Erdbeeren richtig vermehren – 3 Schritte zum Erfolg

Im Obst- und Naschgarten ist eine Kultur unverzichtbar: die Erdbeere (Fragaria). Die süßen roten Früchte sind allerorts begehrt und werden auf vielfache Weise verwendet. Frisch, verarbeitet als Dessert, Kuchen, Kompott, Marmeladen oder Fruchtaufstriche sind nur wenige Beispiele, bei die Erdbeeren verwendet werden. Das macht sie für den Anbau im eigenen Garten reizvoll, zumal Erdbeeren als Stauden eine Dauerkultur sind. Ihre Erträge lassen jedoch nach wenigen Jahren nach. Regelmäßiges Vermehren und Nachziehen der Erdbeeren ist eine wirksame Maßnahme zum Erhalt der Erträge. Durch Ableger lassen sich die krautigen Obstpflanzen ohne Probleme vermehren und sorgen für dauerhaft gute Erdbeererträge.

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Erdbeeren zu vermehren?
    • Erdbeerableger werden im Spätsommer von der Mutterpflanze genommen und vereinzelt.
  2. Wie werden Erdbeeren richtig vermehrt?
    • Die klassische Vermehrungsmethode für Erdbeeren sind Ableger.
  3. Was sollte bei der Pflege während der Vermehrung beachtet werden?
    • Erdbeeren sind recht wuchsfreudig und Ableger machen wenig Probleme bei der Weiterkultur. Abgenommene Erdbeerjungpflanzen hält man leicht feucht und verhindert Austrocknungen des Bodens.

 

Schritt 1: Den richtigen Zeitpunkt für die Vermehrung ermitteln

Während der Wachstumsphase bilden Erdbeerstauden lange Ranken. Bei Bodenkontakt wurzeln sie an den Blattachseln und bilden und Tochterpflanzen aus. Obwohl Erdbeersorten rein vegetativ vermehrt werden und damit identisches Erbgut besitzen, variieren die Erträge von Pflanze zu Pflanze. Für eine Vermehrung werden nur die ertragsreichsten Pflanzen ausgewählt. Man beobachtet bei der Ernte, welche Pflanzen die besten Erträge liefern und markiert sie mit einem Stöckchen. Von diesen Pflanzen nimmt man Ableger im Spätsommer von August bis September.

 

Schritt 2: Die richtige Methode zur Vermehrung wählen

Erdbeeren gehören aus botanischer Sicht zu den (Sammel-) Nüssen, denn bei den kleinen Punkten auf der Frucht handelt es sich um winzige Nüsse. Theoretisch könnte man sie generativ durch Aussäen vermehren, praktisch würde man die Sorteneigenschaften (Geschmack, Süße, Fruchtgröße etc.) verlieren. Aus diesem Grund werden Erdbeeren fast ausschließlich vegetativ durch Ableger vermehrt. Im Spätsommer haben sich an den Erdbeerpflanzen rankenähnliche Triebe gebildet. An ihnen findet man kleinere Erdbeerjungpflanzen, die leicht am Boden verwurzelt sind. Zur Vermehrung löst man vorsichtig den Trieb aus dem Boden und gräbt einen unlasierten Tontopf neben der Erdbeerpflanze ein. Gefüllt wird er mit Gartenerde aus dem Beet. Kunststofftöpfe eignen sich kaum, denn sie sind wasserundurchlässig und können zu stehender Nässe führen. Sobald der Topf vergraben ist, nimmt man den Trieb mit der Erdbeerjungpflanze und pflanzt ihn ein. Der Trieb zur Mutterpflanze bleibt erhalten, damit sie die Tochter weiter versorgen kann. Gekürzt wird nur der Trieb hinter der Erdbeerjungpflanze, damit sich keine weiteren zerrenden Tochterpflanzen bilden können. Nach Abschluss gießt man die eingelassenen Töpfe an. Binnen weniger Wochen bilden sich kräftige Jungpflanzen im Topf, die im Spätsommer von der Mutterpflanze getrennt und verpflanzt werden können.

 

Schritt 3: Standort & Pflege während der Vermehrung

Im Topf wurzelnde Erdbeerjungpflanzen hält man feucht, damit sie einen gesunden Wurzelballen bilden. Zudem werden Erdbeeren nach der Ernte mit Spezialdünger für Obst, Kompost oder einigen Hornspänen gedüngt. Beim Verpflanzen der Erdbeeren wählt man eine neue Fläche, auf der mindestens vier Jahre keine Erdbeeren standen. Als Rosengewächs führt der Erdbeeranbau zu Bodenmüdigkeit, sodass Kulturflächen in sonnigen Lagen regelmäßig gewechselt werden.

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