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Kartoffeln richtig pflanzen, ernten und lagern

Als die Kartoffel im 16. Jahrhundert aus dem noch frisch entdeckten Amerika mitgebracht wurde, konnte sich kaum jemand vorstellen, dass sie das Grundnahrungsmittel schlechthin werden würde. Sie ist wohl der größte Schatz, den spanische Eroberer entdeckt und nach Europa eingeführt haben. Sie brauchte eine längere Zeit, um Aufmerksamkeit zu wecken und auf den europäischen Speisekarten zu landen. Ihren zarten Blüten geschuldet, fand sie zunächst als dekorative Zierpflanze mehr Beachtung.

Kartoffeln, gleichbezeichnend Erdapfel oder Erdbirne, ist ein Nachtschattengewächs (Solanaceae), zu denen auch Tomaten, Paprika und weitere Nutzpflanzen zählen. Die Wildform stammt aus den südamerikanischen Anden. Dort wurde sie bereits vor der Entdeckung durch die Europäer von den Inkas als Grundnahrungsmittel genutzt. Erst Friedrich der Große erkannte den enormen Nutzwert der Knolle und wusste diesen für seine Soldaten einzusetzen. Ab dem 18. Jahrhundert begann der wirtschaftliche Anbau der Kartoffel-Knollen und ließ die bis dato führende Bedeutung des Getreides schwinden.

Bis heute ist die Kartoffel eine der wichtigsten Nutzpflanzen der heutigen Ernährung. Bei den Kartoffeln handelt es sich um Knollen im Boden, die im Laufe der Wachstumszeit größer und am Ende der Vegetationszeit geerntet werden. Obwohl keine Verwandtschaft zu den Dahlien besteht, können in Ansprüchen und Pflanzenmerkmalen Parallelen gezogen werden. Die Kartoffel wächst als krautige Pflanze und bildet im Untergrund ihre Knollen. Sie sind durch Tragfäden, sogenannte Stolonen mit den Wurzelsprossen verbunden. Die runden, ovalen oder länglichen Knollen dienen den Pflanzen als Nährstoffspeicher, um längere Ruhezeiten überstehen zu können. Sortenabhängig unterscheidet sich die Farbe des Fruchtfleisches von weiß, überwiegend gelb bis zu blau oder violett. Der krautige Spross setzt sich aus gefiederten Blättern zusammen. Weiße, rosa oder violette Blüten erscheinen während der Sommermonate. Sie sind fünfzählig und zeigen gelbe Staubgefäße. Nach ihrer Befruchtung entwickeln sich aus den Kartoffelblüten grüne, kirschgroße ungenießbare Beeren.

Der hohe Nutzwert hat natürlich auf die Züchtung eingewirkt. Schätzungsweise 2.000 Kartoffelsorten sollen weltweit existieren. Davon sind nur ca. 5 Prozent für den Nahrungsmittelanbau in Deutschland zugelassen. Der Kartoffelanbau in Privatgärten erfreut sich zunehmender Beliebtheit, denn alte Sorten wurden wiederentdeckt und stehen wieder hoch im Kurs. Zumal frisch aus dem Garten und nach mühsamen Arbeitseinsatz, schmeckt die Kartoffel glatt nochmal so gut.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie werden Kartoffeln richtig gepflanzt?

Kartoffeln lieben sonnige Standorte und normale fruchtbare Böden mit Tiefgründigkeit ohne jegliche Staunässe. Leichte Böden wertet man durch großzügige Kompost- oder Mistbeigaben auf. Schweren Böden sollte Sand eingearbeitet und das Beet im Vorfeld mehrfach tiefengelockert werden. Kartoffelböden gelten als sehr fruchtbar und sind für nachfolgende Gemüsekulturen bestens geeignet. Daher werden Kartoffeln gern als Vorkultur angebaut. Um Bodenmüdigkeit vorzubeugen, werden Kartoffeln auf dem gleichen Beet nur alle vier Jahre angebaut. Eine regelmäßige Fruchtfolge und eine vielseitige Mischkultur sorgen für besseren Ertrag und beugt der Ausbreitung von Krankheiten vor. Geeignete Nachkulturen sind nicht verwandte Gemüsearten oder Gründüngungspflanzen. Nicht in der Nähe sollten Tomaten angebaut werden, um Pilzkrankheiten wie die Krautfäule zu unterbinden.

 

Wie werden Kartoffeln gesät?

Kartoffeln lassen sich sowohl säen als auch pflanzen. Der Vorteil der Aussaat ist, dass häufig verbreitete Viruskrankheiten nicht weitergetragen werden. Nachteilig sind eine längere Kulturzeit und Nachkommen, die der Mutterpflanze nicht mehr entsprechen. Daher ist das Pflanzen von Kartoffeln, bekannt als Kartoffellegen in der Praxis üblicher. Die Pflanzung ist abhängig vom Klima der Anbauregion. In milden Klimaten können frühe Sorten bereits ab Anfang April in die Erde. Gegenden mit rauer Witterung warten idealerweise einen Monat länger bis Anfang Mai. Grundsätzlich sollte der Boden nicht mehr eisig sein, sondern eine Temperatur um 10°C aufweisen. Bevorzugt man eine frühe Ernte, lassen sich Kartoffeln ab März im geschützten hellen Quartier antreiben. Die Knollen werden nebeneinander in flache Kisten gelegt, sodass sie zur Hälfte herausschauen. Die nächsten Wochen verbringen die Kartoffeln bei etwa 15° C. Steigen die Temperaturen stärker an, wird gelüftet. Es bilden sich kräftige Triebe an den Kartoffel-Knollen. Nach spätestens einem bis eineinhalb Monaten werden die angetriebenen Knollen ca. 10 cm tief ins vorbereitete Freilandbeet gelegt. Das Vortreiben macht zudem Sinn, da Kartoffeln eine ideale Vorkultur sind und eine frühe Ernte ab Ende Juni somit einen zweiten Anbau von einem Folgegemüse ermöglicht. Im Zuge der Kultur wird der Boden durch häufiges Hacken und Anhäufeln in Bewegung und Unkräuter in Zaum gehalten.

Gepflanzt wird in Reihe. Mit einer Hacke werden Rillen gezogen, die eine Tiefe von 10 bis maximal 20 Zentimeter haben. Damit die Reihe auch gerade und nicht wellenförmig verläuft, wird zur Orientierung eine Schnur gespannt. Zwischen den Reihen liegt ein Abstand von einem halben Meter. Die vorgekeimten Knollen werden aller 30 cm in die gezogenen Rillen gelegt. Für den Kleinstanbau rechnet man mit 4 bis 5 Knollen pro Quadratmeter. Kartoffeln sind nährstoffsüchtig. Bevor die Rillen geschlossen werden, können zusätzliche Hornspäne oder Kompost eingefügt werden. Abschließend werden die Pflanzrillen mit der Hacke zugezogen und gut angegossen.

Der Kartoffelanbau lässt sich auch für Balkongärtner ausprobieren. Sehr gut geeignet ist der PotatoPot®, dieses moderne und patentierte 2 in 1 Topfsystem bietet die Möglichkeit für eine kontinuierliche Ernte von derselben Pflanze über die ganze Saison. Gute nährstoffreiche Gemüseerde sichern die Erträge. Der Boden bleibt stets feucht, aber niemals dauerhaft nass.

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Wie pflegt man Kartoffeln richtig?

Das Aufwändige an der Kartoffelkultur ist das regelmäßige Hacken und Anhäufeln. Das erste Anhäufeln findet nach zwei bis drei Wochen statt, wenn sich die ersten Triebe gebildet haben. Die emporsprießenden Triebe werden mit der Erde angehäufelt, die zwischen den Reihen zu einem Damm über der Knolle aufgehackt wird. Die Triebspitzen bleiben sichtbar und entwickeln sich langsam zum Spross. Mit zunehmendem Kartoffelwachstum wird in regelmäßigen Abständen der Damm immer weiter aufgeschüttet und stabilisiert die Basis. Die regelmäßigen Hackarbeiten sorgen für unkrautfreie Beete.

 

Wie muss man Kartoffeln wässern?

Im Wachstum achtet man auf gleichmäßige Feuchtigkeit. Gewässert wird morgens, damit der Spross über den Tag abtrocknen kann. Bleibende Feuchtigkeit im Laub befördert einen frühzeitigen Ausbruch der Krautfäule. Düngungen sind grundsätzlich nicht notwendig, wenn bereits im Herbst Mist oder vor der Pflanzung Kompost eingegraben wurde. Auf übermäßige Stickstoffgaben sollte man verzichten, denn sie machen das Hackgemüse anfällig für Pilzkrankheiten.

Die größte Gefahr beim Kartoffelanbau geht von Kraut- und Knollenfäule aus. Sie bricht oftmals ab Mitte Juni aus und zeigt sich durch braunes Laub und einem silbrigweißen Pilzbelag auf der Unterseite. Bekämpfen lässt sich das Problem nur schwer, daher ist Vorsorge ratsam. Das Verfrühen und eine zeitige Ernte ab Juni beenden die Kultur bevor der Pilz vollends aktiv wird. Sind befallene Blätter an den Kartoffeln erkennbar, werden sie unverzüglich abgeschnitten und im Biomüll entsorgt. Problematisch ist ebenfalls ein Befall durch Kartoffelkäfer oder Nematoden (Fadenwürmer). Letztere sind eine Nebenwirkung der Bodenmüdigkeit, wenn Kartoffeln in zu kurzen Zyklen auf der gleichen Fläche angebaut werden. Sie bewirken Kleinwüchsigkeit und Welkesymptome. Kartoffelkäfer fressen an den Pflanzen und richten damit Schäden an. Sie legen ihre orangenen Eier auf der Blattunterseite ab. Sobald die Kartoffelkäfer in Erscheinung treten, werden sie abgesammelt und eingedämmt. Im größeren Anbau gibt es biologische Pflanzenschutzmittel, die gegen den Schädling eingesetzt werden.

 

Wie erntet man Kartoffeln?

Die Ernte erfolgt idealerweise ab Juni nach drei Monaten Kulturzeit und bevor die Krautfäule zuschlägt. Sobald das Kraut verbräunt, werden die Sprosse zurückgeschnitten. Damit verhindert man das Übergreifen auf die Knollen und Ernteverluste. Bevor alle Pflanzen gerodet werden, wird eine Testpflanze ausgegraben und die Knollenreife geprüft. Mehr als 30 Knollen sind von einer Kartoffelpflanze zu erwarten. Lassen sich die Knollen leicht von den Sprossen lösen und fühlt sich die Kartoffelschale fest an, kann die Ernte mit einer Grabegabel vorgenommen werden. Beim Ausheben wird leicht an den Sprossen gezogen, wodurch das Wurzelwerk samt Knollen zum Vorschein kommt. Im kleineren Anbau kann der aufgeschüttete Damm vorsichtig abgetragen und die größten Knollen geerntet werden. Anschließend schüttet man den Damm erneut leicht auf und lässt die kleineren Knollen nachreifen. Geerntete Kartoffeln trocknen kurzzeitig auf dem Beet ab, bevor sie grob gesäubert und fleckige Kartoffelknollen aussortiert werden.

 

Wie werden Kartoffeln richtig aufbewahrt?

Die Erdäpfel werden dunkel und kühl im Keller eingelagert. Zur Lagerung eignen sich Holzstiegen. Eine Abdeckung mit Zeitungspapier verhindert das Schrumpfen der Kartoffeln im Keller. Lagerfähige Sorten bleiben bis zum nächsten Frühjahr genießbar.

 

Wie schält man Kartoffeln richtig?

Ob Kartoffeln geschält werden, hängt von der Verwendung ab. Salzkartoffeln schält man nach dem Putzen und vor dem Kochen klassisch mit einem Gemüse- oder Kartoffelschäler. Pellkartoffeln werden mit Schale gekocht und sind im Nachgang mühselig zu schälen. Ritzt man ihre Schale vor dem Kochen rundherum mit einem Messer an und schreckt sie nachher in Eiswasser ab, lässt sich die gekochte Haut einfacher entfernen.

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