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Knoblauch richtig pflanzen, ernten und aufbewahren

Der Knoblauch gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Spuren seines Anbaus lassen sich 5.000 Jahre zurückverfolgen. Aus Zentralasien gelangte er in den Orient und später nach Europa. Knoblauch (Allium sativum) ist ein Lauchgewächs, der mit Bärlauch, Schnittlauch, Porree und der Zwiebel verwandt ist. Seine ursprüngliche Heimat ist das mittlere Asien östlich des Kaspischen Meeres. Seine Würzkraft hat dafür gesorgt, dass die Knoblauchknollen heute in Europa, Asien und Nordafrika verbreitet sind.

Beim Knoblauch handelt es sich um eine mehrjährige und frostharte Zwiebelpflanze, die in Kultur nur ein- bzw. zweijährig kultiviert wird. Sie bildet am Grund eine Zwiebel mit 5 bis 15 leicht gekrümmten Nebenzwiebeln, besser bekannt als Zehen oder Klauen. Im Gegensatz zur Küchenzwiebel, fehlt ihr der schalenförmige Aufbau. Die Zwiebel ist umhüllt von einer papierartigen Schale mit einer weißen oder blassvioletten Farbe. Vom Knoblauch gibt es unterschiedliche Sorten mit verschiedenen Ausfärbungen der Zwiebeln. Aus den Wurzelorganen treiben im Frühling flache kniehohe Blätter, sowie einen knapp meterhohen Blütenschaft. An seinem Ende sitzen grünlich-weiße bis rosa Blütenknospen in Scheindolden angeordnet. Selten blühen sie auf oder setzen Samen an. Bei einigen Sorten kann es vorkommen, dass im Blütenstand Brutzwiebeln entstehen. Diese Besonderheit haben sie mit Etagenzwiebeln gemein.

Der Knoblauch ist aus der Küche kaum wegzudenken. Sein beißend scharfes Aroma würzt mediterrane, asiatische und zahlreiche Regionalküchen. Im Nutzgarten sorgt seine Anwesenheit bei der Mischkultur für einen vorsorglichen Pflanzenschutz.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie pflanzt man Knoblauch richtig?

Auch wenn in Mitteleuropa nicht das sonnig warme Klima des Mittelmeerraumes herrscht, lässt sich Knoblauch in Beeten und Gemüsegärten anbauen. Besonders in Weinbauregionen reift seine Würze wunderbar aus. Der ideale Standort liegt sonnig, warm und ist von leichten Windbewegungen geprägt. Zugluft vermindert die Schädlingsgefahr in Form der gefürchteten Knoblauchfliege. Beim Boden empfiehlt sich ein lockerer humoser Gartenboden ohne jeglichen Wildwuchs. Diese Bedingungen findet man in den meisten gepflegten Gemüsegärten vor. Stark sandige Böden sind vor der Pflanzung mit Humus anzureichern und lehmigen Böden verhilft man durch Einmischen von Sand zu mehr Durchlässigkeit. Magere und trockene Sandböden führen ohne Bodenverbesserung kaum zum erhofften Ertrag. Fäulnis und ein vorzeitiges Pflanzensterben werden hingegen von nassen schweren Böden begünstigt. Behelfen kann man sich in diesem Falle durch die Aufschüttung eines Damms mit Komposterde. Die erhöhte Pflanzposition auf der Dammkrone sorgt für einen seitlichen Wasserablauf. Ein Anbau von Knoblauch beschränkt sich keineswegs ausschließlich auf den Garten. Ähnlich gut eigenen sich sonnige Standorte und größere Gefäße auf dem Südbalkon oder der Dachterrasse. Sandige Pflanzerde wird als Substrat gewählt.

Gepflanzt bzw. gesteckt wird entweder im Herbst oder im Frühjahr. Durch diese Pflanzzeiten unterscheidet man zwischen Winter-Knoblauch und Frühjahrs-Knoblauch. Der Winter-Knoblauch hat den Vorteil, durch die längere Kulturzeit größere Knollen bilden zu können. Andererseits führt diese längere Kulturdauer zu einem stärkerem Befallsrisiko durch Schädlinge und mehr Pflegeaufwand. Wer die Mehrarbeit scheut, sollte sich für den Frühjahrs-Knoblauch entscheiden. Seine Zehen werden zwischen Anfang März und Mitte April gesteckt.

Im Sinne der Fruchtfolge ist es sinnvoll, 4-bis 5-jährige Anbaupausen bei Laucharten einzuhalten. Im Vordergrund steht der Pflanzenschutz, denn ein wiederholter Anbau kann die Ausbreitung gemeinsamer Schädlinge fördern. Auch die Nähe zu anderen Lauchgewächsen trägt zu einem Befall durch Minierfliegen bei. Als Vorkultur für Knoblauch haben sich beispielsweise Hülsenfrüchte bewährt.

Dafür eignet sich Knoblauch vergleichsweise gut in Mischkultur mit anderen Nutzpflanzen. Es ist bekannt, dass Knoblauch zwischen den Erdbeeren die Gefahr von Grauschimmelbefall senkt.

Bei der Pflanzung können entweder Zehen oder die Brutzwiebeln aus den Blütenständen gesteckt werden. Zehen wachsen innerhalb einer Saison zu erntereifen Zwiebeln heran. Länger dauert es bei den Brutzwiebeln, die als Bulbillen bezeichnet werden. Sie benötigen ein Jahr mehr Kulturzeit, denn sie wachsen zunächst in eine entsprechende Größe. Die Brutzwiebeln werden alle 10 cm ins Beet gesetzt. Sie können auch dichter gesteckt werden, insofern sie später wieder vereinzelt werden. Im Sommer verlieren sie ihre Blätter und werden aus der Erde genommen. Bis zum erneuten Einsetzen im Herbst lagert man sie trocken an einem schattierten Platz. Im Oktober werden sie mit einem Abstand von mindestens 15 cm in der Reihe ca. 5 cm tief eingepflanzt. Um Fäulnis zu vermeiden, steckt man die Zehen leicht schräg ins Pflanzloch.

Clevere Gärtner kommen gern auf die Idee, Knoblauch aus dem Laden zu stecken. Grundsätzlich funktioniert es auch, aber diese Sorten stammen aus südlichen Ländern und sind für unser Klima weniger gut geeignet bzw. liefern nur mangelhafte Erträge.

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Wie wird Knoblauch richtig gepflegt?

Knoblauch wünscht sich wie die meisten Lauchgewächse während der Wachstumsphase einen gleichmäßig feuchten und fruchtbaren Boden. Im Frühling darf keine Trockenheit die Kultur beeinträchtigen. Später mit dem Vergilben und Absterben der Blätter im Sommer wandelt sich der Anspruch und es darf nicht mehr gewässert werden. Feuchte Böden zur Erntezeit sorgen für Pilzbefall. Neben Mehltau, Grauschimmel und Blattflecken sind die Knoblauchfliege und die Lauchminierfliege die schädlichen Gegenspieler des Knoblauches. Speziell die Knoblauchfliege sorgt immer wieder für Probleme. Sie nistet sich am Schaft ein und führt zu krüppelig schwachen Pflanzen. Im großflächigen Erwerbsanbau hat man es zudem mit Viren, Stängelählchen oder bakteriellen Erkrankungen zu tun.

 

Welche Verwendung Knoblauch?

Als außerordentlich alte Kulturpflanze wird Knoblauch seit 5.000 Jahren angebaut. Trotz seiner großen Bekanntheit hat er niemals an Beliebtheit verloren. Knoblauch ist eine klassische Nutzpflanze, deren Zwiebeln sich für vielfältigste Verwendungen in der Küche nutzen lassen. In vielen asiatischen, osteuropäischen oder mediterranen Speisen ist Knoblauch Pflicht. Man sagt seinem beißenden Aroma nach, es verbessere den Geschmack von Fleisch, Meeresfrüchten und Gemüse. Im Hausgebrauch würzt sein Aroma zudem Butter, Salz, Öle oder Essig. Für die Zubereitung werden einzelne Zehen von den papierartigen Hüllen befreit bzw. geschält und in kleine Stücke gehackt.

 

Welche Wirkung hat Knoblauch?

Gleichzeitig haben seine Inhaltsstoffe eine antibakterielle Wirkung, senken hohen Blutdruck und den Cholesterinspiegel. In der indischen Heilkunst Ayurveda gilt Knoblauch als verjüngend, entgiftend und sogar aphrodisisch. Heute gibt es unzählige Präparate und Naturheilmittel auf Basis von Knoblauch. Die meisten richten sich an das menschliche Gefäßsystem und versprechen durch ihre antiseptische und antibiotische Wirkung bei zahlreichen anderen Erkrankungen Linderung.

 

Wie erntet man Knoblauch richtig?

Für die Lagerfähigkeit des Knoblauches ist der richtige Erntezeitpunkt entscheidend. Meistens von Anfang bis Mitte Juli färben sich die Blätter fast vollständig gelb. Zu diesem Zeitpunkt werden geschlossenen Zwiebelstände ausgegraben. Das Laub sollte noch fest mit der Zwiebel verbunden sein. Das Roden macht sich am besten mit einer Grabegabel, mit der die Knoblauchzwiebeln ausgehoben werden. Sie werden zunächst in Kisten gelagert und an luftig trockenen Schattenplatz aufgestellt. Die papierartigen Hüllblätter bleiben beim Erntevorgang unverletzt. Erhalten sie danach ein kühles trockenes Lager, bleibt der Knoblauch über ein halbes Jahr haltbar.

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