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Pfefferminz richtig trocknen, pflanzen und einfrieren

Wohl eines der bekanntesten Teekräuter ist die Pfefferminze mit ihrem frischen und einzigartigen Aroma. Pfefferminze steht sprachgebräuchlich häufig als Synonym für alle Minzen. Es gibt jedoch Unterschiede, sowohl im Aroma, den Pflanzenmerkmalen als auch ihren Eltern. Minzen (Mentha) gehören zu den Lippenblütlern (Lamiaceae), zu denen auch andere aromatische Kräuter wie Bohnenkraut, Oregano, Salbei oder Thymian gehören. Minzen lassen sich mit Ausnahme von Südamerika auf der gesamten Welt finden. Sie wachsen überwiegend als rhizombildende Stauden und besiedeln feuchten oder nassen Böden.

Das klassische Pfefferminz-Aroma ist für mehrere Minzen charakteristisch. Daher werden verschiedene Minzen einfacherweise als Pfefferminze bezeichnet. Für die einen ist die Pfefferminze dunkellaubig und rotstielig und für andere besitzt sie grüne Blätter und Stiele. Die Echte Pfefferminze ist keine typische Art, sondern eine Naturhybride aus der Bachminze (Mentha aquatica) und der Grünen Minze (Mentha spicata), die auch als Ährenminze bekannt ist. Die Pfefferminze ist weniger oft verbreitet, als man vermuten mag. Häufig wird die Bachminze oder die Ackerminze (Mentha arvensis) fälschlicherweise als Pfefferminze bezeichnet, weil man es so von den Vorfahren gelernt hat. Man muss wissen, dass Minzen untereinander sehr kreuzungsfreudig sind und zahlreiche Hybriden bilden. Diese Kreuzungen sind nicht ausschließlich menschengemacht, sondern häufiger auf natürlichem Wege in freier Wildbahn entstanden. Der Mensch hat jedoch ihre Unterschiede entdeckt, sie ausgelesen und als Sorten definiert. Botanisch sind derzeit 24 verschiedene Arten von Minze dokumentiert. Glaubt man einzelnen Literaturangaben soll es hingegen 2.000 verschiedene Sorten von Minzen geben. Diese Zahl lässt sich nicht überprüfen, da in den letzten zwei Jahrzehnten ein botanisches Chaos um die Gattung Mentha entstanden ist.

Die Pfefferminze ist wie alle anderen Minzen eine mehrjährige Staude, die sich mit Wuchsfreudigkeit durch Ausläufer ausbreitet. Die Wuchshöhen sind arten- bzw. sortenabhängig. Mit nur einem Zentimeter Wuchshöhe ist die Korsische Minze (Mentha requienii) die kleinste, dafür vom Aroma die stärkste Minze. Die meisten Minzen werden ausgewachsen zwischen 40 bis 100 cm hoch. Je nach Art und Sorte sind die verzweigten Sprosse grün- bis rotlaubig, glatt oder behaart. Reibt man an ihnen, entweicht den Öldrüsen der Blattunterseiten ein intensives Minzaroma, teils mit markanten Fruchtnoten. Die Blüten sind röhren- oder glockenförmig und endständig in Gruppen oder Ähren zusammengesetzt. In voller Blüte sind Minzen ein Spiel- und Tummelplatz für nektarsammelnde Insekten.

Die Pfefferminze ist ein Klassiker im Kräutergarten, der mit intensivem Duft und großer Wuchsfreude besticht. Die Duftpflanzen beschränken ihre Wuchsfreude nicht ausschließlich auf den Garten, sondern eignen sich hervorragend für Töpfe und Kübel auf dem Balkon und der Terrasse. Ihr erfrischendes Aroma ist gleichermaßen in der Küche als auch in der Naturmedizin oder in Teemischungen beliebt. 

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird Pfefferminz richtig gepflanzt?

Minzen sind an ihren Standort nicht sonderlich anspruchsvoll. Er kann in der Sonne, aber auch im Halbschatten liegen, Hauptsache der Boden bietet ausreichend Feuchtigkeit. Mit Trockenheit können nur vereinzelte Minzen umgehen. Alle anderen wünschen eine mäßige bis erhöhte Bodenfeuchtigkeit. Ist sie gegeben, gedeiht die Pfefferminze auch in der vollen Sonne. Bach- oder Wasserminzen können direkt an den Teichrand gepflanzt werden. Sie stehen direkt im Flachwasser und befestigen mit ihrem Wurzelwerk Teichböschungen. Die meisten Minzen nehmen jeden normalen Gartenboden an. Sehr karge Böden verbessert man vor der Pflanzung mit Humus oder Kompost. Feste Böden werden vor der Pflanzung mit Minze gut gelockert. Bei einer Topfkultur kann normale Kräutererde oder mit Sand versetzte Pflanzerde verwendet werden.

Sowohl im Topf als auch im Garten – Minzen besitzen einen starken Ausbreitungsdrang. Passt der Boden sind sie kaum zu bändigen und bedrängen ihre Nachbarn. Bei der Kübelkultur lohnt es, die Minze einzeln in einen Topf zu kultivieren. Somit kommt es zu keinen Revierkämpfen im Gefäß.

Auch im Kräutergarten sind eine Wurzelsperre bzw. die Kultur im versenkten Topf ratsam, insofern der Platz beschränkt ist. Ein solcher Topf muss unbedingt über Abzugslöcher am Topfgrund verfügen und eine Größe von mindestens 15 Litern haben. Der Topf wird nicht ebenerdig eingelassen, sondern ragt wenige Zentimeter über die Bodenoberfläche heraus. Ausbrechende Rhizome sind dadurch leichter zu erkennen und einfach zu entfernen. Ohne das Einsperren wandert die Minze förmlich durch den Garten. Problematisch wird es insbesondere dann, wenn mehrere Minzen zusammengepflanzt werden. Sie wachsen ineinander und man kann sie bei optischer Ähnlichkeit kaum noch unterscheiden.

Wie pflegt man Pfefferminz?

Wenn sich ein Kräutlein pflegeleicht nennen darf, dann ist es sicher die Minze. Zum Gedeihen fordert sie lediglich eine gleichmäßige Feuchtigkeit. Die Blätter verdunsten reichlich Wasser. In trockenen Sommermonaten sieht man hin und wieder welke Pfefferminzpflanzen. In der Regel erholen sich die Minzen nach Wasserzufuhr ohne sichtbare Probleme. Bei starker Trockenheit können die Triebe eintrocknen. Sie werden zurückgeschnitten und kurz darauf erscheinen neue gesunde Triebspitzen aus den Wurzeln. Nährstoffe kurbeln das Wachstum an. Hornspäne oder auch Kompost sind gute organische Dünger für die Minzen. Auf dem Balkon versorgen zwei bis drei Nährstoffgaben mit Kräuterdünger die Duftpflanzen.

 

Wie schneidet man Pfefferminz?

Minzen wachsen sehr schnell und sehen spätestens nach der Blüte unansehnlich aus. Ein regelmäßiger Rückschnitt, am besten in Verbindung mit dem Ernten, bringt ständig neue Triebe aus dem Wurzelstock hervor. Im Herbst stirbt der Spross vollständig ab und wird direkt über dem Boden abgeschnitten.

Das starke Wachstum der Minzen laugt mit der Zeit den Boden aus. Alle paar Jahre werden Minzen verjüngt und umgepflanzt. So hat man die wuchsfreudigen Kräuter gut unter Kontrolle und erhält ihre Wuchskraft.

 

Wie vermehrt man Pfefferminz?

Die Verjüngung kann mit der Pflanzenteilung verbunden werden. Im Frühjahr oder Herbst werden die Horste ausgegraben und geteilt. Es ist ratsam, bei der Gelegenheit wandernde Rhizome aus dem Boden zu ziehen. Vermehren lassen sich Minzen recht einfach durch Triebstecklinge im späten Frühjahr vor der Blüte. Abgeschnittene Triebe benötigen noch nicht einmal Vermehrungssubstrat, sondern bilden bereits im Wasserglas Wurzeln. Eine Aussaat ist nur bei reinen und echten Wildarten sinnvoll, denn bei Kultursorten können aus Samen keine identischen Nachkommen gezogen werden.

Obwohl Minzen hart im Nehmen sind, werden sie trotzdem von verschiedenen Schädlingen heimgesucht. Blaue Minzkäfer sind an einzelnen Sorten (z.B. Apfelminze) besonders stark anzutreffen. Sie und ihre Larven fressen förmlich die gesamte Pflanze kahl. Glücklicherweise können sie recht einfach abgesammelt werden. Kleine Löcher in den Blättern deuten auf Erdflöhe hin. Durch stärkeres Wässern und Mulchen des Bodens vertreibt man die Schädlinge. Einige Minzsorten und ganz speziell die Pfefferminze werden von einem Rostpilz befallen. Erkennbar ist der Minzrost an den unteren Sprossen durch verkrümmte Wucherungen mit orangeroten Pusteln. Befallene Pflanzenteile werden umgehend entfernt und im Biomüll entsorgt. Vorbeugend kann die Pfefferminze im Frühjahr mit Netzschwefel behandelt oder durch eine resistente Minze ersetzt werden.

Winterschutz ist für die meisten Minzen nicht notwendig. Schützenswert sind Minzen in der Topfkultur oder empfindliche Sorten aus Nordafrika, dem Orient bzw. Asien, beispielsweise Marokkanische oder Persische Chai-Minze.

 

Welche Verwendung hat Pfefferminz?

Pfefferminze gehört in jeden Kräutergarten und ist auch auf dem Balkon unverzichtbar. Einerseits wächst sie unkompliziert und bietet ein tolles Aroma, das Wasser, Tee, Limonaden, Cocktails oder Süßspeisen herrlich aromatisiert. Engländer schätzen die Pfefferminze in der berühmten Minzsoße. Als Insektenmagnet haben sich blühende Minzen behauptet. Blütenstiele werden als Beilage in duftenden Sommersträußen geschätzt, die zuweilen in der Vase Wurzeln schlagen.

 

Welche Wirkung hat Pfefferminz?

Als reine Duftpflanze wirkt die Pfefferminze entspannend. In der Naturmedizin gilt das kräftig aromatische Kraut als schleim- und krampflösend, schweißtreibend und verdauungsfördernd. Man empfiehlt Pfefferminze bei morgendlichem Unwohlsein oder Übelkeit.

Allergiker sollten Pfefferminze nicht ständig und überdosiert verwenden. Eine falsche Anwendung kann unter Umständen zu Reizungen der Schleimhäute oder zu allergischen Reaktionen führen.

 

Wie trocknet man Pfefferminz?

Über das Jahr wird Minze frisch verwendet. Zur Konservierung kann Minze getrocknet werden. Geschnittene Triebe werden in kleinen Bündeln kopfüber für drei bis vier Wochen an einen schattig-luftigen Ort aufgehangen. Die getrockneten Minzsprosse werden danach in lichtgeschützte Glas- oder Keramikgefäße gefüllt und luftdicht an einen kühlen Ort aufbewahrt.

Ein Einfrieren von Minze ist möglich, jedoch eher unüblich. Minze behält beim Trocknen einen Großteil seines Aromas. Getrocknete Minze benötigt weder Platz noch Energie im Gefrierschrank.

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