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Taglilien richtig schneiden, pflegen und vermehren

Zu den beliebtesten Sommerstauden gehören die Taglilien, botanisch Hermocallis. Übertragen aus dem Griechischen bedeutet ihr Name Tagesschönheit. Tatsächlich hält ihre Schönheit mehr als einen Tag, denn ihr Name bezieht sich lediglich auf die Vergänglichkeit der einzelnen Blüte. Sie vergeht nach nur einen Tag in Windeseile. Doch was ist schon eine einzelne Blüte, wenn an ausgewachsenen Taglilien über Wochen mehrere hundert Blüten kommen und gehen.

Der Gattung Taglilien gehören etwa 15 Arten an, die als immergrüne, halbimmergrüne oder krautige Stauden wachsen. Die geringe Artenzahl täuscht, denn mittlerweile wird von mehr als 50.000 Hybriden und Kreuzungen gesprochen. Eine unüberschaubare Vielfalt, die keinen Überblick mehr zu- und Wünsche offenlässt. Der Hype begann in Nordamerika vor 100 Jahren mit intensiver Züchtungsarbeit. Ein Ende ist bis heute nicht in Sicht. Aus Übersee stammen auch die meisten Züchtungen. Sogar eine eigene Pflanzengesellschaft kümmert sich ausschließlich um die aparten Gartenpflanzen. Taglilien-Enthusiasten gibt es auch hierzulande, die eigene Züchtungen hervorgebracht und selektiert haben.

Die Wildarten sind östlichen Asien heimisch. Sie bewachsen feuchte Wiesen, Waldränder und Gebirgsregionen in China, Korea und Japan. Im Untergrund bilden die Stauden Rhizome, aus denen gebogene riemenförmige Blätter treiben. Mit den Jahren werden ihre Horste so üppig, dass sich ihre Nachbarn bedrängt fühlen. Ihre Sprosse werden sehr unterschiedlich groß. Kleine Arten und Sorten werden lediglich 25, große Taglilien bis 120 Zentimeter hoch. Blüten erscheinen im Sommer und in verschiedenen Formen, je nach Sorte dreieckig, rund, gefüllt, spinnen- oder sternförmig. Markant sind die weit hervortretenden Staubblätter. Sie befinden sich an langen, oftmals im oberen Bereich verzweigten Blütenschäften. Ihr Flor hält viele Wochen, denn Taglilien werden als remontant bezeichnet. Das bedeutet, dass sie nach der Hauptblüte nochmals erblühen. Ihre Färbungen reichen von fast Weiß bis ins tiefdunkle Schwarzrot, sortenabhängig ein- oder mehrfarbig. Es überwiegen Gelb- und Orangetöne. So unterschiedlich alle Sorten auch sind, eines haben sie gemeinsam: Die einzelne Blüte vergeht nach einem Tag.

Es ist nicht zu viel versprochen, Taglilien als unentbehrliche und höchst dekorative Gartenstauden zu bezeichnen. Ihrer Attraktivität steht kaum ein großer Anspruch entgegen, was ihnen ein langes Leben beschert. In Misch- und Staudenrabatten sind Taglilien gern gesehen. Kompakte Sorten finden ihren Platz in Steingärten oder als Dauerbepflanzung in Töpfe und Trögen.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Wie werden Taglilien richtig gepflanzt?

Anpassungsfähig, pflegeleicht und langlebig sind Attribute, mit denen sich Taglilien umschreiben lassen. Finden die Wurzeln im Boden ausreichend Feuchtigkeit, gedeihen die Stauden an sonnigen wie auch halbschattigen Plätzen. Zweifellos fällt die Blüte prächtiger beim Sonnenbaden aus, sowohl in ihrer Anzahl wie Farbintensität. Die Erde bedarf keiner großen Vorbereitung oder Verbesserung. Jeder tiefgründige Gartenboden ohne Neigung zu Staunässe, Verfestigung oder Austrocknung wird bereitwillig angenommen. Nur auf sterilen heißen Sandböden wollen Taglilien nicht so recht. Eine Kompostgabe bei der Pflanzung ist zwar nicht zwingend, erleichtert jedoch das Anwachsen sehr.

Gepflanzt werden Containerpflanzen ganzjährig von März bis Oktober. Optimal sind die klassischen Pflanzzeiten im Frühling und Herbst. Lediglich für immergrüne Taglilien empfiehlt sich das Pflanzen im Frühjahr. Teilweise werden auf Märkten Teilungsstücke bzw. Rhizome mit gestutzten Blättern angeboten. Beim Kauf dieser wurzelnackten Ware ist ein genauer Blick ratsam. Blätter und Rhizome dürfen keine Trockenschäden aufweisen. Wurzelnackte Pflanzen werden unmittelbar nach dem Kauf einpflanzt. Zuvor tränkt man sie eine Stunde im Wasserbad. Die Pflanzstücke werden so eingelassen, dass das Rhizom knapp bis maximal 5 cm unter der Erde sitzt.

Ihre Wuchsfreude und die spätere überhängende Form setzen ausreichend Platz zum Nachbarn voraus. Enge Pflanzabstände sorgen für Konkurrenzkrampf und dem Verschwinden des schwächeren Partners. Mit Ausnahme kleinwüchsiger Sorten kalkuliert man mit mindestens 50 cm Abstand zwischen den Pflanzen. Mehr als 3 bis 4 Taglilien pro Quadratmeter dürfen es nicht sein. Man sollte sich bewusst sein, verbleiben Taglilien längere Zeit am gleichen Platz, beanspruchen sie sogar einen ganzen Quadratmeter für sich.

Ein Umpflanzen der Taglilien ist im Frühjahr oder Herbst möglich. Alte Sprosse werden bodennah zurückgeschnitten und der Wurzelballen ausgehoben. Sind die Horste über Jahre mächtig geworden, lohnt beim Umpflanzen eine Pflanzenverjüngung durch Teilung. Der Horst oder die Teilungsstücke werden in gleicher Form am neuen Standort eingesetzt.

Wie pflegt man Taglilien?

Im zeitigen Frühjahr werden die verbliebenen Blätter beim Frühjahrsputz entfernt, insofern die alten Sprosse noch nicht verrottet sind. Licht und Wärme dringen danach besser an die Rhizomknospen und fördern den zügigen Austrieb. Während der Wachstumsperiode und speziell im Sommer gilt es, auf eine gleichmäßige Bodenfeuchte zu achten. Obwohl Taglilien mit einigermaßen trockenen Böden umgehen können, führt große Trockenheit um Abfallen der Blütenknospen. Beim Gießen nicht in die Pflanze, sondern um sie herum wässern. Andernfalls wird bei warmen Witterungslagen ein Pilzbefall riskiert. Im Frühjahr werden die Pflanzen mit Mulch umgeben. Idealerweise wird verrotteter Kompost verwendet, denn er versorgt die Taglilien gleichzeitig mit Nährstoffen. Während des Sommers können einige rot- und dunkelpurpurne Tagliliensorten empfindlich auf pralle Sonne oder starke Regengüsse reagieren. Eine leichte Schattierung sorgt für Abhilfe. Abgeblühtes wird regelmäßig durchgeputzt und entfernt.

Im Winter ist kein Forstschutz notwendig. Das alte Laub schützt bis zum Frühjahr die Rhizome ausreichend. Gefährlich sind schwankende Temperaturen im Winter. Durch wechselndes Auftauen und Frost ist eine bakterielle Blatt- und Sprossfäule möglich. Mit Einsetzen des Frühjahrs ist der junge Austrieb von Schneckenfraß gefährdet. Als weitere Schädlinge können Hemerocallis-Gallmücke, Rote Spinnmilben, Thripse oder Blattläuse auftreten. Feuchtwarmen Lagen erhöhen das Risiko einer Pilzinfektion durch Wurzelhalsfäule.

 

Wie vermehrt man Taglilien?

Eine Pflanzenverjüngung empfiehlt sich alle 2 bis 3, spätestens alle 3 bis 5 Jahre. Durch sie bleibt die Wüchsigkeit der Taglilien erhalten und man beugt dem frühen Vergreisen vor. Diese Arbeit wird entweder im Frühjahr zu Beginn des Austriebes oder im Herbst einige Wochen vor dem Frost vorgenommen. Die Verjüngung entspricht einer vermehrenden Pflanzenteilung. Sie ist auch die einzig vernünftige Vermehrungsform, mit der Hybriden sortenecht vermehrt werden können. Große zurückgeschnittene Horste werden mit einem Spaten oder einem großen Brotmesser vorsichtig geteilt. Eine Aussaat ist nicht unmöglich, ganz im Gegenteil. Die Samen keimen bei 20°C problemlos. Abgesehen von den Wildarten, darf man durch die Kreuzungswilligkeit keine dem Samenträger gleichwertigen Pflanzen erwarten.

 

Welche Verwendung haben Taglilien?

Taglilien eilt der Ruf voraus, besonders pflegeleicht und über Wochen attraktiv zu sein. Sie gehören in Staudengärten, sind für Bauerngärten typisch, zieren den Teichrand oder bilden hübsche Kompositionen mit Gräsern oder Funkien (Hosta). Sie lohnen auch am Gehölzrand, insofern ausreichend Licht durch die Kronen fällt. Schmale Beete entlang von Hausmauern bieten Taglilien einen ebenso gebührenden Platz zum Präsentieren. In Beeten nehmen sie durch ihre unübersehbare Erscheinung eine Führungsrolle ein. Umgibt man sie mit flachen Polsterstauden kommen sie optisch noch besser zur Geltung.

 

Sind Taglilien essbar?

Lange Zeit wurde darüber geschmunzelt, aber Taglilien sind tatsächlich essbar. Nicht das Laub, sondern die Blüten werden von kreativen Köchen verwendet. Die würzig scharfen Blütenblätter bereichern Salate und werden als Garnierung verwendet. Sie lassen sich in der Pfanne kurz anbraten oder blanchieren. Eine Nebenwirkung kann eine blaue Zunge nach dem Verzehr sein, denn manche Sorten besitzen färbende Inhaltsstoffe.

 

Wann ist die Blütezeit der Taglilien?

Die Blütezeit von Taglilien ist sortenabhängig und beginnt mit dem Hochsommer. Sie dauert mehrere Wochen, auch wenn die einzelne Blüte bereits nach einem Tag vergeht. Die Stauden liefern scheinbar unaufhörlich neue Blüten nach.

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