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Koriander richtig pflanzen, einfrieren und anbauen

Für manch einen kaum zu glauben: Koriander schlägt die Petersilie und gilt als das am häufigsten verwendete Blattwürzkraut. An kaum einem Gewürz scheiden sich so sehr die Geister und Geschmäcker wie beim Koriander. Die Gattung umfasst lediglich zwei Arten einjähriger Pflanzen. Bekannt und verbreitet ist jedoch nur der Echte Koriander (Coriandrum sativum), sowie einige Variationen und Sorten.

Koriander kennt man auch unter den Bezeichnungen Cilantro, Schwindelkraut, Stinkdill, Wandläusekraut oder Wanzenkraut. Die botanische Bezeichnung Coriandrum leitet sich von koriannon ab, einer griechischen Bezeichnung für Wanze. Der Geruch des Insektes ähnelt dem Korianderaroma. Ihre Heimat hat Koriander vom östlichen Mittelmeergebiet bis nach Zentralasien. Er wächst in wenigen Monaten vom Samenkorn mit basalen gefiederten Blättern zu einem schlanken kniehohen Spross mit endständigen Blütendolden. Aus den einzelnen weißen Blüten entwickeln sich ab dem Sommer kugelige gerippte Früchte. Nach der Samenreife stirbt die Pflanze. Sie sichert durch Selbstaussaat ihren Fortbestand.

Bereits seit über 3000 Jahren wird Koriander als Kulturpflanze angebaut, obwohl er in seinen Heimatgebieten Gras- und Ödland wild besiedelt. In frühen Kräuterschriften der Griechen und Ägypter findet die aromatische Pflanze bereits Erwähnung. Nur wenige Jahrhunderte nach Chr. fand Koriander den Weg in chinesische und europäische Kräuterküche. Blätter und Samen besitzen unterschiedliche Aromen, die auch ihre Verwendung beeinflussen. Koriander ist heutzutage aus der Gourmetküche nicht mehr wegzudenken. Bekannt ist die Thailändische Küche, in der das Aroma besonders beliebt ist und auch die Wurzel genutzt wird. Im Nahen Osten und Ostasien sind besonders Blätter und Stiele begehrt. Sie würzen Suppen, Salate, oder Currys. In Europa schätzt man mehr die wundervoll aromatischen Samen als Gewürz.

Bei uns wird Koriander häufig frisch verwendet. Ein großer Nachteil bei der Kräuterkultur ist seine kurze Lebensdauer. Kaum in Blüte, ist es auch schon wieder vorbei. Daher erfreuen sich in den letzten Jahren etwas robustere Koriander-Alternativen steigender Beliebtheit. Sie haben botanisch nichts mit Koriander zu tun, aber das Aroma und deren Verwendung sind ähnlich. Beispiele sind der Vietnamesische Koriander (Persicaria odorata) oder der Mexikanische Koriander (Eryngium foetidum).

Trotz seiner Kurzlebigkeit ist Koriander ein Must-Have im Kräutergarten, im Kräuterkasten auf dem Balkon oder dem Fenstersims.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird Koriander richtig gepflanzt?

Bei Koriander spricht man aufgrund seiner kurzen Lebensdauer von einer schnellen Kultur. Im Kräutergarten beginnt die Korianderkultur frühestens nach dem letzten Frost oder den Eisheiligen Mitte Mai. Davor wäre es zu riskant, denn junge Blätter und Austrieb überleben Spätfröste nicht.

 

Welcher Standort ist für Koriander geeignet?

Das Erntegut entscheidet, welchen Standort Koriander erhält. Sollen Samen geerntet werden, wird ein sonniger Platz zum Anbau gewählt. In der Sonne reifen die Samen besser aus und entwickeln mehr Aroma. Werden die Blätter bevorzugt, dann eignet sich eine helle oder halbschattige Lage besser. Abseits des vollen Lichtes bleibt das Grün zarter. Der Boden ist feucht, fruchtbar und gut wasserdurchlässig. Für die Kultur im Kasten oder Topf verwendet man hochwertige Kräuter- oder Bioerde. Sie sollte eine gute Durchlässigkeit besitzen.

Da Korianderpflanzen nur von kurzer Dauer sind, werden sie regelmäßig nachgepflanzt. Sobald die Sprosse zur Blüte schießen, können die nächsten Jungpflanzen bereits eingesetzt werden. Diese rotierende Kultur sorgt für ständig frischen Nachschub.

Wenn keine Koriander-Jungpflanzen erhältlich sind, kann man sich mit Samen behelfen. Tütchen werden im Fachhandel rund ums Jahr angeboten. Die Samen werden in lockere Erde gesät und danach feucht gehalten. Im Garten bietet sich die Reihensaat an Ort und Stelle an. Sie wird bis zum Sommer alle drei bis vier Wochen wiederholt. Bei der Aussaat ist darauf zu achten, dass nicht zu dicht gesät wird und die keimenden Sämlinge keiner Trockenheit ausgesetzt werden. Wassermangel und gegenseitiges Bedrängen fördern das Schießen bzw. die vorzeitige Blüte des Korianders. Spätestens mit der Samenreife stirbt die Pflanze und macht Platz für eine Nachsaat oder eine kurzfristige Kräuterkultur.

Wenn kein Balkon, sondern nur eine Fensterbank vorhanden ist, kann ein außen angebrachter Kräuterkasten die Korianderversorgung sichern. Das Aroma hält Insekten fern, denn bereits im Mittelalter wurde das Kraut zur Flöhe- und Läusevertreibung verwendet. In Innenräumen gelingt der Korianderanbau kaum. Hinter dem Glas kann es schneller zu Blattverbrennungen oder Substrattrockenheit kommen. Wird anschließend zu viel gewässert, kann eine pilzverursachte Welke auftreten.

Wie pflegt man Koriander richtig?

Der schnelllebige Koriander ist pflegeleicht. Im Garten wird er nach der Aussaat normal mit den anderen Kräutern gegossen. Im Freilandbeet ist auf Schneckenfraß zu achten, der auf dem Balkon nicht zu befürchten ist. Abgestorbene oder braune Blätter werden regelmäßig entfernt, damit es zu keiner Fäulnis bzw. Welke kommt. Düngungen sind nicht notwendig, denn normaler Gartenboden oder Kräutererde besitzen alle notwendigen Nährstoffe für die kurze Kulturzeit.

Möchte man etwas länger Blätter ernten, hilft das frühe Wegschneiden oder Auskneifen entstehender Blütenstiele. Einige Pflanzen lässt man zur Blüte kommen, damit sie fruchten. Die Samen werden geerntet. Ein Teil von ihnen wird für die neue Aussaat verwendet. Der andere Teil dient als Gewürz in der Küche.

 

Wie schneidet man Koriander richtig?

Korianderblätter werden von außen nach innen abgeerntet. Das Kraut bildet von innen aus der Basis junge neue Blätter bis die Blütenstiele entstehen. Danach erschöpft sich die Blattbildung und die Pflanze setzt ihre Energie in die Blüten- und Fruchtbildung ein. Der Rückschnitt erfolgt spätestens mit dem Absterben des Sprosses.

 

Welche Verwendung hat Koriander?

Alle Pflanzenteile des Korianders, von der Wurzel bis zum Samen, lassen sich verwenden. Blätter und Samen sind reich an ätherischen Ölen. Ihr Aroma unterscheidet sich jedoch stark. Frische Blätter schmecken würzig und aromatisieren Suppen, Gemüse, Salate, Fisch oder Geflügel. Die Samen besitzen ein süßes orangenartiges Aroma, das für asiatische Speisen, Ratatouille oder als Brot- und Fleischgewürz beliebt ist. Die blassbraunen Samen können durch das Rösten verfeinert werden. Koriander lässt sich zudem gut mit anderen Gewürzen kombinieren und ist als Bestandteil asiatischer Currys bekannt.

 

Welche Wirkung hat Koriander?

In der Naturmedizin wird Koriander bei leichten Verdauungsstörungen empfohlen. Die enthaltenen Öle regen den Appetit an, beugen Krämpfen vor und wirken schleimlösend.

 

Wie friert man Koriander ein?

Koriander lässt sich wie Petersilie oder Schnittlauch einfrieren. Frische Blätter werden geerntet, mit klarem Wasser überbraust, abgetupft und kleingehackt. Das aromatische Grün wird in geeignete Gefäße gefüllt und ins Gefrierfach gestellt.

 

Wie erntet man Koriander?

Die Blätter werden frisch vor dem Verzehr geerntet. Samen werden möglichst früh abgenommen, sobald sich ihre Farbe verändert. Verpasst man den Zeitpunkt, fallen die Samen aus.

 

Wie trocknet man Koriander?

Blätter werden normalerweise frisch verwendet oder eingefrostet. Beim Trocknen verflüchtigen sich die ätherischen Öle und das Aroma schwindet. Trocken aufbewahrt werden die Samen, die lichtgeschützt in Glas- oder Keramikgefäßen über längere Zeit gelagert werden können.

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