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Vergissmeinnicht richtig pflanzen und säen

Das Vergissmeinnicht ist bereits seit langer Zeit in unseren Gärten eingebürgert. Als Frühlingsblüher begeistert das Raublattgewächs (Boraginaceae), das mit dem Borretsch verwandt ist, mit seinem typisch blauen Flor. Der botanische Name leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet so viel wie Mauseöhrchen. Damit nimmt er Bezug auf die Blätter, die eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen. Um seinen volkstümlichen Namen ranken sich zahlreiche Legenden und Sagen, die sich um Treuebeweise von Liebenden handeln. Das Vergissmeinnicht mit seinen blauen Blüten war über lange Zeit ein Symbol des Gedenkens und der Treue, dem früher sogar Zauberkräfte nachgesagt wurden.

Knappe 150 Arten ein-, zwei- oder mehrjähriger krautiger Pflanzen umfasst die Gattung Myosotis, die überwiegend die Nordhalbkugel und Teile Afrikas besiedelt. Sie entstammen Wäldern und Wiesen, Sümpfen, wie auch Wasserrändern. Je nach Art zeigen sie sich vielgestaltig. Aus anfänglichen Rosetten bilden sie wechselständig angeordnete, ovale Blätter mit einer Behaarung. Paarige Blütenstände an den verzweigten Triebenden setzen sich aus stieltellerförmigen oder trichterförmigen Blüten von April bis Juni zusammen. Die Blütenfarbe variiert arten- und sortenabhängig von blau, rosa, gelb oder weiß.

In der Gartenkultur sieht man größtenteils Hybriden, die vermutlich aus dem Alpen-Vergissmeinnicht (Myosotis alpestris) hervorgegangen sind. Es ist keine Seltenheit, dass die zwei- bis kurzlebig-mehrjährige Pflanze durch Selbstaussaat größere Gruppen bildet und einen wirkungsvollen Farbtupfer in Gärten zaubert. Vergissmeinnicht eignet sich hervorragend, um größere Lücken im Beet im Frühjahr zu füllen. Die kurzlebigen Pflanzen bedecken mit Blatt und Flor den Boden im Frühling und vergehen in Folge. Sie bilden ein ergänzendes Wechselspiel zu Sommer- und Herbststauden, die etwas später austreiben. Vergissmeinnicht lässt man bestenfalls im Garten verwildern. Durch seine Kurzlebigkeit richtet es keine nachhaltigen Schäden an und liefert sich keine Verdrängungskämpfe mit der dauerhaften Staudenbepflanzung. Einen hohen Stellenwert besitzt das zarte Pflänzchen in der Grab- und Friedhofsbepflanzung. Auch in Töpfen oder bepflanzten Frühlingsarrangements ist der Frühblüher eine gute Wahl. Geschnittene Blütenstände sind beliebte Schnittblumen in Frühlingssträußen.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird Vergissmeinnicht richtig gepflanzt?

Das Vergissmeinnicht ist wie andere kurzlebige Zierpflanzen recht anpassungsfähig. Sonne wie Halbschatten sind gleichermaßen empfehlenswert. Normale Gartenböden oder Pflanzerde mit guter Durchlässigkeit eignen sich für die Kultur. Neigt der Boden zum Austrocknen, wählt man besser einen schattigen Platz.

Die Kultur beginnt im Mai oder Juni. Frische Samen werden locker in Töpfe oder Schalen ausgesät. Die Vermehrungsgefäße stellt man halbschattig auf und werden das restliche Jahr feucht gehalten. Zum Austrocknen der Aussaat darf es nicht kommen, ansonsten laufen die Sämlinge sehr unregelmäßig auf. Aus den Sämlingen bilden sich bis zum Herbst Jungpflanzen, die an Ort und Stelle im Beet ausgepflanzt werden. Ein Abstand von 15 bis 25 cm reichen aus. Späte Pflanzungen schützt man mit Fichtenzweigen oder überzieht sie mit Vlies vor starken Kahlfrösten.

 

Wie wird das Vergissmeinnicht gepflegt?

Bei der Pflege von Vergissmeinnicht gibt es nicht sonderlich viel zu beachten. Ein gewisses Maß an Bodenfeuchtigkeit sollte stets vorhanden sein. Wird der Boden längere Zeit trocken, trocknet das Laub ein und stirbt ab. Düngungen sind auf normalen Gartenböden weder notwendig noch förderlich. Die Pflanzen werden in der Erde fündig.

Wie schneidet man das Vergissmeinnicht richtig?

Falls keine unkontrollierte Aussaat erwünscht ist oder der Frühjahrsblüher zur Plage wird, sind die Blütenstände nach dem Abblühen oder die Pflanze im Ganzen zu entfernen. Die Entfernung gestaltet sich einfach, denn man reißt die Pflanze einfach aus dem Boden heraus.

Einige Pflanzen lässt man zur Samenreife kommen, um das Fortkommen des Vergissmeinnichtes zu sichern. Sobald im Mai oder Juni die Samen reifen, zwickt man die Samenstände ab und legt sie locker verteilt auf das Vermehrungssubstrat in Schalen oder gezielt im Beet aus. Samen purzeln nach und nach aus den Samenständen. Nach drei bis vier Wochen können die Samenträger entfernt werden und das Substrat wird von nun an im Halbschatten feucht gehalten. Während des Sommers erscheinen Sämlinge, die sich bis zum Herbst zu kräftigen Jungpflanzen entwickeln.

Zieht man Vergissmeinnicht unter Glas vor, können Blattläuse auftreten. Deutlich häufiger überzieht Echter Mehltau die Pflanzen oder Grauschimmel führt zu Problemen.

 

Welche Verwendung hat das Vergissmeinnicht?

Durch seine symbolische Bedeutung und lange Gartentradition ist das Vergissmeinnicht alles andere als eine Seltenheit in Gärten. Es schmückt Frühlingsbeete und saisonale Bepflanzungen. Die kurzlebigen Pflanzen lassen sich hervorragend mit Zwiebelblumen des Frühjahres, z.B. Narzissen oder Tulpen, kombinieren. Durch ihren lockeren Wuchs stoßen die Zwiebelgewächse ohne Probleme durch und setzen zur jeweiligen Blütenfarbe wundervolle Akzente. Als Pflanze des Gedenkens gehört Vergissmeinnicht traditionell zur Grabbepflanzung. Die geschnittenen Blüten sind eine willkommene Ergänzung in Frühlingssträußen und Osterfloristik. Besonders wirkt Vergissmeinnicht, wenn es in Gruppe wächst oder in Staudenbeeten verwildern darf. Der Frühlingsblüher mit seinen blauen, rosa oder weißen Blüten dient ebenso als Schmuckpflanze in Kästen und Töpfen auf Balkon und Terrasse.

 

Welche Arten und Sorten gibt es von Vergissmeinnicht?

Am häufigsten sind Hybriden in den Gärten anzutreffen, die vom Alpen-Vergissmeinnicht (Myosotis alpestris) abstammen. In Schattenbereichern wächst die staudige und kurzlebige Art des Wald-Vergissmeinnichtes (Myosotis sylvatica). An Teichrändern kann man gelegentlich das Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides) sehen.

Zu Verwechslungen führen zuweilen die mehrjährigen Verwandten des Gedenkgemeins (Omphalodes verna) und des Kaukasus-Vergissmeinnichtes (Brunnera macrophylla). Diese beiden Staudenarten sind ausgezeichnete Alternativpflanzen, denn sie neigen nicht zum Verwildern und begrünen zuverlässig den Boden.

 

Wann ist die Blütezeit von Vergissmeinnicht?

Das gewöhnliche Vergissmeinnicht hat seine Blütezeit im Frühling, zumeist bevor Sommer- und Herbststauden austreiben. Je nach Witterung setzt die Blüte ab Ende März ein und dauert teils bis in den Juni.

 

Ist Vergissmeinnicht giftig?

Vergissmeinnicht ist ungiftig und enthält keinerlei giftige Substanzen. Nicht auszuschließen ist, dass Allergiker auf die für Raublattgewächse typische Behaarung mit Reizungen reagieren.

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