Paprika richtig pflanzen, schneiden und überwintern

Gemüsegärtnern ist die, aus Südamerika stammende Paprika bestens bekannt. Die Gattung Capsicum umfasst ca. 40 verschiedene Arten, zu denen der bekannte Gemüse-Paprika genauso zählt, wie Peperonis bzw. der scharfe Chili. Paprikas sind ebenfalls mit Tomaten verwandt und in ihrem Anspruch recht ähnlich. Sie gehören beide zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae).

Die Wildformen des Paprikas sind auf Brachflächen oder Waldrändern des tropischen Südamerikas zu Hause. Sie wachsen einjährig oder ausdauernde Stauden. Paprikapflanzen bilden einen aufrechten Wuchs mit wechselständigen ganzrandigen Blättern, die zu zweit oder zu dritt an einem Knoten wachsen. Die Blüten sind je nach Art röhrig oder glockenförmig, getönt von gelblich oder weiß, grünweiß bis purpurn überlaufen.

Bei uns sind überwiegend Kulturformen bzw. Züchtungen des Spanischen Pfeffers (Capsicum annuum) verbreitet. Ihr Kulturwert liegt vorrangig bei den glattschaligen und vielsamigen Früchten, die zunächst grün, sich später in der Reife gelb, orange oder rot färben. Die Früchte entwickeln ein einzigartiges Aroma, das nicht jeden Geschmacksnerv trifft bzw. vereinzelt nicht vertragen wird. Trotz dessen bieten die reifen Früchte einen hohen Vitamin-C Gehalt, der kaum von anderem Gemüse übertroffen wird. In der Küche sind sowohl Paprikas als auch die scharfen Geschwister der Peperoni und Chilis in vielen südländischen, asiatischen oder mediterranen Speisen zu finden. Kein Wunder, denn alle Paprikasorten sind besonders wärmeliebend. Um ihren Anspruch gerecht zu werden, gelten sie bei uns als Gewächshausgemüse und werden unter Glas oder im Wintergarten angebaut. So nützlich ihre Früchte für den menschlichen Verzehr sind, so dekorativ sind sie auch. In den letzten Jahren haben sich Chilisorten zu Zierpflanzen verwandelt. Statt üppiger Blüten, begeistern farbenfrohe Früchte am Ziergemüse über Wochen den Betrachter.

Die gärtnerische Züchtung hat für zahlreiche Sorten und Hybriden gesorgt, die in unterschiedliche Gruppen gegliedert werden:

  • Cerasiforme – Kirschpaprika mit kleinen runden Früchten von ausgeprägter Schärfe
  • Conioides – Zapfenpaprika mit scharfen zapfenförmigen Früchten, die aufrecht stehen
  • Fasciculatum – Rote Zapfenpaprika mit scharfen aufrechten Zapfenfrüchten, angeordnet in Büscheln
  • Grossum – Glockenpaprika mit großen glockenförmigen Früchten, die als Gemüsepaprika bekannt sind
  • Longum – Chili mit kleinen, sehr scharfen hängenden Früchten

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird die Paprika gepflanzt?

Paprika zählt zu den besonders wärmeliebenden Gemüsepflanzen, vergleichbar mit Auberginen oder Melonen. Große Ernten sind nur an sehr warmen Standorten, bei uns oftmals nur unter Glas im Gewächshaus zu erwarten. Zur Kultur wird ein heller, jedoch vor direktem Sonneneinfall schattierter Platz empfohlen. Starke Sonne kann unter Glas zu Blattverbrennungen führen. Im Freiland genießen Paprikapflanzen hingegen die Sonne. Als Substrat eignet sich ein durchlässiger nahrhafter Boden mit ausreichend Feuchtigkeit und einem mittelhohen Nährstoffgehalt. Leichte Sandböden werden durch Einmischen von Humus oder Kompost verbessert. Für die Topfkultur kann auf gewöhnliche Gemüseerde zurückgegriffen werden. Nährstoffärmer sollte das Substrat in der Vorkultur sein, insofern aus Samen angezogen und keine fertigen Pflanzen erworben werden. Sämlings- und Jungpflanzen reagieren auf höhere Salzgehalte empfindlich, denn ihr Wurzelwerk ist anfangs nur schwach ausgebildet.

 

Wie zieht man die Paprika richtig vor?

Sowohl bei den Chilis als auch bei gewöhnlichen Paprikasorten handelt es sich um einjährige Pflanzen. Eine Aussaat ist ab März auf der warmen Fensterbank oder im Gewächshaus möglich. Die Samen werden gleichmäßig in ein Aussaatgefäß mit Vermehrungserde verteilt und dünn mit Erde oder Sand überdeckt. Die Aussaat wird anschließend vorsichtig angegossen oder mit Wasser ausgiebig besprüht. Bei etwa 25°C erfolgt die Keimung innerhalb weniger Wochen. Sobald die Keimblätter voll ausgeprägt sind, werden die kleinen Paprikasämlinge in kleine Töpfe vereinzelt und zu Jungpflanzen herangezogen. Papptöpfe bieten sich für die Weiterkultur an, denn sie werden bei der späteren Pflanzung miteingesetzt.

Wenn Mitte Mai die letzte Frostgefahr gebannt ist, können die vorgezogenen Paprikapflanzen ins Freiland ausgepflanzt werden. Ein früherer Zeitpunkt ist nicht zu empfehlen, denn Wärmemangel setzt den verwöhnten Pflanzen zu. Gepflanzt wird ins vorbereitete Beet, dessen Boden gelockert und zusätzlich Hornspäne oder Biodünger eingearbeitet wurden. Für höher wachsenden Gemüsepaprika empfiehlt sich ein Abstand von ca. 50 cm, sowohl in der Reihe als auch zwischen den einzelnen Reihen. Etwas geringer können die Abstände bei kleineren Chilipflanzen gewählt werden. Erfahrene Gärtner setzen bei der Paprikakultur im Freiland Mulchfolie ein, die den Boden zusätzlich erwärmt, die Feuchtigkeit und auflaufende Unkräuter zurückhält. Vorsorglich wird bereits nach der Pflanzung ein Stab an die Paprikapflanze eingesetzt, um sie später anbinden und stützen zu können.

Wie wird die Paprikapflanze gepflegt?

Obwohl sich Tomaten und Paprika vielfach in ihrer Kultur überschneiden, wächst Paprika deutlich langsamer. Voraussetzung für eine gute Entwicklung sind eine gleichmäßige Feuchtigkeit und mäßige Nährstoffgaben aller zwei bis drei Wochen. Verwendet wird entweder Bio-Gemüsedünger oder organische Brennnessel- bzw. Beinwelljauche. Trockenheit schadet der Pflanzenentwicklung und führt zu Blatteintrocknungen. Im schlimmsten Fall wirft sie ihre Früchte vorzeitig ab. Die Gefahr von Trockenheit besteht in besonderem Maße in der Topfkultur, denn die Wurzeln sind außerhalb des gewachsenen Bodens.

 

Wie schneidet man eine Paprika richtig?

Ein Ausgeizen, wie man es von Tomaten kennt, ist beim Paprika nicht notwendig. Förderlich für die Fruchtbildung wirkt das Auskneifen der dominierenden Triebe. Durch ihre Entfernung wird die Verzweigung und gleichzeitig die Blüten- und Fruchtbildung gefördert. Trotz aller fruchtfördernder Maßnahmen kann es an windstillen Lagen dennoch zu schwachen Ernten kommen. Grund dafür ist eine unzureichende Befruchtung, die in der Regel durch den Wind stattfindet. Es kann schon helfen, an den Pflanzen zu rütteln und damit den Pollen an die umgebenden Pflanzen weiterzugeben. Wenn es jedoch sehr luftfeucht ist, hilft nur die händische Befruchtung mit einem Wattestäbchen oder Pinsel.

Die Vermehrung von Paprika ist wie bei Tomaten durch Samen und deren Ernte möglich. Da die Sorten oftmals nicht zum Kreuzen neigen, bleiben sie sogar sortenecht.

Gibt man dem Paprika optimale Bedingungen, müssen keine Krankheiten oder Schädlinge befürchtet werden. Läuse können unter feuchtwarmen Bedingungen auftreten, wie auch Grauschimmel oder andere Pilzkrankheiten. Ebenfalls unter Glas kann die Weiße Fliege erscheinen, die sich jedoch mit Gelbtafeln in Schach halten lässt.

Obwohl sich Paprika als einjährige Pflanze durchaus als kurzlebige Staude behaupten kann, macht eine frostfreie Überwinterung nur bei langsam wachsenden Glockenchilis oder verschiedenen Zierpaprika einen Sinn. Sie verbringen die kalte Jahreszeit hell und bei einer Temperatur zwischen 10 bis 15°C.

 

Welche Verwendung hat die Paprika?

Chilis und Paprika sind heutzutage nach dem Pfeffer die meist gebräuchlichsten Gewürze. Bereits früh mit der Entdeckung Amerikas wurden sie erstmals beschrieben und wurden kurze Zeit später nach Afrika und Indien weiterverbreitet. Hunderte Sorten werden weltweit angebaut, die teils auf die regionalen Küchen der Anbaugebiete abgestimmt sind. Trendy sind in den letzten Jahren die Chilis geworden, die durch ihre Schärfe beeindrucken. Das Alkaloid Capsaicin ist für diese Schärfe verantwortlich, jedoch in den Sorten unterschiedlich stark ausgeprägt. Gemessen wird die Schärfe in Scoville. Sowohl Paprika als auch Chilis sind weltweit in meisten Küchen auf ihre eigene Art fest verwurzelt und unentbehrlich.

 

Wie wird die Paprika geerntet?

Unreife Früchte werden grün nach Bedarf gepflückt. Sie lassen sich roh, eingelegt oder gekocht verzehren. Reife Paprika besitzen das beste Aroma und werden im Sommer geerntet. Sie können entweder roh, gekocht, gebraten oder getrocknet werden. Getrocknete Früchte können zu Pulver weiterverarbeitet werden. Einfrieren lässt sich zwar Paprika, jedoch verliert er seine Knackigkeit.

 

Welche Paprika Sorten gibt es?

Empfehlenswerte Paprikasorten sind:

  • Süße Paprika: 'Gourmet', 'Pritavid' F1, 'Atris' F1, 'Kostas' F1, 'Ice Age' F1, 'Torero' F1
  • Scharfe Peperoni: 'Hyper' F1, 'Apache' F1, 'Habernero', 'Tabaluga' F1, 'Glockenpaprika'
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