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Feigenbaum richtig schneiden, pflegen und überwintert

Eine der ältesten Kulturpflanzen stammt aus dem Orient und ist für seine Früchte legendär. Die Echte Feige (Ficus carica) wird häufig nur als Feigenbaum bezeichnet. Das Gehölz ist ein sommergrüner bzw. laubabwerfender Baum oder großer Strauch mit einer großen rundlichen Krone. Als Pflanze werden sie in Mitteleuropa als mediterrane Kübelpflanze oder direkt im Garten an geschützter Stelle gehalten.

Botanisch gehört die Feige zur Gattung Ficus, der knappe 900 Arten aus den Tropen und Subtropen angehören. Verwandt ist sie mit verschiedenen Zierpflanzen, beispielsweise dem Gummibaum (Ficus elastica) oder der Birkenfeige (Ficus benjamina).

Bereits vor 2.000 Jahren wurden verschiedene Sorten der Feige beschrieben, die teils bis heute noch bekannt sind. Die Früchte galten in der Antike als Grundnahrungsmittel. Ganz nebenbei wurden ihnen aphrodisische Kräfte in der Form zugeschrieben, dass sie die Sinnlichkeit fördere. Kommerziell werden Feigen wegen ihrer süßen, grünen oder violetten Früchte angebaut. Der Großteil aller Feigen stammt aus der Türkei. In seiner Heimat werden Feigenbäume etwa 10 Meter hoch und 4 Meter breit. Die Blätter sind rundlich, 3- bis 5-lappig und an ihrer Basis herzförmig. Klassische Blüten sucht man vergebens an der Pflanze. Die Blüte steckt in einem birnenförmigen Fruchtbecher, der als Rezeptakulum (lat. = Receptakulum – Blütenboden bei Samenpflanzen) bezeichnet wird. Die meisten Feigensorten sind selbstfruchtend. Daneben gibt es noch Variationen, die nur durch fremden Blütenstaub in einem komplexen Befruchtungsvorgang Fruchtansätze bilden können. Diese Typen sind jedoch kaum bis überhaupt nicht im gewöhnlichen Handel zu finden. Daher gilt es beim Kauf auf selbstfruchtende Sorten zu achten. Als besonders robust und in unseren Breiten frosthart hat sich die sogenannte Bayernfeige (Ficus carica 'Violetta'®) erwiesen. Diese Sorte trotzt strenger Kälte bis minus 25 Grad und wächst zuverlässig im Garten. Ab Juli beginnt teilweise die Fruchtreife, deren Früchte nach hinten immer süßer und weicher werden. Die Farbe des Fruchtfleisches variiert je nach Sorte von rosa bis rot, wie auch die Fruchtfarbe von grün, gelb, rötlich bis dunkelviolett.

Feigen sind exotisches Obst, das dank moderner Züchtungen auch in hiesigen Gärten angepflanzt werden kann. Die Früchte sind gesund, werden sogar als Schlankmacher bezeichnet. Im ballaststoffreichen Fruchtfleisch sitzen unheimlich viele Samen. Sie sind verantwortlich für das Knirschen, wenn man in sie hineinbeißt. Feigen sind für ihren hohen Mineralstoffgehalt an Kalium, Calcium, Eisen, Zink und Phosphor, sowie Vitamin B1 bekannt. Sie wirken sich positiv auf die Verdauung aus. Empfindliche Därme können auf getrocknete Früchte überreizt reagieren, denn sie weisen einen hohen Zuckergehalt auf.

Feigenbäume sind das i-Tüpfelchen im Obstgarten. Für einen Kulturerfolg braucht es noch nicht einmal große Mühe.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird ein Feigenbaum gepflanzt?

Feigenbäume galten noch vor einigen Jahrzehnten überwiegend als Kübelpflanzen. Die Züchtung hat zwischenzeitlich robuste Formen hervorgebracht. Sie sind so hart, dass sie sich im Freiland kultivieren lassen. Feigen wünschen sonnige warme Lagen, geschützt vor kalten Winden. Ideal sind Innenhöfe oder Standorte an Mauern. Hat man das Glück, über einen größeren Wintergarten oder Gewächshaus zu verfügen, können Feigen auch in diese Räume ausgepflanzt werden. In diesen geschützten Lagen sind jedes Jahr Früchte garantiert.

Der Hauptanspruch an den Boden ist seine Durchlässigkeit. Feste, nasse oder schwere Böden sind für eine Feigenkultur ungeeignet. In diesen Fällen erhöht man durch Einarbeiten von Sand und Kies die Durchlässigkeit. Alternativ sollte über die weit verbreitete Kultur im Kübel nachgedacht werden. Staunässe ist ein großes Problem für die mediterranen Gehölze, unabhängig ob im Freiland oder im Gefäß. In der Topfkultur verwendet man hochwertige und mit Mineralzusätzen verbesserte Kübelpflanzenerde, sowie ein etwas größeres Pflanzgefäß. Das größere Topfvolumen fasst mehr Erde, trocknet im Sommer weniger schnell aus und friert im Winter nicht so stark durch.

 

Wie pflegt man einen Feigenbaum?

Trotz ihrer Liebe für durchlässige Böden, benötigen Feigen während des Wachstums reichlich Feuchtigkeit. Mangelt es an ihr, werfen die Obstgehölze ihre Früchte ab. Regelmäßiges Wässern, insbesondere zu Trockenzeiten versteht sich von selbst. Ungewünscht ist zudem eine Überhitzung des Wurzelbereichs. Es sinnvoll, die Baumschiebe zu mulchen oder besser noch, mit krautigen Bodendeckern überwachsen zu lassen. Das gilt ebenso für Kübelpflanzen. In beiden Fällen lohnt eine Unterpflanzung mit Bienenweide oder einer niedrigen Sommerblumenmischung. Sie wird im Frühjahr einfach auf die Bodenoberfläche unter der Feige ausgesät. Für die Kübelkultur ist eine automatische Bewässerung, z.B. durch Tropfschläuche ratsam. Sie versorgt die Pflanzen auch in Urlaubszeiten zuverlässig mit Wasser.

Nährstoffe sind während der Wachstumszeit von Nöten. Und das nicht zu sparsam, denn zurückgefrorene Triebe müssen sich wieder auswachsen. Biologischer oder organischer Beerendünger besitzt alles, was die Feige für ihre Entwicklung benötigt. Die vom Hersteller empfohlene Menge wird monatlich bis zum Sommer verabreicht. Spätestens ab dem Hochsommer sind stickstoffbetonte Düngungen zu unterlassen. Sie regen unnötig neues Wachstum an, wodurch das Holz nicht aushärtet und die Frostempfindlichkeit der Pflanze steigt.

Wie schneidet man einen Feigenbaum?

Die Früchte reifen am letzt- bzw. zweijährigen Holz. Unreife Früchte lässt man sie am Strauch hängen. Bei einer Überwinterung im geschützten Quartier reifen sie nach und bescheren eine frühe Ernte vor dem eigentlichen Vegetationsbeginn. Auslichtungs- oder Formschnitte können im Herbst nach der Ernte durchgeführt werden. Dazu werden störende oder überkreuzende Äste und Zweige gestutzt und auf eine Knospe bzw. Gabelung zurückgeschnitten. Lediglich erfrorene Triebe sind im Frühjahr zurückzuschneiden. Nach kalten Wintern kann sogar ein Radikalschnitt von Nöten sein, um Totholz zu entfernen. Stärkere Schnittmaßnahmen werden im Allgemeinen nur vorgenommen, wenn die Krone bei älteren Sträuchern innerlich verkahlt. Bei Schnittmaßnahmen schützen Handschuhe vor dem reizenden Milchsaft. Stark blutende Wunden werden durch Besprühen mit Wasser gestoppt.

 

Wie wird ein Feigenbaum überwintert?

In den ersten Jahren sind fast alle Sorten im Winter empfindlich. Das zählt ebenso für die robusten Neuzüchtungen, die in der kalten Jahreszeit einen Schutz erhalten. Die beste Möglichkeit gibt ein Drahtgeflecht, das wie ein Zaun um die Feige gezogen und mit Herbstlaub oder Kiefernnadeln gefüllt wird. Die Blätter isolieren die untere Sprossbasis und den Wurzelbereich vor starken Erfrierungen. Temperaturen von weniger als minus 10 Grad sorgen regelmäßig dafür, dass Triebe weit zurückfrieren und ungeschützte Wurzeln Frostschäden erleiden. Vorbildliche Gärtner decken diese Abdeckung zusätzlich mit einer Folie ab. Wird das Laub feucht wird, beginnt der Zersetzungsprozess. Kübelpflanzen werden am besten in ein kühles Winterquartier, z.B. ein unbeheiztes Gewächshaus oder Wintergarten geholt. Temperaturen knapp über 0°C reichen vollkommen aus. Das Einräumen zögert man so lange wie nur möglich heraus. Mit der ersten Frühjahrssonne und milden Temperaturen, werden die mediterranen Gewächse ins Freie geräumt.

 

Wie wird ein Feigenbaum vermehrt?

Im späten Herbst oder Winter lassen sich Feigen vermehren. 20 cm lange Steckhölzer werden aus den Zweigen geschnitten und in purem Sand oder stark sandiger Vermehrungserde bewurzelt. Sie werden ins kühle Winterquartier gestellt und das Vermehrungssubstrat wird feucht gehalten. Staunässe ist tunlichst zu vermeiden, denn Fäulnis verhindert die Bewurzelung.

Mit Schädlingen haben Feigen kaum zu kämpfen. Trockene Luft begünstigt Spinnmilben, feuchte Wärme hingegen Blattläuse. Durch das Sekret von Blattläusen können nachfolgend Rußtaupilze auf den Blättern auftreten.

 

Welche Verwendung hat der Feigenbaum?

Feigenbäume sind exotische und mediterrane Obstgehölze mit einer langen Geschichte. In der Antike galten sie als Grundnahrungsmittel. Heute sind sie eher eine Delikatesse für den anspruchsvollen Gourmet. Dank moderner Pflanzenzüchtung sind heute Sorten erhältlich, die vergleichsweise hart und robust sind. Sie taugen für die Gartenkultur, auch wenn sie die ersten Jahre gut geschützt werden müssen. Angebaut werden sie wegen ihrer gesunden und leckeren Früchte. In milden Klimaten ist sogar eine zweimalige Ernte im Jahr möglich. In Kübeln entwickeln sich Feigen zu kompakten Sträuchern, die sich gut auf Terrassen oder in geschützten Innenhöfen machen.

 

Welche Feigenbaum Sorten gibt es?

Für die Gartenkultur gibt es einige Sorten, die sich durch Frosthärte, Robustheit und gut schmeckende Früchte ausgezeichnet haben.

  • Ficus carica 'Violetta'® - Sehr robuste Sorte mit violett-roten süßen Früchten, die als Bayernfeige bekannt ist
  • Ficus carica 'Brown Turkey' – Feige mit bräunlichen süßen Früchten
  • Ficus carica 'Kadora' – Sehr alte Sorte, die bereits vor 2.000 Jahren bekannt war
  • Ficus carica ' Rouge de Bordeaux' – Feige mit violett-blauen Früchten und intensiv süßem Geschmack
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