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Tannenwedel richtig pflanzen und pflegen

Die lediglich vier Arten der botanischen Gattung Tannenwedel (Hippuris) sind überwiegend auf der Nordhalbkugel verbreitet. Der botanische Gattungsname wird aus dem Griechischen hergeleitet und setzt sich aus „Pferd“ und „Schwanz“ zusammen. Ursprünglich umschrieb man die Sprosse als Rossschweif und bezog sich vermutlich auf Schachtelhalme (Equisetum). Zwar sind ihnen Tannenwedel in ihrer Erscheinung sehr ähnlich, jedoch besteht keinerlei Verwandtschaft. Tannenwedel gelten als fossile Pflanzen, denn sie reichen bis ins Oligozän (vor 30 Millionen Jahren) zurück. 

Man findet den Gewöhnlichen Tannenwedel (Hippuris vulgaris) in stehenden oder langsamen Fließgewässern in Europa, Asien und Nordamerika. Bekannt ist die Wasserpflanze auch als Seetanne. Variabel und anpassungsfähig zeigt sich die Pflanze in ihrem Lebensraum. Je nach Gegebenheit wächst sie als reine Unterwasserpflanze oder zuweilen als Landpflanze auf nassen Böden.

Tannenwedel bilden waagerecht kriechende Wurzelstöcke. Sie sorgen für eine großflächige Verbreitung an passenden Standorten. In der Gartenkultur schätzt man Tannenwedel als Wasserpflanze. In Teichen durchwurzelt die mehrjährige Staude den Boden und zeigt sich oberhalb des Wassers mit tannenbaumähnlichen Sprossen im Miniaturformat. Bis zu 60 Zentimeter ragen sie aus dem Wasser heraus. Die Blätter befinden sich sowohl ober- als auch unterhalb des Wasserspiegels. Unter Wasser oder bei starker Strömung sind die Blätter lang, bandartig und wirken weich bzw. schlaff. Oberhalb des Wassers stehen die hohlen Stängel straff aufrecht und zeigen quirlartig angeordnete Blätter. Sie ragen waagerecht vom Stiel ab, wodurch sie eine Ähnlichkeit zu jungen Tannenbäumchen zeigen. Das wintergrüne Laub bleibt in milden Wintern während der kalten Jahreszeit erhalten. Strengere Fröste führen zum Absterben der oberirdischen Sprosse.

Die bräunlichen Blüten sind unscheinbar und zeigen sich in den Sommermonaten. Sie sitzen an den Quirlen der oberirdischen Triebe. Aus ihnen entstehen später kleine Steinfrüchte. Sie werden gern von Vögeln gefressen, verdaut und wieder ausgeschieden. Sinken die Samen auf den Gewässergrund, keimen sie und sorgen für neue Nachkommen.

Tannenwedel sind pflegeleichte und aparte Wasserpflanzen. Man pflanzt sie mit anderen Teichpflanzen an Bachläufe oder in Teiche, begrünt Teichränder und Uferzonen oder verwendet sie in Miniteichen. Zwar glänzen Seetannen nicht durch üppige Blütenpracht, dafür hinterlässt ihre optische Erscheinung einen bleibenden Eindruck. Durch ihren starken Verbrauch entziehen sie dem Wasser Nährstoffe und reduzieren die Algenbildung.  Im Winter dienen die hohlen Stängel der Sauerstoffzufuhr im Teich. Über das Jahr wird der Tannenwedel von Teichbewohnern als Versteck, Ablaichplatz, Nahrung und Ausstiegshilfe genutzt.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie wird der Tannenwedel richtig gepflanzt?

Tannenwedel kommen problemlos mit den meisten Gewässertypen zurecht. An Bachläufen darf die Fließgeschwindigkeit nicht zu stark sein, da sich ansonsten die Sprosse überwiegend unter Wasser befinden. Mulden oder Buchten eignen sich daher hervorragend. Als Standort kommen sonnige oder halbschattige Lagen im Wasser oder einer Sumpfzone in Frage. Für saure Moore kommen Tannenwedel nicht in Betracht, denn sie scheinen kalkhaltiges Wasser zu mögen.

Ein nährstoffreicher Boden ist gewünscht und in den meisten Gewässern auch vorhanden. Gepflanzt werden Tannenwedel in mindestens schlammige oder sumpfige Böden. Besser ist es, die Pflanzen im größeren Pflanzkorb am Teichgrund versenken. Auf diese Weise bremst man ihre Wuchs- und Verbreitungsfreudigkeit im Teich. Maximal 5 Rhizome werden pro Pflanzkorb eingesetzt. Tannenwedel vertragen Wassertiefen bis einen halben Meter, teilweise sogar über zwei Meter tiefe Gewässer.

Man pflanzt den Wurzelstock waagerecht in den Teichboden bzw. in den Pflanzkorb. Beim Einpflanzen in den Teichboden berücksichtigt man einen Abstand von mindestens 50 cm zum Nachbarn. Als Pflanzzeit empfiehlt sich das Frühjahr, auch wenn später noch gepflanzt werden kann.

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Wie wird der Tannenwedel gepflegt?

Wie viele Teichpflanzen verursachen Tannenwedel kaum Pflegeaufwand. Einmal im Teich etabliert, wachsen sie zuverlässig und breiten sich aus. Der Drang zur Ausbreitung kann unter Umständen so stark sein, dass die Tannenwedel regelmäßig ausgedünnt und geteilt werden müssen. Überwachsen die Wasserpflanzen den Bach- und Teichrand, werden ihre Triebe samt Rhizomen abgeschnitten. Große Horste werden spätestens im Herbst geteilt und ausgedünnt. Ohne Reduzieren überwachsen Tannenwedel ihre Nachbarn und machen ihnen das Leben schwer.

Die Vermehrung kann im Zuge des Verkleinerns erfolgen. Man entnimmt einige Wurzelrhizome und setzt sie in einen weiteren Pflanzkorb ein. Dieser wird später an neuer Stelle im Wasser versenkt.

Als robust und pflegeleicht lässt sich der gewöhnliche Tannenwedel bezeichnen. Weder Krankheiten noch Schädlinge beeindrucken die Wasserpflanze in irgendeiner Art und Weise.

 

Welche Verwendung hat der Tannenwedel?

Tannenwedel sind sowohl nützliche als auch dekorative Pflanzen für Gewässerränder und Uferzonen. Unter der Wasseroberfläche bieten sie Fischen und anderen Amphibien Nahrung und Schutz. Gleichzeitig versorgen die hohlen Stängel das Gewässer mit Sauerstoff. Die nährstoffzehrende Lebensweise der Seetannen entzieht dem Teich Nährstoffe, die ansonsten zur vorschnellen Algenbildung führen würden. Oberhalb des Wassers wirken die tannenartigen Sprosse außerordentlich zierend. Gute Partner in der Nachbarschaft sind Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica), Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia), Hechtkraut (Pontederia cordata), Schwanenblume (Butomus umbellatus) oder Sumpf-Kallas (Calla palustris).

Dank seiner Anpassungsfähigkeit und Robustheit lässt sich der Tannenwedel in Miniteichen, beispielsweise im Kübel oder in bepflanzten Wannen halten. Manch ein Aquarienbesitzer verwendet Tannenwedel für sein Aquarium. Für diesen Zweck gibt man acht, dass die Pflanzen nicht überhandnehmen.

 

Ist er giftig?

Über eine Giftigkeit von Tannenwedeln wird in der wissenschaftlichen Literatur nichts aufgeführt.

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