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Aprikosen richtig schneiden, pflanzen und einfrieren

Aprikosen (Prunus armeniaca) haben Kirschen, Pfirsiche oder Pflaumen als Geschwister. Gemeinsam bilden sie die Gattung Prunus, die etwas mehr als 300 Arten umfasst und fast auf der gesamten Welt verbreitet sind. Aprikosen stammen wie Pfirsiche (Prunus persica) aus trockenen Regionen Zentralasiens. Mit den Römern kamen sie nach Italien und verbreiteten sich in Europa. Ihr größtes Manko ist ihre Wärmebedürftigkeit, die hierzulande nur in milden Weinbauregionen ausreichend zu befriedigen ist. Daher machen sich Aprikosen in Gärten rar und sind vergleichsweise selten anzutreffen. Nur ein kleines Stück weiter auf der Landkarte, erfreuen sich Aprikosen in Österreich großer Beliebtheit. Man nennt sie Marillen, manch einer kennt den köstlichen Obstlikör. Diese vergleichsweise geringe Entfernung wirkt sich bereits auf das Maß der Sonneneinstrahlung aus. In zunehmend sonnigen Jahren, exponierten Lagen und milden Regionen fruchten Aprikosen auch bei uns zuverlässig.

Aprikosen sind kleinere laubabwerfende Bäume, die nicht ins hohe Alter kommen. Bereits nach ein bis zwei Jahrzehnten vergreisen die Obstgehölze und ihre Ertragsfähigkeit lässt spürbar nach. Das Holz ist von einer rötlich-braunen Rinde ummantelt. Die Blätter sind wechselständig angeordnet, in ihrer Form länglich bis verkehrt-eiförmig. Weiße ungefüllte Blüten entwickeln sich im Frühling, denen im Sommer gelborange Früchte folgen. Sie sind der schmackhafte Grund, dass Aprikosen angebaut und als Obst beliebt sind.

Aprikosen wurden bereits 500 n. Chr. in heilkundlichen Schriften erwähnt. Ihre Früchte mit dem süßen orangefarbenen Fruchtfleisch sind heute mehr denn je beliebt. Sie werden frisch, gekocht, getrocknet oder eingeweckt. Man schätzt sie gepresst als Saft, verarbeitet als Konfitüre, Süßspeise oder als Obstlikör. Ihre Samen lassen sich ähnlich wie Mandeln verwenden und geben beim Pressen ein wertvolles Öl preis. Dieses aromatische Öl ist in der Küche eine Alternative zum beliebten und bekannten Olivenöl.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird ein Aprikosenbaum richtig gepflanzt?

Aprikosen gibt man einen vollsonnigen und geschützten Platz. Ideal sind exponierte Lagen vor Hauswänden, Mauern oder Innenhöfen, an denen sich die Wärme sammelt und gleichzeitig Schutz vor Regen und Winden bietet. Die Hauptanforderung an den Boden ist eine hohe Durchlässigkeit. Nahrhaft und ein hoher Humusanteil sorgen für ein zügiges Wachstum. Wenn im Sommer der Boden leicht austrocknet, nimmt die Aprikose keinen Schaden. Dafür erhöhen kalte nasse Böden die Gefahr von Krankheiten.

Aprikosen pflanzt man im Frühjahr, damit die Obstgehölze bis zum Ende der Wachstumssaison einwurzeln können. Man rechnet für freistehende Aprikosenbäume mit einem Platzbedarf von 8 bis 10 Quadratmetern pro Baum. Es sollte soviel Platz vorhanden sein, dass benachbarte Gehölze den Obstbaum nicht schattieren.

Das Pflanzloch wird etwa dreimal so groß wie der Wurzelballen ausgehoben. Den Grund des Pflanzloches lockert man intensiv mit einer Grabegabel auf. Man darf keine Mühe sparen, mögliche Staunässe zu verhindern. Zudem kann am Grund noch eine Drainageschicht aus Kies oder feinen Splitt aufgetragen werden. Sie bringt zusätzlichen Wasserabzug und Schutz vor Nässestau. Den Erdaushub mischt man zum anschließenden Auffüllen bei Sandböden mit Kompost, bei Lehmböden mit einem Sand-Kompost-Gemisch. Beim Einsetzen wird der Topfballen nur so tief eingelassen, dass die Oberfläche des Ballens mit der Erdoberfläche abschließt. Ausgetrocknete Töpfe werden tränkt man vor dem Einpflanzen im Wasserbad bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Dichtes Wurzelgeflecht wird vorsichtig aufgerissen. Die Wurzeln gelangen damit schneller in den Mutterboden und finden Kontakt zur Erde. Nach dem Einpflanzen wird der Boden angegossen. Bei armen Böden kann nach der Pflanzung etwas Kompost als Mulch aufgetragen werden. Auf diese Weise erhält der Aprikosenbaum zusätzliche Nährstoffe für den Start.

Wenn Aprikosen bereits mehr als 15 Jahre an ihrem Platz stehen und die Erträge sinken, deutet es auf ein Vergreisen der Pflanze hin. Im Gegensatz zu anderen Obstgehölzen glänzen Prunus-Gewächse nicht mit hohem Alter. Rechtzeitig pflanzt man junge Aprikosen nach und rodet die alten Stöcke, wenn sie kaum noch Erträge bringen.

 

Wie wird ein Aprikosenbaum gepflegt?

Auf das Wässern wird insbesondere in der Anwachszeit ein Auge geworfen. Die jungen Bäume dürfen die ersten Monate keinen Wassermangel erleiden. Später sind sie recht trockenheitsverträglich und lechzen nur bei extremer Trockenheit nach zusätzlichem Wasser. Vernachlässigung bestrafen die Obstbäume mit vorzeitigem Abwurf der Früchte. Gedüngt wird jedes Jahr mit Kompost oder Hornspänen. Für Sandböden empfiehlt sich immer die Verwendung von abgelagertem Kompost. Mit ihm gelangen Humus und Nährstoffe zur Aprikose, die bis zum nächsten Jahr von Mikroorganismen abgebaut werden. Weitere Nährstoffe benötigen die Obstgehölze nicht. Ganz im Gegenteil: Zuviel Stickstoff fördert das vegetative Wachstum, wodurch das Holz nur mäßig ausreift, im Winter frostempfindlich und für Pilzkrankheiten anfällig wird. Sinnvoll ist eine schwache Düngung mit Kalium nach der Ernte im Spätsommer. Kalium festigt das Zellgewebe und die Bäume reagieren bei Frösten weniger empfindlich.

Aprikosen sind selbstfruchtend und benötigen theoretisch keine Befruchtersorte. Erfahrungsgemäß verbessert sich jedoch die Fruchtbildung, wenn man zwei Aprikosensorten in den Garten pflanzt.

Wie schneidet man einen Aprikosenbaum?

Bei der Erziehung gibt es mehrere Möglichkeiten. Als Fächerspalier bringen Aprikosen die besten Erträge, da alle Zweige ausreichend Licht erhalten. Möglich sind auch Strauchform oder Spindelbäume. Beim Fächerspalier fixiert man etwa 4 seitliche Leittriebe fächerförmig an einem Spalier. In Strauchform belässt man vier starke Seitentriebe und bindet sie leicht herunter. Man vermeidet damit, dass sie sich zur Konkurrenz des zentralen Haupttriebes entwickeln. Diesen kürzt man mindestens 5 Knospen über dem höchsten Seitentrieb ein. Früchte bilden sich an den kurzen Seitentrieben des zwei- oder mehrjährigen Holzes. Geschnitten wird nach der Ernte nur mäßig. Gekürzt werden straff aufrechtwachsende Triebe. Bei nachlassenden Erträgen kann zunächst durch Rückschnitte eine Verjüngung versucht werden. Altes Fruchtholz wird auf jüngere Seitentriebe eingekürzt, um die Kraft ins vitale Holz zu lenken.

Um die Winterhärte der Aprikosen muss man sich keine Sorgen machen. Sie stammen aus Regionen, die durch ihr kontinentales Klima kältere Winter haben. Problematisch sind die Spätfröste, die Blüten und damit die Fruchtbildung komplett schädigen können. Im März zur Aprikosen-Blüte sind Spätfröste nicht ungewöhnlich. Fällt die Skala zu tief in den Minusbereich, erfrieren Blüten und es können keine Früchte mehr gebildet werden. Daher empfiehlt es sich, bei Frostgefahr die kleinen Bäume kurzzeitig mit hellem Frostschutzvlies einzuwickeln.

 

Wie schützt man den Aprikosenbaum vor Krankheiten?

Feuchte Lagen oder Witterung führen wie bei Kirschen zur Monilia-Spitzendürre. Die Pilze sorgen für ein Triebsterben, das ohne Rückschnitt und Entfernung der befallenen Zweige überhandnimmt und die Aprikose schleichend stirbt. Seltener treten Schrotschuss- und Scharka-Krankheit auf. Bei den tierischen Schädlingen sind Wühlmäuse das größte Problem. Sie fressen im Untergrund an den Wurzeln und stören den Wasserhaushalt des Obstgehölzes.

 

Welche Verwendung haben Aprikosen?

Aprikosen sind ein beliebtes Obst und eine Delikatesse. Die Früchte isst man in der Regel frisch als Obst. Durch ihr bittersüßes Aroma werden sie gern als Marmelade oder Gelee für Brotaufstriche verarbeitet. Bei guten Erträgen lohnt sich sogar, sie zu entsaften. Medizinisch wirken sie wärmend, schleimlösend und hustenstillend. In der Naturmedizin werden sie bei Atemwegserkrankungen empfohlen.

 

Welche Aprikosenbaum Sorten gibt es?

Es gibt eine Reihe von interessanten Aprikosen-Sorten mit unterschiedlichen Eigenschaften.

  • 'Bergeron' – Anspruchslose Sorte für kühlere Klimate geeignet
  • 'Hinduka' – Schwachwüchsige Aprikose mit guter Winterhärte
  • 'Kuresia' – Scharka-resistente Sorte mit mittelgroßen Früchten und süßsäuerlichem Aroma
  • 'Orangered' – Großfrüchtige Aprikose mit süßwürzigem Aroma und gut herauslösbaren Steinen
  • 'Ungarische Beste' – Saftige Sorte mit orangem Fruchtfleisch und gut steinlösend

 

Wann ist Aprikosen Erntezeit?

Die Erntezeit für Aprikosen liegt im Sommer zwischen Mitte Juli bis Mitte August. Ihre Reife erkennt man, wenn sie ihre typische Fruchtfarbe zeigen und die Früchte beginnen, weich zu werden.

 

Kann man Aprikosen einfrieren?

Aprikosen können getrocknet, aber auch eingefroren werden. Man halbiert die die Früchte, löst den Stein heraus und taucht die Fruchthälften kurz in Zitronensäure. Damit verhindert man ein blaues Anlaufen nach dem Auftauen.

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