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Petersilie richtig pflanzen, ernten und pflegen

Der Bekanntheitsgrad der Petersilie ist kaum zu übertreffen. Jeder kennt das Kraut als aromatisches Gewürz. Die Gattung der Petersilien (Petroselinum) ist mit ihren 2 Arten zweijähriger Pflanzen äußerst überschaubar. Sie sind an felsigen Standorten oder Ödland des europäischen Mittelmeerraumes beheimatet. Die Pflanzen bilden einen kräftigen Wurzelstock aus. Aus ihm treiben steife Sprosse mit mehrfach gefiederten Blättern, die einen aromatischen Geschmack besitzen. Erst im zweiten Jahr bildet sich eine zusammengesetzte Dolde aus einer Vielzahl weißer oder grüngelblicher sternförmiger Blüten. Nach ihrer Bestäubung reifen kleine eiförmige Samenfrüchte, die das Fortkommen der Petersilie sichern. Nach der Samenreife stirbt die Ursprungspflanze.

Die Petersilie (Petroselinum crispum) nimmt in der Kräuterkultur einen wichtigen Platz ein. Bereits die Römer erwähnten die krausblättrige Form in ihren Schriften.

Petersilienblätter werden als Gewürz und zur Dekoration verwendet. Es gibt gezüchtete Sortenvariationen, die sich vom Aroma oder in Blattmerkmalen unterscheiden.

In Gärten wird Petersilie häufig als Einjährige gehalten, denn im zweiten Standjahr wird das Laub derb und hart. In der Küche kennt man die Garten- bzw. Krause-Petersilie (Petroselinum crispum), die Glatte Petersilie (Petroselinum crispum var. neapolitanum) und die Wurzel-Petersilie (Petroselinum crispum var. tuberosum).

Feinschmecker bevorzugen die Glatte Petersilie, auch als Italienische Petersilie geläufig. Beliebt sind die kleingehackten Blätter in mediterranen Speisen. Sie weist ein zarteres Laub und ein intensiveres Aroma auf. Ein Vorteil beim Anbau der Glatten Petersilie ist ihre Wetterfestigkeit.

Die Krause-Petersilie ist hingegen die bekannteste und verbreitetste Form des Küchenkrautes. Kaum eine Suppe oder herzhafte Speise kommt ohne ihr aus. Manche Gaumen stoßen sich jedoch an dem gekrausten Laub, das im Mund etwas kratzig wirken kann.

Bei der Wurzel-Petersilie handelt es sich um ein Wurzelgemüse, das seit dem 16. Jahrhundert kultiviert wird. Zwar sind auch die Blätter essbar, jedoch liegt das Augenmerk auf der geernteten Wurzel. Die glatten Blätter sind vergleichsweise geschmacksarm und erinnern an eine Mischung aus Petersilie und Sellerie. Optisch erinnert die knollige Petersilienwurzel an Pastinaken. Mit ihren gesunden Eigenschaften verfeinert sie Eintöpfe, Suppen und Gemüsegerichte. Großer Beliebtheit erfreut sich das Wurzelgemüse in der deutschen Küche.

Petersilie ist aufgrund ihres hohen Eisen- und Vitamingehaltes sehr gesund. Inhaltsstoffe sind die Vitamine A, C und E, sowie das Flavonoid Pigenin. Letzteres wirkt als Antioxidans und soll allergische Reaktionen unterdrücken. Trotz ihrer gesunden Inhaltsstoffe sollte man keine Überdosierungen riskieren. Besonders Samen und Öl können zu Problemen in Form von Nieren- und Leberschädigungen, sowie Schwangerschaftskomplikationen führen.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie werden Petersilien richtig gepflanzt?

Jungpflanzen von Petersilie werden im Frühling an sonniger oder halbschattiger Stelle ins vorbereitete Beet gesetzt. Petersilie gedeiht nicht überall. Karge Sandböden bieten beispielsweise keine guten Bedingungen. Der Boden sollte nahrhaft, gut wasserdurchlässig, sich schnell erwärmen und nicht ins saure Milieu tendieren. Trockenheit verträgt Petersilie schlecht. Leichte Sandböden sind vor dem Anbau der Petersilie durch das großzügige Einarbeiten von Humus oder Kompost in ihrer Nährstoff- und Wasserspeicherfähigkeit zu verbessern. Regelmäßig bearbeitete Böden in Gemüsegärten bieten oftmals ideale Bedingungen für den Petersilienanbau.

Statt zu pflanzen, empfiehlt sich die Aussaat. Die Samen brauchen etwa 3 bis 6 Wochen zur Keimung. Verkürzen lässt sich dieser Zeitraum durch das Einweichen der Samen in lauwarmem Wasser über Nacht. Das Saatgut wird idealerweise in Reihe ausgesät und bis zur Keimung feucht gehalten. Es empfiehlt sich, gestaffelt im Monatsrhythmus auszusäen. Dadurch steht später ständig das frische Kraut für die Blatternte zur Verfügung.

Petersilie eignet sich ausgezeichnet für den Anbau in Mischkultur im Nutz- und Gemüsebeet. So können Studentenblumen (Tagetes) mit ihrem Aroma dazu beitragen, Schädlinge fernzuhalten.

Wie wird Petersilie gepflegt?

Beim Anbau von Petersilie ist auf eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit zu achten. Trockenheit, aber auch Staunässe schaden dem aromatischen Gewürzkraut. Um Blattverbrennungen zu vermeiden, wird in den Morgen- oder Abendstunden gewässert.

Als Düngung reichen großzügige Kompostgaben im Frühjahr. Ohne Kompost sind Bio- oder Kräuterdünger empfehlenswert, denn sie begünstigen das Bodenleben.

Wenn trotz eines idealen Standortes, Petersilie nicht werden will, kann es an einem Befall durch Krankheiten und Schädlinge liegen. Möhrenfliegenlarven befallen die Wurzeln, Blätter können von Sellerieminierfliegen beschädigt werden. Blattläuse haben sich als Überträger von Blattflecken oder Viruserkrankungen herausgestellt.

 

Wie werden Petersilien überwintert?

Petersilien sind zweijährige Pflanzen, die durch den Kältereiz im zweiten Standjahr Blüten bilden. Die Pflanzen sind frosthart und überstehen den Winter meist problemlos. Da sich die Wurzel mit den Knospen direkt unter der Bodenoberfläche befinden, kann in sehr kalten Regionen ein Winterschutz ratsam sein. Eine Abdeckung mit Tannenreisig ist ausreichend. Zuvor wird der abgestorbene Petersilien-Spross zurückgeschnitten.

 

Wie vermehrt man Petersilien richtig?

Die Vermehrung der zweijährigen Petersilie erfolgt durch Aussaat. Sie ist von Frühjahr bis Spätsommer möglich. Samen lassen sich durch das Abnehmen reifer Früchte im zweiten Jahr gewinnen oder sind ganzjährig im Fachhandel im Samentütchen erhältlich. Eine vegetative Vermehrung durch Teilung oder Stecklinge ist bei Petersilie nicht möglich.

 

Wie werden Petersilie richtig geerntet?

Die Blätter werden im ersten Jahr ganzjährig und im zweiten Standjahr vor der Blüte gezupft bzw. geerntet. Sie werden frisch verwendet, zum Haltbarmachen eingefroren oder als Saft gepresst.  Die frischen Blätter der Blattpetersilie werden für Garnierungen oder als Gewürz für Suppen, Kräuterbutter, Dressings oder pikante Delikatessen verwendet. Industriell wird Petersiliensaft in Gemüsesäften verarbeitet.

Petersilienwurzeln werden im Spätherbst ausgegraben, geputzt und verwendet. Samen werden im zweiten Standjahr bei Reife gewonnen.

Medizinisch wirkt Petersilie harntreibend, entzündungshemmend, entgiftend und verdauungsfördernd. In der Naturmedizin wird es vielfältig bei Entzündungen, Appetitlosigkeit oder Verdauungsstörungen eingesetzt.

 

Petersilien FAQ

Ist Petersilie giftig?

Petersilie, speziell das Öl und die Samen können bei Überdosierungen zu Leber- und Nierenschäden, sowie zu Komplikationen bei Schwangerschaften führen. Daher sollten die Rezeptdosierungen berücksichtigt werden.

Welcher Verwendungen kann Petersilie haben?

Die Verwendung von Petersilie ist sehr vielfältig. Sie reicht vom Suppengrün, als aromatische Würze der vegetarischen Gemüsespezialität bis hin zur deftigen Fleischspeise. Sie bereichert Smoothies und ist in der südlichen Küche sehr beliebt.

Welche Petersilien Arten gibt es?

Von den Petersilien gibt es lediglich zwei Arten. Die bekannte Garten-Petersilie (Petroselinum crispum) mit ihren Variationen und der wenig bekannten Art Petroselinum segetum.

Wie kann man Krankheiten vorbeugen?

Bei der Petersilienkultur lassen sich Krankheiten und Schädlinge nicht ausschließen. Die beste Vorsorge ist ein passender Standort mit idealen Bedingungen. Um Schädlinge fernzuhalten, hat sich die Mischkultur bewährt. Nachbarpflanzen mit starkem Aroma und Duft (z.B. Studentenblumen) vertreiben Schadinsekten und reduzieren die Gefahr eines Schädlingsbefalls.

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