bereits Blähton und andere Drainagematerialien zur Strukturstabilisierung enthält. Alternativ wird Pflanzerde unter Zugabe von Tongranulat oder Sand verwendet. Alle 5 bis 7 Jahre sind Indianerbananen im Kübel umzutopfen und mit frischer Erde zu versorgen.

Beim Erwerb von Indianerbananen muss auf die Sorten geachtet werden. Ein großer Anteil ist nicht selbstfruchtend, sodass eine zweite Sorte zur Befruchtung notwendig ist. Obwohl bei selbstbefruchtenden Sorten (z.B. 'Prima 1216' oder 'Sunflower') keine zweite Indianerbanane notwendig wäre, lassen sich die Erträge durch Anpflanzung einer zusätzlichen Sorte erhöhen.

Wie pflegt man eine Indianerbanane?

Die exotischen Indianerbananen verlangen nicht mehr Pflege als andere Gartengehölze. Während der trockenen Sommermonate achtet man auf gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit und wässert bis zweimal täglich. Noch achtsamer ist man bei der Kübelkultur, denn das Substrat ist nicht mit dem Mutterboden verbunden und trocknet schneller aus. Wassermangel führt zum Verlust der Früchte und schränkt das ohnehin langesame Wachstum zusätzlich ein. Gedüngt wird im Frühjahr mit Kompost oder Hornspänen. Im Garten empfiehlt es sich auf Sandböden, eine nährstoffreiche Mulchschicht aus abgelagertem Kompost aufzutragen. Es reduziert die Verdunstung an der Bodenoberfläche und bringt Nährstoffe in den Boden.

Sensible Nasen riechen im Frühling einen unangenehmen Duft, der von den Blüten verströmt wird. Damit werden aasliebende Insekten in ihren natürlichen Habitaten angelockt, die für die Bestäubung sorgen. Hierzulande gibt es diese Insekten nicht, sodass erfahrene Gärtner mit Pinsel oder Wattestäbchen selbst nachhelfen. Pollen werden abgestreift und der benetzte Pinsel über die Narben gestrichen. Diese Mühe lohnt, denn sie erhöht die Erträge bzw. Fruchtbildung ungemein.

Die Schnittmaßnahmen unterscheiden sich nicht zum Schnitt anderer Sträucher. Rückschnitte beschränken sich im Allgemeinen auf das Auslichten störender oder querwachsender Äste. Bewährt hat sich, steile Seitentriebe am Leittrieb herauszuschneiden oder im 60 Grad Winkel herunterzubinden. Den Leittrieb kürzt man ein, wenn das Gehölz seine gewünschte Endhöhe erreicht hat. Ab dem Spätsommer entfernt man alle Blätter über den Früchten zugunsten der Fruchtreife. Sie schattieren die Früchte und zögern die Reife im Herbst unnötig hinaus.

Die Stämme junger Bäume und Sträucher werden im Winter mit Vlies oder Jutesäcken eingewickelt. Obwohl Indianerbananen sehr hart sind, kann das Holz durch die Wintersonne aufplatzen. Im Kübel gezogene Papaus werden entweder im Kalthaus überwintert oder der Topfballen dick mit Styropor, trockenem Laub und anderen Frostschutz vor dem Durchfrieren geschützt.

Bei Schädlingen droht Gefahr aus dem Untergrund. Wühlmäuse verursachen oftmals starke Fraßschäden an den Wurzeln, wodurch selbst ältere Pflanzen nachhaltig Schaden nehmen.

 

Wie werden Indianerbananen vermehrt?

Für eine Vermehrung benötigt man die Samen aus den Früchten. Sie werden im Herbst in Sandtöpfen stratifiziert und im Frühjahr in Aussaatschalen ausgesät. Vegetativ werden Triebe im Herbst abgesenkt und bewurzelt. Bei den Kultursorten überlässt man die Vermehrung den Profis. Sie werden für gewöhnlich durch Veredlung auf Sämlingsunterlagen vermehrt.

 

Welche Verwendung hat die Indianerbanane?

Die Erträge schwanken je nach Klima und Region. In kühleren Klimaten dienen Indianerbananen als bereichernder Strauch für Strauchgruppen mit ausgeprägter Laubfärbung. In milden Weinbauregionen mit langen warmen Sommern sind hingegen gute Fruchterträge möglich, sogar bis 10 Kilogramm pro Pflanze. Die Früchte sind zunächst grasgrün und färben sich in Vollreife heller bis gelbbraun. Das Heranreifen ist sehr unterschiedlich, wodurch sich mehrfaches Pflücken empfiehlt. Mit leichtem Druck und einer Drehbewegung erntet man die Früchte. Bei Reife sind sie sehr weich und druckempfindlich.

Zur Verwendung werden die Früchte aufgeschnitten, die Kerne entfernt und das Fruchtfleisch ausgelöffelt. Es kann für Quarkspeisen, Fruchtsalate, Smoothies oder Obstpüree verwendet werden. Aus gesundheitlicher Sicht sind die Früchte reich an ungesättigten Fettsäuren und zahlreichen Mineralstoffen und Vitaminen, beispielsweise Eisen, Kalium, Kalzium, Vitamin A und C. Leider lassen sie sich nicht lange lagern. Maximal eine Woche bleiben sie im Kühlschrank frisch.

 

Welche Sorten gibt es?

Bei der Sortenwahl achtet man auf die Selbstfertilität (Selbstbefruchtung) bzw. benötigt bei ausreichend Platz zwei unterschiedliche Sorten. Generell empfehlen sich zwei Sorten, da sich durch die bessere Befruchtung ihre Erträge steigern lassen.

  • 'Davis' – Nicht selbstfruchtende Sorte
  • 'Overleese' – Nicht selbstfruchtende Sorte mit großen Früchten und wenigen Kernen
  • 'Prima' – Selbstfruchtende Sorte
  • 'Sunflower' – Selbstfruchtende Sorte
  • 'Prolific' – Nicht selbstfruchtende Sorte

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