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Feigenbaum überwintern – 3 Schritte zum Erfolg

Feigenbäume (Ficus carica) galten lange Zeit als exotische Obstpflanzen. Dank milderer Winter und robuster Sortenzüchtungen ist die Feigenkultur heute auch in Mitteleuropa gut möglich. Sorgt man in den ersten Jahren für ausreichend Schutzmaßnahmen, können robuste Sorten, sowie die reine Art, im Freiland gezogen werden. Kurzzeitige Fröste von unter 10 Grad unter null vertragen die sommergrünen Sträucher problemlos. Schädlich sind hingegen Dauerfrostperioden und strenge Kahlfröste. Mit einigen Kniffen gelingt die Überwinterung der Feigen im Freien oder geschützten Winterquartier.

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Wann ist der richtige Zeitpunkt zur Überwinterung?
    • Spätestens nach dem Laubfall im Herbst ist der Zeitpunkt für Schutzmaßnahmen oder den Umzug ins Winterquartier gekommen.
  2. Wie weit müssen Feigenbäume vor der Überwinterung zurückgeschnitten werden?
    • Auslichtungs- und Formschnitte lassen sich im Herbst nach der Ernte durchführen.
  3. Wo und wie sollte man Feigenbäume überwintern?
    • Die Art der Überwinterung richtet sich nach dem Klima des Standortes, dem Pflanzenalter und ob der Feigenbaum im Garten oder Topf kultiviert wird.

 

Schritt 1: Den richtigen Zeitpunkt für die Überwinterung ermitteln

Im Herbst verlieren Feigenbäume ihre Blätter. An älteren Exemplaren sind dann noch die Früchte vorhanden. Feigenbäume haben einen erhöhten Wärmeanspruch und zeigen sich bei längeren Frostphasen empfindlich. Abgesehen von klimatisch begünstigten Weinbauregionen gibt man Feigen vorsorglich einen Winterschutz. Feigenbäume im Kübel überwintert man am besten im geschützten und kühlen Winterquartier. Der Umzug findet recht spät im November oder Dezember statt. Feigenbäume halten einige Grad Minus aus und sollten möglichst lange an der frischen Luft bleiben. 

 

Schritt 2: Feigenbaum vorbereiten und zurückschneiden

Robuste Feigensorten zeigen sich hierzulande gartenwürdig und können im Freien kultiviert werden. Trotz ihrer Frosthärte ist es dennoch empfehlenswert, ihnen einen Winterschutz zu geben. Insbesondere junge Pflanzen sind auf Schutzmaßnahmen angewiesen. Mit zunehmendem Alter steigt die Winterhärte der Feigenbäume.

Etwas schutzbedürftiger sind Feigen, die im Kübel wachsen und den Winter im Freiland verbringen. Unbedingt schützt man die Gefäße vor dem Durchfrieren bei Dauerfrost. Je nach Gefäßgröße wird eine Umbauung mit Zaungeflecht oder Brettern vorgenommen. Man füllt trockenes Laub, Mulch, Holzhäcksel oder Kiefernnadeln als Isolierschicht in die Zwischenräume. Ebenso bedeckt man die Sprossbasis mit dem Schutz, damit Knospen in sehr strengen Wintern geschützt sind. Bei Verwendung von Laub deckt man zusätzlich eine Folie darüber. Die Abdeckung schützt das Isoliermaterial vor Durchfeuchtung und entstehender Fäulnis. Die gleiche Maßnahme empfiehlt sich bei ausgepflanzten und jungen Feigen. Ältere Feigenbäume schützt man durch großzügiges Anhäufeln mit Mulch oder Häcksel an der Basis. Für längere Frostperioden sorgt Frostschutzvlies für zusätzlichen Schutz. Man wickelt die Krone des unbelaubten Strauches ein.

Nach dem Blattfall und der Ernte können notwendige Schnittmaßnahmen durchgeführt werden. Hierzu gehört das Auslichten dichter Kronen oder Formschnitte, wenn Äste quer bzw. störend wachsen. Die Fruchtbildung der Feigen erfolgt am zwei- bzw. letztjährigem Holz. Mit großzügigen Schnittmaßnahmen riskiert man die Ernte im nächsten Jahr.

 

Schritt 3: Standort & Pflege während der Überwinterung

Mit angebrachtem Winterschutz sind bei ausgepflanzten Feigen keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Bei Kübelpflanzen achtet man darauf, dass der Boden nicht austrocknen darf. Speziell bei Dauerfrost kann es zu Schäden durch Frosttrocknis kommen. Ebenso sind Holz- und Stammrisse möglich, die sich durch einen kurzzeitigen Überwurf mit Schattiergewebe vermeiden lassen.

Für kleinere oder jüngere Feigenbäume empfiehlt sich die Überwinterung im geschützten Winterquartier. Ein ungeheiztes Gewächshaus oder ein Wintergarten sind in der Regel ausreichend. Man achtet während des Winters auf eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit und verzichtet gänzlich auf Düngungen. Zum Ausgang des Winters steigen die Temperaturen im Winterquartier. Regelmäßiges Lüften sorgt für einen guten Luftaustausch, verhindert vorzeitigen Austrieb und Probleme durch Schädlinge.

Im März kann der Feigenbaum bei Frühlingstemperaturen ins Freiland umziehen. Zunächst erhält er für die ersten zwei bis drei Wochen einen leicht schattierten Platz. Die straffe Märzsonne kann zu Verbrennungen am zarten Grün führen. Nach seiner Akklimatisierung verträgt der wärmeliebende Stauch auch wieder in vollem Maße Sonnelagen. 

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