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Thymian richtig pflanzen, schneiden und trocknen

Mit ihren etwa 350 Arten ist die Gattung der Thymiane, botanisch Thymus, recht groß. Beim überwiegenden Teil handelt es sich um immergrüne Stauden oder Halbsträucher, die an ihrer Basis verholzen. Von Europa bis nach Asien wachsen die Thymiane auf magerem Grasland oder schottrigen Kalkböden in sonniger Lage. Sie besitzen einen regelmäßigen Wuchs, blühen mit ihren Lippenblüten reich und ihr Laub duftet aromatisch. In der Gartenkultur findet man Thymiane in Kräutergärten, aber auch als Zierde in Steingärten, auf Trockenmauern oder als trittfeste Fugenpflanzung zwischen Trittsteinen. Insekten lieben die duftenden Blüten der Thymiane sehr und suchen sie wegen ihres aromatischen Nektars auf. In Töpfen oder im Kasten wachsen Thymiane zuverlässig auf dem Balkon oder der Fensterbank. Jedoch sollten passende Nachbarn gefunden werden, die ähnliche Ansprüche stellen.

Der überwiegende Teil der Thymianarten besitzt ein starkes Aroma, das in der Küchenverwendung sehr beliebt ist. Das Spektrum der Aromen reicht vom klassischen Thymianaroma, über Kümmel, Orange, Lavendel, Pinien bis hin zur Zitrone. Die Spielarten der Aromen laden zum Experimentieren ein. Schmackhaft sind Teemischungen aus Thymian, die in der Kräuterheilkunde gleichermaßen bekannt wie auch beliebt sind. Die ätherischen Öle des Thymians enthalten das Antiseptikum Thymol. Der Gehalt variiert jedoch von Art zu Art.

Die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten machen Thymian zu einer wichtigen Pflanze, die in keinem Garten fehlen sollte. 

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie pflanzt man Thymian richtig?

In ihren Verbreitungsgebieten, bevorzugen Thymiane sonnige Standorte auf trockenen mageren Böden. Sie sind von lockerer Schotterstruktur, sehr durchlässig und häufig kalkhaltig. Thymianpflanzen sind jedoch recht tolerant und wachsen auch in normalen Böden ohne dabei Probleme zu haben. In Gärten bieten sich vollsonnige Beete, Kräuterspiralen, Trockenmauern oder Wegeingrenzungen an. Ebenso eignen sich alte Geröllhaufen ehemaliger Baumaßnahmen als passender Standort für Thymian und andere Kräuter.

Thymian, aber auch Kräuter im Allgemeinen bevorzugen karge Erden. Sie wachsen zwar schwächer und langsamer, aber entwickeln deutlich intensivere Aromen. Schwere verdichtete Böden sind vor der Pflanzung zu lockern. Gleichzeitig kann grober Sand, Splitt oder Schotter eingearbeitet werden. Damit wird die Struktur grober und der Wasserabzug erhöht. Saure Böden oder Moorböden eignen sich weniger gut. Für diese Lagen empfiehlt sich die Thymian-Kultur im Gefäß oder im Hochbeet. Zeigt sich Moos in der Nähe, deutet es auf verdichtete feuchte Böden, möglicherweise im sauren Milieu. Diese Böden sind gut zu lockern. Das Einmischen von Kalksplitt bzw. groben Sand und Dolomitenkalk schaffen gute Wachstumsbedingungen für Thymian.

Thymianpflanzen im Topf können von Frühjahr bis in den Herbst bei frostfreiem Wetter gepflanzt werden. Thymianpflanzen werden so tief eingesetzt, wie der Wurzelballen im Topf es vorgibt. Trotz guter Frosthärte, sollten frisch gesetzte Thymiane im Herbst ein Frostschutz erhalten. Der immergrüne Spross kann bei strengen Kahlfrösten oder eisigen Wintern zu Frosttrocknis führen. Dieses Problem haben alle immergrünen Pflanzen. Sie verdunsten Wasser über das Laub, ohne das weiteres von der Wurzel in den Spross befördert wird. Die Pflanzen vertrocknen somit Zusehens. Frühjahrspflanzungen sind für Immergrüne empfehlenswerter.

Frische Thymiansamen lassen sich ab April direkt ins Beet säen oder früher in Aussaatschalen im geschützten Anbau. Vorgezogene Thymian-Jungpflanzen sollten mindestens zwei bis drei Zentimeter groß sein und mehrere Blattachseln besitzen, bevor sie ihren Platz im Beet finden.

 

Thymian auf dem Balkon pflanzen

Die Thymiankultur auf dem Balkon und Fensterbrett funktioniert problemlos. Voraussetzung ist eine sonnige Lage und gut durchlässige Erde. Hierzu wird die Erde mit grobem Sand oder Blähton versetzt. Wer die Mühe scheut, kann auch auf durchlässige Kräutererde zurückgreifen. Stauende Nässe im Wurzelbereich führt dauerhaft zum Pflanzentod. Wichtig ist die Wahl der Nachbarpflanzen, die ähnlich bescheiden sind. Bohnenkraut, Oregano, Lavendel, Rosmarin oder Olivenkraut sind optimale Nachbarn für Thymiansorten. Es empfiehlt sich, kriechende Sorten an den sonnenzugewandten Rand zu pflanzen. Ihre Triebe hängen hübsch über und werden nicht von höher wachsenden Pflanzen verdeckt.

Wie pflegt man Thymian richtig?

Zu den regelmäßigen Pflegearbeiten zählt das Wässern. Obwohl Thymiane trockenheitsliebende Sonnenanbeter sind, verdunstet ihr Laub stetig Wasser. Insbesondere in heißen Dürrezeiten, aber auch im Winter sollten der Boden nicht vollständig austrocknen. Färben sich die kleinen festen Blätter gelb oder fallen ab, ist es häufig schon zu spät. Gleiche Symptome zeigen Thymianpflanzen jedoch auch, wenn sie übergossen werden. Daher gilt: Normal oder angepasst gießen, ohne es zu übertreiben.

Schwache Düngungen können zwei- bis dreimal im Frühjahr gegeben werden. Es reicht aber auch aus, einige Hornspäne oder Biodünger in die Erde einzuarbeiten. Thymiane sind genügsam und können im Gartenbeet nur der natürlichen Mineralisation leben.

 

Wie schneidet man Thymian richtig?

Der Charme immergrüner Kräuter und speziell des Thymians ist, dass sich seine Triebe jederzeit ernten lassen. Das stärkste Aroma besitzt Thymian kurz vor der Blüte im Früh- oder Hochsommer. Dieser Zeitpunkt ist auch die optimale Schnittzeit, wodurch Rückschnitt und Ernte miteinander verbunden werden. Geschnitten wird bis zum alten Holz. Es müssen noch grüne Knospen am Thymian verbleiben, damit die Kraft der Wurzel einen Weg findet. Der Schnittzeitpunkt zum Sommer bietet der Thymianpflanze noch ausreichend Zeit, neue kräftige Triebe auszubilden. Die Zeit bis zum Winter reicht ihnen aus, um auszuhärten und eine gewisse Frostresistenz auszubilden. Rückschnitte im Herbst verursachen frische Schnittwunden und weichen Trieben, wodurch die Pflanzen im Winter leiden.

Schnittmaßnahmen sind regelmäßig vorzunehmen. Andernfalls riskiert man, dass der Thymian von innen heraus verkahlt und nur noch grüne Spitzen zeigt.

 

Wie überwintert man Thymian?

Bis auf einzelne Arten und Sorten sind Thymiane gut frosthart und übersteht normale Winter. Jedoch reagieren sie durch ihr immergrünes Laub auf Kahlfröste und eisige Winde empfindlich. Im Garten sollten die Pflanzen daher mit etwas Reisig oder einem Frostschutzvlies abgedeckt werden. Auf dem Balkon reicht es häufig schon, die Pflanzen hinter die Brüstung zu stellen, um kalte Winde abzuwenden. Sollten die Wintertemperaturen weit unter Null fallen, können die bepflanzten Gefäße vorübergehend ins helle kühle Winterquartier geholt werden.

 

Wie vermehrt man Thymian richtig?

Thymian lässt sich sowohl generativ durch Samen als auch vegetativ durch Stecklinge, Ableger oder Teilung vermehren. Frisches Saatgut wird im zeitigen Frühling unter Glas oder ab April direkt ins Freiland gesät. Damit die Sämlinge keinen Schaden nehmen, sollte nicht übermäßig gewässert werden. Eine gleichmäßige Feuchtigkeit sorgt für die besten Keimerfolge.

Triebspitzen bewurzeln im späten Frühling gut im Vermehrungssubstrat. Ähnlich gut funktioniert das Ablegen von schwach verholzten Trieben am Boden. Sie werden mit Ösen an der Erdoberfläche fixiert und bewurzeln innerhalb weniger Wochen. Polsterthymiane (z.B. Quendel, Feld- oder Sandthymian) lassen sich im Frühjahr oder Herbst problemlos teilen. 

 

Wie trocknet man Thymian richtig?

Die Ernte von Thymian ist jederzeit möglich, jedoch mit den Schnittmaßnahmen im Sommer ideal. Beblätterte und blühende Triebe werden abgeschnitten und locker nebeneinander in Siebkisten ausgelegt. Alternativ kann man auch mehrere Triebe zusammenbinden und kopfüber aufhängen. Zum Trocknen von Thymian bieten sich sehr luftige trockene Plätze im Schatten an, beispielsweise Dachböden, Werkzeugschuppen oder Garagen. Eine gute Durchlüftung sorgt für einen raschen Trocknungsprozess. Alternativ lassen sich Thymianzweige innerhalb von zwei bis drei Stunden im Backofen bei etwa 50°C trocknen.

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