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Blaukorn - so setzt sich der Dünger zusammen

Inhaltsverzeichnis:

 

Wie wird die Blaukorn richtig eingesetzt

Blaukorn ist ein klassischer Mineraldünger, der verantwortungsvoll und sparsam verwendet wird. Die Düngerproduktion ist sehr energieaufwändig. Zudem ist allgemein bekannt, dass überdosierte Düngungen das Grundwasser extrem belasten. Auswaschungen sind ebenso in Gärten ein problematisches Thema. Oftmals ist weniger mehr, denn mehr Dünger führt nicht automatisch zu Mehrertrag. Ganz im Gegenteil – Überdüngungen verursachen Versalzungen im Boden und lösen einen Prozess aus, bei dem die Wasseraufnahme der Pflanze gestört wird und sie schlussendlich vertrocknet (Umkehr-Osmose).

Es ist sinnvoll, den Boden wenigstens alle drei bis fünf Jahre untersuchen zu lassen. Spezialisierte Labore analysieren Bodenproben auf pH-Wert und den Gehalt der wichtigsten Nährstoffe. Anhand der Ergebnisse werden Düngeempfehlungen ausgesprochen, sodass man genau weiß, was getan werden muss.

Mit Mineraldüngern, wie z.B. Blaukorn, werden im Normalfall nur Pflanzen gedüngt, die einen extrem hohen Nährstoffbedarf besitzen oder einen deutlichen Nährstoffmangel aufweisen. Ausgebracht wird das Blaukorn nur in der Menge, die vom Hersteller empfohlen wird. Besonders auf Sandböden sollte man verantwortungsbewusst düngen, denn diese armen Böden werden besonders rasch bei Regen oder starkem Gießen ausgewachsen. Durch ihre Struktur fehlt ihnen die Fähigkeit, Nährstoffe festzuhalten und diese den Pflanzen bei Bedarf zur Verfügung zu stellen.

Blaukorn und andere Mineraldünger sind gut wasserlöslich. Deshalb kommen manche Hobbygärtner auf die Idee, sie als Flüssigdünger für starkwüchsige Pflanzen zu verwenden. Die Idee ist nachvollziehbar und machbar, aber eine konkrete Dosierung ist damit kaum noch möglich. Die bessere Alternative ist die Verwendung eines mineralischen Flüssigdüngers, der nach Herstellerangaben verabreicht wird.

Blaukorn lässt sich bis zum Spätsommer verwenden. Durch den höheren Gehalt an Kalium (dient der Zellaushärtung bzw. -stabilisierung) kann er länger als stickstoffreiche Dünger verwendet werden.

 

Welche Pflanzen düngt man mit Blaukorn?

Organische Nährstofflieferanten (z.B. Kompost, Hornspäne oder Brennnesseljauche) sind für die meisten Pflanzen im Garten vollkommen ausreichend. Mineraldünger sind hingegen für Starkzehrer sinnvoll, die ein überdurchschnittliches Pflanzenwachstum (z.B. Balkon- und Kübelpflanzen) zeigen, in einer Vegetationsperiode mehrfach blühen (z.B. remontierende Stauden wie Rittersporne) oder eine kurze Vegetationszeit besitzen (z.B. Zwiebelpflanzen wie Narzissen oder Tulpen). Bei Zwiebelpflanzen muss man jedoch auf einen besonders niedrigen Chloridgehalt achten.

Im Gegensatz zu organischen Düngern müssen bei Mineraldüngern keine Moleküle von Mikroorganismen aufgespalten werden, um Nährelemente freizusetzen. Sie sind bei Blaukorn und Co. sofort pflanzenverfügbar.

Finger weg von Blaukorn oder anderen Mineraldüngern bei Orchideen, Teich- und Sumpfflora (z.B. Karnivoren). Sie vertragen keinerlei Nährstoffgaben. Ebensolche Zurückhaltung gilt beim Düngen den meisten Ziergräsern. Sie kommen aus oftmals aus mageren Steppenregionen. 

 

Besonderheiten des Blaukorns

Es ist selbsterklärend, dass chemische Produkte nicht für den Verzehr geeignet sind. Sie sind geschützt und fern von Kindern und Haustieren aufzubewahren. Im Normalfall fressen weder Katzen noch Hunde Blaukorn. Sicherer ist es jedoch, das Düngegranulat nach dem Ausbringen einzuharken. Durch die Bodenfeuchtigkeit lösen sich die Nährstoffe schneller und es verschwindet aus dem Sichtfeld der tierischen Mitbewohner. 

 

Weitere Informationen

Als vor fast 200 Jahren Justus von Liebig die ersten Versuche zur gezielten Pflanzendüngung unternahm, war das revolutionär. Seitdem ist Pflanzendüngung für die Landwirtschaft, den Gartenbau und Privatgärten unerlässlich. Pflanzen entziehen den Böden durch ihre Wachstumsprozesse Nährstoffe und Mineralsalze. Würden die Pflanzen stehen bleiben, kämen die Stoffe auf natürlichem Wege zurück in den Boden. Kleinstlebewesen, Bakterien und Pilze zersetzen die organischen Rückstände. Die aufgenommenen Minerale gelangen zurück in den Boden. Sobald jedoch diese Pflanzen geerntet und vom Acker genommen werden, ist dieser natürliche Kreislauf unterbrochen. Der Boden laugt aus und es entstehen Defizite für Folgekulturen.

Düngung ist heutzutage eine Glaubensfrage, teils mit ideologischen Ansätzen. Biologisch oder mineralisch – Wie soll der Garten am besten gedüngt werden? Beides hat Vorteile, aber gleichermaßen auch Schattenseiten. Bei biologischen Düngern handelt es sich um verarbeitete Naturprodukte mit hohem Nährstoffgehalt, die nach ihrer Ausbringung durch Zersetzungsprozesse von Mikroorganismen pflanzenverfügbar werden. Gut für das Bodenleben, setzt aber entsprechende Faktoren wie Temperatur, Bodenfeuchtigkeit und längere Zeiträume voraus.

Mineraldünger, von bösen Zungen Kunstdünger genannt, wirken in der Regel sofort und lassen sich exakt dosieren. Es sind reine Nährsalze, die für die Pflanzen unmittelbar nach ihrer Ausbringung aufgenommen werden können. Der bekannteste Mineraldünger heißt umgangssprachlich Blaukorn und wurde vor fast 100 Jahren von BASF auf den Markt gebracht. Nitrophoska, so sein richtiger Name, ist ein Mehrnährstoffdünger. Als Volldünger enthält Blaukorn die Hauptnährstoffe Nitrat (Stickstoff), Phosphat und Kalium (NPK-Dünger), sowie weitere Spurennährelemente. Blaukorn ist jedoch nicht gleich Blaukorn, auch wenn das Granulat immer blau ist. Es gibt mehrere Rezepturen mit unterschiedlichen Zusammensetzungen. Eine klassische Rezeptur liest sich an folgendem Beispielkürzel ab: 12+8+16+3+9. Diese Mischung enthält in Hauptteilen 12% Stickstoff, 8% Phosphat, 16% Kalium, 3% Magnesium und 9% Schwefel. Damit deckt der Mineraldünger weitestgehend alle wichtigen Nährelemente für das Pflanzenwachstum ab.

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