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Gurken richtig pflanzen, düngen und schälen

Gurken (Cucumis sativus) gehören zur Grundausstattung eines jeden Gemüsegärtners. Ob im Gewächshaus oder auf dem Freilandbeet, ohne Gurken ist ein Gemüsegarten unvollkommen. Das Fruchtgemüse gehört zu den Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae). Die Gattung der Gurken (Cucumis) beinhaltet auch die Melone und über 50 weitere Geschwister.

Gurken stammen ursprünglich aus Indien. In ihrer Heimat werden sie seit rund 3.000 Jahren kultiviert. Bereits die Griechen und Römer kannten das Gemüse, das seit dem 19. Jahrhundert hierzulande unter Glas angebaut wird. Auf der Welt sind unterschiedliche Formen verbreitet, die sich in Fruchtgröße, Beschaffenheit der Schale, Kältetoleranz und Befruchtung unterscheiden.

Botanisch gesehen, sind Gurken Beerenfrüchte, denn ihre Samen befinden sich im Fruchtfleisch. Sie entwickeln als Einjährige einen kriechenden, rankenden oder kletternden Wuchs. Zunächst liegen ihre Sprosse am Boden. Sobald ihnen eine Gelegenheit zum Klettern gegeben wird, klimmen Salatgurken bis 4 Meter in die Höhe. An den Sprossen sitzen große, dreieckige bis eiförmige Blätter mit einer rauen Behaarung. Gelbe Trichterblüten sind männlich, wenn sie in den Achseln sitzen. Größere und einzelnstehende Blüten sind meist weiblichen Geschlechtes. Nach ihrer Bestäubung folgen längliche Früchte mit ovalen Samen. Neue Züchtungen für den überwiegend professionellen Anbau bilden ausschließlich weibliche Blüten und fruchten selbst. Für den Verzehr werden unreife Früchte geerntet.

Gärtner unterscheiden zwischen Freilandgurken für die Gartenkultur und Salatgurken für den Gewächshausanbau. Letztere kennt man durch ihre lange schlanke Form als Schlangengurken. Freilandgurken sind nicht zwangsläufig an frische Luft gebunden, sondern können auch unter Glas gezogen werden. Gewächshausformen der Einlege- und Schälgurken runden das Gurkensortiment ab. Immer beliebter werden veredelte Gurken, denn sie sind ertragreicher und zeigen bessere Resistenzen gegenüber Bodenpilzen.

Gurken gehören neben Tomaten zu den wichtigsten Sorten im privaten Gemüseanbau. Ihre knackigen Früchte sind in der Küche beliebt, werden in der Kosmetik und Naturmedizin genutzt.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie werden Gurken gepflanzt?

Gurken sind wärmeliebende Pflanzen. Bereits im April kann mit der Gewächshauskultur von Salatgurken begonnen werden. Für Freilandgurken braucht es hingegen bis Mitte Mai Geduld. Sie lassen sich vorziehen und nach den Eisheiligen ins Freie verpflanzen. Gurken brauchen mindestens 10°C zum Wachsen. Gewächshausgurken gibt man einen hellen, aber nicht vollsonnigen Platz im Gewächshaus. Notfalls ist eine Schattierung über den Pflanzen anzubringen. Eine leichte Schattierung verhindert ein Verbrennen der Blätter bei starker Sonneneinstrahlung. Eine Milchfolie, ein weißes Lacken oder Schattierfarbe bringt Schutz vor brennender Mittagssonne. Ganz im Gegensatz die Freilandgurken – sie fühlen sich an vollsonnigen Plätzen wohler.

Die Bodenansprüche beider Formen sind ganz ähnlich. Feuchte, nahrhafte und fruchtbare Erde mit gutem Wasserabzug schafft optimale Wachstumsvoraussetzungen. Auf schweren, schlecht erwärmbaren Böden fühlen sich Gurken nicht wohl. Ratsam ist das Einarbeiten von Drainagematerialien für eine bessere Durchlüftung an den Wurzeln. Großzügige Kompostgaben oder verrotteter Mist sichert die Grundversorgung an Nährstoffen für die Starkzehrer. Beim Anbau von Gurken ist die Fruchtfolge zu berücksichtigen. Vergleichbar mit Rosengewächsen, darf nur alle vier Jahre eine Fläche wieder mit Gurken bestückt werden. Zwischenfrüchte können kurzlebige Gemüsesorten, Bienenweide oder Hülsenfrüchte sein.

Freilandgurken werden entweder direkt ins Beet gesät oder unter Glas vorgezogen. Kleinfrüchtige bzw. kältetolerante Sorten werden von Ende April im Freiland ausgesät und mit einem Schutzhäubchen versehen. Die Abdeckung schützt vor möglichen Kälteeinbrüchen und fördert die Keimung durch eine höhere Temperatur. Empfindliche Sorten werden erst nach der letzten Frostgefahr nach Mitte Mai bis Anfang Juni ausgesät. Man gibt den Pflanzen etwa 30 bis 50 cm Platz zur nächsten Gurke. Der Abstand in der Reihe beträgt 80 bis 100 cm. Zwischenräume lassen sich effizient mit Gemüse von kurzer Kulturdauer (z.B. Radieschen oder Salat) nutzen. Die Keimung der Gurken erfolgt selten gleichmäßig bzw. zuverlässig. Zur Sicherheit werden jeweils drei Samen pro Pflanzloch ausgesät.

 

Wie zieht man Gurken vor?

Das Vorziehen beginnt etwa 2 bis 3 Wochen vor dem Auspflanzen auf der Fensterbank oder im Wintergarten. Man verlängert auf die Weise den Zeitkorridor für die Ernte. Zur Aussaat verwendet man handelsübliche Aussaat- und Vermehrungserde. Jedes Töpfchen wird wie im Freiland mit 3 Samen bestückt. Das Substrat wird anschließend feucht gehalten. Temperaturen von über 20°C sorgen für eine schnelle Keimung und baldige Jungpflanzen. Vor dem Auspflanzen werden die jungen Gurkenpflanzen geringfügig kühler gestellt. Durch die niedrigeren Temperaturen akklimatisieren sich die Pflanzen und werden optimal auf das Leben im Freiland vorbereitet. Das Auspflanzen wird frühestens nach den Eisheiligen vorgenommen.

Der Anbau von Salatgurken in beheizten Gewächshäusern kann ab Mitte März beginnen. In ungeheizten Glashäusern sollte man sich bis Mitte oder Ende April Zeit lassen, denn die durchschnittliche Mindesttemperatur von 10 Grad darf nicht zu oft unterschritten werden. Verwendet werden entweder große Kübel als Kulturgefäß oder man setzt die Jungpflanzen ins Grundbeet des Gewächshauses.

Brauchen Gurken eine Rankhilfe?

Eine von der Decke gelassene Schnur dient den Gurken als Rankhilfe. Heutzutage empfiehlt es sich, beim Kauf auf veredelte Salatgurken mit einer gegebenen Mehltauresistenz zurückzugreifen. Sie bringen deutlich mehr Ertrag und sind widerstandsfähiger. Man gibt Gurken bei der Pflanzung einen Abstand von ca. 40 bis 50 cm in der Reihe. Gegenseitiges Schattieren ist dem Wachstum nicht zuträglich, daher wird mit einem Reihenabstand von mindestens 150 cm gerechnet. Die Gurkenpflanzen werden etwas tiefer eingesetzt bzw. an ihrer Basis angehäufelt. Die Veredlungsstelle muss sich jedoch über der Erde befinden. Die vertiefte Position schafft den Vorteil, dass sich an der Basis weitere Seitenwurzeln bilden. Je nach Temperatur im Gewächshaus kann ein Überstülpen mit einem Anzuchtshäubchen zusätzliche Wärme bringen und das Anwachsen fördern.

Jungpflanzen, unabhängig ob vorgezogen oder gekauft, werden ein erstes Mal entspitzt, sobald sich drei Blätter ausgebildet haben. Ein weiteres Mal, wenn 4 bis 5 Blätter entstanden sind.

 

Wie werden Gurken gepflegt?

In ihrem Wachstum gelten Gurken als fordernd. Sie benötigen sowohl reichlich Wasser als auch Nährstoffe. Trockenheit lässt sich durch regelmäßiges Gießen entgegenwirken. Wasser erhalten die Pflanzen nach Bedarf, ohne dabei nasse Füße zu hinterlassen. Eine Mulchschicht aus Stroh senkt die Bodenverdunstung und hält gleichzeitig die Oberfläche locker. Während der Erntezeit im Sommer können den Gemüsepflanzen zusätzliche Hornspäne oder flüssiger Gemüsedünger (z.B. Brennnesseljauche) verabreicht werden. Freilandgurken werden in der Regel kriechend auf dem Boden oder klimmend am Spalier kultiviert. Luft von unten bieten beispielsweise nicht benötigte Erddurchwürfe.

 

Wie schneidet man Gurken richtig?

Salatgurken klettern im Gewächshaus an Schnüren nach oben. Alle paar Tage wird der Neutrieb vorsichtig um die Schnur gewickelt. Seitentriebe werden konsequent bis in Hüfthöhe entfernt, denn sie gehen zu Lasten der Fruchtbildung.

Im Freiland hat ein Spalier oder eine erhöhte Wuchsvorrichtung den Vorteil, dass Blätter schneller abtrocknen können. Langanhaftende Feuchtigkeit erhöht das Infektionsrisiko für Falschen Mehltau. Gelbliche Flecken, die zunehmend bräunlich werden und Laub absterben lassen, sind ein deutliches Indiz. Vorbeugend festigen Pflanzenstärkungsmittel im Frühjahr das Blattgewebe. Im Gewächshaus führt eher Echter Mehltau zu Problemen. Kritisch ist der Wechsel von Trockenheit zu erhöhter Luftfeuchte. Sobald sich weißer Pilzrasen auf den Blättern bildet, werden alle befallen Blätter unverzüglich entfernt. Ein möglicher Schädlingsbefall durch Spinnmilben kann mit Nützlingen in Schach gehalten werden.

 

Welche Verwendung haben Gurken?

Gurken werden für den Verzehr unreif geerntet. Keine 10 Wochen nach der Aussaat beginnt die Fruchtbildung. Je häufiger gepflückt wird, desto mehr Früchte entstehen. Gurken sind beliebtes und unersetzbares Gemüse. Sie werden für Salate, frische Speisen, Rohkost und vieles mehr in der gesunden Küche verwendet. Man kann die Samen rösten oder als Alternative zu Olivenöl pressen. Der hohe Feuchtigkeitsanteil macht Gurken zu einem gern verwendeten Bestandteil von Hautcremes und Reinigungsmilch. In der Naturmedizin gelten Gurken als entwässernd und kühlend, wodurch sie bei Sonnenbrand, Verbrühungen oder innerlich gegen unreine Haut empfohlen werden. 

 

Wie werden Gurken richtig gelagert?

Im Gemüsefach des Kühlschrankes bleiben Gurken zirka eine Woche frisch. Einfrosten ist keine Alternative, denn ihr Wassergehalt ist dafür zu hoch. Als längerfristige Konservierung bieten sich Einlegen oder Einkochen an.

 

Welche Gurken Sorten gibt es?

Empfehlenswerte Gurkensorten für Gewächshaus oder Freiland sind:

  • 'Charlotte' – Bitterfreie Einlegegurke (F1 Hybride) mit sehr vielen Früchten
  • 'Excelsior' - Bitterfreie Einlegegurke (F1 Hybride) mit Toleranz gegenüber Mehltau
  • 'Diamant'  - Bitterfreie Einlegegurke (F1 Hybride) mit glatten Früchten und guter Robustheit gegen Mehltau
  • 'Dominica' - Gewächshausgurke (F1 Hybride) mit Resistenz gegen Echten Mehltau
  • 'Bella' - Schlangengurke (F1 Hybride) für Freiland und Gewächshaus
  • 'Eiffel' - Bitterfreie Schlangengurke (F1 Hybride) mit Resistenz gegen Echten Mehltau
  • 'Printo' – Minigurke (F1 Hybride) für Gewächshaus und Freiland mit Mehltautoleranz
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